Fünf Phasen des Relaunch

Netz | 26. Juli 2010

When news organisations redesign their websites, the responses sometimes look like the five stages of mourning.

Mit Blick auf den Relaunch der BBC-News verweist Josh Halliday im Guardian auf die Fünf Phasen des Sterbens (nach Elisabeth Kübler-Ross), die er auch bei der Nutzer-Reaktion auf ein sich veränderndes Webangebot ausgemacht hat: Nichtwahrhabenwollen, Zorn, Verhandeln, Depression und schließlich Akzeptanz.

Im BBC-Blog The Editors erläutert Steve Hermann in mittlerweile fünf Beiträgen (mit zahllosen Kommentaren) die Veränderungen auf der Website. Dabei schlägt ihm zu großen Teilen Ablehnung entgegen. Obwohl ich aus meiner entfernten Perspektive sagen würde: Die BBC hat viel richtig gemacht in der Kommunikation der Veränderungen. Es gab eine transparente Ankündigung, eine Bildergalerie, eine FAQ-Seite und vieles mehr. Trotzdem kocht die Debatte sehr hoch …

Well its great to know you have ignored our comments and requests,i am off to a better site, the BBC is going backwards, shame as it was a good place to visit, bye bye

Ein lehrreiches Beispiel für alle, die vor der großen Herausforderung stehen, ein existierendes Angebot zu verändern. Denn die, die eine Veränderung befürworten, melden sich nur selten – wie hier unter dem ersten Posting – zu Wort. Und wenn nicht so lautstark wie die Kritiker:

It’s about time the BBC moved forward with it’s website.

So wird Wordpress sozial

Netz, Wordpress | 26. Juli 2010

Wie macht man ein Blog sozialer? Im Eintrag 6 ways to turn your Wordpress blog into a web socialite gibt es gute Vorschläge mitsamt Links:

1. Enhance user commenting
2. Share the comments
3. Allow users to subscribe to post comments
4. Social bookmarking plugins
5. Facebook and Twitter widgets
6. Specialised social sharing options

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Das iPad wird sozial

Mac, Netz | 21. Juli 2010

Eines der größten Probleme, die das iPad meiner Einschätzung nach hat, ist die Tatsache, dass es nicht kommuniziert. Es ist ein abgeschlossenes System, das die Entwicklung hin zum aktiven Rezipienten ignoriert. ReadwriteWeb stellt heute eine App vor, die das ändern könnte: Flipboard macht das iPad sozialer. Es handelt sich dabei um einen erweiterten RSS-Reader fürs iPad, der eine Art Nachrichtenzugang ins iPad-Web werden könnte. Das Demo-Video zeigt wie das funktionieren kann:


Die im Hintergrund laufende Musik kennt man übrigens aus der TV-Serie Stromberg

Experiment: Leserdialog

Netz, Print | 23. Juni 2010

Deef Pirmansens – der spätetens seit dem Fall Hegemann – bundesweit bekannte Münchner Gefühlskonserve-Blogger schreibt über das Experiment der Welt-Kompakt, ihre Zeitung einen Tag lang von Bloggern schreiben zu lassen. In der Verlagsankündigung heißt es, man wolle …

… die Zeitung in die Hände von Bloggern geben. Ein Treffen der Welten. Eine Sonderausgabe, geplant, produziert und geschrieben von Internetautoren – darunter Jeff Jarvis, Robert Basic und Sachar Kriwoj. In Zusammenarbeit mit den Tageszeitungsredakteuren von Welt Kompakt. Hilfe, wir drucken das Internet!

Am Tag der Bundespräsidentenwahl sollen all die gemeinsam eine Ausgabe produzieren – allerdings ohne Honorar wie Deef beschreibt:

Dann erfuhr ich auf Nachfrage, dass die WELT KOMPAKT zwar gerne meine Arbeitsleistung zur Befüllung ihrer Spezialausgabe hätte, dafür aber nichts bezahlen möchte. Ich als Freiberufler verlöre einen Tagessatz meines regulären Medienjobs – ein Minusgeschäft also. Komisch, dass mir die WELT KOMPAKT das zumuten möchte, dachte ich doch, man habe mich eingeladen, weil man mir eine gewisse Wertschätzung entgegenbringt.

Zu diesem Punkt trägt er Stimmen aus der Branche zusammen und zitiert aus dem Anschreiben, mit dem er angeworben werden sollte. Spannend dabei: Es wurden nicht nur Blogger, sondern auch Kritiker von Amazon und Autoren der Wikipedia eingeladen. Deef schreibt dazu:

Komisch allerdings, dass man welt.de- und Youtube-Kommentatoren nicht eingeladen hat.

