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Konstruktives Feedback für Ideen-Ausdauer

Arbeiten Sie in einem kreativen Unternehmen? Unterstützt Ihr berufliches Umfeld neue Ideen? Bei der Antwort auf diese Fragen spielen viele Faktoren eine Rolle: Wertschätzung für ungewöhnliche Wege, eine reflektierte Führungs-Ebene und eine grundsätzlich offene Atmosphäre im Unternehmen. In den vergangenen Wochen ist mir persönlich aber noch eine häufig unterschätzte wichtige Komponente für kreative Unternehmen aufgefallen, über die ich hier ein paar Sätze schreiben will: die (konstruktive) Feedback-Kultur (Foto: Unsplash)

Wer häufiger in diesem Blog mitliest, weiß, dass ich Sport-Metaphern schätze. Besonders gerne wähle ich Bilder aus dem Fußball oder nehme das Laufen als Symbol für eine außersportliche Entwicklung. Wenn ich im Folgenden erläutern möchte, wie konstruktives Feedback zu einer kreativen Unternehmenskultur beitragen kann, nehme ich natürlich wieder den Sport als Bild, denn es geht auch um eine läuferische Idee, die gerade bei der Süddeutschen Zeitung realisiert wurde: der Minutenmarathon.

Bis ich im vergangenen Herbst den Halbmarathon beim München-Marathon gelaufen bin, habe ich nicht verstanden, welche Kraft von den Trommel-Gruppen und Zuschauenden ausgehen kann, die einen Lauf begleiten. Für Außenstehende ist kaum nachvollziehbar was für Läufer*innen eine echte Superkraft werden kann: Menschen, die an der Laufstrecke stehen, trommeln, lachen und anfeuern. Die Strecke wird dadurch nicht kürzer, man braucht nicht weniger Kraft und doch wird alles viel leichter, wenn man Menschen an der Laufstrecke sieht, die gute Laune verbreiten. Vermutlich braucht man kein abgeschlossenes Psychologie-Studium um die Zusammenhänge zu verstehen, die von der besonderen Atmosphäre ausgehen, die durch Zuschauer-Support entstehen kann. Plötzlich läuft man leichter, die Beine sind auf einmal nicht mehr so schwer und das Ziel wirkt irgendwie näher oder zumindest erreichbar.

Ich glaube, dass der Weg von einer Idee zu einem neuen Produkt mit einer langen Laufstrecke vergleichbar ist. Irgendwer hat den Spruch geprägt Ideen seien wertlos, die Umsetzung sei entscheidend. Ich glaube, dass das klug klingt, aber nicht stimmt. Es gilt umgekehrt: Ohne Ideen ist alles nichts. Jede gute Idee beginnt mit einem mutigen Gedanken. Und kreative Unternehmen erkennt man daran, dass Menschen sich dort trauen, mutige Gedanken zu formulieren. Denn manchmal meistens sind diese mutigen Gedanken vor allem dies: unpassend, ein bisschen albern, dumm und undenkbar. Irrigerweise denken deshalb manche, alles was unpassend, ein bisschen albern oder dumm ist, sei deshalb sofort mutig. Das stimmt nun auch wieder nicht. Richtig ist aber, dass kreative Unternehmen Menschen brauchen, die mutig genug sind, das Unpassende auszusprechen – und auch umzusetzen.

Ein Minutenmarathon überträgt die zentrale Zahl eines klassischen Marathons von der Distanz auf die Dauer des Laufs: ein Minutenmarathon dauert 42,195 Minuten – und ist damit der beste Marathon für Laufanfänger*innen. Mehr zum Thema unter minutenmarathon.de

Um diesen Weg zu bewältigen, gibt es unterschiedliche Strategien. Eine meiner Einschätzung nach häufig übersehende Methode ist die des konstruktiven Feedback. Dieses fühlt sich an wie der Support bei einem langen Lauf an der Wegstrecke. Nein, damit meine ich nicht ein kritikloses Zujubeln. Ich meine dieses Gefühl, das sich beim Lauf einstellt, wenn man am Wegesrand einen ausgestreckten Daumen sieht: da sind Leute, die dir zutrauen, dass du ins Ziel kommst.

