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Shruggie des Monats: der Shruggie selbst

Der Shruggie des Monats ist eine von meinem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ inspirierte Rubrik meines monatlichen Newsletters (den man hier kostenlos bestellen kann). Darin beschreibe ich Personen, Ideen und Begebenheiten, die mir besonders passend zur Hauptfigur aus dem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ erscheinen – dem ¯\_(ツ)_/¯.

Eines ist sicher: Wir erleben gerade unsichere Zeiten. Die Ausnahmesituation im Umgang mit dem Corona-Virus ist neu, verwirrend und manchmal auch beängstigend. Sie verändert den Alltag nicht nur in diesem Land und dominiert unsere (nicht nur mediale) Wahrnehmung.

Als ich den Shruggie für das Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ adoptierte, hatte ich keine Ahnung von Corona. Aber ich wollte darüber schreiben, wie wir mit dem Neuen umgehen lernen – und dabei gelassen bleiben. Die Überforderung, so sage ich es seit dem Buch immer wieder, ist der Default-Modus unserer Zeit. Wir müssen lernen damit umzugehen.

Das fröhliches Schulterzucken kann dabei eine Hilfe sein: ¯\_(ツ)_/¯ Mehr noch: Vielleicht ist der Shruggie der beste Ausdruck für das, was #wirbleibenzuhause uns gerade abverlangt: auch in einer aussergewöhnlichen Situation gelassen zu bleiben.

Ich freue mich, dass mir Menschen schreiben, dass sie in der Corona-Aufregung Orientierung durch den Shruggie gefunden haben. Deshalb in diesem aufregenden Monat: Der Shruggie selbst ist der Shruggie des Monats!

¯\_(ツ)_/¯

Der Shruggie des Monats ist eine Rubrik aus meinem Newsletter (den man hier kostenlos bestellen kann). Der Shruggie ist die Hauptfigur aus meinem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“, in dem ich zehn Gründe für einen gelassenen Umgang mit dem Neuen versammle. Wer mehr über das Web und das Internet lernen will, kann dies in meinem Buch „Gebrauchsanweisung für das Internet“ tun.
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Aussteigen aus der Weltentdeckungsmühle: Ein Lesetipp für alle Daheimbleibenden

Harriet Köhler hat das Buch zur (abgesagten) Leipziger Buchmesse 2020 geschrieben: die Gebrauchsanweisung fürs Daheimbleiben eigenet sich aber auch für alle anderen, die unter den Absagen dieser Tage leiden (hier das Interview mit Gerd Leonhard zum Thema Online-Konferenzen lesen), denn es liefert einen Perspektivwechsel auf das Thema Reisen und Unterwegssein. Ich habe Harriet (die ich persönlich kenne) ein paar Fragen zum Thema Absagen und Nicht-Reisen gestellt.

Bist du persönlich traurig, dass die Buchmesse ausfällt?
Für die Cosplayer-Szene ist der Ausfall ihrer Jahreshauptversammlung natürlich ein Drama. Auch gecancelte Lesungen und Interviews sind für die Beteiligten doof. Und all die schönen Dinners und Partys: Ein Jammer. Doch davon abgesehen birgt die Absage auch eine Chance: nämlich die, mal zu hinterfragen, wie sinnvoll es im 21. Jahrhundert überhaupt noch ist, wenn zehntausende Menschen sich in Flugzeuge, Busse und Bahnen setzen, um durch eine überfüllte Halle außerhalb der Stadt zu stolpern und sich dieselben Bücher anzugucken, die es auch bei Hugendubel gibt.

Als Expertin fürs Daheimbleiben hast du vielleicht einen Tipp für alle, die jetzt nicht nach Leipzig fahren?
Eigentlich ist der Ausfall doch wie ein Lottogewinn: Aus heiterem Himmel hat der Literaturbetrieb vier Tage geschenkt bekommen! Ich finde: Man sollte diese Zeit, wenn irgendwie möglich, nicht zum Arbeiten nutzen, sondern dazu, endlich mal all die Dinge zu tun, für die man sonst immer seltener den Nerv hat: Sich mit alten Freunden treffen. In aller Ruhe kochen. Einen dicken Klassiker lesen. Nichtstun, ohne dabei ständig auf den Email-Eingang zu schielen. Ohne den Ernst der Lage kleinreden zu wollen: Aber insgeheim freue ich mich fast auf all die unfreiwilligen Corona-Auszeiten, die da auf uns warten. Klingt doof, aber aus China vernimmt man, dass viele Menschen in den Quarantäne-Gebieten nach anfänglicher Wut inzwischen durchaus die positiven Aspekte am Daheimblieben sehen. Sie haben endlich mal wieder Zeit für ihre Familie. Nachbarn unterstützen sich. Die Menschen rücken zusammen, und draußen vor der Tür bleibt die Zeit ja sowieso stehen. Ich stelle mir das ein bisschen so wie Weihnachtsferien vor, bloß ohne die daran geknüpften Erwartungen, ohne Geschenkestress und lästige Verwandschaftsbesuche.

Überall im Land fangen Menschen jetzt an, sich intensiver mit Home-Office und dem Daheimsein zu befassen. Trotz des gefährlichen Anlass‘ ist das doch in Deinem Sinn, oder?

Mein Buch übers Daheimbleiben handelt nicht von der Arbeit, sondern vom Urlaub zuhause – über Home-Office kann ich also nicht mehr sagen, als dass ich persönlich ganz schlecht darin bin (zum Schreiben gehe ich am liebsten in die Denkfabrik, also in die Stabi). Aber klar, wie für Messen und andere Großveranstaltungen gilt auch fürs Home-Office: Am Ende dieses Jahres werden wir definitiv mehr darüber wissen, wie gut das Konzept funktioniert, welche Anwesenheiten und Sitzungen wirklich wichtig sind, und was man, vielleicht sogar effizienter, auch auf anderen Kanälen besprechen könnte

Was ist gut am Daheimsein?
Die Möglichkeit, einmal die Perspektive zu wechseln. Wer statt zu verreisen daheim bleibt, gibt ja nicht nur weniger Geld aus und hat weniger Stress, sondern hat endlich auch die Gelegenheit, herauszufinden, was das Leben außerhalb des Alltags noch so für einen bereithält. Man kann das Fremde im scheinbar Vertrauten entdecken, den Wohnort mit den Augen eines Reisenden sehen, und die Abenteuer erleben, die direkt vor der eigenen Haustür liegen. Dinge tun, die er sonst nur im Urlaub machen würde – und dabei merken, dass man sein Leben vielleicht ja auch ganz anders führen könnte.

Wie bist du auf das Thema des Buches gekommen?
Eigentlich war’s eine Schnapsidee: Ein Buch über das Daheimblieben in einer Reisebuch-Reihe zu veröffentlichen. Entsprechend habe ich das Projekt dann auch jahrelang vor mir her geschoben. Aber im Laufe der Zeit wurde mir immer klarer, was für ein ökologischer Irrsinn die Reiserei tatsächlich ist: Acht Prozent des jährlichen Treibhausausstoßes gehen auf den Tourismus, auf unsere Flüge, Mietwagen, beheizten Pools und Kreuzfahrtschiffe. Und das alles nur, weil wir glauben, im Urlaub nicht daheim bleiben zu können! Ich bin also zur Aussteigerin geworden, also: zur Aussteigerin aus der Weltentdeckungsmühle – und habe endlich dieses Buch geschrieben.


