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loading: PeterLicht “Live”

PeterLicht macht sein erstes Live-Album. Mit Euch. Krach, Musik und tonnenweise Worte.” Mit diesen Worten wird das Crowdfunding-Projekt von PeterLicht auf Startnext angekündigt. Der Musiker hat für sein Live-Album gerade die Fundingschwelle von 19.500 Euro überschritten – und hier den loading-Fragebogen beantwortet.

Was machst du?
Ich mache ein Live-Album, von der Musik und den Texten, die ich live spiele/spreche. Ich nehme auf und bringe raus. Das Album heisst “Lob der Realität”: Ich stehe auf der Bühne und lenke meinen Mund in die Nähe eine Mikrofons und fang an zu singen. Meine Idee von einem Lied, oder die Idee von einem Text, bekommt einen Körper.
Was ich mache? Ich hänge einen Körper an eine Idee. Oder einen Mund an ein Wort. Die Musik ändert sich dadurch, dass man sie live spielt. Sie wird anders. Die Lieder werden physisch. Mein Körper, mein Mund und meine Worte. Alles anders. (Lieder sind wie Menschen).

Warum machst du es (so)?
Ganz banal: die Plattenfirma wollte/ (wahrscheinlich auch: konnte) es nicht machen. Dann mach ich es eben selber, dachte ich.
Und es klappt. Jetzt haben wir den Sockel-Betrag eingesammelt, den wir mindestens brauchten. Großartig! Und jetzt freuen wir uns über jeden weiteren Euro, der noch zusammenkommt. Je mehr je besser. Damit können wir die Kosten decken, die noch nicht im Budget waren.

Warum mache ich das? Es ergibt sich eine Hoffnung: die Möglichkeit, selbstbestimmt zu handeln. Mit den Leuten, direkt für die Leute, für die die Musik und das ganze PeterLicht-Ding ja gedacht ist. Ich glaube/hoffe, die Zukunft der Musik / der Kunst / neuer Dinge + Ideen liegt hier. Wenn der Markt sich auflöst, muss etwas neues entstehen. Ich wünsche mir unendlich viele Projekte dieser Art auf der Welt. Demokratisch. Selbstbestimmt. Unabhängig. Es gibt kein Produkt mehr. Es gibt keine Markt mehr. Es gibt nur noch “Unterstützung”. Das fühlt sich ungewohnt an und irgendwie labberig. Aber auch direkt und frei.

Mein Gefühl ist ambivalent: Ich vermute, wir werden noch die Abschaffung vieler Märkte erleben. Und nicht nur in Kreativ-Branchen, die eigentlich niemand so richtig braucht. Sondern im ganz normalen Leben. Für jedermann. Brot ist umsonst. Die Bäckerei wird gefundet. Eine neue Technik kommt. Und schafft den Markt ab. Und jemand beint den Kadaver aus, der jetzt nutzlos herumliegt. Wieviele Menschen arbeiten bei Instagramm? Wieviele arbeiteten bei Kodak?). Und es entsteht Gewinn, den sich wer nimmt. Und die Zukunft gehört vor allen Dingen einem Phänomen: der Technik. Vielleicht geht es darum, die Dinge neu zu denken. Dass es kein Produkt mehr gibt. Aber: gibt es kein Produkt mehr? Auf der anderen Seite: Freude, dass es einen Weg gibt. Dass man unabhängig seine Ideen umsetzen kann. Dass es die Leute gibt, die mitmachen.

Wer soll das anhören?
Leute.

Wie geht es weiter?
In der Realität. Auf dem Boden der Tatsachen. Was man spürt ist eine Renaissance der Realität. Die Blasen platzen. Das Schöne an der Realität ist, dass sie einen Körper hat. Das Reale fühlt sich immer körperlich an. Das kann man loben. Das Furchtbare: es ist so real. Und: in der Welt des Realen hat das Absurde Konjunktur.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Es heisst, der Applaus sei das Brot des Künstlers.
Ich seh das anders. Das Brot ist das Brot es Künstlers.

>>> Hier das Live-Album von PeterLicht auf Startnext kaufen

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:



Die Suche nach dem Unkopierbaren

guardian_nyt

In der aktuellen Ausgabe des New York Times Magazine gibt es ein Interview mit Guaridan-Chefredakteur Alan Rusbridger*, das ich sehr erhellend finde in Bezug auf die Frage, worin sich der Finanzierungsansatz des Guardian von den Paywalls z.B. der New York Times unterscheidet.