Für mich persönlich fühlt sich konstruktives Feedback in einem Team genau so an: da sind Leute, die einer Idee zutrauen, dass sie ins Ziel kommt. Meist sind dies nur kleine Zeichen, die aber sehr große Wirkung entfalten. Ich hatte hier eine ganze Liste unterstützender Hilfe beim konkreten Minutenmarathon-Projekt notiert, habe die aber gerade alle gelöscht, weil die Kolleg*innen schon wissen, dass ich sie meine, wenn ich schreibe: Es ist die Bereitschaft im Team und über Team-Grenzen hinweg, auch etwas zu tun, was man nicht zwingend tun muss. Es ist die Offenheit, eine Kritik nicht mit einem abwehrenden aber, sondern mit einem gestaltenden und zu formulieren. Es ist die Geduld, eine Idee bis zum Ende anzuhören, auch wenn es nicht das persönliche Lieblingsthema ist. Es ist die Offenheit, daran zu glauben, dass die Idee ins Ziel kommen kann.

Klar, diese Idee muss auch mit entsprechendem Engagement vorgetragen werden. Wer konstruktives Feedback wünscht, muss auch offen dafür sein und Kritik aushalten. Aber die entscheidende Superkraft, die kreative Unternehmen von den weniger kreativen Umfeldern unterscheidet, sind nicht Post-its oder Boards oder Chefs, die Agilität kennen. Die Superkraft für kreative Umfelder entsteht aus den vielen kleinen Rückmeldungen, die gestaltend sind und nicht destruktiv. Das sind Bemerkungen, die von Freundlichkeit getrieben sind, nicht von Missgunst. Das sind Hinweise und Tipps auf weiterführende Ideen und auch Warnungen vor Umwegen. Aber nie sind sie aus einer Ablehnung oder Arroganz heraus formuliert, sondern stets aus dem Glauben an ein gemeinsames, erreichbares Ziel (wie man gutes Feedback lernt? Bei Neue Narrative gibt es ein paar Vorschläge.)

Bei dem aktuellen Projekt ist mir wegen der Corona-Krise besonders aufgefallen, welche Energie in diesen vermeintlich kleinen Gesten des konstruktiven Feedbacks steckt. Die vergangenen Wochen waren nicht einfach und ein neues Projekt nicht gerade passend. Es ist trotzdem ins Ziel gekommen – und heute wird der erste Laufnewsletter verschickt.

Deshalb habe ich mir selber vorgenommen, in Zukunft viel besser zu überlegen, wie ich Feedback gebe. Denn auf diese Weise kann jede und jeder eine Menge dafür tun, ein offenes Umfeld zu schaffen. Anders formliert: ob ich in einem kreativen Unternehmen arbeite, hängt auch davon ab, wie ich Feedback gebe und auf neue Ideen reagiere…

Helfen nach dem Durchschnitt: der #global6k von Worldvision

Ich habe an diesem Wochenende an einem Lauf teilgenommen, für den sich außer mir genau 1350 Läuferinnen und Läufer angemeldet haben. Die Distanz des Laufs, der keinen offiziellen Startpunkt und keine Ziellinie hatte, betrug sechs Kilometer. Ich habe keinen der anderen Starter persönlich gesehen, ich habe keinem Teilnehmer die Hand geschüttelt und mit dem Veranstalter nicht persönlich gesprochen – und doch: der Global6k fand an diesem Wochenende statt. Nicht nur in Aurich, Ulm und Düsseldorf sind Menschen mitgelaufen, international haben sich über zehntausend Läufer*innen an diesem Projekt beteiligt.

Ich erzähle das hier so ausführlich, weil der Global6k von Worldvision die Idee eines Laufs nach dem Durchschnitt in die Tat umsetzt, die ich in meinem Buch „Meta – das Ende des Durchschnitts“ im Schlusskapitel beschreibe. Es ist ein Lauf, der die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzt – und in diesem Fall sogar für einen übergeordenten guten Zwecke: Die Teilnehmer*innen des Global6k laufen, um auf das Recht auf Trinkwasser hinzuweisen:

Sechs Kilometer ist die durchschnittliche Distanz, die Menschen in Afrika laufen müssen, um an eine Wasserstelle zu gelangen. In vielen Fällen ist dieses Wasser verunreinigt und vor allem für kleine Kinder lebensgefährlich.

Die Teilnahmegebühr für diesen Lauf wird eingesetzt, um Menschen in Ngoyila, im Osten von Sierra Leone Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen.