Auf der Piper-Seite kann man Harriets Buch bestellen – und hier gibt es ein Interview mit dem Zukunfts-Forscher Gerd Leonhard, der sagt, dass wir dank der Corona-Absagen lernen werden, was eh kommt: „Wir werden uns in Zukunft viel mehr virtuell treffen“

Shruggie des Monats: die Ziellosigkeit

Der Shruggie des Monats ist eine von meinem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ inspirierte Rubrik meines monatlichen Newsletters (den man hier kostenlos bestellen kann). Darin beschreibe ich Personen, Ideen und Begebenheiten, die mir besonders passend zur Hauptfigur aus dem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ erscheinen – dem ¯\_(ツ)_/¯.

Wer kein Ziel hat, darüber kann man schnell Einigkeit herstellen, wird auch nicht vorwärts kommen. Kein gut organisiertes Projekt wird von sich behaupten, ohne Ziele zu starten. Ziele haben allgemein ein so gutes Image, dass die Behauptung, man gehe ziellos durchs Leben sofort als schlecht angesehen wird (Foto: Unsplash).

Aber warum eigentlich? Sind Ziele vielleicht überbewertet? Diese Frage stellte ich mir als ich heute im unbedingt empfehlenswerten Newsletter von James Clear den Satz las:

If you want better results, then forget about setting goals. Focus on your system instead.

Clears These (aus seinem Buch „Atomic Habits“) lautet: Ziele sind wichtig um die Richtung vorzugehen, aber das System, in dem die Ziele gesetzt werden, ist viel bedeutsamer. Er illustriert das am Beispiel einer Sportmannschaft. Rhetorisch fragt er: Würde eine Sportmannschaft schlechtere Ergebnisse erzielen, wenn sie statt über Ziele zu sprechen, sich auf das System konzentriert, täglich zu trainieren und sich zu verbessern?

Mich erinnert diese Haltung an einen Text von Jason Fried, der 2016 mal bloggte: „Ich setze mir keine Ziele“. In dem Text erklärt er, welches Selbstbild ihn antreibt und er stellt dabei fest: Es hat nichts im Zielen im klassischen Sinn zu tun. Wörtlich schreibt er:

A goal is something that goes away when you hit it. Once you’ve reached it, it’s gone. You could always set another one, but I just don’t function in steps like that.

Der Shruggie findet Gefallen an dieser Idee. Denn die von ihm bevorzugte Ratlosigkeit verlangt ein offenes Verhältnis zu Zielen. Wer im Shruggie-Sinn ratlos durch die Welt geht, legt Wert auf das System und versteht das Ziel als Richtung. Im Pragmatismus-Prinzip illustriert er dies am Beispiel der Mittelorientierung aus der Gedankenwelt der Effectuation. Der Begriff geht auf die Professorin Saras Sarasvathy zurück, die ihn 2001 erstmals benutzte, um eine bestimmte, äußerst pragmatische Methode der Entscheidungsfindung zu beschreiben. Zentral steht dabei die Idee, die zur Verfügung stehenden Mittel zum Ausgangspunkt zu nehmen und nicht die weit entfernt liegenden Ziele.

Clear fasst dies so zusammen: „I’ve found that goals are good for planning your progress and systems are good for actually making progress.“ Und in diesem Sinn lobt der Shruggie die absichtliche (und natürlich etwas übertriebene) Ziellosigkeit, weil sie uns hilft, den Blick auf den Fortschritt zu lenken und nicht nur auf den Plan des Fortschritts.

¯\_(ツ)_/¯

Der Shruggie des Monats ist eine Rubrik aus meinem Newsletter (den man hier kostenlos bestellen kann). Der Shruggie ist die Hauptfigur aus meinem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“, in dem ich zehn Gründe für einen gelassenen Umgang mit dem Neuen versammle. Wer mehr über das Web und das Internet lernen will, kann dies in meinem Buch „Gebrauchsanweisung für das Internet“ tun.

50 Dinge, die man zum 50. Geburtstag übers Internet wissen könnte (Digitale Oktober-Notizen)

Dieser Text ist Teil der Oktober-Folge meines monatlichen Newsletters „Digitale Notizen“, den man hier kostenlos abonnieren kann.

1. Am 29.10.1969 wurde das erste Mal eine Verbindung über den Internet-Vorläufer Arpanet hergestellt. Zeit für eine kleine Jubiläumsliste ( Foto: Unsplash): Was man übers Internet wissen könnte!
2. Das Internet ist die grundlegende Infrastruktur für die Vernetzung. Sie ist die Voraussetzung für viele anderen Anwendungen.
3. Das Web ist die vermutlich bekannteste Anwendung, die das Internet nutzt. Es gibt aber noch zahlreiche weitere Anwendungen. Um das Web nutzen zu können, braucht man einen Internet-Browser.
4. Als Faustregel kann man sich merken: Das Internet vernetzt Computer – das Web vernetzt Inhalte.
5. Die wichtigste Erfindung im Web ist der Link. Von Goethe stammt das Zitat „Das Wichtigste sind die Bezüge. Sie sind alles.“ Im Web kann man erleben, was dies bedeutet.
6. Was der Link fürs Web, ist das Kabel fürs Internet. Die bekanntesten Internetkabel liegen unter dem Meer und verbinden Kontinente miteinander. Ohne Kabel kein Internet, sie dienen der Übertragung von Daten.
7. In Wahrheit werden die Daten aber nicht übertragen, sondern kopiert. Kevin Kelly spricht deshalb von der „Kopiermaschine Internet“.
8. Ich glaube deshalb, dass die historische Ungeheuerlichkeit der digitalen Kopie zu den zentralen Treibern dessen gehört, was man digitalen Wandel nennt.
9. „Man kann nicht nicht kopieren.“ Und die Kopie ist lobenswert.
10. Am schnellsten können Daten kopiert werden, die über Glasfaserkabel übertragen werden.

11. Die Signalverarbeitung einer Verbindung wird als Bandbreite bezeichnet. Besonders hohe Übertragungsraten werden als Breitband beschrieben.
12. Die Versorgung des Landes nennt man deshalb Breitbandausbau.
13. Um alte Kupferkabel nicht durch Glasfaserkabel ersetzen zu müssen, gibt es den Ansatz Kupferkabel durch so genanntes Vectoring aufzurüsten.
14. Schon in den 1980er Jahren gab es Pläne, Deutschland flächendeckend mit Glasfaserkabeln auszustatten. Diese wurden aber mit dem Ende der sozial-liberalen Koalition nicht weiterverfolgt.
15. In Südkorea, das heute als eines der Länder mit der besten Internet-Infrastruktur gilt, hat man sich schon früh für Glasfaser entschieden. Dort wurden die Kabel aber nicht überall unter der Erde verlegt. In der Hauptstadt Seoul sieht man viele Kabel, die wie Stromkabel über die Straße gehängt werden.
16. Auch kabelloses Internet, so genanntes WLAN, braucht diese Kabel. Denn auch die Funkmasten sind mit Kabeln verbunden.
17. Außer den Kabeln benötigt das Internet drei weitere zentrale Bestandteile: Server, Router und das Endgerät, über das die Nutzer*innen ins Internet gehen.
18. In den 1990er Jahren gab es einen Werbespot mit dem Tennissspieler Boris Becker, in dem dieser sich mit einem Endgerät mit dem Internet verbindet und dann erstaunt fragt: „Bin ich schon drin?“
19. Texte über das Internet kommen in diesem Land nicht ohne diese Referenz aus. Ebenfalls verpflichtend für alle, die planen übers Internet zu schreiben: eine Referenz zu Angela Merkels Satz vom Neuland. Was hiermit erledigt ist.
20. Die Router sind die Lotsen ins Internet. Sie haben vermutlich auch einen Router in ihrem Wohnung stehen – er ist Ihre Verbindung ins Internet. Da das Internet ein Netzwerk ist, sind Sie dank des Routers auch immer Teilnehmer*in. Das Internet ist keine Einbahnstraße, sie sind nicht drin, sondern dabei.

