Alle Artikel von “Dirk von Gehlen

Kommentare 0

Mainstream nach dem Ende des Durchschnitts

Im dritten Jahr in Folge ist der am häufigsten gestreamte Künstler auf Spotify in Deutschland ein junger Mann, den in meinem direkten Umfeld niemand kennt. Nun darf man den persönlichen Umfeld-Anekdoten nur bedingt trauen. Im aktuellen Fall scheint es dafür jedoch einen weiteren Beleg zu geben. Denn auch als der gesuchte Künstler unlängst den ersten Platz der Albumcharts einnahm, schrieb Gerrit Bartels im Tagesspiegel: den kennt ja keiner.

Er drückte das etwas feuilletonistischer aus – und zwar so:

Selbst in Kreisen, die der Popmusik nicht ganz fern stehen (…), stößt man oft auf Kopfschütteln, wenn Namen wie Trettmann, Gringo, Bonez MC, Capital Bra oder Raf Camora fallen. Nie gehört, heißt es dann, obwohl es gerade diese Musiker sind, genauer: diese Deutsch-Rapper, die Woche für Woche mit neuen Songs herauskommen und es damit sofort auf die Spitzenplätze schaffen.

Den Spitzenplatz im Spotify-Jahresranking hat RAF Camora erklommen, dessen Namen weniger Bezug auf die Rote Armee Fraktion nimmt als auf seinen bürgerlichen Namen Raphael Ragucci. Auf Instagram gefällt das aktuell 112.000 Accounts – und ich frage mich seit ich die Meldung las: Was heißt das eigentlich für unsere Vorstellung von Mainstream (hihi), wenn der Streaming-Spitzenreiter in manchen Kreisen nahezu unbekannt ist?

Mein Verdacht: Das Ende des Durchschnitts ist schneller gekommen als gedacht…

Kommentare 0

Was der Jahresrückblick mit Indiana Jones zu tun hat (Digitale November-Notizen)

Dieser Text ist Teil der November-Folge meines monatlichen Newsletters „Digitale Notizen“, den man hier kostenlos abonnieren kann.

Das Jahresende ist nicht nur die Zeit der adventlichen Ambiguität. Es eignet sich auch für sinnstiftende Sprüche wie jenen von Sören Kierkegaard, der mal anmerkte, dass man das Leben nur rückwärts verstehen kann, aber vorwärts leben muss. Das ist schön und wenn in den nächsten Tagen die vergangenen Monate im Jahresrückblick-Schnelldurchlauf abgespielt werden (und Sie vielleicht hier bei der Newsletter-Rückblick-Umfrage mitmachen), passt das irgendwie auch ganz gut – aber irgendwie auch nur halb. (Foto: Unsplash)

Und das liegt am Känguru.
Kennen Sie das Känguru?

Es lebt mit Marc-Uwe Kling zusammen und ist für ihn so etwas wie der Shruggie für mich. Jedenfalls sagt das Känguru ziemlich oft ziemlich interessante Dinge – und Kling schreibt das auf. Im konkreten Fall kann man das in einer alten Radio-Fritz-Folge unter dem Titel „Ford-Selleck-Theorie“ nachhören – und im ganz aktuell veröffentlichten jüngsten Band der Känguru-Folgen nachlesen.

Vereinfacht zusammengefasst geht es dabei um die Besetzung des Dr. Henry Walton Jones Jr. in der Filmreihe Indiana Jones. Das Känguru erzählt, dass ursprünglich Tom Selleck als Besetzung geplant gewesen sei und nicht Harisson Ford, den im Rückblick nach vier Filmen alle für den legitimen Indiana Jones halten. Und genau um diesen Rückblick geht es in der Theorie des Kängurus:

Wenn Tom Selleck Indiana Jones gespielt hätte und jemand würde erzählen, dass eigentlich Harisson Ford die Rolle hätte übernehmen sollen, dann würden sich alle über ihre Schnauzbärte streichen und sagen: Waaas!? Harisson Ford? Das passt ja überhaupt nicht.