Ich finde das eine tolle Aktion, die die Möglichkeiten der Digitalisierung perfekt nutzt – für eine wie ich finde gute Sache. Wer das auch so sieht, kann auch ganz ohne Lauf hier für die Worldvision-Aktion spenden! Wer mehr über „Das Ende des Durchschnitts“ erfahren will, kann dies hier nachlesen.

loading: Luma Active

Eine Mütze mit Lampe, so könnte man das Kickstarter-Projekt „Luma Active“ von Florian Schneebauer beschreiben. Im loading-Fragebogen erklärt der Österreicher aber, dass Luma Active viel mehr sein will.

Was machst du?
Ich betreue mein erstes Crowdfunding Projekt auf Kickstarter. Dabei geht es um LUMA ACTIVE, eine innovative Kopfbedeckung mit integriertem LED-System für den Outdoor-Sport. Gemeinsam mit meinem Freund und Kollegen Wolfgang Knöbl arbeite ich seit 2012 daran und nun ist die Entwicklung abgeschlossen und wir sind bereit damit auf den Markt zu gehen.

LUMA ACTIVE ist als Haube und Stirnband erhältlich. Das Besondere an LUMA ACTIVE ist vor allem der herausragende Tragekomfort. Das gesamte Produkt wiegt nur 70 Gramm und das LED-System ist ergonomisch geformt und so in das Textil integriert, dass es nicht drückt, reibt, wackelt oder rutscht. Man spürt einfach nicht, dass das aus hochwertigen Funktionsstoffen gefertigte Textil ein LED-System enthält.
Bei den Produktfunktionen haben wir uns darauf konzentriert, was Outdoor-Sportler wirklich brauchen und ein System entwickelt, das mit einem einzigen Taster und auch mit Handschuhen einfach bedient werden kann. Die Frontstrahler können zwischen Nah- und Fernlicht umgeschaltet werden und bieten optimale Sicht nach vorne. Die Rückstrahler mit unterschiedlichen Modi erhöhen die Sicherheit des Trägers.
Der Integrationsmechanismus ist eines der Highlights der LUMA ACTIVE. Damit kann das LED-System mit wenigen Handgriffen ausgebaut und die Haube in die Waschmaschine verfrachtet werden. Oder man wechselt das LED System bequem zwischen Hauben und Stirnbändern, je nachdem was man gerade tragen möchte.
Geladen wird das LED System übrigens ganz einfach über einen Mikro-USB-Stecker und dafür braucht man das LED System auch gar nicht ausbauen, sondern kann es im Textil belassen.

Warum machst du es (so)?
Wir sind selbst begeisterte Outdoor-Sportler und haben uns schon länger nach einer komfortablen Lösung für Nachtläufe, Mehrtageswanderungen und ähnliches gesehnt. Bestehende Lösungen bieten einfach keinen besonderen Tragekomfort und sind auch nicht optimal zu bedienen. Schließlich fassten wir den Beschluss das Problem selbst zu lösen und die Idee zur LUMA ACTIVE war geboren.
Dabei war für uns von Anfang an wichtig, dass das Produkt nicht nur hohen Trage- und Bedienkomfort bieten, sondern auch eine sehr hohe Qualität aufweisen muss. Wir wollten nicht noch ein China-Produkt auf den Markt bringen und haben daher nach Entwicklungs- und Fertigungspartnern in der Region gesucht … und diese auch gefunden. Der Großteil der LUMA ACTIVE wird nun in Österreich produziert, ein Teil in Deutschland. Darauf sind wir sehr stolz.

Wer soll sich dafür interessieren?
Jeder, der gerne draußen unterwegs ist und hohe Qualität und Komfort bei seiner Ausrüstung zu schätzen weiß und sich unsere LUMA ACTIVE einmal näher ansehen will.

Wie geht es weiter?
Jetzt heißt es einmal die laufende Crowdfunding-Kampagne erfolgreich abzuschließen und die erste Serienfertigung vorzubereiten. Parallel dazu bereiten wir natürlich schon alles für den weiteren Vertrieb vor. LUMA ACTIVE soll ja auch nicht lange das einzige LUMA-Produkt bleiben, sondern den Grundstein für den Aufbau der Marke LUMA bilden. Wir haben schon eine ganze Menge weiterer Ideen für zukünftige Produkte und Produktvarianten und freuen uns darauf diese ebenfalls umzusetzen.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Was LUMA ACTIVE ist und kann und wo man LUMA ACTIVE Hauben und Stirnbänder bekommt, nämlich hier ;-) luma-enlite.com

>>> Hier das Projekt auf Kickstarter unterstützen

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe, den man auf Kindle, iPhone/iPad und tolino lesen kann. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort „loading“ in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren: