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loading spezial: Die Startnext Corona Hilfsaktion

„Spenden und Crowdfunding für alle vom Shutdown Betroffenen“ steht auf der Support-Seite, die die Crowdfunding-Plattform Startnext gerade freigeschaltet hat. Die deutschen Crowdfunding-Expert*innen reagieren damit auf die bedrohlichen Folgen der Corona-Lage für freischaffende Künstler*innen (die auch hier schon Thema war).

Denis Bartelt, Co-Founder und CEO von Startnext, hat dazu den loading-Fragebogen ausgefüllt – und erklärt, wie die Kreativwirtschaft hier unkompliziert und schnell Hilfe kriegen kann

Was macht Ihr?
Startnext ist eine Crowdfunding-Plattform, auf der Kreative und Gründer*innen Projekte für eine bessere Zukunft durch viele Unterstützer*innen finanzieren können. Ein normales Crowdfunding funktioniert jedoch nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip und ist deshalb nur erfolgreich, wenn der Zielbetrag innerhalb der Kampagne eingesammelt wurde. Mit der Corona Krise und vor allem den derzeitigen „Shutdowns“ (Schließung von Kultureinrichtungen, Lokalen, Clubs, Museen usw.) hat sich die Lage jedoch verändert, denn jetzt ist Soforthilfe für die vom Shutdown betroffenen Kreativen und Gründer*innen erforderlich. Wie bieten deshalb mit unserer „Startnext Corona Hilfsaktion“ Unterstützung an, die es ermöglichen soll innerhalb von wenigen Stunden mit einer Kampagne online zu gehen. So können wir vom Startnext-Team und unsere Crowd helfen. Das ist ein Hack, der auch ein Teil unserer eigenen Regeln aushebelt.

Ganz konkret bieten wir an:

> Die Transaktionskosten von 4% komplett selbst zu übernehmen (unser Startnext Hilfsfonds)

Hürden abzubauen:

> Das Alles-oder-Nichts-Prinzip gilt für diese Projekte nicht (jeder Euro wird ausgezahlt!)
> Es ist kein Pitchvideo verpflichtend
> Es sind keine Gegenleistungen verpflichtend

Die Starter*innen bewerben sich mit dem Projekt auf unserer Page und werden dadurch sofort bei unserer Projektbetreuung sichtbar und können bearbeitet werden. So können wir innerhalb weniger Stunden gut vorbereitete Kampagnen freischalten. Üblich sind sonst etwa 3 Tage. Wir haben das Betreuungsteam fast rund um die Uhr im Einsatz. Auch die beiden Gründer helfen hier mit.

Warum macht Ihr es (so)?
Wir glauben an die Power der Crowd und sehen hier großes Potenzial darin, dass Fans Künstler, dass Nachbarn Lokale und Kultureinrichtungen in ihrem Kiez, ihrer Stadt schützen wollen. Mit vielen kleinen Beträgen können hier schon erste Sorgen genommen werden. Wir wissen, dass vor allem in der Kreativwirtschaft viele Jobs unsicher oder prekär sind, Gründer*innen hohe Risiken eingehen, die oft zuerst an der eigenen Existenz kratzen. Mit den Hilfsprojekten glauben wir, ist es möglich die ersten negativen Auswirkungen etwas abzuschwächen und Ängste zu nehmen.

Wie haben unsere eigenen Regeln, die sonst für die Qualität einer Kampagne sorgen sollen, außer Kraft gesetzt, weil jetzt vor allem Zeit ein wichtiger Faktor ist. Die Geldempfänger werden von uns dennoch geprüft und vollständig legitimiert, damit klar ist, an wen das Geld wirklich geht.

Die Transaktionsgebühren übernehmen wir, als kleine Soforthilfe von Startnext, solange uns dies selbst nicht ruiniert.

Wer soll sich dafür interessieren?
Uns geht es zunächst um die Kreativwirtschaft, Künstler, Clubs, Kneipen, Theater, Freelancer, Coaches, Veranstalter usw. die jetzt direkt durch die verordneten Shutdowns Ausfälle zu verzeichnen haben. Auch Fans und Nachbarn können Projekte anlegen, um zu Helfen. Unser Wirkungskreis ist die DACH-Region, Liechtenstein, Belgien und Südtirol. Projekte aus diesen Regionen können sich bewerben und starten.

Wie geht es weiter?
Wir sprechen gerade mit vielen Kooperationspartnern, um unseren Fonds zu vergrößern oder ggf. weitere Fonds aufzusetzen, mit denen die Unterstützung der Crowd gematched werden kann. Wir wollen finanzielle Mittel unserer Partner und der Crowd so gut es geht in diese Kampagnen lenken, transparent machen und auch Mut machen dafür, dass wir das als Gemeinschaft hinbekommen. Startnext ist mit 1,34 Millionen Nutzer*innen eine riesige Community mit großem Potenzial zu helfen.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Uns ist wichtig, dass sich alle Menschen vor Augen halten, wie wichtig kulturelles Leben und soziales Miteinander für uns Menschen sind. Spätestens wenn wir alle für einige Wochen in unseren Wohnungen bleiben, wird dies vielen Menschen sehr viel klarer und bewusster. „Stell dir vor, wie treten in fünf Wochen vor die Tür, es ist Frühling, die Corona Welle ist unter Kontrolle aber Kultureinrichtungen und Kneipen die du liebst, haben es nicht geschafft.“ Es trifft jetzt vor allem diese teils fragilen Strukturen, abseits von Tarifverträgen, sozialer Absicherung und stabilen Einnahmen. Der Staat hilft zuerst den großen Strukturen, weil dies sehr unkompliziert möglich ist. Wir helfen mit unserer Crowd denen, die mutig sind, neues wagen und das Leben lebenswerter machen. Jetzt geht es darum Existenzen zu sichern, Kultur zu erhalten und auch neues zu probieren. Wir finanzieren uns dabei nach dem gleichen Prinzip durch ein freiwilliges Bezahlmodell, jeden Monat neu, durch Crowdfunding. Wir sehen, dass unsere Gesellschaft hinter allem „zeigenössischen Konsumverhalten“ doch voller Menschlichkeit steckt. Wenn wir dieses Potenzial durch die Corona Krise sichtbarmachen und verstärken können, dann ist das auch eine echte Chance. Dafür arbeitet das Startnext Team auch jetzt aus dem Homeoffice mit voller Motivation.