21. Wie Sie persönlich dabei sind, können Sie über ihr so genannte IP-Adresse z.B. über utrace.de nachverfolgen.
22. Im Zusammenspiel von Kabeln, Servern, Routern und Endgeräten sind die Kabel die unterste Ebene des Austauschs. Würde man das Internet mit dem Versand eines Papierbriefes vergleichen (was ich in der „Gebrauchsanweisung für das Internet“ tue), wären die Kabel die Transporter oder LKW.
23. Die Router entsprechen den Verteilzentren der Post, sie schicken die Daten jeweils auf Teilstrecken, bis sie erneut auf Router treffen. Der Server (engl. für »Diener«) schließlich ist der Briefkasten, in den und aus dem Absender und Empfänger (also die Endgeräte) den Brief stecken und herausnehmen.
24. Die Art der Zusammenarbeit wird über so genannte Protokolle geregelt. Diese kann man sich vorstellen wie das diplomatische Protokoll bei einem Staatsempfang. Sie schaffen eine Art Grammatik fürs Internet.
25. Der Austausch von Informationen wird über das so genannte Client-Server-Modell geregelt.
26. Der Server hält Informationen bereit, die der Client nach bestimmten Regeln abrufen kann.
27. Häufig werden Server in Schränken, sogenannten Racks, gestapelt, die wiederum so zahlreich sind, dass man von Serverfarmen spricht und zum Vergleich mit Fußballfeldern greift, um ihre Größe zu beschreiben.
28. Das Netzwerk, das wir als Internet kennen, basiert auf dem so genannten Prinzip der Paketvermittlung. Das heißt: Inhalte werden in Pakete zerlegt und über sehr viele unterschiedliche Wege transportiert und erst am Ende wieder zusammengefügt.
29. Die kleinen Pakete werden unabhängig von ihrem Inhalt alle gleich behandelt. Das meint der Begriff der sogenannten Netzneutralität. Das Netzwerk priorisiert den Versand nicht, es schafft lediglich die Verbindung.
30. Ein Dienst, der dieses Netzwerk nutzt, ist zum Beispiel E-Mail. Das Besondere an Mail: diese Verbindung kommt ohne zentrale Instanz aus, sie ermöglicht den Austausch zwischen völlig unterschiedlichen Partnern. Das ist ein großer Unterschied zu den Kommunikationsangeboten großer Dienste wie Facebook.

31. Es ist ohnehin wichtig zu betonen: Das Internet ist viel mehr als Google oder Facebook – auch wenn die großen Firmen das Internet heute dominieren. Man spricht in einem Akronym von der Übermacht von GAFAM (Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft).
32. Der besondere Zauber des Internet basiert darauf, dass es ein dezentrales Netzwerk ist, das ohne Zentrale auskommt. Bei der Verbindung ist dem Internet egal, welche Sprache, Betriebssystem oder Lebensalter ein Computer hat: es verbindet diese einfach.
33. Ich habe das Internet als grundlegende Infrastruktur gelegentlich als Ausdruck für eine Haltung beschrieben, die ohne Ausgrenzung und Nationalismen auskommen.
34. Das heißt nicht, dass diese auf der Anwendungsebene durchaus noch zu sehen sind. Aber eigentlich gilt: „Wer sich und seine Heimat ernsthaft für etwas Bessere hält, darf das Internet eigentlich nicht benutzen – seine bloße Existenz beweist nämlich, dass die Idee von Ausgrenzung und Distinktion überholt ist.“
35. Seine Existenz verdankt das Internet einem Projekt der „Advanced Research Projects Agency“ des US-Militärs. Deshalb hieß der Vorläufer des heutigen Internet Arpanet – und ging in diesem Oktober vor 50 Jahren ins Netz.
36. Im Raum 3420 der UCLA in Los Angeles wurde erstmals eine Verbindung zu anderen Rechnern hergestellt. Im empfehlenswerten Film „Wovon träumt das Internet?“ von Werner Herzog wird dieser Moment ausführlich in Szene gesetzt.
37. Im März 1989 schrieb Tim Berners-Lee einen Förderantrag im CERN in Genf, aus dem das hervorging, was viele heute für das Internet halten: das World Wide Web. Das Ziel des WWW ist es, Wissen miteinander zu verbinden.
38. Internet und Web haben einen grundlegenden Wandel in der Gesellschaft ansgestossen. Der Schweizer Kulturwissenschaftler Felix Stalder zeichnet in seinem Buch „Kultur der Digitalität“ drei grundlegende Entwicklungslinien. Diese sind: Referentialität, Gemeinschaftlichkeit und Algorithmizität.
39. Im Jahr 2004 kam erstmals der Begriff Web 2.0 auf. Tim O’Reilly definierte in einem Grundlagentext sechs Eigenschaften: „Web 2.0 wird erstens als eine Plattform betrachtet, es setzt zweitens auf die sogenannte Weisheit der vielen (Folksonomy statt Taxonomie), die Nutzer werden drittens als Mitarbeiter ohne Bezahlung eingespannt. Viertens wird Software eingesetzt, die über einzelne Gerätekategorien hinaus anwendbar ist, Daten sind fünftens wichtiger als Design, und es greift sechstens der sogenannte Long Tail. Unter diesem Titel (Der lange Schwanz) hat Chris Anderson ein Buch veröffentlicht, das beschreibt wie durch das Internet auch Nicht-Bestseller zu Verkaufserfolgen werden – weil sie eben sehr lange genutzt werden können.“
40. Als Schlagwort wird Web 2.0 vor allem als Oberbegriff für aktive Nutzer*innen verstanden. Es bildet die Grundlage für den Trend des Prosumers – und drückt sich vor allem auch in so genannten sozialen Medien aus wie Twitter oder Facebook aus.