Denn der Rückblick erweckt den falschen Eindruck eines kausalen Zusammenhangs. Im Blick auf das, was hinter uns liegt, fügen wir Dinge, die vielleicht nur aus Zufall entstanden zu einer logischen Geschichte zusammen und erheben diese zum Maßstab. Besonders gut kann man das bei Biografien beobachten. Plötzlich ist da ein Sinn und ein Plan, vor vorher nur ein Suchen war.

Das an sich wäre noch kein Problem. Erst wenn dieser vermeintliche Plan sich zum dominanten Muster erhebt, wird es problematisch. Tim Harford spricht dann vom Gott-Komplex, von der Falle also, den eigenen Weg für den einzig richtigen zu halten und diesen auch anderen vorzuschreiben. Aber nicht nur andere schränken wir mit diesem Rückwärts-Plan-Denken ein, vor allem uns selber: Wir reden uns nämlich im Rückblick ein, dass Dinge eben so kommen mussten. Oder um es mit dem Känguru zu sagen:

Nahezu alles, was geworden ist, erscheint uns als zwangsläufig, alternativlos, geradezu nicht anders denkbar. Das Ford-Selleck-Theorem allerdings macht klar: dass nichts je zwangsläufig, alternativlos oder gar nicht anders denkbar war, ist oder sein wird.

Das Känguru erinnert uns damit an ein Prinzip, das sich gerne dem kreativen Denken in den Weg stellt. Man spricht von der funktionalen Fixierung und meint damit den gedanklichen Kurzschluss Gegenstände nur in einer funktionalen Verwendung zu betrachten. Wer allerdings auf neue Ideen kommen will, muss diese Fixierung durchbrechen können. Muss – mit dem Shruggie – denken: Was wäre, wenn es anders wäre: Wenn dieser Stuhl ein Flugzeug wäre? Oder dieser Zug ein Konferenzraum?

Womit wir wieder bei Kierkegaard sind: Wenn wir nach vorne leben wollen, dann müssen wir uns vom Rückblick emanzipieren – und das neue Jahr als Raum denken, in dem es auch anders sein könnte. ¯\_(ツ)_/¯


Dieser Text stammt aus dem monatlichen Newsletter Digitale Notizen, in dem man mir beim Denken zusehen kann.

In diesem Newsletter sind in diesem Jahr (Achtung, Rückblick!) sortiert nach der Anzahl der Aufrufe erschienen:

1. „Fünf Fitness-Übungen für Demokratie“ (Juli 2018 – vor allem wg. Pocket)
2. „Anleitung zum Unkreativsein“ (Januar 2018)
3. „Altland“ (April 2018)
4. „Was wäre, wenn Seehofer recht hätte? (September 2018)
5. „Warum gibt es in Ihrer Stadt keine Internet-Straße? (Oktober 2018)
6. „Kann es (noch) besser werden?“ (Juni 2018)
7. „#smarterphone“ (März 2018)
8. „Ein öffentlich-rechtlicher RSS-Reader“ (Februar 2018)
9. „Das Ende der Schlusskonferenz“ (Mai 2018)
10. „Was ist Dein Bild vom Internet?“ (August 2018)

In Kategorie: DVG
Kommentare 0

Lob des Großraumbüros: Leben wir es als Lesesaal!

Bei Zeit-Online gibt es ein spannendes Interview mit David Heinemeier Hansson von Basecamp. Mit Jason Fried hat er gerade das Buch „It Doesn’t Have to Be Crazy at Work“ geschrieben, darüber spricht er in dem Interview. Von den beiden stammen auch die Bücher Rework und Remote und auch das aktuelle Buch scheint lesenswert zu sein (Grundthese: Arbeit ist nicht dann gut, wenn sie an die Substanz geht). Und doch muss ich dem Reflex nachgeben, einen Widerspruch-Blogpost zu dem Interview zu schreiben.

Denn DHH sagt in dem Interview diesen einen Satz, mit dem man auf billigste Weise Zuspruch in jedem Büro der Welt bekommen kann – und den ich dennoch für falsch halte:

Ein riesiger, offener Raum ist ein fürchterlicher Ort, um konzentriert zu arbeiten.