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Konflikte im Web

Netz, Print | 10. Juni 2010

“Konflikte sind der Urstoff journalistischer Arbeit. Das Projekt hat uns überzeugt, weil es das Potenzial hat, eine neue Streitkultur zu entwickeln und so auch eine junge Zielgruppe anzusprechen”

Die Axel Springer AG entdeckt die Online-Debatte. Mit dem obigen Zitat begründet Marc Thomas Spahl, Direktor der Axel Springer Akademie, die Entscheidung, im Scoop-Ideenwettbewerbs dieses Jahr das “Debattenportal” talk to the enemy zu fördern. Über dessen Idee heißt es in der Pressemitteilung:

Je fünf junge Protagonisten aus zwei verfeindeten Lagern werden von den beiden Reporterinnen als Videoblogger geschult, um ihre Lebenswelten und Perspektiven abzubilden. Neben zahlreichen Features des Web 2.0 wird authentisches, exklusives Filmmaterial im Zentrum der Website stehen, das journalistischen Vorgaben folgt. So werden Konflikte pointiert aufbereitet, argumentativ ausgetragen und von der Community diskutiert werden.

More User Engagement

Netz, Print | 2. Juni 2010

Im Netzökonom-Blog weist Holger Schmidt auf eine Präsentation von Hal Varian hin, die man hier anschauen kann:

031310 Hal Varian FTC Preso – Revised

Das Besondere daran steht auf der vorletzten Seite, auf der Varian auf die Frage “What can be done?” antworotet:

Online newspapers need more user engagement

Der Einfluß der Echtzeit-Medien

Netz, Print | 21. Mai 2010

Wie verändern Twitter, Facebook und Co den Journalismus? Holger Schmidt hat dazu eine – die unlängst erwähnte Studie zitierende – Präsentation online gestellt, die den Titel Journalismus und PR 2.0 trägt.

Besonders spannend finde ich daran die Seite 6. Dort steht (leider ohne für mich erkennbare Quelle), dass unter den 18- bis 29-jährigen Amerikanern mehr Menschen ein “Individuum oder eine Organisation mit sozialem Netzwerk” als Nachrichtenquelle nutzen als eine klassische Zeitungs-Webseite. Eine Bestätigung mehr für die These, dass Nachrichten sozial werden.

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Was das “social” in Social-Media bedeutet …

Netz, Print | 17. Mai 2010

In den vergangenen Wochen bin ich an der einen oder anderen Stelle mit der Frage konfrontiert gewesen: Wie wäre es eigentlich, wenn man das Internet abschalten könnte? Man kann natürlich gegenfragen, wofür dieser Gedanke gut sein soll. Häufig läuft dieser Diskurs aber auf eine Frage zu, die mir unlängst auch auf einer Podiumsdiskussion gestellt wurde: Sind wir süchtig nach Internet-Kommunikation? Ich glaube, dass die Sehnsucht nach Offline eher der Tatsache entspringt, dass das Medium noch sehr jung ist (und deshalb der Umgang damit von einer gewissen Ablehnung geprägt ist) als dass man daran ein gesellschaftliches Suchtphänomen ablesen könnte.

Wie falsch der Begriff der Sucht ist, kann man in einer interessanten Studie nachlesen, die am Phillip Merrill College of Journalism an der University of Maryland durchgeführt wurde. Sie trägt den Titel: A Day Without Media (via) und kommt zu dem Ergebnis:

“Students hate going without media. In their world, going without media, means going without their friends and family.”

Das Zitat stammt aus einem Poynter-Bericht über die genannte Studie. Und es zeigt: Das, was als Sucht bezeichnet wird, beschreibt fehlende soziale Bindung. Und soziale Bindung wird heute zunehmend (auch) über Medien realisiert. Dass Menschen “süchtig” sind nach Kontakten, halte ich für schlampig formuliert, aber für inhaltlich unproblematisch. Denn: Was wäre die Alternative?

Man kann aus dieser Beobachtung aber eine Menge für die Zukunft des Journalismus ableiten. Jedenfalls dann, wenn man die Ergebnisse der amerikanischen Forscher ernst nimmt. (Details zum Aufbau, Ablauf und zu den Ergebnissen der Studie kann man übrigens auf der Website nachlesen)

Erstaunlich finde ich den obigen Punkt, weil er Beleg für die These ist: Medien sind sozial – jedenfalls wenn man das Verständnis der Probanten anlegt (“Students could live without their TVs and the newspaper, but they can’t survive without their iPods.”). Deren Mediennutzung ist eine, die auf Kommunikation (in Abgrenzung zu klassischer Publikation) angelegt ist, sie suchen den Dialog, wenn sie Medien nutzen. Insofern stimmt die Prognose

“The future of journalism will be social and mobile, whether you like it or not”

Der Grund dafür liegt in dem, was man Social Media nennt. Es bezieht sich auf die unumkehrbare Entwicklung hin zum aktiven Rezipienten. Für die tägliche Arbeit eines Journalisten halte ich es jedoch für zielführend, den Aspekt des soziales Wissens zu ergänzen – den man ebenfalls aus der Studie ableiten kann. Er bezieht sich auf den Wert von Nachrichten. Wenn die Studie zu dem Schluss kommt, die Studierenden …

“don’t make fine distinctions between news and more personal information.”

… liest sich dies wie der Gegenentwurf zur ZDF-Kampagne, mit der vor einem Jahr das neue Nachrichtenstudie beworben wurde. Damals hieß es:

“Neuigkeiten gibt es beim Friseur, Nachrichten beim ZDF.”

Man versteht die Hintergründe für diese Kampagne und sie sind aus der öffentlich-rechtlichen Perspektive sicher auch alle richtig. Wenn man die Kampagne jedoch vor dem Hintergrund von social Media liest, stellt sie sich ganz anders dar. Denn die strikte Trennung von harten Nachrichten und weichen Neuigkeiten war schon immer eine künstliche. Das obige Bild zeigt: Die Nachrichten (Zeitung) kamen schon immer über den gleichen Weg wie die Neuigkeiten (Briefe, Postkarten etc.) zu den Menschen. Das, was früher der Briefkasten war, ist heute das Internet. In den Timelines von Twitter und Facebook verbinden sich klassischen Nachrichten mit den Neuigkeiten von Freunden – und diese wiederum verweisen sogar auf Nachrichten.

Wer Social Media ernst nimmt, muss diese Vermischung akzeptieren und die richtigen Schlüsse für die klassischen Medienanbieter daraus ziehen (und das kann meiner Meinung nach nicht das Verdammen des “Geschwätzs” sein). Zunächst mal gilt dies: Durch die Demokratisierung der Publikationsmittel verlieren Journalisten ihren Exklusivitätsanspruch. Amateure drängen in die Branche. Doch das muss nicht zum Ende der Profession führen (wie das Beispiel des Bäcker-Handwerks zeigt). Es verändert mindestens das Umfeld, in dem Nachrichten heute wahrgenommen werden. Darauf müssen Journalisten reagieren. Zum einen zeigt sich dies in der Forderung von Peter Horrocks (die auch Wolfgang Blau in seinem Beitrag zur SZ-Serie Wozu noch Journalimus? zitiert), der in Bezug auf Social Media seine BBC-Mitarbeiter dazu ermutigt mitzumachen:

I’m afraid you’re not doing your job if you can’t do those things.

Zum anderen wird sich dies aber auch in der Art und Weise zeigen, wie wir Nachrichten aufbereiten. Welche Rolle spielen dabei unsere Leser als Multiplikatoren? Und als Inhalte-Produzenten? Welchen Grad an Transparenz lassen wir zu? Wie reagieren wir auf die Möglichkeiten und Herausforderungen des Dialogs? Wie wird unser Medium tatsächlich sozial?

Bei der Beantwortung dieser Fragen stehen wir – so ist mein Eindruck – noch ganz am Anfang. Und das, obwohl ständig und überall von Social Media die Rede ist …

Community- oder Social-Media-Management

Netz | 16. Mai 2010

In einem Fußballstadion sitzen tausende Fans und schauen sich das Fußballspiel an. Man kann sagen, dass diese Personen gemeinsam eine kleine Community sind. Der Community Manager versucht Probleme aus der Welt zu räumen und gleichzeitig die Aktivität der Fans zu erhöhen: z.B. mit Laola Wellen und Fangesängen. Er ist in dem Stadion und betreibt „Crowd-Management“ – weniger mit einzelnen Personen sondern mit ganzen Gruppen. Der Social Media Manager steht dabei draußen vor dem Stadion und erzählt allen wie toll das Spiel ist und wie es steht. Er versucht die Leute ins Stadion zu bekommen.

Mark Ralea schreibt auf eikyo.de vom Unterschied zwischen Community- und Social-Media-Management

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Was macht ein Community-Manager?

Netz | 14. Mai 2010

Community Management ist die Bezeichnung für alle Methoden und Tätigkeiten rund um Konzeption, Aufbau, Leitung, Betrieb, Betreuung und Optimierung von virtuellen Gemeinschaften sowie deren Entsprechung außerhalb des virtuellen Raumes. Unterschieden wird dabei zwischen operativen, den direkten Kontakt mit den Mitgliedern betreffenden, und strategischen, den übergeordneten Rahmen betreffenden, Aufgaben und Fragestellungen.

Der Bundesverband Community Management hat eine Definition vorgelegt zur Frage: Was macht ein Community-Manager?

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