41. Ein besonders Beispiel für diese Form der Beteiligungskultur ist die Enzyklopädie Wikipedia, an der man die Verflüssigung der Kultur beschreiben kann. Sie zeigt, wie Kultur zu Software wird.
42. Durch die aktiven Nutzer*innen entstand auch einen neue Form von Kultur. Der so genannten Meme-Kultur des Internet sind zum Beispiel auch kreative Anwendungsformen von Buchstaben und Symbolen zu verdanken – der Shruggie steht z.B. nicht nur für das Gefühl, online zu sein. Ich glaube sogar, dass er eine eigenen Philosophie ausdrückt.
43. Schon im Jahr 1996 formulierte der Internetforscher Nicholas Negroponte eine Befürchtung, die die Schattenseiten des Internet betrifft: „Wenn Sie mich fragen“, sagte er in einem Interview, „ist das die dunkle Seite des Internets, die wir auch sehr genau beobachten müssen. Die Privatsphäre mag in der Welt von Bits leichter erreichbar sei als in der Welt von Atomen, aber wenn wir nicht aufpassen, können wir sie auch schneller verlieren.“
44. Negropontes Buch „Total Digital“ stammt zwar aus den 1990er Jahren, zählt aber mit zum Besten, was man über die Digitalisierung lesen kann.
45. Der Kampf für Datenschutz gegen staatliche und kommerzielle Überwachung ist der Antrieb für eine neue Form von NGOs, die durch das Internet entstanden sind. EFF, Netzpolitik oder La Quadratur du Net sind Beispiele für eine digitale Zivilgesellschaft, die Ausdruck auch in der Gründung der Piratenpartei oder in Demonstrationen wie im Frühjahr gegen die europäische Urheberrechtsreform fand.
46. Diese Demonstrationen und die Debatte zum Beispiel um das Rezo-Video im Frühjahr zeigen, dass die Unterscheidung, die Marc Prensky 2001 getroffen hat, immer noch trennt – Eingeborene und Zugereiste des Digitalzeitalters. Es ist eine bedeutsame Aufgabe, diesen digitalen Graben nicht wachsen zu lassen.
47. Ein wichtiger Ansatz dafür, ist ein gelassener – ich schlage vor kulturpragmatischer – Blick auf das in Wahrheit gar nicht mehr so neue Medium Internet. Das bezieht sich vor allem auf das aktuell populärste Endgerät: das Smartphone, dessen Umgang die Gesellschaft einüben, aber nicht weiter verteufeln sollte.
48. Vielleicht ist es auch eine Idee, das Internet als Heimat zu denken – in Form einer Internet-Straße oder zumindest in Form einer Jubiläumsbriefmarke.
49. In jedem Fall ist das Internet in seinem 50sten Jahr viel umfassender und breiter geworden als jemals gedacht. Es hat tiefgreifende gesellschaftliche Transformationen ausgelöst, die rein technologisch nicht gelöst werden können. Es braucht auch einen kulturellen Wandel.
50. Diesem Wandel könnte man zum Beispiel Rechnung tragen, in dem die Bundesregierung – vergleichbar dem Umweltministerium – ein Querschnitts-Ressort einführt, das den Titel „Bundesministerium für Internet und Digitalen Wandel“ tragen könnte.


Dieser Text stammt aus dem monatlichen Newsletter Digitale Notizen, in dem man mir beim Denken zusehen kann. Ergebnis dieses Denkens war zum Beispiel das Buch „Gebrauchsanweisung für das Internet“, das bei Piper erschienen ist.

In diesem Newsletter sind schon häufiger Beiträge über das Internet erschienen – z.B. „Generation Bewahren vs. Generation Gestalten (Mai 2019), „Was ist dein Bild vom Internet?“ (August 2018), „Altland – eigentlich sollten wir online sein“ (April 2018). Das Thema findet sich aber auch in anderen Beiträgen im Blog – wie z.B. Deutschland und das Internet oder Wer nur am Rand hockt, braucht kein Wasser im Pool

Shruggie des Monats: der Fußball-Botschafter 2019

Der Shruggie des Monats ist eine von meinem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ inspirierte Rubrik meines monatlichen Newsletters (den man hier kostenlos bestellen kann). Darin beschreibe ich Personen, Ideen und Begebenheiten, die mir besonders passend zur Hauptfigur aus dem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ erscheinen – dem ¯\_(ツ)_/¯.

Ich habe eine Schwäche für Fußball-Metaphern. Ich mag es, den Sport als Bild für gesellschaftliche Entwicklungen zu nehmen und daraus ungefragt Schlüsse zu ziehen. Im Digitale-Notizen-Newsletter habe ich das hier schon mal anhand des Begriffs Unbeugsam und der allgegenwärtigen Fehlerkultur getan. Und genau in diesem Sinne möchte ich ein Zitat nutzen, das ich unlängst vom Deutschen Fußballbotschafter 2019 gelesen habe. Jürgen Klopp, Trainer des FC Liverpool, ist vor ein paar Tagen auf diese Weise ausgezeichnet worden – und Ende April sprach er im Interview mit der Deutschen Welle dieses Worte als er auf das Klischee des ewigen Finalverlierers angesprochen wurde:

Ich stand bereits sechsmal mit einem Team in einem Endspiel und habe sechsmal verloren. Aber das macht mich nicht zu einer gebrochenen Person oder so. Für mich bedeutet das Leben, es immer wieder zu versuchen. Wenn nur Gewinner überleben dürfen, können wir alle einpacken (…) Wenn der liebe Gott mich dafür braucht, um zu zeigen, dass jemand sechs Endspiele in Folge verliert und er es tatsächlich auch noch ein siebtes Mal versucht, dann bin ich die perfekte Person dafür. Keine Ahnung, wer das entschieden hat, aber offensichtlich ist das ein lustiger Kerl.

Diese Worte wurden gesprochen bevor Klopps Mannschaft erst ein sensationelles Spiel mit epischer Niederlage in Camp Nou und anschließend ein Rückspielwunder gegen Barcelona ablieferte. Als Klopp diese Perspektive eröffnete, war überhaupt nicht klar, ob Liverpool überhaupt ein weiteres Mal ein Finale erreichen könnte. Jetzt stehen sie im Endspiel von Madrid – und können die Champions League gewinnen. Manche sagen, Klopp müsse jetzt auch mal ein Finale gewinnen, sonst bleibe er der ewige Zweite.

Ich habe mit großem Interesse die Klopp-Biografie von Raphael Honigstein gelesen (der vor einer Ewigkeit auch schon mal hier im Blog zu Gast war) und das DW-Interview und ich finde, dass Klopp auf wunderbare Weise den Eindruck vermittelt, dass ihm egal ist, was andere über ihn denken könnten. Über die Finalniederlagen sagt er: „Ich kann ich damit leben. Es waren nicht gerade die besten Tage meines Lebens, sie schaffen es auch nicht in meine Top-Five. Aber trotzdem sind es sehr wichtige Erfahrungen für mich, und ich will sie für die Zukunft nutzen.“ ¯\_(ツ)_/¯

Das allein wäre angetan, um als Shruggie des Monats in den Tagen vor dem entscheidenden Spiel gegen Tottenham ausgewählt zu werden. Aber Klopp schließt noch eine Botschaft an diesen shruggiehaften Umgang mit Sieg und Niederlage an. Und wenn Fußball eine Botschaft hat (und einen Botschafter, der sich übermittelt), dann sind Klopps Ratschläge, die er für junge Spieler hat, vielleicht nicht die schlechtesten Ideen um etwas im Sinne des Shruggie „für die Zukunft“ zu nutzen. Er rät:

Sei offen und lerne die Sprache so schnell du kannst! Das Wichtigste ist: Sei offen und lerne, lerne, lerne! Das hören junge Menschen vermutlich nicht gerne. Aber Lernen heißt tatsächlich vom Leben lernen.