>>> Hier geht es direkt zur Startnext-Corona-Hilfsaktion

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loading: das Veto-Magazin auf Startnext

„Veto ist das neue und einzige Print-Magazin, das die Engagierten im Land in den Fokus der Berichterstattung rückt“ steht auf der Startnext-Seite, die Tom Waurig und sein Team ins Netz gestellt haben. Sie wollen ein Magazin für Engagement drucken. Dazu haben sie das Crowdfunding gestartet – und Tom hat den loading-Fragebogen beantwortet.

Was macht Ihr?
Mit unserem Magazin Veto machen wir Engagement im Land sichtbar und zeigen all denen, die finden, dass es höchste Zeit ist, sich einzumischen, wie es gehen kann. Veto ist zuallererst ein Magazin, aber auch eine Plattform für jene, die sich auf den Weg gemacht haben, die Demokratie wiederzubeleben und unsere offene Gesellschaft zu verteidigen. Mit der journalistischen Arbeit haben wir Anfang 2019 online begonnen. Ab diesem Jahr soll es Veto auch am Kiosk geben, um den Engagierten dort eine mediale Bühne zu geben – viermal im Jahr und mit 96 Seiten pro Heft. Dazu haben wir Crowdfunding gestartet

Warum macht Ihr es (so)?
Weil es offensichtlich langweilig geworden ist, über das Gute zu berichten. Das muss sich endlich ändern – und Engagement raus aus der Nische! Magazine und Zeitschriften gibt es viele, auch viele gute. Doch Engagierte und ihre mutigen Ideen finden dort leider oft nur am Rand statt, zu besonderen Anlässen oder es werden Menschen gezeigt, die viele sowieso schon kennen. Mit Veto füllen wir diese Lücke, teilen die Erfahrungen und Ideen der Engagierten im Land mit anderen. Und weil Engagement ein so weites Feld ist, sind auch die Themen extrem vielfältig – Diversität, Klimagerechtigkeit, Demokratie, Tierschutz, Gleichberechtigung. Diese Liste ließe sich endlos erweitern. Denn überall gibt es Menschen, die sich für unterschiedliche gesellschaftliche Fragen einsetzen. Wir müssen sie nur kennenlernen.

Wer soll sich dafür interessieren?
Im ganzen Land wollen wir vor allem Engagierte erreichen – Menschen also, die haupt- oder ehrenamtlich in Initiativen, Vereinen, Verbänden oder Stiftungen arbeiten und dort organisiert sind. Auch sind die Inhalte für Menschen in Politik und Verwaltung gedacht, die sich mit Demokratie, Rechtsextremismus oder Engagement beschäftigen. Veto soll es aber auch am Bahnhofskiosk geben. Denn durch die Aufnahme von Geflüchteten, das Aufkommen der AfD oder Pegida und die daraus folgenden Diskussionen sind Themen wie politische Bildung, Ausgrenzung, Radikalisierung oder Demokratieförderung längst keine mehr, die nur jene Menschen bewegen, die betroffen oder in Initiativen organisiert sind. Heute sind es Fragen, die eine breite Masse bewegen, weil viele nach Beispielen suchen, die Mut machen, und Ideen liefern, wie sie sich selbst einbringen können.

Wie geht es weiter?
Die erste Ausgabe ist im Layout – und wir warten darauf, wie unser Crowdfunding ausgeht. Mit erfolgreicher Finanzierung machen die Menschen aus einer Vision Realität und schicken das Magazin in den Druck! Denn ohne Geld funktioniert leider auch die beste Idee nicht. Deshalb sind wir auf der Suche nach Menschen und Organisationen, die uns bei der Verwirklichung helfen, unsere Leidenschaft für Engagement teilen und an die Botschaft des Magazins glauben. Journalismus kostet nämlich auch Geld, vor allem bei Druck und Layout, aber genauso um all jene, die für uns schreiben oder diese so besonderen Fotos machen, angemessen zu bezahlen. Und online machen wir parallel zu Print weiter.

Was sollen mehr Menschen wissen?
Wer ist das eigentlich, diese Zivilgesellschaft? Diese Frage wollen wir mit unserem Magazin Veto beantworten – und anderen Menschen näherbringen. Denn während die Politik weiter nach Antworten auf gesellschaftliche Frage sucht, haben sich Engagierte längst auf den Weg gemacht, die Welt ein bisschen besser zu machen. Und sie helfen überall dort, wo Menschen in Not sind, sie greifen ein, wenn andere ausgegrenzt werden und suchen nach innovativen Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen. Doch erfolgreiche Strategien und Projekte werden nur sehr selten kommuniziert oder untereinander geteilt. Die Aktiven brauchen daher vor allem eine starke Stimme. Und: Sie brauchen Wertschätzung für ihre Arbeit.

>>> Hier das Projekt auf Startnext unterstützen

loading: Buzzard, das Online-Medium für Perspektiven-Vielfalt

„Demokratie braucht Diskurs“ sagen die Macher*innen von Buzzard, einer App, die Perspektiven-Vielfalt für ein demokratisches Miteinander bieten will. Dazu ist heute ein Crowdfunding gestartet, zu dem die Buzzard-Macher*innen den loading-Fragebogen beantwortet haben.

