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🏃 Fünf Entwicklungen, die man beim Laufen für (digitale) Medien lernen kann (Digitale Mai-Notizen)

Dieser Text ist Teil der Mai-Folge meines monatlichen Newsletters „Digitale Notizen“, den man hier kostenlos abonnieren kann!

Es gibt einen schönen Nebeneffekt am sportlichen Laufen, selbst wenn es man es nur joggend betreibt: Während man rennt, hat man Zeit zum Denken. Es gibt recht lesenswerte Ausführungen darüber, wie das Zusammenspiel von Nicht-Denken und Nach-Denken beim Laufen den Zwischenspeicher im Gehirn befreit (iPhone-Besitzer kennen einen vergleichbaren Prozess vom „Aufräumen“ auf hohe MB-Zahlen angewachsener Apps auf dem Smartphone). Und aus eigener Erfahrung kann ich ergänzen: Dieses Zusammenspiel bildet manchmal sogar die Grundlage für neue Ideen.

Jedenfalls entstand die Idee zu dieser Folge der „Digitale Notizen“ beim Laufen. Was auch damit zu tun hat, dass ich in diesem Monat an einem besonderen Lauf teilnahm – aber eben auch damit, dass ich glaube, dass der Kultur- und Medienbranche sich mit dem Laufen befassen sollten: mit dem Laufen als Markt. (Foto: Unsplash)

Denn im Geschäftsfeld „Breitensport“ lassen sich auch für mich als mittelsportlichen Laien ein paar Entwicklungen ablesen, die vielleicht Inspiration für die Medienbranche sein könnten. Ich sehe diese fünf (zu denen ich auch einen Experten befragt habe)

🏃 1. Vom Produkt zum Prozess – wie der Markt sich verändert 🏃
Ein Sportartikelhersteller lebt davon, Sportartikel zu verkaufen. Das klingt logisch und ist sicher auch richtig – aber eben nicht nur. Aus der Perspektive der ersten Entwicklung lässt sich ergänzen: Ein Sportartikelhersteller der digitale Gegenwart verkauft nicht mehr nur Sportartikel, er ist Partner für den gesamten Prozess „Sport machen“ geworden – oder versucht dazu zu werden. Neben bedeutsamen Veränderungen in der Ausrichtung der Kundenbeziehung (s.u.) heißt dies vor allem: Es geht nicht mehr nur darum, Sportartikel herzustellen und diese zu vertreiben. Es geht darum, den gesamten Prozess in den Blick zu nehmen.
Und was heißt das für Medien? Wenn der Vergleich stimmt, reicht es nicht aus, sich einzig auf gute Produkte – also Artikel, Beiträge oder Texte zu konzentrieren. Es könnte sinnvoll sein, den gesamten Prozess der Orientierung in den Blick zu nehmen

🏃🏃 2. Vom Verkäufer zum Gastgeber – wie die Unternehmen sich neu positionieren 🏃🏃
Selbstwahrnehmung und Positionierung des Unternehmens ändert sich durch die Erweiterung der Perspektive grundlegend. Es geht nicht mehr nur darum, gute Produkte zu verkaufen. Es geht um eine Infrastruktur, um eine dauerhafte Kundenbeziehung, für die das Unternehmen die Rolle eines Gastgebers einnimmt. Dabei folgt die Positionierung sehr vereinfacht gesprochen der Logik: Wenn wir wollen, dass die Menschen laufen (wofür sie dann unsere Sportartikel brauchen), dann müssen wir ihnen den Rahmen schaffen, in dem sie laufen können.
Und was heißt das jetzt für Medien? Wenn Sportartikelhersteller kostenlose Lauftreffs veranstalten, braucht es keine besonders große Kreativität um auf Lesegruppen zu kommen. Social Reading als Idee ist bereits da, bisher fehlt aber ein von Sportartikelherstellern Verlagen geschaffener Rahmen.