Das klingt irgendwie gut – und doch: Ich habe in diesem Jahr an keinem Ort so konzentriert gearbeitet wie in einem riesigen, offenen Raum in Anwesenheit von sehr vielen Menschen um mich herum. Als ich zu Beginn des Jahres für die Gebrauchsanweisung für das Internet recherchiert habe, habe ich stundenlang im Lesesaal der Bayerischen Staatsbibliothek gearbeitet – in völliger Ruhe und hoher Konzentration. Denn obwohl Menschen sich anstellen mussten, um einen freien Platz in dem riesigen Raum zu bekommen, galt dort eine sehr einfach Regel: Nicht sprechen, wir sind in einem Großraumbüro einer Bibliothek (Foto: Robert Bye on Unsplash)

Wann immer irgendwer über einen Großraum schimpft, muss ich an diese Stunden der Konzentration denken. Denn räumlich unterscheidet sich ein Lesesaal in der Bibliothek nicht von einem Großraumbüro. Der Unterschied ist ein sozialer. Es gelten andere Regeln. Regeln, die nicht die Architektur vorgibt, sondern der Arbeitsmodus: Der Lesesaal ist ein Büro, das einem klaren Zweck gewidmet ist – dem konzentrierten Arbeiten.

Büros, die Menschen auf die Nerven gehen und so sind, wie DHH sie beschreibt, können groß oder klein sein. Ihnen fehlt stets die klare Ausrichtung auf eine Tätigkeit. Wir denken Büros als Räume, die man für alle unterschiedliche Tätigkeiten nutzt, die im Büroalltag so anfallen. Das ist das Bild des 20sten Jahrhunderts, wir gehen in ein Büro, setzen uns hin und machen alles an diesem einen Ort: Telefonieren, Besprechen, Lesen, Schreiben, konzentriert arbeiten.

Das muss schief gehen – völlig unabhängig von der Anzahl der anwesenden Personen. Es braucht Regeln – und ich glaube, dass ausgerechnet ein sehr großer Raum, nämlich der Lesesaal, vormacht wie diese umgesetzt werden. Wenn hier einer telefoniert, stört er alle anderen. Also sollte er das Telefonat in einem sehr kleinen Raum führen. Gleiches gilt für Gespräche und Meetings.

DHH erklärt das im Verlauf des Interviews auch sehr anschaulich. Er beschreibt die störende Kraft von Chatsystemen wie Slack (die man nur durch Regeln zähmen kann) und gibt dann den Ratschlag:

Wenn Sie sehen, dass Ihre Kollegin in die Arbeit vertieft ist, lassen Sie sie in Ruhe. Fast alles kann warten und Sie können in der Zwischenzeit an einer anderen Sache arbeiten und sie zwei Stunden später fragen.

Was er damit meint: wir brauchen soziale Konventionen um ein gutes Arbeitsklima zu schaffen. Und erstaunlicher Weise können wir diese Konventionen in Großraumbüros besonders gut begründen. Dabei gilt die Faustregel: Je größer der Raum ist umso kleiner muss die Anzahl an Gesprächen und umso geringer muss die Lautstärke im Raum sein. Und daraus ergibt sich die zweite Anforderung: Es braucht Raum für Gespräche, Besprechungen und Lautstärke. Großraumbüros sollten diesen Raum nicht bieten!

Kommentare 1

Shruggie des Monats: Der Advent

Der Shruggie des Monats ist eine von meinem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ inspirierte Rubrik meines monatlichen Newsletters (den man hier kostenlos bestellen kann). Darin beschreibe ich Personen, Ideen und Begebenheiten, die mir besonders passend zur Hauptfigur aus dem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ erscheinen – dem ¯\_(ツ)_/¯.

Achtung, es könnte kurz kitschig werden. Denn die Adventsfolge der Rubrik „Shruggie des Monats“ möchte ich mit einem adventlichen Gedicht beginnen. Es stammt von Joseph von Eichendorff, heißt „Weihnachten“ und endet mit diesen Reimen:

„Sterne hoch die Kreise schlingen
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt’s wie wunderbares Singen:
O du gnadenreiche Zeit!“