Ich würde mir wünschen, dass Klopp das Finale gewinnt. Aber irgendwie geht es darum in Wahrheit gar nicht.

¯\_(ツ)_/¯

Hier das ganze DW-Gespräch auf englisch anschauen:

Der Shruggie des Monats ist eine Rubrik aus meinem Newsletter (den man hier kostenlos bestellen kann). Der Shruggie ist die Hauptfigur aus meinem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“, in dem ich zehn Gründe für einen gelassenen Umgang mit dem Neuen versammle. Wer mehr über das Web und das Internet lernen will, kann dies in meinem Buch „Gebrauchsanweisung für das Internet“ tun.

loading: New Work needs Inner Work

Wie arbeitet man in einer Welt, die von Ungewissheit bestimmt ist? Mit dieser Frage beschäftigen sich Joana Breidenbach und Bettina Rollow in ihrem Buch „New Work needs Inner Work“, das gerade in einem Crowdfunding-Projekt auf Startnext finanziert wird. In dem Moment, in dem ich diese Zeilen tippe (und das Buch auch selber bestelle), steht es bei 9500 Euro. Das ist knapp unter der Fundingsumme von 10.000 Euro.

Joana Breidenbach hat den loading-Fragebogen zu dem Projekt beantwortet.

Was macht ihr?
Wir haben ein Buch für Menschen, Unternehmen und Teams geschrieben, die sich für selbstorganisiertes Arbeiten interessieren. Die wissen wollen, wie man von einem konventionell hierarchischen Unternehmen zu einer wesentlich flexibleren und dynamischeren Organisation wird, welches für die aktuellen Herausforderungen und das digitale Zeitalter viel besser geeignet sind.

Warum macht ihr es (so)?
Wir berichten aus der Perspektive der Unternehmerin (Joana), die sich als Chefin ihres Unternehmens abgeschafft hat und der Perspektive des Coaches (Bettina), die diese Transformation (und viele vergleichbare) begleitet hat. Wir hatten Laloux’s Buch Re-Inventing Organisations gelesen und waren sehr inspiriert. Aber Laloux beschreibt nur Fallbeispiele und nicht, wie man zu so einem agilen und potentialorientierten Arbeitsumfeld wird. Deshalb wollten wir basierend auf unseren eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen ein sehr praxisorientiertes Handbuch schreiben.

Wer soll sich dafür interessieren?
Das Buch richtet sich an alle, die selbstbestimmter arbeiten und leben wollen. Es hilft Führungspersonen und Mitarbeitern herauszufinden, welche Führungsstile und Formen der Zusammenarbeit zu ihrem Unternehmen passen. Es hilft allen Fans von Frederic Laloux herauszufinden, wie sich Re-Inventing Organisations in die Praxis umsetzen läßt. Es liefert Unternehmern einen Leitfaden um die Qualität des eigenen Coaches oder Organisationsentwicklers einzuschätzen. Es bietet Coaches eine ausgereifte Methodologie um Teams auf ihrem Weg zur Selbstorganisation zu begleiten. Es eignet sich aber auch für den allgemeinen Leser, der am „cutting edge“ der Menschheitsentwicklung interessiert ist. Denn die hier beschriebenen inneren Kompetenzen – wie Selbstkontakt und Selbstreflexion, Multiperspektivität und Intuition – sind notwendig um in zunehmend komplexen Umgebungen zu agieren

Wie geht es weiter?
Ich habe heute gerade die Korrekturfahnen von unserer Lektorin wiederbekommen und der Grafiker hat die Entwürfe für das Cover geschickt. Die Gestaltung wird sehr schön! Mitte April sollten die ersten Crowdfunder das Buch in den Händen halten können.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Digitalisierung verändert unsere Welt auf sehr spannende Weise, u.a. indem es alles verflüssigt. Wenn wir dieser neuen Komplexität und Dynamik gerecht werden und sie aktiv gestalten wollen, müssen wir selbst als Menschen beweglicher und flüssiger werden. Wir müssen lernen Sicherheit und Orientierung weniger in der Außenwelt zu suchen, als in uns selbst. Deshalb bin ich überzeugt, dass Digitalisierung mit einer Neuentdeckung und Vertiefung unserer Menschlichkeit einher geht. New Work needs Inner Work.

>>> Hier das Buch auf Startnext kaufen

10 Dinge, die ich in „Chaos im Netz“ übers Internet gelernt habe

Es war im Jahr 1992 als die Autorin Jean Armour Polly für einen Artikel über das Internet nach einem Bild suchte. Sie entdeckte auf ihrem Mousepad das Motiv eines Surfers und nutzte es als Überschrift für ihren Text. Der „Information Surfer“ ist aber seit dem viel mehr: Surfen ist zu dem Symbol geworden für das, was man so schwer ins Bild setzen kann: im Internet sein.

Seit dieser Woche ist ein Film im Kino, dem das sehr gut gelingt. Er heißt „Chaos im Netz“ (im Original „Ralph Breaks the Internet“) und ist mehr als ein Disney-Kinderfilm. Denn dem Film gelingt es, das „Im Internet sein“ gut ins Bild zu setzen. Die Kolleg*innen der Kinderzeitung der SZ haben mich deshalb gebeten, über den Film und das Internet zu schreiben.

Die Bilder und Lehren, die man aus „Chaos im Netz“ ziehen kann, sind aber auch für Erwachsene äußerst interessant. Deshalb hier die zehn wichtigsten Erkenntnisse aus „Ralph Breaks The Internet“ – über das Internet:

1. Ohne Kabel geht gar nichts: Wie richtig dieser Satz ist, stellen gerade Menschen in Tonga fest. Ein Tiefseekabel ist zerstört worden und sie sind im Wortsinn vom Internet abgeschnitten. Im Film schlüpfen die Hauptfiguren Ralph und Vanellope durch die Kabel ins Internet. Die sehen aus wie Wasserrutschen und treiben sie in hohem Tempo immer tiefer rein ins Netzwerk. Wer sich dafür interessiert, wie diese Kabel außerhalb des Films aussehen, sollte sich das Buch Kabelsalat (von Andrew Blum) besorgen oder die Website wodasinternetlebt.de von Moritz Metz besuchen.

2. Das Zauberwort heißt Packet-Switching: Vanellope und Ralph werden bei der Reise durch die Kabel getrennt. Jeder reist für sich. Ich sehe darin ein (etwas weit hergeholtes) Bild für das grundlegende Prinzip des Packet-Switchings. Für die Datenübertragung übers Internet werden Informationen nämlich in kleine Teile zerlegt, die über unterschiedliche Wege versendet und erst am Ende wieder zusammengesetzt werden. Denn das Internet ist ein dezentrales Netzwerk, das auf eine zentrale Verteilstation verzichtet.

3. Das Internet ist nicht das Web:
Am Ende der Wasserrutschen Kabel landen Ralph und Vanellope in einer riesigen unübersichtlichen Stadt. Hier gibt es allerlei Firmen, die man so oder ähnlich auch aus dem echten Web kennt. Sie werden in dieser Stadt durch große Gebäude symbolisiert. Dieses Bild ist vermutlich ein wenig schief, richtig ist aber, dass das nicht das Internet ist. Diese unübersichtliche Stadt, in der kleine Figuren mit Schildern zwielichtige Angebote machen (JP Spamley), ist das Web. Dabei handelt es sich um eine Anwendung, die die Infrastruktur „Internet“ nutzt. Weitere Anwendung sind Mail oder FTP. Eine zentrale Rolle spielen dabei die so genannten Protokolle, die man sich ein wenig wie die Grammatik in der Sprache vorstellen kann. Sie regeln, dass die völlig unterschiedlichen Geräte und Systeme sich auch verstehen.

4. Links sind wie magische Züge: in der großen Web-Stadt gibt es einige tolle Besonderheiten. Am schönsten sind die magischen Züge, die plötzlich angerauscht kommen, wenn man irgendwo hinwill. Sie sind das Bild, das die „Chaos im Netz“-Erfinder für die wichtigste Grundlage des Web gefunden haben: den Link. Er verbindet Informationen, die vorher unverbunden waren. Das ist die Kernidee dessen, was Tim Berners-Lee in den 1990er Jahren das World Wide Web nannte.

5. Einen Algorithmus muss man sich wie eine sehr kluge Frau vorstellen: Das Web ist etwas anderes als das Internet und beides ist etwas anderes als Google oder Facebook oder eBay (das erstaunlich ausführlich beworben wird in dem Film). Dabei handelt es sich um Anwendungen, die im Web stattfinden. Die Google-Suche greift dabei auf Rechenanweisungen zurück, um festzustellen, welche Suchergebnisse wie wichtig sind. Man nennt diese Anweisungen Algorithmen. Im Film wird der Algorithmus im Bild einer sehr gewandten Chefin eines Unterhaltungskonzerns ausgedrückt. Die Figur Yesss berät Ralph und Vanellope als diese populäre Videos drehen wollen.

6. Autovervollständigung kann sehr lustig sein Wie ein Algorithmus arbeitet, zeigt der Film am Beispiel des Alleswissers, der in einer Bibliothek hockt und Fragen von Information Surfern beantwortet. Die Parallele zur Suchmaschine ist deutlich erkennbar – sie wird aber besonders dadurch betont, dass der Alleswisser wie die Autovervollständigung beim Tippen, stets versucht den Satz der Fragenden zu beenden. Das wirkt durch den Gesprächs-Charakter sehr lustig – und legt offen: das Ziel von Suchmaschinen ist nicht das Suchen. Sie wollen möglichst schnell und möglichst passend antworten. Manchmal sogar schneller als gefragt wurde.

7. Das Web schafft neue Geschäfsmodelle: Ralph und Vaneloppe nutzen die Viralkultur des Web (und die Hilfe von Yessss) um sehr schnell berühmt zu werden – und damit Geld zu verdienen. Wie aus der Popularität Geld wird, beschreibt der Film nicht. Dafür zeigt er, wie Popularität entsteht: Wenn viele Menschen auf einen Link klicken und ihn teilen. Mit Staubsaugern werden dann Like-Herzen eingesammelt, wenn Ralph wie eine Ziege singt. Das ist ein gutes Bild für die Aufmerksamkeits-Ökonomie des Netzes.

8. Meide die Kommentare: diesen Ratschlag gibt Yesss als sie gegen Ende des Films Ralph sucht und ihn in den Kommentarspalten seiner Videos findet. Dort wird er zum Teil übel beschimpft. Ralph macht das aber nichts aus – er ist Nutzer-Unmut aus seinem Computerspiele aus dem ersten Teil gewohnt. Dennoch schafft der Film in Sachen Kommentarkultur ein erstaunlich gutes Bild für das, was man bisher Shitstorm nannte: Ich nenne es den Meinungsvirus.

9. Das Darknet ist einfach nur eine Etage tiefer: Auf der Suche nach einem Virus, den Ralph benötigt, begeben sich die Filmfiguren auch ins Darknet. Dafür fahren sie in einem nicht näher definierte Aufzug sehr lange nach unten. Das ist nicht ganz falsch. Denn das Darknet nutzt die gleiche Infrastruktur wie das so genannte Surface Web. In seinem Buch „Darknet“ unterscheidet Stefan Mey das gute, das böse und das kommerzielle Darknet. Im Fim treffen die Hauptfiguren im Darknet auf den doppelköpfigen Charakter Double Dan, desssen Cousin Gord (ein Internet-Wurm) die Verbindung von Spam-Werbung ins Darknet hergestellt hat.

10. Das Internet ist ein Wunder: Als Ralph und Vaneloppe im Web angekommen, schauen sie auf das Gewusel und Vandeloope sagt: „This is the most beautiful miracle I’ve ever seen“ In der deutschen Übersetzung ist von dem wunderschönen Wunder allerdings nichts mehr übrig. In der gleichen Szene hört man im deutschen Film stattdessen den Netz-Skeptiker Ralph sprechen. Er sagt: „Heilige Scheiße, gehts hier ab“. Das ist nur eine sehr entfernte Übersetzung des gleichen Inhalts, es ist vor allem ein sehr schönes Bild für die unterschiedliche Wahrnehmung des Internets in den USA und in Deutschland. Aus der Begeisterung über das „schönsten Wunder, das ich je gesehen habe“, wird in Deutschland „heilige Scheiße, gehts hier ab“ eine skeptische Überforderung. Das ist schade, denn eine zentrale Erkenntnis des Films ist auch: Das Internet ist schon ein ziemlich tolle Sache!

Gerade ist die Gebrauchsanweisung für das Internet erschienen, „die allgemeinverständlich erklärt wie das Netz funktioniert“ – urteilt Spiegel-Online. Wenn man so will: Das Buch zum Film

Mainstream nach dem Ende des Durchschnitts

Im dritten Jahr in Folge ist der am häufigsten gestreamte Künstler auf Spotify in Deutschland ein junger Mann, den in meinem direkten Umfeld niemand kennt. Nun darf man den persönlichen Umfeld-Anekdoten nur bedingt trauen. Im aktuellen Fall scheint es dafür jedoch einen weiteren Beleg zu geben. Denn auch als der gesuchte Künstler unlängst den ersten Platz der Albumcharts einnahm, schrieb Gerrit Bartels im Tagesspiegel: den kennt ja keiner.

Er drückte das etwas feuilletonistischer aus – und zwar so:

Selbst in Kreisen, die der Popmusik nicht ganz fern stehen (…), stößt man oft auf Kopfschütteln, wenn Namen wie Trettmann, Gringo, Bonez MC, Capital Bra oder Raf Camora fallen. Nie gehört, heißt es dann, obwohl es gerade diese Musiker sind, genauer: diese Deutsch-Rapper, die Woche für Woche mit neuen Songs herauskommen und es damit sofort auf die Spitzenplätze schaffen.

Den Spitzenplatz im Spotify-Jahresranking hat RAF Camora erklommen, dessen Namen weniger Bezug auf die Rote Armee Fraktion nimmt als auf seinen bürgerlichen Namen Raphael Ragucci. Auf Instagram gefällt das aktuell 112.000 Accounts – und ich frage mich seit ich die Meldung las: Was heißt das eigentlich für unsere Vorstellung von Mainstream (hihi), wenn der Streaming-Spitzenreiter in manchen Kreisen nahezu unbekannt ist?