🏃🏃🏃3. Vom Kunden zum Testimonial – wie Verbraucher eine andere Rolle annehmen 🏃🏃🏃
Allein die Tatsache, dass Käufer*innen mit dem Erwerb von Sportartikeln auch Werbefläche anbieten, würde eine genauere Beobachtung verdienen: Wer ein T-Shirt von einem Sportartikelhersteller kauft, wirbt nicht selten durch die prominente Platzierung von Logo und Markennamen für den Hersteller. Allein die Frage zu stellen, wie man als Leser*innen diesen Distinktionsgewinn bei der Lektüre eines Mediums bekommen kann, wäre spannend. Aber darüberhinaus transportieren die laufenden Konsument*innen noch eine weitere Botschaft: Sie bringen andere Menschen in den Gastraum des Sportartikelherstellers. Sie werden zu Testimoninals, die die Sportartikelhersteller sogar bewusst fördern und vorstellen.
Was soll das jetzt für Medien bedeuten? Dass Leser*innen ein wichtiger Bestandteil der Gemeinschaft Zeitung sind (siehe dazu meine Notizen aus dem Jahr 2009). Man entscheidet sich für das eine oder andere Medium eben auch weil man sich für die eine oder andere Gruppe derjenigen entscheidet, die es auch lesen/hören/gucken. Dieser Aspekt der Distinktion und Sichtbarmachung derjenigen, die ein Medium nutzen kommt bisher fast gar nicht zum Tragen. Die Laufbranche macht auf erstaunliche Weise vor wie es gehen könnte.

🏃🏃🏃🏃4. Von der Marke zum Medium – welche Rolle Inhalte spielen 🏃🏃🏃🏃
Diese Behauptung klang schon an anderer Stelle im Newsletter an: Marken erstellen selber Inhalte, mit denen sie Zielgruppen erreichen. Sie werden also selber zu Medien. Im Zuge der Veränderungen der eigenen Rolle produziert der Sportartikelhersteller eben nicht mehr nur Sport-BHs, sondern auch Sport-Berichte. Als Partner im Gesamtprozess „Laufen“ übernimmt der T-Shirtproduzent nun auch Ratgeberfunktionen, die früher Sportmedien übernommen haben.
Warum ist das für Medien wichtig? Weil Marken hier in den Kernbereich dessen vordringen, was bisher exklusives Geschäfts von Medien war: Mit Hilfe von Inhalten Ziegruppen zu erreichen. Selbst wenn die anderen Punkte den Medien in ihrer Selbst- und Fremdwahrnehmung egal sind: Hier sind sie gefordert, sich neu und klarer zu positionieren.

🏃🏃🏃🏃🏃5. Von der (Produkt-)Eigenschaft zum Erlebnis – wie Werbung sich verändert 🏃🏃🏃🏃🏃
Wie inspiriert man Menschen dazu eine bestimmte Tätigkeit z.B. Laufen auszuüben? Indem man ihnen Menschen zeigt, die Freude an dieser Tätigkeit – also dem Laufen – haben. Bei der Beobachtung der zu Testimonials entwickelten Läufer*innen in sozialen Netzwerken habe ich verstanden, wie Content Marketing funktioniert (und was es von klassischer Produktwerbung unterscheidet): Es macht Lust darauf, eine Tätigkeit auszuüben, eine Produkt zu nutzen – indem es die Freude zeigt, die Menschen dabei haben. So stellen die Frontrunner und anders genannten Testimonials allein dadurch, dass sie ihr Laufen zeigen sicher, dass auch Menschen im erweiterten Umfeld inspirierte werden, zu laufen. Auch dafür brauchte man früher Sport-Medien und klassische Werbung.
Und welche Schlussfolgerung soll man nun daraus ziehen? Bei Content Marketing geht es nicht um Schleichwerbung oder Vertuschung einer Werbebotschaft. Es geht darum, die Nutzung eines Produktes von einer glaubwürdigen Person vorführen zu lassen. Völlig egal, wie man inhaltlich dazu steht: die Laufbranche zeigt, wie das funktionieren kann – und hat damit natürlich auch Einfluss auf klassische Medien.

Und wem das alles zu sportlich war: Man kann sich diese Entwicklungen auch von Apple zeigen lassen. In diesem Monat hat die Firma, die für viele ja ein Sportartikel-Smartphone-Hersteller ist, gezeigt, dass sie in Zukunft nicht nur das sein will, sondern zunehmend auch Infrastruktur-Anbieter werden will: Unter apple.com/today kann man sich anschauen, wie Apple die oben beschriebenen Entwicklungen auf die Anwendung seiner Geräte überträgt…

Zur Einordung meiner Beobachtungen übers Laufen habe ich jemanden gefragt, der sich damit auskennt: Aktiv wie als Berichterstatter. Gunnar Jans hat hier meine Fragen zum Laufen beantwortet.


Dieser Text stammt aus dem monatlichen Newsletter Digitale Notizen, in dem man mir beim Denken zusehen kann.

In diesem Newsletter sind z.B. erschienen: „Fairer Teilen“ (März 2017) „Streiten lernen – für ein besseres Internet“ (Januar 2017), „Digitaler Heimat- und Brauchtumsverein“ (Oktober 2016), „Ein Dutzend Ideen für die Journalistenausbildung“ (September 2016) „Kulturpragmatismus“ (Juni 2016), „Denke kleiner“ (Februar 2016 ) „Social-Media-Gelassenheit“ (Januar 2016).

Laufen macht glücklich! (Interview zu den Digitalen Mai-Notizen)

Dieses Interview erweitert die Mai-Folge meines monatlichen Newsletters „Digitale Notizen“, der sich in der aktuellen Folge mit dem Thema Laufen befasst – und den man hier kostenlos abonnieren kann!

Gunnar Jans ist Chefredakteur bei der Münchner Content-Marketing-Agentur The Digitale, einer Telekom-Tochter mit Sitz am Milchhäusl vis-a-vis zum Englischen Garten. Im Auftrag des Kunden Messe München verantwortet er den redaktionellen Auftritt von ispo.com, dem Leitmedium des Sport-Business – und berichtet dort auch übers Laufen. Er war 14 Jahre Sportchef der Münchner Abendzeitung und davor und danach ein Kollege bei der Süddeutschen Zeitung. Gunnar läuft fast täglich an der Isar, mittwochs bei den Urban Runners Munich – und einmal im Jahr auch Marathon.

Früher fanden Läufe und Lauftrainings in Sportvereinen statt. Heute sind es auch Sportartikelhersteller, die urbane Laufveranstaltungen starten, an denen Läufer*innen kostenlos teilnehmen können. Kannst du mal erklären, warum die das machen?
Der klassische Sportverein ist ein Medium von gestern: Er liefert verlässlich, aber wenig innovativ, zu vorher festgelegten Uhrzeiten, für eine feste Jahres-Abo-Gebühr, mit den immer gleichen Strukturen und den immer gleichen Gesichtern. Genau so wie User heute digitale Inhalte flexibel nutzen, organisieren sie auch ihre Freizeit: abwechslungsreich, ohne Verpflichtungen, permanent nach neuen Reizen suchend, meistens über soziale Netze, vor allem Facebook. Das haben, wenn wir zum Laufen kommen, die Sportartikelhersteller erkannt: Ihre Lauftreffs finden zwar auch regelmäßig statt, aber ohne Zwang, man kann vom einem zum anderen Anbieter springen, meist bieten sie jede Woche ein neues Special. So entsteht ein permanenter Wettbewerb um den Kunden, hier den Läufer, mit der Chance für die Unternehmer, auf Aktionen und Produkte aufmerksam zu machen. Oftmals geht es aber gar nicht um Werbung für ein bestimmtes Produkt – sondern nur ums Brand Building, also darum, etwas fürs Image zu tun, die Menschen an sich zu binden – und sogar Feedback zu bekommen, das auch die Hersteller besser macht in ihrer Performance. Weil sie mit den Kunden ins Gespräch kommen ohne geschäftlichen Zwang. Im Marketing geht es ja oft um die Frage: Setzen wir B2B, Business to Business, oder B2C, Business to Costumer? Die beste Antwort darauf ist: H2H, Human to Human.

Diese Veranstaltungen werden nicht selten in sozialen Netzwerken dokumentiert, die Laufgruppen der Marken tragen eigene Namen und veranstalten eigene Wettkämpfe. Was soll das?
Gerade Laufgruppen leben davon, dass ihre Teilnehmer Spaß haben am gemeinsamen Erlebnis. In den sozialen Netzen heißt das dann Community Building – was ja im besten Sinn die digitale Verlängerung eines analogen Erlebnisses ist. Wir laufen zusammen, wir markieren unsere gemeinsamen Wege – und taggen den Veranstalter, mit dem wir gelaufen sind. Je mehr es den Marken gelingt, dass ich mich aus freien Stücken an sie binde, dass ich mich mit ihrem Angebot identifiziere, um so eher werde ich zum Teil dieser Marke – und teile plötzlich meine Erlebnisse im Namen der Marke. Wenn es den Marken gelingt, ihre Angebote so spannend und vor allem abwechslungsreich zu gestalten, dass ich gern mit ihnen gemeinsame Sache mache, haben sie mich gewonnen. Als Teil der Marke. Wichtig ist allerdings, dass diese Angebote smart sein und für sich stehen müssen und vor allem: keine Verkaufsveranstaltung sein dürfen, keine Produktshow und niemals penetrante Werbe-Belästigung. Um mal einen Vergleich mit der SZ zu ziehen: Die „lange Nacht der Autoren“ ist bestes Content Marketing, die Fußgängerzonenstände mit sofortiger Probeabo-Bedrängung plumpe Werbe-Penetrierung. Konkret aufs Laufen bezogen: In München kann ich montags beim „Montag Fight Run“ laufen, dienstags bei „Never Stop Munich“, mittwochs bei Urban Runners Munich, donnerstags beim Lauftreff München – jeweils bei verschiedenen Marken, die eher smart branden. Die Ausnahme sind da die Adidas Runners Munich – die jeden Tag Programm bieten, was ein einzigartiges Konzept ist, fast eine Komplett-Betreuung, aber auch mit einem gewissen Guppenzwang versehen.

Eine weitere Beobachtung im Laufbusiness: Adidas kauft runtastic, Asics kauft Runkeeper – kann man eigentlich noch von Sportartikel-Herstellern sprechen oder entwickeln sich diese nicht vielmehr zu Infrastruktur-Anbietern?
Mit Blick auf die digitale Transformation ist es mehr als clever, die komplette Infrastruktur unter einem Dach anzubieten. Nur wenn ich alles biete, vom Produkt über die smarte Tracking-App bis zur Community mit Wettbewerbscharakter und dies auch idealerweise vom Digitalen ins Analoge und umgekehrt zurückspielen kann (eben durch Laufgruppen, die sich über Social Media vernetzen), biete ich dem Kunden die Möglichkeit, in meiner Welt zu bleiben und nicht die Plattform zu wechseln. Idealerweise gelingt es mir, ihn über einen Kanal auf meine Plattform zu holen und dann alle meine Services für ihn nutzbar zu machen. Und was das Zusammenspiel von Sportartikel-Herstellern und Tracking-Plattformen wie Runtastic oder Runkeeper angeht: Auf diesen Plattformen geben die Nutzer freiwillig (!) so viele Daten preis, an die der Hersteller sonst nie käme und die er für die Entwicklung seiner Produkte nutzen kann, dass es für die Sportartikel-Hersteller geradezu ein Muss ist, dort auch Anbieter zu sein.

Braucht man dann eigentlich noch Laufmedien wie Zeitschriften oder Websiten, die das Thema „Laufen“ begleiten? Das übernehmen doch dann auch die Anbieter selber, oder?
Ich bin fest davon überzeugt, dass Marken zu Medien werden und neben Produkten künftig auch Inhalte liefern werden, die wiederum mehr als die Welt ihrer Produkte abbilden. Wenn es sich durchsetzt, dass dies immer vom Nutzer her gedacht wird, so wie übrigens gutes Content Marketing funktioniert, kann dies zur Folge haben, dass diese Unternehmens-Seiten eine hohe Reichweite bekommen – und das Unternehmen in seine eigenen Inhalte investieren wird mit der Folge, weniger Werbemittel für Zeitschriften oder andere Portale zur Verfügung zu stellen. Deren Situation wird dadurch nicht leichter werden. Trotzdem glaube ich, dass Special Interest Zeitschriften oder Websites weiter eine gute Chance haben – wenn ihr Markenkern etwas unverwechselbares hat. Ich jedenfalls lese gern Lauftipps auf Sportartikelherstellerseiten – aber genauso die Runner’s World als das beste Fachmagazin oder Hajo Schumachers herrliche verrückte und vor allem umfassende Seite achim-achilles.de

