Tatsächlich mehr 8 geben

Vielleicht darf man Denis Scheck gar nicht böse sein. Da kommt jemand mit Kamera und Mikro auf ihn zu und will von ihm wissen, wie er zum Urheberrecht steht. Also läuft der Fernsehmoderator los und redet in Kamera und Mikro. Weil er gebildet und gewitzt rüberkommen will, sagt er nicht einfach nur “Urheberrecht find ich gut”, sondern bemüht das Lateinische und erklärt, schon Cicero habe mit der Piratenpartei Piraten zu tun gehabt und – ist ja klar – diese zum Feind aller Menschen erklärt: “communis hostis omnium” sagt Scheck und im Überschwang der Überlegenheit ergänzt er mit Blick auf “neue Piraten”: “Gegen alte Feinde helfen altbewährte Mittel.”

Schecks Auftritt wurde im Rahmen des Welttags des Geistigen Eigentums in dieser Woche auf der Website wir-geben-8.net veröffentlicht, die im Auftrag der VG Wort erstellt wurde. Auf YouTube, das zum Konzern Google gehört, wird das Video kostenfrei zugänglich gemacht. Ein Angebot, von dem bisher noch keine 500 Zuseher Gebrauch gemacht haben.

Google ist übrigens auch hilfreich, wenn man rausfinden möchte, welche “altbewährten Mittel” Denis Scheck meinen könnte. Wer nach Schecks Zitat sucht, landet z.B. auf dieser Fundstelle in Google-Books, die von einer Gefangnahme Julius Caesars berichtet, die nur durch eine Lösegeldzahlung an die Piraten beendet wurde:

Kaum in Freiheit, schaffte Caesar es, mittels gemieteter Schiffe, die Piraten zu fangen. Er ließ sie, wie in Gefangenschaft angekündigt, kreuzigen.

Vielleicht muss man Denis Scheck also sehr wohl böse sein. Von Beiträgen zur Urheberrechtsdebatte sollten wir – nach Regeners Wutanfall und Acta-Protesten – etwas mehr Tiefgang erwarten dürfen als unfallfreies Laufen vor der Kamera. Seit zu Beginn des Jahres 2012 die Auseinandersetzung um die digitale Kopie und ihre Folgen hochkochte, haben sich nicht wenige Menschen bemüht, in anstrengenden Gesprächen, Diskussionen und Debatten den Boden für einen angemessenen Umgang – miteinander und mit den Herausforderungen der Digitalisierung – zu bereiten. Die Bemühungen sind auf beiden Seiten zu beobachten. Downloader wie Verwerter mühen sich und Downloader wie Verwerter müssen sich ins Gesicht geschlagen fühlen von eloquent vorgetragener Ahungslosigkeit wie Denis Scheck sie in der genannten Kampagne zur Aufführung bringt.

Wie genau lautet der Vorschlag, den Scheck unterbreiten möchte? Welche altbewährten Mittel will er nutzen um mit der digitalen Kopie umzugehen? Selbst wenn man zu seinem Besten unterstellt, dass die Kreuzigungsfundstelle nur einen unglücklichen Kontext herstellt, bleiben dennoch zwei gravierende Probleme mit Schecks Statement und der Kampagne, in die es eingebettet ist:

Zunächst ignoriert der Beitrag die vergangenen Monate. Er hat die Anschlussfähigkeit eines Brunftschreis in einem artfremden Gehege. Hier will jemand ein Revier markieren, ohne zu bemerken, dass diese Markierung alle Grenzen überschreitet. Selbst wenn die Aussage – weniger gewitzt – einfach nur gelautet hätte “Urheberrecht find ich gut” (von dem Format sind andere Beiträge auf der Seite), krankt sie aber noch an einem zweiten Problem: Sie ist keine Antwort auf die Herausforderung. Denn natürlich ist das Urheberrecht wichtig, darüber streitet in Wahrheit niemand. Die Auseinandersetzung muss im Sinne einer offenen Gesellschaft über die Frage geführt werden, welche Durchsetzungsmaßnahmen die Gesellschaft für angemessen hält – und wie man die Akzeptanz des Urheberrechts steigert. Und hier wird das ganze Dilemma der 8-geben-Kamapagne (übrigens auch eine Website für Kleintierpflege) offensichtlich: Die Wortmeldungen auf der Seite legen nahe, der Herausforderung der digitalen Kopie sei allein und zuvorderst durch moralische Kampagnen zu begegnen.

Schriftstellerinnen und Schriftsteller betonen, dass ihre Arbeit etwas wert sei, dass sie bezahlt werden müsse. Sie sagen aber nicht, warum das jetzt zur Debatte stehen könnte. Sie weisen nicht darauf hin, dass die digitale Kopie den Vertrieb von Inhalten revolutioniert. Sie blenden aus, dass wir erstmals in der Geschichte der Menschheit identische Duplikate herstellen können. Sie sagen einfach nur, dass man das Wert schätzen solle, weil sie sonst kein Geld verdienen. Im Statement des Übersetzers Hinrich Schmidt-Henkel kann man raushören, dass diese angemessene Bezahlung nicht unbedingt mit dem Publikum, sondern vielleicht auch mit dem Verhalten der Rechteverwerter zu tun hat. Trotzdem suggeriert die Kampagne genau das: Wenn sich nur einfach alle moralisch gut verhalten, gibt es gar keine Probleme. Dass man über die Frage von Moral in dem Zusammenhang durchaus streiten kann, taucht dabei gar nicht auf (siehe dazu das Dilemma des Teilens), weil ja eben auch die Realität der digitalen Kopie nicht wirklich thematisiert wird.

Das ist deshalb schade, weil genau hier sich ja das Prinzip einer Verwertungsgesellschaft begründet: Wo individuelle Moralappelle nicht greifen, gibt es das Modell der Pauschalabgaben. Eine Verwertungsgesellschaft hat ihre Begründung genau darin, Vergütung für Werknutzung sicherzustellen, die nicht durch direkte Bezahlung erfolgt. Genau darauf sollte eine Kampagne einer Verwertungsgesellschaft ausgerichtet sein. Sie sollte das in den Vordergrund stellen, was Thomas Brusig auf der Kampagnenseite schreibt:

Die VG Wort bringt das Kunststück fertig, das Urheberrecht zu stärken, indem es die ungehinderte Verbreitung geistigen Eigentums ermöglicht und die Honorierung der Urheber im Blick hat. Wenn es die VG Wort nicht gäbe – man müsste sie erfinden.

Vielleicht muss genau das passieren: die Verwertungsgesellschaft muss sich (neu) erfinden. Dabei können übrigens sogar die Thesen dienlich sein, die dem 8-geben zum Titel verhalfen. Es gibt derer eben genau acht und die zweite so genannte Position wirbt für pauschale Abgabesysteme und nimmt dabei sogar das böse Wort Kulturflatrate in den Mund:

Die gesetzlich erlaubte Privatkopie ist eine Art „Kulturflatrate“ im geltenden Urheberrecht. Sie ermöglicht Vervielfältigungen für private Zwecke, sieht aber gleichzeitig eine angemessene Vergütung der Urheber durch die pauschale Gerätevergütung vor. Erlaubt sind analoge und digitale (!) Privatkopien. Allerdings muss für die Privatkopie eine angemessene Vergütung gezahlt werden. Diese wird durch die pauschale Geräte- und Speichermedienvergütung sichergestellt.

Darauf könnte Denis Scheck ja mal 8 geben, das ist im weitesten Sinn sogar ein altbewährtes Mittel.

loading: Fotos für die Pressefreiheit

Seit fünfzehn Jahren veröffentlicht der gemeinnützige Verein Reporter ohne Grenzen das Fotobuch “Fotos für die Pressefreiheit”. In diesem Jahr hat Mathias Wahler dabei ein Experiment gestartet: Um die Druckkosten des Buches zu finanzieren, hat er ein Projekt bei startnext angelegt: Unter startnext.de/fotos-fuer-die-pressefreiheit kann man die Arbeit des Vereins unterstützen.

Für loading hat Mathias Wahler die Fragen des Fragebogens beantwortet.

Was machst du?
Ich bin Referent für Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit bei Reporter ohne Grenzen.

Warum (machst du es so)?
“Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung”. Ich kann mit meinem Beruf dazu beitragen. Das motiviert!

Wer soll das lesen?
Menschen, die eindrucksvolle Bilder von international renommierter Fotografen sehen und Texte von erfahrender Auslandskorrespondenten lesen möchten.
Die Verbindung von Bildern und Texten macht “Fotos für die Pressefreiheit” zu etwas Besonderem.

Wie geht es weiter?
Am 31. März endet unsere Kampagne auf Startnext. Die Hälfte unseres Ziels haben wir dank vieler Menschen bereits erreicht. Jetzt bleibt nicht mehr viel Zeit, aber ich bin sicher wir erreichen unser Ziel und freuen uns auf jeden Unterstützung! Das Buch erscheint am 3. Mai, dem Internationalen Tag der Pressefreiheit.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Das Presse- und Meinungsfreiheit in vielen Ländern keine Selbstverständlichkeit ist. Journalisten und Blogger riskieren teilweise sogar ihr Leben, um für ihr Recht auf Meinungsfreiheit zu kämpfen.

>>>> Hier kann man Fotos für die Pressefreiheit unterstützen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:


Scheitern als Grundprinzip der neuen Bezahlkultur

Wird 2013 das Jahr des Crowdfunding? Es ist noch nicht mal März, doch der Eindruck, dass wir das Aufkeimen einer neuen Bezahlkultur erleben, verfestigt sich – nicht nur, weil es ein mittlerweile sehr beliebtes Medienthema ist.

Gründe dafür lassen sich zahlreich finden und ich will die Begeisterung gar nicht bremsen. Mir scheint es jedoch wichtig, auf ein dieser neuen Finanzierungsmethode anhaftendes Prinzip hinzuweisen: das Scheitern.
Erklären kann man dies am Beispiel von Armanda Palmer, die dieser Tage über ihren Kickstarter-Erfolg einen Ted-Talk gehalten hat. Daran ist nicht nur die digitale Verwertungskette interessant (machen, erreichen, drüber sprechen), nach allem, was man darüber hört (er ist noch nicht steht jetzt online), hat sie darin aber auch ein paar grundlegende Prinzipien dessen beschrieben, was die neue Bezahlkultur definiert.
Vielleicht müssen wir nämlich eine etwas andere Frage stellen, wenn wir uns mit dem Thema Paid Content im Netz befasst. Vielleicht lautet die Frage nicht mehr nur “How do we make people pay for music?” sondern viel mehr “How do we let people pay for music?” Holprig übersetzt: Wir müssen bezahlen lassen statt zum Bezahlen zwingen.

Der Unterschied scheint auf den ersten Blick unwesentlich, wenn man aber genauer hinschaut, zeigt sich hier, was die Idee von Crowdfunding ist: Ein Projektstarter erbittet Unterstützung, gemeinsam mit dem Publikum entsteht ein Experiment, dessen wichtigste Eigenschaft im Kontrollverlust steckt: Es kann scheitern und jeder kann es sehen! Darin liegt einer wenn nicht sogar der Hauptwert der neuen Finanzierungsmethode: Sie kann öffentlich misslingen. So merkwürdig das zunächst klingen mag, ich denke, dass dieses Riskio den Reiz ausmacht, sich an einem Projekt zu beteiligen.

Deshalb übrigens sehe ich das Scheitern eines Einzelprojekts auch nicht als Gegenargument gegen die Grundidee dieser Art der Finanzierung. Im Gegenteil – und das bekannteste Scheitern eines Crowdfunding-Projekts kann man genau so lesen: Im Fall von Björk, deren Biophilia-App-Kampagne auf Kickstarter missglückte, liegt nämlich vielleicht genau hier ein Ansatzpunkt. Einige Kickstarter-Nutzer hielten ihr vor, sie sei ja eh reich und müsse deshalb nicht auf Crowdfunding zurückgreifen. Dabei geht es aber gar nicht um die Frage, ob jemand reich ist, es geht um die Frage, ob der Reiz des Scheiterns greifbar gemacht werden kann. Eine gemeinsame Finanzierung mit dem Publikum (der schönere Terminus für Crowdfunding) gelingt nur dann, wenn die Notwendigkeit entsteht, mit der eigenen Unterstützung zum Projekterfolg beitragen zu können. Neben vielen anderen Gründen, liegt hier eine der Ursachen für das Scheitern des Biophilia-Projekts. Mike Masnik ergänzt auf Techdirt einen weiteren:

Bjork really hasn’t embraced connecting and communicating with her fans. That’s her choice, of course. No one says she needs to. But, it’s much harder to raise a ton of crowdfunded money that way.

Was er meint: Wer Menschen um Unterstützung bittet, sollte diese Menschen kennen. Wenn man nun in der gerade veröffentlichten Studie Erfolgsfaktoren im Crowdfunding das hier liest…

Es bedarf vielmehr einer eingehenden Planung und attraktiven Darstellung des Projektes, um potenzielle Unterstützer zu gewinnen. Neben der professionellen Projektdarstellung in Form der Gestaltung einer Projektseite und der Vorstellung des Projekts durch ein Video waren weitere wesentliche Punkte für eine Projektförderung die Projektbeschreibung, das Zielbudget und Informationen zum Projektfortschritt. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass kurze Projektlaufzeiten, die Anzahl der bisherigen Unterstützer sowie die Höhe des bisher erreichten Budgets für die Entscheidung zur Förderung eines Projektes wesentlich sind. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ein Finanzierungserfolg absehbar ist und der Unterstützer damit das Gefühl bekommt, dass sein gefördertes Projekt auch tatsächlich umgesetzt wird.

… dann muss darin der Aspekt des Community-Managements besonders betont werden. Gemeinsame Projektfinanzierung heißt nämlich nicht nur gemeinsames Scheitern, es heißt auch – die Idee der stretch goals zeigt dies – gemeinsamer Fortschritt. Wenn wir mehr werden, haben wir alle was davon. Dies ist die zweite Seite der gemeinsamen Finanzierung: Wir scheitern alle und wir gewinnen alle.

Beides geschieht bei klassischen Finanzierungsformen nicht.

Mehr zum Thema Crowdfunding in den Digitalen Notizen:
>>> mein Crowdfunding-Fazit zu Neue Version in sechs Punkten
>>> der Text Reden wir über Geld: Über Wertschätzung und Wertschöpfung
>>> das Interview mit Krautreporter-Gründer Sebastian Esser
>>> die Hinweise im loading-Newsletter

loading: Das Buch als Magazin

Heute kommt “Das Buch als Magazin” ans Kiosk, ein 120-seitiges Heft, das sich nicht entscheiden will, wie man es verstehen soll: als Buch, als Magazin oder eben als Buch als Magazin. Ich finde die Idee so charmant und die Umsetzung so toll, dass ich dieses mutige Projekt als erstes in meinen loading-Porträts vorstellen will. Die beiden Erfinder Joanna Swistowski und Peter Wagner sind Kollegen – deshalb bin ich vielleicht befangen, deshalb kann ich umgekehrt aber auch zweifelsfrei bezeugen: Sie machen das gut und mit sehr viel Herzblut. Die besten Voraussetzungen, um hier vorgestellt zu werden.

Was macht ihr?
Wir machen „Das Buch als Magazin“, ein neues Heft, das seit 5. Februar an Bahnhofs- und Flughafenkiosken ausliegt, das man aber auch direkt bei uns auf dasbuchalsmagazin.de kaufen kann. Die Idee dahinter ist leicht erklärt: Im ersten Teil jeder Ausgabe drucken wir einen Literaturklassiker, im zweiten Teil stehen journalistische Geschichten aus der Gegenwart, die sich in irgendeiner Form auf eben diesen Klassiker beziehen. In der ersten Nummer drucken wir „Die Verwandlung“ von Franz Kafka. Der Text über Gregor Samsa, der eines Tages als Käfer erwacht, ist gestaltet wie eine Reportage und wird von Bildern des Wiener Fotografen Lukas Gansterer begleitet. Außerdem schreiben wir Geschichten über einen Vater-Sohn-Konflikt, über den Schock nach dem Tod der eigenen Mutter oder über einen Bergsteiger, der immer mit Geige unterwegs ist. Und auch wenn es sich unwahrscheinlich anhört: Alle diese Texte haben mit der „Verwandlung“ zu tun.

Warum (macht ihr es so)?
Die meisten lesen nur während der Schulzeit ein paar Texte von Goethe, Kafka oder Fontane, nur wenige gehen auch später noch in ihrer Buchhandlung zum Regal mit den Klassikern. Hier liegt ein Ursprung unserer Idee: Wir wollen zeigen, wie viel Gegenwart in vermeintlich alten Büchern steckt und dass journalistische Texte eine gute Brücke zu literarischen Texten sein können.

Wer soll das lesen?
Tja, die Frage hat uns selbst eine Weile beschäftigt. Wir glauben, dass jeder das Heft mögen kann, der gerne liest. Vermutlich ist es in der Buchhandlung so gut aufgehoben wie am Kiosk.

Wie geht es weiter?
Spätestens im Herbst soll die zweite Ausgabe mit Georg Büchners „Woyzeck“ erscheinen. Wir machen uns vorsichtig an die Planung, müssen aber sehen, ob die Idee und das erste Heft all die Leser findet, die wir brauchen, um einigermaßen entspannt weitermachen zu können. Wir arbeiten bislang ohne Geldgeber und Anzeigen, allein aus eigener Tasche und, am wichtigsten: die Autoren und Fotografen arbeiten für lau, weil sie die Idee mögen. Das ist wahnsinnig hilfreich, darf aber nicht zum Dauerzustand werden.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Du kannst einen Text sieben Mal lesen und korrigieren, du wirst auch beim achten Mal noch einen Fehler finden. Und dann schlägt deine Mutter das frisch gedruckte Heft auf und sagt: „Da fehlt aber ein m, oder?“


>>>> http://dasbuchalsmagazin.de/

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:


Was Seth Godin über Crowdfunding sagt

Dan Blank (von We Grow Media) hat mit Seth Godin über Kickstarter gesprochen. Seth Godin ist sozusagen die intellektuelle Version von Amanda Palmer. Seth Godins Kickstarter Projekt war für mich der letzte Motivationsschritt, “Eine neue Version ist verfügbar” in der Art zu starten, wie es schlussendlich geklappt hat.

Dan Blank hatte das Kickstarter-Projekt damals untersucht und befragt Godin nun zu seinen Erfahrungen in Sachen Crowdfunding. Godin sagt dabei sehr viele sehr tolle Dinge über Crowdfunding, über die Idee, mit dem Publikum in Austausch zu treten und über die Mechanismen der Buchbranche. Deshalb sollte man das Video ansehen.



via Leander Wattig

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Unter dem Schlagwort loading werde ich künftig in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vorstellen, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:


Loading: Hinweise auf interessante Crowdfunding-Projekte

Wir erleben gerade das Entstehen einer neuen Bezahlkultur. Ich habe das gelegentlich behauptet und sehe gerade fast täglich Belege dafür. Der Start der Plattform Krautreporter (hier das Interview zu der Idee) ist nur der aktuellste Beweis dafür, dass individuelle Kreativität sich neue Wege der Finanzierung sucht.

Als ich Ende Oktober das Projekt “Eine neue Version ist verfügbar” auf Startnext ins Leben rief, war mir nicht bewusst, dass ich damit zu einer Art Experte fürs Crowdfunding werden würde. Trotzdem werde ich mittlerweile nicht selten zu dem Thema gefragt. Dabei mag ich den Begriff gar nicht besonders. Was ist allerdings mag, ist die Idee: im direkten Dialog mit dem Publikum Kultur zu erschaffen.

Deshalb will ich hier künftig Filme, Musik, Bücher und anderen Projekte empfehlen, die sich im Entstehen befinden (deshalb “loading”), die hangemacht sind und die Unterstützung verdienen. Dabei geht es nicht nur um Projekte Crowdfunding-Plattformen (das bekannteste Beispiel für die Kultur, die ich beschreibe – Andrew Sullivan – findet dort ja eben auch nicht statt), sondern vor allem um den direkten Zugang.

Ich weiß nicht, ob ich ausreichend Beispiele finde, ich weiß nicht, ob sich ausreichend Leser finden. Ich weiß aber, dass ich es ausprobieren will. Hier im Blog unter dem Tag “loading” und mit einem Newsletter, der maximal vier Hinweise im Monat verschickt. Wer sich dafür interessiert: gerne hier eintragen oder den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen.


Das Google+ Buch: Interview mit Crowdfunding- Autor Philipp Steuer

Wir müssen mehr experimentieren. Mit dieser Losung für 2013 endete das für Journalisten im Winter sehr aufregende Jahr 2012 (mehr zur Zeitungskrise auch hier im Blog). Philipp Steuer aus Köln hat diese Devise sehr ernstgenommen und das erste meiner Einschätzung nach äußerst spannende Projekt auf Startnext vorgelegt: Plus eins – das Google+-Buch für jedermann ist ein sympathisches Beispiel für die Möglichkeiten der Kulturfinanzierung zwischen Kreativem und seinem Publikum – und gerade dabei die 5000 Euro Marke zu knacken!

Trotz einiger Skepsis gegenüber Google+ bzw. gerade deswegen habe ich das Projekt auf Startnext unterstützt – und Philipp anschließend ein paar Fragen zum Thema Crowdfunding in der Buchproduktion gestellt.

Ganz im Ernst: ich bin mir schon nicht sicher, wofür ich Google+ brauchen soll. Weshalb sollte ich ein Buch über das Thema lesen?
Weil Google+ die Zukunft gehört. Die Pläne, die Google mit seinem Netzwerk vorhat, sind komplex und es wird in immer mehr Dienste integriert. Ich selbst nutze aktiv Google Mail, Docs, Drive oder Youtube. Google+ ist dort bereits vorhanden und wird in Zukunft noch stärker in den Fokus gerückt werden. Warum du ein Buch über das Thema lesen solltest? Weil Google+ schon jetzt zahlreiche Vorteile für Journalisten und Blogger wie dich bietet, um z.B. die Sichtbarkeit der eigenen Beiträge in der Google Suche zu erhöhen. Google+ ist kein zweites Facebook. Es ist vielseitiger und grenzt sich nicht nur durch seine Funktionen wie Kreise und Hangouts, sondern auch von der extrem sozialen Nutzerschaft von der vermeintlichen Konkurrenz ab.

Du bist offensichtlich ein Fan von Google+, warum ist das so?
Ich lebe Google+, so abgedroschen das auch klingen mag. Um das besser verstehen zu können, muss ich ein kleines Stück ausholen. Ich bin mit dem Internet aufgewachsen und habe so früh gesehen, welche Möglichkeiten es uns Menschen offenbart. Google wurde sehr schnell ein treuer Begleiter und für mich die Anlaufstelle, wenn ich Informationen finden wollte. Google Mail und andere Google Dienste folgten.

Meine Faszination für soziale Netzwerke und Social Media stieg während meines Online-Redakteur Studiums stetig an und ich probierte jedes vermeintlich „nächste große Ding“ aus. Zum Ende meines Studiums stellte Google im Juni 2011 Google+ vor und ich freute mich, als ich eine Einladung zur geschlossenen Beta-Phase erhielt. Gut, bis auf ein paar Mitstudenten war zu diesem frühen Zeitpunkt wirklich wenig los und so gab ich dem Netzwerk Zeit, sich zu entwickeln. Bereits im November wurde ich dann hellhörig, als Google die soziale Suche („Search, plus your world“) vorstellte und ich fing an, mich intensiver mit Google+ auseinanderzusetzen, sowohl journalistisch als auch privat.
Bei Facebook bin ich wegen meinen Freunden und bei Twitter wegen den kurzen Nachrichten. Was ich an Google+ wirklich toll finde ist, dass hier die Interessen im Vordergrund stehen. Vor allem zu den Themen Technik, Netzwelt, Fotografie und Sport kann man hier schnell neue Menschen kennenlernen, mit denen man gemeinsam die unterschiedlichsten Inhalte diskutieren kann. Die Diskussionen haben ein hohes Level und bis auf die üblichen Trolle ist der Umgang ein Stück sozialer als z.B. bei Facebook.

Es gibt das Google+-Buch schon digital. Wieso bist Du auf die Idee gekommen, es jetzt auf Papier zu drucken?
Weil ich Bücher lieber. Es gibt für mich nichts besseres, als jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit ein paar Seiten zu lesen. Es ist mein Ausgleich zur täglichen Arbeit als Social Media Manager, die ich zu 99% vor dem Computer verbringe.
Auch eReader a la Kindle konnte mich als Technikfan nicht davon abbringen, weiter echte Bücher zu lesen. Zudem machen diese sich auch viel besser im Bücherregal als eine unscheinbare PDF-Datei auf meinem virtuellen Schreibtisch. Aus diesem Grund war es immer ein Wunsch von mir, ein echtes Buch zu veröffentlichen. Die Nachfragen von treuen Lesern bestärkten dieses Vorhaben, so dass ich Ende des letzten Jahres entschloss, es zu versuchen.

Und wieso über Crowdfunding?
Ich mag es, neue Dinge auszuprobieren. Meine Bachelorarbeit habe ich bei CrowdsourcingBlog.de geschrieben, wodurch ich viel mit „crowdlastigen“ Projekten zu tun hatte. Als ich Ende letzten Jahres mit der Neuversion meines Google+ Buches begann, habe ich lange überlegt, welchen Weg ich mit dem Werk gehen möchte. Klar, es wäre einfacher gewesen, das Buch über einen Verlag zu veröffentlichen, aber ich wollte komplett frei arbeiten, um mich nicht möglichen Branchenrestriktionen beugen zu müssen. Also musste ein anderer Finanzierungsweg her, da Druckkosten und Lektorat eine 4-stellige Summe ausmachen.

Schon bei der ersten Version von “Plus Eins: Das Google+ Buch für Jedermann”, die im Mai 2012 erschien und bis heute über 40.000 Mal heruntergeladen wurde, gab es zahlreiche Leser, die sich aktiv für das Buch engagierten. Dieser Support bestärkte mich in meinem Entschluss, es mit Crowdfunding zu versuchen. Zu dieser Zeit habe ich auch dein Projekt verfolgt und war begeistert über den großen Zuspruch. Als du dann beim Digitalen Quartett über deine Erfahrungen berichtet und Tipps an kommende Starter gegeben hast, verschwanden bei mir die letzten Zweifel und ich setzte eine eigene startnext-Projektseite auf.

Das freut mich. Wenn das Projekt finanziert wird – und danach sieht es ja sehr aus – versprichst du, dir ein +1 auf den Arm zu tätowieren? Wie bist du auf die Idee gekommen?
Wenn das Funding-Ziel erreicht werden sollte, werde ich mir in der Tat den +1-Button auf die Innenseite meines linken Handgelenks tätowieren lassen. Es gibt keine Ausstiegsklausel oder eine andere Möglichkeit für mich, aus der Sache rauszukommen, denn versprochen ist versprochen. Sofern möglich, möchte ich es in einem einem Hangout machen. So oder so wird es definitiv auf Video festgehalten und interessierte Leser aus dem Kölner Raum können es gerne bei einem Treffen auf seine Echtheit überprüfen.

Und wie bist du auf die Idee gekommen?
Ich habe im Vorfeld des Projektes überlegt, wie ich mich einbringen könnte. Natürlich sind die Dankeschöns, die Supporter für Ihre Unterstützung erhalten, eine tolle Gegenleistung. Das allein hat mir aber nicht gereicht und ich möchte mit dieser Aktion zeigen, dass ich es mit meinem Buch und Google+ verdammt ernst meine.

Das Projekt läuft noch rund 50 Tage, kannst du trotzdem schon sagen, was dich am meisten überrascht hat – positiv wie negativ?
Die größte Überraschung für mich ist die Hilfsbereitschaft der Menschen. Ich hätte nie gedacht, dass in so kurzer Zeit so viel Geld zusammenkommen würde, da die eigentliche Werbung für das Projekt nur über Google+ sowie Facebook und Twitter lief und es sich dennoch auch zu Personen rumgesprochen hat, mit denen ich in erster Linie nicht vernetzt bin. Das hat mir persönlich nochmal gezeigt, wie toll Mund-zu-Mund-Propaganda im Netz funktionieren kann. Weiterhin finde ich das Gemeinschaftsgefühl zwischen mir und den Supportern wirklich toll und es ehrt mich, dass andere Personen mit mir zusammen der erfolgreichen Finanzierung entgegenfiebern.

Negatives habe ich bisher nicht festgestellt. Ich muss aber sagen, dass Crowdfunding nichts ist, was man mal eben von der Couch aus machen kann. Die Vorarbeit ist extrem wichtig. Man muss sich im Klaren darüber sein, was man den Unterstützern genau anbieten möchte und vor allem wie. Es muss ein professionelles Video gedreht werden, das auch wieder einige Arbeitsstunden kostet. Und wenn das Projekt gestartet ist, darf man sich um die Kommunikation kümmern, damit es nicht in Vergessenheit gerät.

Mehr zum Thema Crowdfunding in den Digitalen Notizen: Mein Buchprojekt “Eine neue Version ist verfügbar” sowie ein Interview mit den Machern von Krautreporter

Hat sich eigentlich schon jemand von Google gemeldet? Die müssten dir ja eigentlich recht dankbar sein, oder?
In der Tat weiß Google von dem Buch. Ich habe Google+ Chef Vic Gundotra im Rahmen des Projektes interviewed und ihm auch von der Tattoo-Idee erzählt. Er findet es großartig und würde das Hangout gerne sehen wollen. In Deutschland selbst stehe ich mit Google Deutschland im Kontakt und Pressesprecher Stefan Keuchel hilft mir mit seinen Möglichkeiten sehr weiter.


Philipps Projekt kann man hier auf Startnext unterstützten!

Neue Version: mein Crowdfunding-Fazit in sechs Punkten

Noch rund fünfzig Stunden dann endet mein Crowdfunding-Experiment “Eine neue Version ist verfügbar”. Zeit für ein kleines Fazit zu dem Projekt, das für mich nicht nur eine große Überraschung, sondern vor allem ein großer Erfolg war: Die 5000 Euro, die ich erreichen wollte, wurden bereits nach fünf Tagen überschritten. Aktuell steht das Projekt bei über 11.000 Euro. Das ist wunderbar und ich danke allen, die das möglich gemacht haben.

Hier meine sechs Schlussfolgerungen, die ich auch dem Projekt ziehe. Wer sich für weitere Lehren aus “Eine neue Version ist verfügbar” interessiert: in dem so genannten Dankeschön “Backstage-Blick” gewähre ich einen Einblick in die Konzeption des Projekts und ziehe weitere Schlüsse (dazu gibt es auch Interviews mit wichtigen Akteuren und einige persönliche Tipps von mir)

1. Nur wer weiß, was er will, kann andere davon überzeugen
Wer in Erwägung zieht, die Finanzierungsmethode des Crowdfunding auszuprobieren, muss vor allem erklären können, worum es ihm geht. Ein Buch zu schreiben oder einen Film zu drehen, ist an sich noch kein Ziel, das außerhalb der eigenen Familie für Interesse sorgt. Vermutlich wird man aber mehr Menschen überzeugen müssen, Geld für das Projekt zu geben. Das gelingt dann besonders gut, wenn man erstens weiß, was man will und zweitens versteht, wen man erreichen will: Wer interessiert sich für diese Form der Kunst? Wo befindet sich dieses Publikum und wie erreiche ich es?
Das klingt banal, viele Projekt scheitern aber schon hier. Und auch die erfolgreichen tun sich manchmal eher schwer damit, Antworten auf diese Fragen zu finden.

2. Crowdfunding handelt in erster Linie von der Crowd
Ein gar nicht falscher Vorwurf gegen das Crowdfunding besagt, dass diese Finanzierungsmethode eine gewisse Markttauglichkeit von Kunst und Kultur fördert. Allerdings muss es sich dabei nicht zwingend um einen Mainstream-Markt handelt. Der Begriff der “Crowd” beschreibt bei dieser Finanzierungsmethode eine engumgrenzte Community, die Begeisterung für ein Projekt entfacht und so auch Ideen finanzieren kann, die im Mainstream-Markt vermutlich keine Chance hätten. Das gelingt allerdings nur dann, wenn die Crowd sich auch in dem Projekt wieder findet. Das bezieht sich nicht nur auf dessen Inhalt, sondern auch ganz wörtlich auf die Anschluss-Fähigkeit des Projekts – zum Beispiel über Facebook-Aktivitäten oder Twitter-Dialog. Im Interview, das ich für die Dokumentation meines Buches mit Tino Kreßner von Startnext geführt habe, beschreibt er Crowdfunding als “Social-Media-Instrument zur Finanzierung von Projekten”.

3. Social Media ist mehr als Twitter und Facebook
Einen Account auf bekannten Plattformen anzulegen, kann helfen, reicht aber nicht aus. Denn Social Media heißt in diesem Kontext vor allem: Über das eigenen Projekt auf unterschiedlichen Kanälen reden. Sicher auch auf Twitter und Facebook, aber die Frage des Kanals ist gar nicht entscheidend. Wichtiger ist: Will man so viel über das Projekt reden und sich ständig aufs Neue begründen und erklären? Und vor allem: Kann man Menschen derart von dem Projekt überzeugen, dass sie ihre Teilnahme als Gewinn für sich selber und nicht nur als Unterstützung verstehen? Im Laufe meines Projekts habe ich festgestellt: Die Gruppe der Unterstützer, die auf Startnext öffentlich einsehbar ist, war ein mindestens ebenso wichtiger Faktor für Menschen, sich dem Projekt anzuschließen wie das Projekt selber. So wie man sich für einen Konzertbesuch entschließt, weil man die anderen Menschen sympathisch findet, die hingehen – auch wenn man die Band nicht kennt.

4. Crowdfunding ist kein Betteln
Wer ein Produkt über Startnext kauft, muss dieses als “Dankeschön” auswählen. Das klingt etwas ungelenk und zeigt auf, dass wir noch keine passenden Worte haben, um diese Art der Finanzierung über Crowdfunding zu verstehen. Ich glaube, dass “Dankeschön” einer ähnlichen Welt entspringt, wie “Unterstützer” oder der Vorwurf, eine Projektstarter auf einer Crowdfunding-Plattform würde Betteln. So lange diese unklare Begrifflichkeit im Raum steht, wird eine Perspektive auf diese Form der Kulturfinanzierung versperrt bleiben, die ich gerne wählen würden: Beim Crowdfunding kaufen Menschen ein Buch, einen Song oder einen Film – allerdings bevor dieses Endprodukt erstellt wurde. Insofern investieren sie auch in den Autoren, Musiker und Filmemacher, aber sie unterstützen ihn in Wahrheit genau wie jemand, der ein fertiges Buch kauft oder einen fertigen Song herunterlädt.

5. Crowdfunding macht Arbeit und schafft Arbeit
Es würde mich freuen, wenn mehr Menschen die Möglichkeiten des Crowdfunding austesten würden. Projekte wie Kraut-Reporter stimmen mich optimistisch. Allerdings darf die aktuelle Begeisterung für das Thema nicht darüber hinweg täuschen: Crowdfunding ist keine einfache Form der Finanzierung. Es steckt wahnsinnig viel Arbeit darin, ein gutes Pitch-Video zu drehen, Aufmerksamkeit auf ein Projekt zu lenken und dieses kontinuierlich zu betreuen. Hinzu kommen all die rechtlichen und organisatorischen Fragen, die man klären muss, wenn man sich dafür entscheidet, im direkten Austausch mit dem Publikum ein Projekt zu finanzieren. All diese Arbeit, die im Crowdfunding steckt, spricht meiner Einschätzung nach aber nicht gegen diese Form der Finazierung. Ich denke im Gegenteil, dass sich in naher Zukunft Partner und Dienstleister herausbilden werden, die die Kreativen dabei unterstützen – man könnte sie Verlage nennen.

6. Crowdfunding ist Ergänzung, kein Ersatz für klassische Modelle
Niemand, der die aktuellen Entwicklungen realistisch einschätzt, glaubt, dass Crowdfunding die klassischen Finanzierungswege auf absehbare Zeit ersetzen wird. Gleichzeitig glaubt aber auch niemand, dass die klassischen Modelle unbeeinflußt blieben vom Crowdfunding. Vielleicht geht es langsamer als gedacht, vielleicht wird zunächst weniger Geld bewegt als erwartet, aber die Entwicklung weist eher in Richtung mehr Crowdfunding als weniger. Ich glaube, dass dies an dem liegt, was ich als den Kern digitaler Kommunikation beschreiben würde: eine neue Definition des Kreativen zu seinem Publikum. Crowdfunding kann dabei sehr helfen.


Der Eintrag erscheint als Crosspost auch im Debattenportal VOCER