Mein Verdacht: Das Ende des Durchschnitts ist schneller gekommen als gedacht…

Für bessere Weitsicht im Umgang mit dem Internet!

In der heutigen Ausgabe der Welt am Sonntag führt die Kollegin Jennifer Wilton ein Interview mit dem Schauspieler Moritz Bleibtreu. Darin geht es um seine Filme, ums Erwachsenwerden und in der allerletzten Antwort auch ums Internet. Bevor er dessen Abschaffung fordert, sagt Bleibtreu, er genieße es, „hier und da einen ein bisschen schlaueren Umgang mit Dingen zu haben, eine bessere Weitsicht.“

Das ist eine schöne Perspektive. Denn sie bewahrt davor, sofort auf den Empörungsreflex einzugehen, der durch die Vereinfachung in der Überschrift entstehen könnte. Es ist überhaupt eine schöne Vorstellung, sich für viele Dinge einen „ein bisschen schlaueren Umgang“ anzugewöhnen. Auch beim Schimpfen übers Internet.

Bleibtreu beschreibt in seiner vorletzten Antwort einen Gegensatz zwischen inszenierter Gewalt in Filmen (nicht so schlimm) und realer Gewalt, die im Internet gezeigt wird (sehr schlimm) und kommt zu dem Schluss: „Das ist gefährlich! Da wäre ich der Erste, der eine Petition unterschreiben würde!“ Und auf die abschließende Gegenfrage „Eine Petition gegen Gewaltvideos?“ setzt er dann zu der viel zitierten Antwort an:

Oder auch das ganze Internet. Schafft das Internet ab! Dafür würde ich sogar auf die Straße gehen. Sofort! Ich brauche das nicht. Ich glaube, das ist die größte Büchse der Pandora, die die Menschheit bisher geöffnet hat. Ich würde es gern wieder loswerden. Es gibt so viele politische Dinge, für die die Leute auf die Straße gehen – aber wenn man sich mal anschaut, wo die Wurzeln für vieles liegen, das wir gerade erleben, die sind doch in dieser zweiten Realität zu finden. Und keiner kommt auf die Idee, das zu fordern: Schaltet doch mal dieses Internet ab.

Ich mag das Internet. Es ist für mich ein ortloser Ort, der Heimat sein kann und der Beweis dafür, dass Kooperation und ein Leben über Grenzen hinweg funktionieren kann. Insofern bin ich vielleicht sehr schlecht geeignet, um Bleibtreus Antwort zu bewerten. Ich nehme es mir dennoch heraus, drei gängige Internet-Kritik-Muster einzuordnen, die auch Leute an den Tag legen, die einen ein bisschen weniger schlauen Umgang mit Dingen pflegen als der Schauspieler:

1. „Ich brauche das nicht“ ist zwar ein schöner Satz, aber in jeglicher gesellschaftlichen Debatte vor allem Ausdruck eines ein bisschen weniger schlauen Verständnis‘ von Öffentlichkeit. Ich persönlich brauche z.B. auch keine Filmförderung, dennoch käme ich nicht auf die Idee, ihre Abschaffung zu fordern. Das Internet (und in Wahrheit meint Bleibtreu vermutlich eh erstmal nur das Web) ist ein öffentlicher Ort, dessen Wert sich auch dadurch bestimmt, wer sich wie einbringt. Man könnte zum Beispiel mal fragen: Warum gibt es eigentlich vergleichsweise viel öffentliche Filmförderung und vergleichsweise wenig öffentliche Digitalförderung? Weshalb gehen Gesellschaft und Politik davon aus, dieser öffentliche Raum werde sich schon ganz von alleine gestalten?

2. Das Ziel der Internet-Kritik ist häufig gar nicht das Internet. So auch bei Bleibtreu: Ihm geht es nicht darum, dass etwas an der technischen Infrastruktur geändert wird, er kritisiert auch nicht die Algorithmen der großen Internet-Anbietern (was man tun könnte), sondern stört sich an manchem, was Menschen ins Web posten. Vint Cerf, einer der Väter des TCP/IP-Protokolls, hat auf diese Form der Kritik unlängst sehr treffend geantwortet, das Netz sei „zum Spiegel unserer globalen Gesellschaften geworden“ – weshalb jegliche Kritik dieser Art in erster Linie eine Gesellschafts- und keine Internetkritik sei. Konsequente Folge dieser Kritik müsste also sein: höheres gesellschaftliches Engagement und nicht die platte Forderung der Abschaffung.

3. Dass man eine solche Forderung überhaupt stellen kann, zeigt, dass wir einem grundfalschen Narrativ über das Digitale nachhängen. Man stelle sich kurz vor, jemand würde den Autoverkehr beenden wollen, weil auf deutschen Straßen jährlich über 3000 Menschen zu Tode kommen: „Schafft das Auto ab!“ Wer das sagt, würde sofort für verrückt erklärt werden (fragen Sie mal VW-Chef Driess, der schon „Arbeitsplätze!“ ruft, wenn jemand nur die Klimaziele einhalten will). Dabei ist die Forderung nach Schließung der Autobahnen viel weniger absurd als jene der Schließung der Datenautobahnen. Dass wir trotzdem nicht darauf kommen, liegt an der falschen Perspektive auf das Neue und auf das Digitale. Und diese Perspektive wird durch Forderung wie jener von Bleibtreu noch verstärkt.

Ich glaube, wir brauchen dringend einen anderen Blick aufs Digitale in Gänze und sehr konkret aufs Internet. Denn in Wahrheit ist es ein großartiger ortloser Ort, den es nur gibt, weil die Ideen einer offenen pluralen Gesellschaft auf eine andere technische Ebene gehoben wurden. Es ist möglich, dass wir uns diesen ortlosen Ort aus der Macht der Überwacher und der Konzerne zurückholen – das habe ich jedenfalls diese Woche auf der ARD-Bühne auf der Frankfurter Buchmesse behauptet. Und ein erster Schritt besteht darin, „hier und da einen ein bisschen schlaueren Umgang mit Dingen zu haben, eine bessere Weitsicht“: das Internet ist ein menschheitshistorisches Geschenk, wir müssen lernen damit umzugehen!

Links:
– Das Bleibtreu-Interview in der Welt am Sonntag
– Das Interview auf der Frankfurter Buchmesse
– Das Buch „Gebrauchsanweisung für das Internet“
– Die Idee „Heimatverein Internet“

Was ist dein Bild vom Internet? (Digitale August-Notizen)

Dieser Text ist Teil der August-Folge meines monatlichen Newsletters „Digitale Notizen“, den man hier kostenlos abonnieren kann.

Seit diesem Monat wird die deutsche Bundesregierung digital beraten. Der so genannte Digitalrat versammelt Menschen mit Internet-Kenntnis, die der Bundesregierung „unbequeme Fragen“ zum Thema Digitalisierung stellen sollen. So steht es auf der Website der Bundesregierung – und das wurde in den vergangenen Tagen ausgiebig diskutiert kritisiert: Neben der berechtigten Anmerkung, dass in diesem Gremium die Zivilgesellschaft fehlt, zeigte mir manche Stichelei (Äh, Flash auf der Seite, hihi), dass wir mal übers Internet reden müssen – und über das Bild, das wir vom Internet haben.