Was macht Ihr?
Wir arbeiten an einer Newsapp, die auf einen Blick Medien vom ganzen Meinungsspektrum im Überblick zeigt – unvoreingenommen und transparent. Wir wollen damit Menschen motivieren, sich wieder öfter mit anderen Positionen als der eigenen zu beschäftigen. Und einen neuen Blick auf die Nachrichtenwelt bieten.
Unser Prototyp war zwei Jahre lang erfolgreich, wurde mit zahlreichen Gründerpreisen und Förderungen ausgezeichnet. Jetzt arbeiten wir an einer Newsapp, die Perspektivenvielfalt im Alltag möglich macht. Jeden Tag, auf dem Smartphone, auch für Menschen, die wenig Zeit haben.
Um das möglich zu machen, starten wir zum 8. Dezember eine groß angelegte Crowdfundingkampagne. Unser Ziel: 4500 Unterstützer*innen und 250 000 Euro, um das erste Jahr des neuen Online-Mediums zu finanzieren. Jetzt, da unsere Prototyp-Phase abgeschlossen ist. Uns ist wichtig, dass wir uns über unsere Leserinnen und Leser finanzieren und so unabhängigen und werbefreien Journalismus machen können.
Im Rahmen der Crowdfunding-Kampagne sind wir zurzeit in ganz Deutschland unterwegs. Wir sprechen in Gründungszentren und Universitäten über Debattenkultur in Deutschland und stellen unsere App vor.

Warum macht Ihr es (so)?
Der Diskurs in Deutschland verroht. Politiker erhalten Mordrohungen, Shitstorms und Hassrede sind für viele Menschen Alltag und radikalen Worten folgen mittlerweile radikale Taten. Das kann nicht so weitergehen. Wir brauchen einen Diskurswandel. Wir brauchen Argumente statt Emotionen und sachlichen Diskurs statt Schubladendenken und Beleidigungen.
Und aus unserer Sicht haben Medien hier eine große Verantwortung. Denn Medien prägen, wie wir die Welt sehen. Und oftmals auch, wie wir über Andersdenkende urteilen. Deshalb reicht es nicht aus, wenn Journalist*innen sich über Hatespeech beschweren. Damit ist das Problem nicht gelöst. Wir als Journalistinnen und Journalisten müssen uns fragen, wo die Radikalisierung herkommt. Sie ist nicht zuletzt auch ein Medienproblem.
Was kann man tun? Unser Ansatz ist, Buzzard zu gründen. Denn ein Grund, warum viele Menschen immer weniger Geduld für andere Meinungen haben, ist, dass sie sich an die Bestätigung ihres eigenen Weltbildes gewöhnen. Viele Menschen sprechen im Alltag kaum noch mit Andersdenkenden. Fragen Sie mal einen Grünen-Wähler, wie oft er sich ernsthaft mit AfD-Wählern unterhält? Sehr selten. Daran muss sich etwas ändern.
Aber es wird sich nur ändern, wenn es möglich ist, sich im Alltag öfter mit Positionen von Andersdenkenden zu beschäftigen. Vielen Menschen fehlt dafür schlichtweg die Zeit. Deshalb braucht es dringend Buzzard.

Wer soll sich dafür interessieren?
Alle, die etwas dagegen tun wollen, dass der Diskurs immer weiter verroht und die Gesellschaft weiter auseinanderdriftet. Alle, die wieder sachlich diskutieren wollen, anstatt sich mit Beleidigungen niederschreien zu lassen. Alle, die sich für Meinungen und Perspektiven außerhalb ihrer Filterblasen interessieren. Und alle, die sich eine Welt wünschen, in der Menschen wieder mehr Verständnis füreinander haben.
Außerdem ist Buzzard auch einfach ein sehr nützliches Tool in der täglichen Nachrichtenflut. Wer Buzzard nutzt, spart Zeit. Zu wichtigen aktuellen Themen, kann man sich mit Buzzard innerhalb kürzester Zeit differenziert informieren, hat den Überblick und findet Meinungsbeiträge vom ganzen Meinungsspektrum ohne lange zu suchen. Buzzard hilft einem dadurch, im Alltag gelassener aufzutreten, interessantere Gespräche zu führen und neue Debatten anzustoßen, öfter die Punkte nennen zu können, von denen andere sagen: Wow, so habe ich das noch nie gesehen.

Wie geht es weiter?
Alles entscheidet sich jetzt mit der aktuellen Crowdfunding-Kampagne. Mit ihr steht und fällt Buzzard. Wenn wir unser Ziel von 4500 Unterstützer*innen erreichen, können wir als werbefreies und unabhängiges Journalismus-Projekt weiterarbeiten. Ist die Kampagne erfolgreich, geht im Frühjahr 2020 die Buzzard-App an den Start, die Nachrichtenleser*innen täglich den Überblick bietet und die Möglichkeit den eigenen Horizont zu erweitern.
Mit dem Budget von 250 000 Euro bezahlen wir die Tagesredaktion sowie Entwicklung und Design für ein Jahr. Alle Ausgaben sind transparent einsehbar. Es geht uns nicht um Profit, sondern um Kostendeckung.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Öfter abseits der eigenen Blase unterwegs zu sein, hat nichts mit Idealismus oder Gutmenschentum zu tun. Und es ist auch kein „Nice-to-Have“. Es ist essentiell. Wir brauchen einen vernünftigen, differenzierten Überblick über das Weltgeschehen, wenn wir vernünftige Entscheidungen treffen wollen.

>>> Das Projekt hier unterstützen

Update: Übermedien berichtet über Kritik am Projekt
Mehr zum Thema in den Digitalen Notizen: Freiheit zum Andersdenken, Unser Land, unsere Regeln, Was wäre wenn Seehofer Recht hätte?, Streiten lernen, Warum ich nicht mehr an den Masterplan glaube – und natürlich beim Shruggie ¯\_(ツ)_/¯.

loading: Radentscheid München

München soll für Radler schöner und sicherer werden – heißt es im Crowdfunding-Video vom Radentscheid München. Dafür wollen die Radfahrer*innen demonstrieren: auf der 1. Münchner-Rad-Ring-Demo am Sonntag in der bayerischen Landeshauptstadt. Die Kosten für die rollende Demo sollen unter anderem mit einer Crowdfunding-Kampagne auf Startnext gedeckt werden.