Am Ende des Interviews wird Rusbridger auf das Cafe angesprochen, das der Guardian in London eröffnet hat.

The Guardian has a coffee shop in London. Why? We are thinking about a membership program where you pay for live access to the events that we can produce, rather than access to the journalism. We’re moving from just putting words on the paper to being the convener of conversations and discussions and ideas.

So, like a salon? Yes. The more digital the world becomes, the more appetite people have for real things.

Rusbridger unterfüttert damit die Ansätze, die Andrew Miller Ende des Jahres beschrieb und die ich mir wünschte als im Rahmen der Snowden-Geschichte herauskam, dass und wie der Guardian unter Druck gesetzt wurde. Die Zeitung als Ort der Freiheit ist keine Rampe mehr, sondern eine Raum. Sie ist eher ein Cafe als ein Aushang. Im vergangenen August schrieb ich

dass das Modell eines Leserclubs mehr ist als der Versuch eines Bezahlmodells: Auf der Seite des Guardians zu stehen, ist spätestens durch die neusten Überwachungsmeldungen eine Entscheidung für die Pressefreiheit. Die Zeitung wird dadurch zu einem sozialen Raum – vergleichbar mit den klassischen Institutionen der Identitätsbildung: Kirchen, Parteien, Vereine sind die vergemeinschaftliche Antwort auf die Frage: Auf welcher Seite stehst du?

Ich bin optimistisch, dass der Guardian die Wette gewinnen kann, die er eingegangen ist. Die Wette darauf, eine weltweite liberale Marke zu werden, aber auch die Wette darauf, Bezahlmodelle für hochwertigen Journalismus im digitalen Raum zu finden. Wir werden uns alle die Augen reiben, aber vermutlich haben die weniger mit Inhalten zu tun als wir alle bisher glauben.

Was mich an der Idee von Salon-Öffentlichkeit und Teilhabe statt Inhalte-Verkauf fasziniert, steht auch hier!

*via David Bauer

loading: Kancha

Filz aus Kirgistan für coole Crowdfunder aus Deutschland – das ist die Idee von Kancha. “Design for urban nomads” nennt Gründer Tobias Gerhard dieses Modell. Ich habe ihm den loading-Fragebogen geschickt.

Was macht Ihr?
Kancha stellt Hüllen für Laptops, Tablets und Smartphones aus Filz und Leder in Kirgistan her. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch – so achten wir auf Fairrness und soziale Verantwortung entlang der Wertkette und auf Design, das sich der Kunde wünscht. Als ‚Social Business‘ ist es unser höchstes Bestreben, mit dem Unternehmen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch und vor allem sozial nachhaltig zu wirken. So versuchen wir in Kirgistan strukturellen Wandel anzustoßen, und in Deutschland die Wahrnehmung für alternative Geschäftsmodelle zu erhöhen.

Warum (macht Ihr es so)?
Mit Kancha wollen wir beweisen, dass die Globalisierung auch ihr Gutes haben kann – man muss nur richtig damit umgehen. Das schöne alte Geben und Nehmen, daran glauben wir. Aber da unsere Wirtschaftswundergeneration sich eher mit dem Nehmen beschäftigt hat, müssen wir jetzt ein bisschen mehr Gewicht auf die ‘Geben-Seite’ legen, um die Waage zu halten. Wir glauben an eine Weiterentwicklung unseres wirtschaftlichen Systems durch mehr Einbindung sozialer Werte – und da wollen wir mit gutem Beispiel voran gehen.

Wer soll das anschauen?
Kancha ist Design für urbane Nomaden – damit sind alle gemeint, die ihre mobile Technik rund um die Uhr bei sich haben und viel unterwegs sind. Unsere Hüllen bieten Schutz, Style und schaffen dazu noch Gutes am anderen Ende der Welt.

Wie geht es weiter?
Nachdem die ersten Hüllen final fertiggestellt und vorgestellt wurden, steht nun das Crowdfunding an: um die hochgesteckten Ziele zu erreichen, müssen per Vorbestellung €15.000 erreicht werden. Stand heute (7.8) wurden gute 10% davon erreicht – also fehlt noch etwas. Auf der Crowdfunding Seite findet man ein nettes Video mit Eindrücken aus der Produktion in Kirgistan, sowie alle Fotos der Produkte.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Hinter allem was wir konsumieren – sei es Auto, Portmonnaie oder Musik – stehen Menschen. Das wird oft vergessen – von Unternehmen, aber auch von Konsumenten! Um das ins Bewusstsein zu rücken wird jedes unserer Produkte mit einem handunterschrieben Handmade Label des Herstellers versendet – die Kurzprofile der Handwerker sind auf der Homepage zu sehen.