Es ist an der Zeit, die schau mal, die checkens nicht“-Haltung zu überwinden, die ich mancherorts im Netz noch wahrnehmen, wenn die Politik versucht, sich dem Thema Digitalisierung zu nähern. Dass es den Digitalrat gibt, ist richtig und in Wahrheit überfällig. Und dass die Leute, die sich dort ehrenamtlich engagieren, ihre Sachkenntnis nachgewiesen haben, ist auch erkennbar. Es scheint mir deshalb geboten, diesen Kanal zu nutzen, um relevante digitale Fragen endlich auf diesem Weg auf die Agenda zu bringen – ich hab mal eine Twitter-Liste gemacht.

Unser Bild vom Internet ist viel zu häufig noch geprägt von den Debatten der vergangenen Jahre: von der Frage nach dem digitalen Graben und der Auseinandersetzung darüber, ob es nun gut oder gefährlich ist, dass wir das Internet haben. Dabei haben wir übersehen, dass es keine Selbstveständlichkeit ist, dass wir das Internet überhaupt haben. „Hinter den Debatten um all die schlimmen Seiten des Internet verbirgt sich nämlich eine der großartigsten Erfindungen unserer Zeit, die Menschen klüger und fröhlicher machen kann; wenn man sie richtig einsetzt – und sich daran beteiligt.“ So habe ich es auf die erste Seite des großspurigsten Buches geschrieben, an dem ich je gearbeitet habe. Es heißt „Gebrauchsanweisung für das Internet“ und erscheint am 4.9. in der gleichnamigen Serie im Piper-Verlag.

Zum Erscheinen des Buchs „Gebrauchsanweisung fürs Internet“ gibt es einen Fotowettbewerb mit dem Piperverlag. Das Buch ist ab dem 4.9. im Handel – hier kann man direkt beim Verlag vorbestellen.

Unter dem Hashtag #meinbildvominternet sammeln wir genau das: Fotos vom Netz! Fotografiere dein Bild vom Internet, lade es unter dem Hashtag #meinbildvominternet auf Instagram oder Twitter und gewinne mit etwas Glück eine von drei signierten Gebrauchsanweisungen. Details zum Gewinnspiel gibt es ab 4.9. auf dem Instagram-Account vom Piperverlag.

Natürlich maße ich mir nicht an, Regeln für das Internet (das ganze Internet!) aufzustellen oder gar im Sinne eines Beipackzettels richtiges Verhalten zu beschreiben. Das ist auch nicht der Sinn der Serie, in der auch schon Gebrauchsanweisungen für die Welt, das Leben und das Jenseits erschienen sind. Es geht eher im Sinne des ersten Autors der Gebrauchsanweisungen darum, einen Kontinent zu bereisen. Vor vierzig Jahren schrieb Paul Watzlawik eine Gebrauchsanweisung für Amerika – und in dem Internet-Buch versuche ich, den ortlosen Ort Internet als Reise-Destination zu beschreiben.

Vor allem aber möchte ich mein Bild vom Internet beschreiben – als Ort, der durch sein bloße Existenz beweist, wie toll Diversität und Multi-Kulti ist. Dieses dezentrale Netzwerk ist eine menschheitshistorische Erfindung von so großem Wert, dass es uns häufig gar nicht mehr auffällt. Dabei ist es der europäischen Idee nicht ganz unähnlich – und beides gilt es meiner Meinung nach zu verteidigen. Vielleicht kann man mit etwas Pathos sogar sagen, dass dies die zentrale Aufgabe unserer Generation ist: Die großartigen Errungenschaften Internet und Europa gegen die unterschiedlichen Angriffe zu verteidigen.

Doch Vorsicht: Dabei geht es natürlich nicht ums Konservieren oder um rückwärtsgewandte Vergangenheitsverklärung. Das Internet als lebendiges Netzwerk soll nicht kulturpessimistisch glorifziert, es soll auf Basis des Ideen von Pluralität und Demokratie belebt werden. Damit beziehe ich mich einerseits auf Ansätze, die bedeutsame Ideen wie RSS wiederbeleben wollen, es geht mir bei diesem Bild vom Internet aber um Grundlegendes – wie ich es an anderer Stelle schon erwähnt habe: „Dass völlig unterschiedliche Systeme, auf sehr alten und brandneuen Computern in diesem durch und durch heterogenen Netzwerk der Netze miteinander kommunizieren können (ermöglicht durch das zugrundliegende Internetprotokoll TCP/IP), ist eine bedeutsame, wenn man so will, multikulturelle Erfindung. (…) Denn dass es das Internet überhaupt gibt, zeigt, dass Diversität und Unreinheit funktionieren. Es zeigt, dass die Idee von Völkerverständigung, Offenheit und Pluralismus keine Spinnerei ist, sondern greifbare Wirklichkeit. Es lohnt sich, dieser Idee zu folgen, gerade auch, um gestaltend auf die dunklen Seiten zu reagieren, die durch das Netz zuweilen befördert werden.“

Es ist kein Zufall, dass ich diesen Text an dem Wochenende veröffentliche, an dem unter dem Hashtag #SaveYourInternet in Europa demonstriert wird. Es zeigt, dass auf europäischer Ebene für den Wert des Internet gestritten wird. Das finde ich gut und wichtig. Es macht uns deutlich: Das Internet ist nicht einfach immer so da. Damit es ein demokratischer Raum bleibt, muss man sich engagieren. Das kann auf unterschiedlichen Ebene geschehen. Ein wichtiger Schritt wäre, sich über das eigene Bild vom Internet bewusst zu werden – und darüber zu reden. Auch und gerade mit denen, die sich im Internet vielleicht noch nicht so Zuhause fühlen.

Für alle anderen soll es übrigens demnächst einen Heimatverein Internet geben. Gerade arbeite ich mit ein paar Mitstreiter*innen an einer ersten Umsetzung der Idee. Wer darüber informiert werden will, kann sich hier eintragen.


Dieser Text stammt aus dem monatlichen Newsletter Digitale Notizen, in dem man mir beim Denken zusehen kann.

In diesem Newsletter sind z.B. erschienen: „Fünf Fitness-Übungen für Demokratie“ (Juli 2018) „Kann es (noch) besser werden?“ (Juni 2018) „Altland“ (April 2018) „#smarterphone“ (März 2018) „Anleitung zum Unkreativsein“ (Januar 2018) „Newsletter über Newsletter“ (Dezember 2017), „Wir sind unbeugsam“ (Oktober 2017), „Unser Land – unsere Regeln“ (September 2017) „Selbstverpflichtung gegen den Terror“ (August 2017), „Freiheit zum Andersdenken“ (Juli 2017), „Was Medien vom Laufen lernen können“ (Mai 2017), „Fairer Teilen“ (März 2017) „Streiten lernen – für ein besseres Internet“ (Januar 2017), „Digitaler Heimat- und Brauchtumsverein“ (Oktober 2016), „Ein Dutzend Ideen für die Journalistenausbildung“ (September 2016) „Kulturpragmatismus“ (Juni 2016), „Denke kleiner“ (Februar 2016 ) „Social-Media-Gelassenheit“ (Januar 2016).