Ich behaupte, dass auch der Journalismus und die Medienbranche etwas von dieser Entwicklung lernen kann, dass es nämlich nicht nur um den Inhalte oder die Produkte geht, sondern immer mehr auch um das Umfeld, um den Kontext. Siehst du das auch so bzw. siehst du Entwicklungen, die man aus dem Laufbusiness auf die Medienbranche übertragen kann?
Der wichtigste Hebel ist: sich um den Nutzer, den User, den Leser, den Kunden zum kümmern. Ihm nicht ein schlimmstenfalls auch noch abgeschlossenes Produkt hinzuwerfen, sondern ihn das Medium zum Teil seiner Welt zu machen. Ihn überall zu begleiten, ihm Hilfestellung zu leisten. Mit ihm in Kontakt zu treten. Analog und digital und wieder analog. Das Lauf-Business macht vor, wie es funktionieren kann: Erlebnisse zu schaffen, die man teilen möchte mit anderen, mit Gleichgesinnten. Beim Laufen werden die Kunden dank der digitalen Möglichkeiten zum Botschafter des Unternehmens, zum Influencer. Wenn dies schon Marken gelingt, die bis gestern noch gar keine Medien waren, sollten die Verlage dazu doch erst recht in der Lage sein – und die Bedürfnisse ihrer Kunden ernst nehmen, sich mit ihm austauschen auf allen digitalen Plattformen und sich auch von den Lesern inspirieren lassen. Dass jemand aus dem 22. Stock Kommentare schreibt, die mir die komplexe Welt ein Stück weit leichter verständlich machen, ist wichtig – wirklich überzeugt werde ich aber erst, wenn sich derselbe Kommentator auch auf meine Welt einlässt, er also Kenntnis hat von dem, was ich bewegt. Und zum Influencer für diesen Kommentator, also quasi zu seinem Marken-Botschafter, werde ich erst dann, wenn auch sich auf den Dialog mit mir einlässt. Warum laufe ich mit einem Urban Runners Munich -Shirt durch die Stadt, warum gehe ich bei Wettbewerben für die Urban Runners an den Start? Weil ich Teil der Gruppe sein mag, mich dazugehörig fühle. Wer aber fühlt sich als Leser, egal ob flüchtig oder jahrzehntelanger Abonnent, wirklich einer bestimmten Zeitungsmarke zugehörig?

Du läufst – das kann man auf deinen Instagram– und Twitter-Profilen verfolgen – auch selber. Was reizt dich selber an dem Sport und vor allem: Warum teilst du deine Freude daran in den sozialen Medien?
Weil ich, wenn ich alleine laufe, dabei am besten nachdenken kann. Und wenn ich in der Gruppe laufe, die gemeinsamen Erlebnisse und die Endorphine genieße. Weil es ein wunderbares Wechselspiel ist zwischen Abschalten und Aufdrehen, zwischen Quasi-Meditation und Wettkampfmodus. Das alles spielt sich für mich auch in den sozialen Medien ab: Fotos, die die Faszination des Laufens zeigen. Gedanken oder Kommentare, die nur beim Laufen entstehen. Und Gefühle vor, während und nach dem Lauf, die du sonst nirgends erlebst. Dies in den sozialen Medien zu teilen, bedeutet ja auch, die Motivation zu teilen, weiterzugeben. Es gibt ja diesen in der Running-Szene beliebten Hashtag #laufenmachtglücklich. Ich glaub’ tatsächlich daran. Allerdings musst du dir auch darüber klar sein: Wer nicht Teil dieser Lauf-Communitys ist und doch in seiner Timeline häufig von Lauf-Post belästigt wird, hält Läufer für außerordentlich mitteilsame Spinner – bestenfalls.


Dieses Interview gehört in den monatlichen Newsletter Digitale Notizen, in dem man mir beim Denken zusehen kann. In der aktuellen Folge denke ich übers Laufen nach.