Eva Heidenfelder hat gemeinsam mit Sofie Langmeier die Crowdfunding-Kampagne organisiert und beantwortet hier den loading-Fragebogen.

Was macht ihr?
Seit Ende März sammeln viele fleißige und passionierte Radlerinnen und Radler Unterschriften für ein Bürgerbegehren, das die Situation für Radelnde in München sicherer und angenehmer machen soll. Dafür braucht es beispielsweise breitere Radwege, die klar gekennzeichnet sind oder mehr Abstellmöglichkeiten. Ein weiteres Begehren fordert einen geschlossenen Radring um die Altstadt, da besonders in der Innenstadt die Situation für Radlerinnen und Radler ausbaufähig ist. Und natürlich spielt auch eine große Rolle, dass Radeln ökologischer und ökonomischer ist. Initiiert wurde das Begehren von Bündnis 90 Grüne München, ödp, Die Linke, Bund Naturschutz, ADFC München und Green City. Die Motivation hinter dem Begehren: Der Slogan „Radlhauptstadt“ soll endlich mit Leben erfüllt und München eine Vorbildstadt in punkto Radverkehr für die ganze Region werden. Denn bislang gab es von Seiten der Stadtoberen aus unserer Sicht nur Lippenbekenntnisse. Mindestens 35.000 Unterschriften braucht jedes der beiden Begehren, damit der Stadtrat sich damit befasst. Bis diesen Sonntag, 30. Juni sammeln wir noch die Unterschriften und es sieht gut aus, dass wir das nötige Quorum erreichen. Wie beim Volksbegehren für Artenvielfalt heißt es jedoch auch hier: Jede Stimme zählt! Um unseren Ideen noch einmal Gewicht zu verleihen, wollen wir am 30. Juni zum Ende der Sammelfrist zu Tausenden mit dem Radl auf den Mittleren Ring – dort, wo sonst nur Autos fahren dürfen. Die 1. Münchner-Rad-Ring-Demo kostet aber natürlich viel Geld, wir rechnen mit etwa 10.000 Euro für Bühne, Banner und Musik.

Warum macht ihr es (so)?
Ich bin seit April Mitglied im AK Fundraising, wo zähe Kollegen bereits einige Großspenden für uns sammeln konnten und wir haben auch auf vielen Veranstaltungen rund um den Radentscheid gesammelt, wo viele in ihren Möglichkeiten sehr großzügig waren. Da waren aber vor allem immer wieder die gleichen Unterstützerinnen und Unterstützer und wir haben überlegt, wie wir noch viel mehr Leute erreichen können, die vielleicht auch noch gar nichts vom Radentscheid und der Ring-Demo wissen, obwohl sie uns unterstützen würden. Ich selbst bin viel im Netz unterwegs und spende auch regelmäßig an Crowdfunding-Kampagnen für gemeinnützige Zwecke. Und meiner Erfahrung nach funktioniert das bekannte afrikanische Sprichwort „Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ gerade beim Crowdfunding super. Wir haben uns allerdings gegen betterplace entschieden, weil dort keine Dankeschöns verteilt werden konnten. Und wir wollten unseren Unterstützerinnen und Unterstützern gerne eine kleine Anerkennung zukommen lassen :-)

Wie geht es weiter?
Unser erstes Fundingziel über 5.000 Euro haben wir bereits nach gut einer Woche am 20. Mai geknackt. Wir hatten viele positive Rückmeldungen, die Leute waren richtig heiß darauf, uns zu unterstützen. Da die Laufzeit des Crowdfunding mit nur drei Wochen recht knapp ist (wir konnten aus organisatorischen Gründen nicht früher starten), wollten wir auf Nummer sicher gehen. Denn ist das erste Fundingziel nicht erfolgreich, geht das Geld an die Unterstützerinnen und Unterstützer zurück, das gilt allerdings nicht für das zweite Fundinguziel. Nun wollen wir trotzdem natürlich noch bis 28. Juni noch die restlichen 5.000 Euro einsammeln. Und wenn wir sogar über die 10.000 Euro kommen, kommt der zusätzliche Ertrag allen Veranstaltungen rund um den Radentscheid zugute. Ich bin sehr gespannt, ob wir es schaffen, nach der anfänglichen Euphorie lief es etwas zäh, aber jetzt haben wir wieder an Fahrt aufgenommen. Vor allem das Radentscheid-Radler (siehe Bild) sollte sich jeder über 16 bei diesen Temperaturen noch als kleine Erfrischung sichern ;-) „Die Unterschriftenlisten für den Altstadtring wurden übrigens bereits gestern im KVR abgegeben. Bei beiden Bürgerbegehren, dem Radentscheid München und dem Altstadt-Radlring, sind zusammen bereits über 100.000 Unterschriften zusammen gekommen. Allerdings kann bis zum 30.06. weiter unterschrieben werden, es wird für beide Begehren weitergesammelt. Nach der Ring-Demo werden alle Unterschriftenlisten zur Auszählung an das KVR übergeben, damit die beiden Begehren am 4. Juli Oberbürgermeister Dieter Reiter übergeben werden können und noch in diesem Herbst darüber abgestimmt werden kann, sofern der Stadtrat sie nicht sowieso sofort durchwinkt.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Viele glauben, dass Radfahren in München schon recht sicher und komfortabel sein. Aber man sollte nicht immer in andere große Städte wie Frankfurt, Berlin,Köln oder Hamburg schauen mit der Aussage, dass es dort noch „schlimmer“ sei. Es geht doch immer noch besser – siehe Amsterdam oder Kopenhagen. Und sowohl beim Unterschriften- als auch Spendensammeln habe ich wiederum immer wieder gehört, dass viele gerne mehr mit dem Fahrrad in München unterwegs wären, sich aber nicht sicher fühlen und auch nie wissen, wohin mit ihrem Radl. Da geht die Wahrnehmung weit auseinander. Dass Autos teuer sind, viel Platz brauchen und umweltschädlich sind, darin sind sich auch immer alle einig, aber viele sagen eben auch, sie sehen momentan keine Alternative. Aber ein Blick auf die Hauptverkehrsadern der Stadt zur Rushhour zeigt doch jedem, dass es eine Alternative gibt. Übrigens hat die Initiative Munich Ways vor kurzem eine Studie vorgestellt, dass auch die Infrastruktur fürs Rad wesentlich kostengünstiger ist, als fürs Auto – Stichwort: Steuern sinnvoll einsetzen – nur zu Fuß gehen ist kostengünstiger.

>>> Hier das Projekt auf Startnext unterstützen!

PS: Mehr zum Thema „Rad in der Stadt“ – Daniela Becker erklärt, wie sie Radl-Botschafterin wurde, drüben bei Heiko im Blog gibt es ein spannendes Interview mit einem Radpendler und Alex Rühle hat dieses Essay in der Wochenend-Ausgabe der SZ geschrieben.

loading: Die Zukunftsbauer & #MissionUtopia

Zukunftsdenken an die Schulen – das ist die Aufgabe der Zukunftsbauer, die gerade ein Projekt auf Startnext ins Leben gerufen haben, um an sechs Schulen neues Denken auszuprobieren. Die Aktion heißt #MissionUtopia und will den Bildungsmarkt in Deutschland transformieren. Aileen Moeck hat den loading-Fragebogen beantwortet

Was macht ihr?
Unsere Gesellschaft braucht Utopien mehr denn je und hierfür die visionäre Kraft junger Menschen. Deshalb haben wir die Die Zukunftsbauer gegründet und die Bewegung #MissionUtopia ins Leben gerufen. Dabei fangen wir dort an wo alles beginnt: In der Schule, speziell der Studien- und Berufsorientierung.
Unser 2018 gestartetes und vom BMBF bereits prämiertes Bildungsprojekt, Die Zukunftsbauer, hat die Mission Zukunft an Schulen zu bringen. Dafür haben wir ein neues Konzept zur Studien- und Berufsorientierung im 21. Jahrhundert entwickelt, welches junge Menschen zu aktiven Zukunftsgestaltern werden lässt.
Mittlerweile sind wir ein buntes Kollektiv aus Zukunftsforschern, Pädagogen und Designern. Zusätzlich werden wir durch ein breites Netzwerk an Partnerinitiativen sowie Vor- und Querdenker im Bereich Zukunft, Arbeit und Bildung unterstützt.

Warum macht ihr es so?
In unserem Masterstudium Zukunftsforschung an der FU Berlin haben wir ein ganz neues Denken gelernt. Für uns persönlich war das eine enorme Bereicherung und wir haben uns schnell gefragt, warum das Denken Richtung Zukunft dort, wo junge Menschen auf das Leben vorbereitet werden sollen, kaum eine Rolle spielt: In der Schule! Wir finden, es ist Zeit für positive Zukunftsgestaltung. Dabei starten wir dort, wo sich die neue Generation versammelt!
#MissionUtopia ist eine Bewegung, die Antwort auf die Ohnmacht der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts geben soll, indem sie dazu motiviert, dass sich alle Menschen als aktive Gestalter*innen der Zukunft verstehen und wir als Gemeinschaft auf ein »gutes Anthropozän« hinarbeiten. Wir machen vielfältige Zukünfte und neue Arbeitswelten für SchülerInnen und Lehrende spannend und experimentell erfahrbar und inspirieren dazu, Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gemeinsam mit Mut und Neugierde zu begegnen und regen dazu an, eigene Zukünfte (der Arbeit) zu entwickeln. Hierfür haben wir Material bestehend aus einer Zukunftsreise aus 8 Modulen a 90 Minuten entwickelt, in der Lehrende und Lernende gemeinsam Zukunft gestalten, um dabei ihren eigenen Weg zu finden.
Wir sehen uns also nicht nur als Gestalter*innen eines neuen Unterrichtskonzepts, sondern als eine Bewegung für ein neues Bildungsverständnis, denn: Utopia starts with U!

Wer soll sich dafür interessieren?
Die junge Generation steht vor großen Herausforderungen: Klimawandel, Digitalisierung sowie der Wandel der Arbeitswelt erfordern die Fähigkeit zur aktiven Gestaltung der eigenen Zukunft. Gleichzeitig fühlen sich viele junge Menschen durch klassische Unterrichtsmethoden und Berufsberatung nicht ausreichend auf die Zukunft vobereitet.
Damit Lehrer sich, seine Schüler und die Schule fit für die Zukunft machen kann, braucht es Bildungsinnovationen und neue Impulse von außen mehr denn je.

Wie geht es weiter?
Der Bedarf für das Projekt Die Zukunftsbauer besteht. Und zwar jetzt und nicht erst in der nächsten oder übernächsten Legislaturperiode.
Bildung ist für uns ein öffentliches Gut, welches jedem frei zugänglich sein sollte. Der Erhalt von Geldern im öffentlichen Sektor ist jedoch nicht nur komplex, sondern vor allem sehr langwierig. Zudem haben wir uns bewusst gegen den sogenannten „Nachmittagsmarkt“ oder ausschließliche Zusammenarbeit mit Schulen in privater Trägerschaft entschieden.
Um das Konzept mit fertigen Materialien weiter umzusetzen, sind jetzt dringend Gelder nötig. Nur dann kann #MissionUtopia vorangetrieben und in ein bundesweit anwendbares Angebot umgewandelt werden.
Bisher haben wir ehrenamtlich und mit Stipendien das Konzept entwickelt. Nun geht es darum, das Gelernte und Entwickelte im größeren Rahmen iRL (in real life) zu testen und skalierbar zu machen. Der Nutzen und echte Mehrwert für Schulen, Lehrende und Lernende steht absolut im Vordergrund, doch unsere Möglichkeiten das Projekt pro bono voranzutreiben sind erschöpft. Wir sind nicht nur eine junge Bildungsinitiative, sondern es ist unser Herzensprojekt. Wir im Team glauben von ganzem Herzen an die Notwendigkeit dieses Projekts und an sein Potential. Unser aktuelles Crowdfunding auf Startnext soll helfen die laufenden Kosten für die Pilotierung an sechs Schulen in Berlin und Rostock, sowie die Produktion dafür benötigter Materialien zu decken.

Wieso sollten mehr Menschen davon wissen?
Unsere Bildungsinnovation soll keine Idee bleiben, sondern bundesweit von Lehrern genutzt werden. Von der Wissenschaft in die Praxis – unterstütze uns beim nächsten Schritt Zukunft an Schulen zu bringen! Im Vordergrund aller Mitwirkenden des Projekts »Die Zukunftsbauer« steht die Verwirklichung der Vision, in einer Welt leben zu wollen, in der jeder Mensch sich seines Gestaltungspotentials im eigenen Leben und in der Gesellschaft bewusst ist und eine Stimme sowie die passenden Tools besitzt, diese gemeinsam mit anderen zu gestalten. Wir fangen in der Schule an, die #MissionUtopia aber richtet sich an alle, ob Innovationsabteilungen oder Politik, es ist Zeit für wünschbare Zukünfte, auf die wir als Gesellschaft hin arbeiten können!

>>> hier das Projekt auf Startnext unterstützen!

loading: New Work needs Inner Work

Wie arbeitet man in einer Welt, die von Ungewissheit bestimmt ist? Mit dieser Frage beschäftigen sich Joana Breidenbach und Bettina Rollow in ihrem Buch „New Work needs Inner Work“, das gerade in einem Crowdfunding-Projekt auf Startnext finanziert wird. In dem Moment, in dem ich diese Zeilen tippe (und das Buch auch selber bestelle), steht es bei 9500 Euro. Das ist knapp unter der Fundingsumme von 10.000 Euro.

Joana Breidenbach hat den loading-Fragebogen zu dem Projekt beantwortet.

Was macht ihr?
Wir haben ein Buch für Menschen, Unternehmen und Teams geschrieben, die sich für selbstorganisiertes Arbeiten interessieren. Die wissen wollen, wie man von einem konventionell hierarchischen Unternehmen zu einer wesentlich flexibleren und dynamischeren Organisation wird, welches für die aktuellen Herausforderungen und das digitale Zeitalter viel besser geeignet sind.

Warum macht ihr es (so)?
Wir berichten aus der Perspektive der Unternehmerin (Joana), die sich als Chefin ihres Unternehmens abgeschafft hat und der Perspektive des Coaches (Bettina), die diese Transformation (und viele vergleichbare) begleitet hat. Wir hatten Laloux’s Buch Re-Inventing Organisations gelesen und waren sehr inspiriert. Aber Laloux beschreibt nur Fallbeispiele und nicht, wie man zu so einem agilen und potentialorientierten Arbeitsumfeld wird. Deshalb wollten wir basierend auf unseren eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen ein sehr praxisorientiertes Handbuch schreiben.

Wer soll sich dafür interessieren?
Das Buch richtet sich an alle, die selbstbestimmter arbeiten und leben wollen. Es hilft Führungspersonen und Mitarbeitern herauszufinden, welche Führungsstile und Formen der Zusammenarbeit zu ihrem Unternehmen passen. Es hilft allen Fans von Frederic Laloux herauszufinden, wie sich Re-Inventing Organisations in die Praxis umsetzen läßt. Es liefert Unternehmern einen Leitfaden um die Qualität des eigenen Coaches oder Organisationsentwicklers einzuschätzen. Es bietet Coaches eine ausgereifte Methodologie um Teams auf ihrem Weg zur Selbstorganisation zu begleiten. Es eignet sich aber auch für den allgemeinen Leser, der am „cutting edge“ der Menschheitsentwicklung interessiert ist. Denn die hier beschriebenen inneren Kompetenzen – wie Selbstkontakt und Selbstreflexion, Multiperspektivität und Intuition – sind notwendig um in zunehmend komplexen Umgebungen zu agieren

Wie geht es weiter?
Ich habe heute gerade die Korrekturfahnen von unserer Lektorin wiederbekommen und der Grafiker hat die Entwürfe für das Cover geschickt. Die Gestaltung wird sehr schön! Mitte April sollten die ersten Crowdfunder das Buch in den Händen halten können.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Digitalisierung verändert unsere Welt auf sehr spannende Weise, u.a. indem es alles verflüssigt. Wenn wir dieser neuen Komplexität und Dynamik gerecht werden und sie aktiv gestalten wollen, müssen wir selbst als Menschen beweglicher und flüssiger werden. Wir müssen lernen Sicherheit und Orientierung weniger in der Außenwelt zu suchen, als in uns selbst. Deshalb bin ich überzeugt, dass Digitalisierung mit einer Neuentdeckung und Vertiefung unserer Menschlichkeit einher geht. New Work needs Inner Work.

>>> Hier das Buch auf Startnext kaufen

loading: shift-staffel

Daniel Höly ist ein Stammgast im loading-Fragebogen: schon 2013 und 2015 hat er Crowdfunding-Projekte vorgestellt. Heute nun beantwortet er die Fragen zum Projekt shift-Staffel, das gerade auf Startnext losgeht.

Was macht ihr?
Wir machen ein Printmagazin als Staffel. Innovativen, mutigen und kraftvollen Journalismus à la Netflix. Vier Episoden voller Worte, die wirken. Konkret: Shift, unser Gesellschaftsmagazin für konsum-, umwelt- und wertebewusste Leser, werdet ihr weiterhin nur gedruckt lesen können. Aber erstmals werden wir es wie eine Filmserie als Staffel konzipieren, bei der die Ausgaben aufeinander aufbauen und einander ergänzen. Insgesamt sollen sich die vier Episoden über zwei Jahre erstrecken.

Warum macht ihr das (so)?
Weil wir mit unseren Geschichten maximalen Impact erzielen wollen. Wir haben gemerkt, dass viele von uns – darunter zuweilen auch wir selbst – Journalismus nur noch als Ablenkung oder Zeitvertreib konsumieren. Das darf nicht sein. Journalismus ist unfassbar wertvoll und wichtig für eine gesunde und starke Demokratie, für ein gelingendes Miteinander in der Gesellschaft. Daher haben wir uns viele Gedanken darüber gemacht, wie Journalismus noch nachhaltiger wirken könnte – und glauben mit dem seriellen Erzählen über mehrere Ausgaben hinweg einen spannenden Ansatz gefunden zu haben. Wir nennen das nachhaltigen Journalismus mit Wirkung, kurz „Impact Journalism“.

Wer soll sich dafür interessieren?
Unser Magazin ist nicht für Anzeigenkunden konzipiert, sondern für unsere Leser. Uns liegen konsum-, umwelt- und wertebewusste Leser am Herzen, die positiver Veränderung im Denken und Handeln offen gegenüberstehen und gesellschaftliche Herausforderungen nicht scheuen. Leser, die etwas bewirken und vorankommen wollen – in der Welt aber auch im eigenen Leben. Da spielt es keine Rolle, ob Jung oder Alt, ob Arm oder Reich. Entscheidend ist, mit welcher Haltung man Shift liest.

Wie geht es weiter?
Bei 15.000 Euro werden wir ab Anfang 2019 mindestens zwei Ausgaben produzieren. Bei 30.000 Euro wird’s die volle Staffel geben, also vier Ausgaben. Denn dann haben wir genug Geld, um den Stein ins Rollen zu bringen. Und es wäre für uns eine riesige Bestätigung, dass im gedruckten Journalismus sehr wohl noch etwas geht.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Das unabhängiger Printjournalismus auch heute noch unfassbar sexy sein kann. Und dass es sich lohnen wird, dieses zweijährige Abenteuer zu wagen.

Hier das Projekt Shift-Staffel auf Startnext unterstützen!

loading: Rechtshilfefonds gegen Hass im Netz

Sigi Maurer war Abgeordnete der Grünen im österreichischen Nationalrat. In der vergangenen Woche hat die Politikerin ein Crowdfunding-Projekt gegen Hass im Netz gestartet. „In nur zwei Tagen konnten wir die ersten 100.000 Euro für den Rechthilfefonds gegen Hass im Netz sammeln“, steht auf der respekt.net-Seite und weiter: „Damit sind die Kosten abgedeckt, die im Prozess gegen Sigi Maurer drohen.“

Den Hintergrund zu dem Fall hat die Kollegin Kathleen Hildebrand in ihrem Kommentar auf sz.de so beschrieben: „Maurer hatte im Mai mehrere Facebook-Nachrichten von dem Facebook-Profil des Besitzers eines Bierladens in Wien bekommen, die zwischen obszöner Anmache und Beleidigungen wie „kleine dreckige Bitch“ schwankten. Beleidigungen, die nur der betroffenen Person zugeschickt werden, sind in Österreich nicht strafbar. Die Politikerin wollte sich aber wehren. Deshalb veröffentlichte sie die Nachrichten inklusive Absendername und der Adresse des Geschäfts auf ihrem öffentlichen Twitter-Profil. Nach heftigen Reaktionen von Twitter-Nutzern klagte der Mann wegen übler Nachrede. Er bestreitet, dass die Nachrichten von ihm stammen. Sein Computer sei im Geschäft offen zugänglich gewesen. Da Maurer nicht sorgfältig genug geprüft habe, ob wirklich der Besitzer des Facebook-Profils selbst ihr geschrieben habe, gab das Gericht ihm recht.

Sigi Maurer hat den loading-Fragebogen zu dem Projekt beantwortet

Was machst du?
Ich sammle Geld für einen Rechtshilfefonds, damit die Beratung und die Klagen von Betroffenen von Hass im Netz finanziert werden können.

Warum machst du es (so)?
Gegen Hass im Netz kann man sich in den meisten Fällen nur mit einer privaten Klage wehren – solche sind teuer und haben oft keine guten Erfolgsaussichten. Dementsprechend können sich Betroffene oft nicht wehren. Wir wollen das ändern und mit einem Rechtshilfefonds solche Klagen finanzieren, damit die Betroffenen die persönlichen und finanziellen Risiken nicht tragen müssen.

Wer soll sich dafür interessieren?
Alle Menschen, denen es ein Anliegen ist, dass Personen nicht über das Internet fertig gemacht werden können.

Wie geht es weiter?
Mit dem Rechtshilfefonds sollen Präzedenzfälle geklagt werden, die auch dazu führen, dass es zu einer Gesetzesänderung kommt.

Was sollten mehr Leute wissen?
Dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist!

>>> Hier kann man das Projekt auf unterstützen!

loading: Lumapod

Ein Reisestativ, das man in fünf Sekunden aufbauen kann: das ist Lumapod. Und das fanden soviele Menschen auf Kickstarter interessant, dass die Crowdfunder innerhalb von 90 Minuten ihr Ziel erreichten. Sie haben den loading-Fragebogen beantwortet.


Was macht ihr?
Wir sind ein junges Startup aus Grieskirchen, Oberösterreich. Vor ca. 2,5 Jahren haben wir mit der Entwicklung des Lumapod – dem schnellsten Reisestativ der Welt – begonnen. Die üblichen Reisestative sind oft schwer, klobig und mühsam aufzubauen. Wir wollten ein Reisestativ entwickeln, das ein kompaktes Design hat und richtig schnell aufzubauen ist. Das macht den Lumapod einzigartig.
Der Lumapod sieht nicht nur völlig anders als andere Reisestative aus, er funktioniert auch völlig anders: Die Verriegelung der einzelnen Segmente der drei Teleskopbeine, wie man es von klassischen Reisestativen kennt, entfällt. Stattdessen wird ein zentrales Teleskoprohr mit Seilen abgespannt und so die nötige Stabilität hergestellt. Das ermöglicht den extrem schnellen Aufbau. Diese Seilspann-Technologie ist mit einem Patent geschützt.

Warum macht ihr es (so)?
Wir reisen gerne und auf unseren Trips hatten wir immer ein Stativ dabei. Es zu verwenden war uns aber oft zu aufwändig… zu groß, zu schwer, zu umständlich aufzubauen. Wir waren lange auf der Suche nach einem Stativ das kompakt, leicht und vor allem extrem schnell aufzubauen ist. Gefunden haben wir keines. Nach einem Road-Trip durch Island – und den bekannten Problemen – hat Martin dann beschlossen selbst ein Reisestativ zu entwickeln. Er schrieb zu dieser Zeit seine Diplomarbeit zum Thema Leichtbau und hatte dann die Idee dieses Konzept auf ein Stativ zu übertragen.
Warum Crowdfunding? Unser Produkt eignet sich hervorragend dafür. Wir erreichen auf Kickstarter genau unsere Zielgruppe für Fotografie, Design, Tech und Gadget. Zum einen machen wir die Kampagne natürlich wegen der Finanzierung. Crowdfunding ist aber viel mehr als das. Die Kampagne ist auch ein Markttest. Wir erfahren, ob unser Produkt bei der Community ankommt und wie das Feedback direkt vom Markt ist.
Kickstarter ist die größte Crowdfunding-Plattform mit einer Community aus der ganzen Welt – die internationale Ausrichtung der Kampagne ist uns wichtig.

Wer soll sich dafür interessieren?
Der Lumapod ist für alle, die gerne fotografieren, egal ob mit Spiegelreflex-, System- oder der Smartphonekamera. Vor allem auf Reisen und überall wo auf leichtes Equipment geachtet wird, ist unser Stativ der perfekte Begleiter. Interessant auch für Podcaster, Blogger und Influencer. Zielgruppe sind außerdem Profi-Fotografen, die in manchen Situationen auf ein kleines Stativ, das sehr schnell aufzubauen ist, zurückgreifen wollen.

Wie geht es weiter?
Unsere Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter läuft noch bis 25. Oktober 2018 . Danach – bzw. laufen einige Themen bereits – werden wir einen finalen Produktionspartner fixieren und in die Werkzeuge für die Serienproduktion investieren. Außerdem werden wir Vertriebskanäle aufbauen indem wir Gespräche und Verhandlungen mit potentiellen Distributoren führen. Das Team soll auch erweitert werden, schließlich haben wir noch viele weitere Ideen!

Was sollten mehr Menschen wissen?
Mit dem Lumapod gibt es endlich ein Reisestativ, das so kompakt und leicht ist, dass man es auf Reisen einfach in jeder Tasche unterbringen kann. Es ist einfach und sehr schnell aufzubauen, sodass man es auch wirklich verwendet, anstatt es im Koffer zurückzulassen.
Mit dem Lumapod kannst du all deine tollen Momente für immer festhalten. Egal ob mit DSLR oder Smartphonekamera. Einfach und schnell.

>>> Lumapod ist hier auf Kickstarter kaufen

loading: Pronx

Raus aufs Land – das könnte das Motto des Abschlussmagazins sein, das die 56. Lehrredaktion der Deutschen Journalistenschule* produziert hat. Es trägt den Titel „Pronx“ und sammelt „Geschichten für junge Leute, die in den Medien zu wenig vorkommen: junge Leute vom Land und aus Kleinstädten“. So steht es auf der Startnext-Seite zum Projekt. Leonie Sontheimer hat den loading-Fragebogen beantwortet.

Was macht ihr?
Wir haben ein Magazin für junge Menschen gemacht, die Bock auf Provinz haben: Pronx, das sind 74 unverklärte Seiten voller mitreißender Geschichten, deeper Recherchen und lustiger Anekdoten.

Warum macht ihr das (so)?
Wir sind Schülerinnen und Schüler der Deutschen Journalistenschule. Und wir hatten genug von Geschichten vom Land, die sich entweder wie exotische Reiseberichte oder wie die „Landlust“ lesen. Wir wollten erzählen, wie das Leben in Dörfern und Kleinstädten für junge Menschen wirklich ist.

Wer soll sich dafür interessieren?
Pronx ist das Magazin für alle, die sich dafür interessieren, was abseits der Metropolen passiert. Weil das Abschlussmagazin der Schule normalerweise nur an andere Journalistinnen und Journalisten verschickt wird, machen wir ein Crowdfunding. Denn wir wollen mehr Hefte drucken und damit unsere wahre Zielgruppe erreichen: junge Leute, die Bock auf Provinz haben.

Wie geht es weiter?
Wenn das Crowdfunding klappt, gehen die Hefte im September in Druck. Die Release-Party ist am 14.09. in München. Die Sektdusche ist noch zu haben!

Was sollten mehr Menschen wissen?
Das Leben auf dem Land hat mehr Facetten als „Landlust“-Kitsch und Gülle-Gestank.

>>> Hier Pronx auf Startnext unterstützen.

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein eines meiner Bücher über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort „loading“ in den Reader nehmen).

* Offenlegung – im Rahmen des Projekts #journalistenschule habe ich mit Schülerinnen und Schülern dieser Klasse zusammengearbeitet.