>>>>>Hier kann man Kancha auf Startnext unterstützen

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Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:


Loading: Hinweise auf interessante Crowdfunding-Projekte

Wir erleben gerade das Entstehen einer neuen Bezahlkultur. Ich habe das gelegentlich behauptet und sehe gerade fast täglich Belege dafür. Der Start der Plattform Krautreporter (hier das Interview zu der Idee) ist nur der aktuellste Beweis dafür, dass individuelle Kreativität sich neue Wege der Finanzierung sucht.

Als ich Ende Oktober das Projekt “Eine neue Version ist verfügbar” auf Startnext ins Leben rief, war mir nicht bewusst, dass ich damit zu einer Art Experte fürs Crowdfunding werden würde. Trotzdem werde ich mittlerweile nicht selten zu dem Thema gefragt. Dabei mag ich den Begriff gar nicht besonders. Was ist allerdings mag, ist die Idee: im direkten Dialog mit dem Publikum Kultur zu erschaffen.

Deshalb will ich hier künftig Filme, Musik, Bücher und anderen Projekte empfehlen, die sich im Entstehen befinden (deshalb “loading”), die hangemacht sind und die Unterstützung verdienen. Dabei geht es nicht nur um Projekte Crowdfunding-Plattformen (das bekannteste Beispiel für die Kultur, die ich beschreibe – Andrew Sullivan – findet dort ja eben auch nicht statt), sondern vor allem um den direkten Zugang.

Ich weiß nicht, ob ich ausreichend Beispiele finde, ich weiß nicht, ob sich ausreichend Leser finden. Ich weiß aber, dass ich es ausprobieren will. Hier im Blog unter dem Tag “loading” und mit einem Newsletter, der maximal vier Hinweise im Monat verschickt. Wer sich dafür interessiert: gerne hier eintragen oder den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen.


Gerald von Foris: “Wunden”

Der wunderbare Münchner Fotograf Gerald von Foris hat ein Buch veröffentlicht. Es heißt “Wunden” und zeigt auf 144 von Mario Lombardo gestalteten Seiten Bilder aus allen Teilen der Welt. Auf der Website von soda (wo man das Buch auch kaufen kann) heißt es:

Die Bilder sind fast alle auf Reisen enstanden und sind benannt nach den Orten, von denen sie stammen: Lima, Danzig, St. Moritz, Liverpool, Sarajevo, Mexiko Stadt…
Eines der schönsten Fotobücher, die wir in letzter Zeit gesehen haben!

Und Hannes Wanderer vom Berliner 25books schreibt:

… eigentlich will jeder, dem ich es zeige, das Buch haben …

Beides ist unbestreitbar richtig. Auch deshalb berichteten bereits die New York Times, Die Zeit und jetzt.de über das Buch, das mit dem Hörbuch “Beograd Protokolle” erscheint. Dabei handelt es sich um den Versuch über Fotografie zu sprechen. Dirk Stermann und Rochus Boulanger machen das so hörenswert, dass es vermutlich bald weitere Hör- zu Fotobüchern geben wird – mit Rochus und Dirk als Sprechern …

Ich erwähne das alles hier, weil ich seit gestern eine der limitierten Ausgaben von “Wunden” besitze und allein deshalb jedem, der sich für Fotografie interessiert, empfehlen möchte, es gleich zu tun. Man kann das Buch in München bei soda, bei 25books in Berlin und im Hamburger Haus der Photographie kaufen. Wer mag, kann es aber auch direkt beim Fotografen bestellen. “Wunden” kostet inklusive Hörbuch 30 Euro.

Produkthinweise: Sommer Raumfloristik

Nein, das gehört hier eigentlich nicht hin. Aber: Ja, ich will nochmal eine Ausnahme machen und einen Produkthinweis einstreuen: Wer für ein Fest nach einer floralen Raumgestaltung sucht oder ganz einfach einen Brautstrauß binden lassen will, sollte unbedingt auf der Website von Sommer Raumfloristik vorbeischauen. Hier findet sich der Kontakt zur Floristin Susanne Sommer, die “den Raum neu einkleidet”.