Mir fielen die Zeilen (die ich tatsächlich mal in der Schule auswendig lernen musste) wieder ein als ich vor ein paar Tagen des Buch „Die Vereindeutigung der Welt“ von Thomas Bauer las. Bauer, Arabist und Islamwissenschaftler, beschreibt darin den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt (so der Untertitel) in der Gesellschaft. Das Buch ist ein Appell für Ambiguitätstoleranz und einen offenen Umgang mit Mehrdeutigkeiten. Bauer analysiert eine gesellschaftliche Entwicklung, die der Shruggie als das Aufkommen der einfachen Antworten beschreibt: „In vielen Lebensbereichen erscheinen deshalb Angebote als attraktiv, die Erlösung von der unhintergehbaren Ambiguität der Welt versprechen. Diese gelten ihren Anhängern und Jüngern als besonders zeitgemäß und fortschrittlich und haben vielfach die Diskurshoheit in ihrem jeweiligen Feld erobert. Demgegenüber wird Vielfalt, Komplexität und Pluralität nicht mehr als Bereicherung empfunden.

Das Aushalten von Vieldeutigkeit ist dem Shruggie ein Zeichen von Gelassenheit. Bauers Buch dreht diese Perspektive einen Schritt weiter bzw. um: Das Verweigerung von Vieldeutigkeit wächst sich zu einem gesellschaftlichen Problem aus.

Das ist lesenswert beschrieben und würde alleine für einen Buchtipp reichen.
Dann entdeckte ich aber einen Aspekt in dem Buch, der das Einstiegsgedicht auslöste. Bauer leitet nämlich her, dass Religion und Glauben per se ein Ausdruck von hoher Ambiguitätstoleranz ist. Denn wer an einen Gott glaubt, begibt sich damit automatisch in ein Feld der Mehrdeutigkeit (es sei denn er betreibt den Glauben fundamentalistisch). Bauer formuliert das schöner und auf den Punkt so:

Religion beruht auf dem Glauben an etwas, das größer und anders ist als wir. Und weil das so ist, ist es auch nicht restlos ausdeutbar. Wie sehr sich auch die klügsten Theologen und Religionsgelehrten bemühen, das Transzendente in Begriffe zu fassen, bleibt doch immer ein Rest an Vagheit, Unbestimmtheit und Mehrdeutigkeit, also an Ambiguität.

Diesen Rest an Ambigutität, den Religion offenlegt, möchte ich im November als Shruggie des Monats loben – und mit Blick auf all die kommerzialistierte Adventskultur, die in diesen Tagen aufgeladen mit Glühweinduft durch die Innenstädte wabert, will ich sogar einen Schritt weitergehen und den Advent als Ausdruck von Ambiguität loben. (Foto: Unsplash) In christlicher Tradition wird die Zeit, in der der „Ankunft des Herren“ gedacht wird, als Beginn des Kirchenjahres verstanden. Es ist die Zeit vor der Geburt Jesus Christus, also vor der Menschwerdung Gottes. Mit Blick auf die Ambigutität formuliert: Der Advent ist eine zentrale Zeit in der Vagheit der christlichen Religion. Es ist eine Vorbereitungsphase auf das Weihnachtsfest, das selber voller Mehrdeutigkeiten steckt.

Denn der Shruggie stimmt in keiner Weise in den Chor derjenigen ein, die ein Klagelied darüber singen, dass es Menschen gibt, die nur an Weihnachten in die Kirche gehen. Diese Vagheit, das Jahr über Kirchen zu meiden und an Weihnachten doch „O du Fröhliche“ dort singen zu wollen, ist ihm nicht verwerflich, sondern Ausdruck einer Form der Ambiguitätstoleranz, die man nicht mit Gleichgültigkeit verwechseln sollte. Dass ein Glauben – und sei es nur in kleinen Dosen – vorhanden ist, zeigt, dass die Bereitschaft zur Vagheit nicht ganz verloren gegangen ist. Denn vage oder unbestimmt zu sein, ist kein Zufallsprodukt, sondern eine Fähigkeit. Der Rest an Mehrdeutigkeit, der in dem Unausdeutbaren des Glaubens bleibt, ist eine Herausforderung, die man bewältigen muss – und übrigens nicht nur im Advent.

Religion im Allgemeinen und die feierlich beleuchtete Vorweihnachtszeit im Besonderen sind Symbol einer Uneindeutigkeit, die man aushalten ja sogar lernen muss.
Denn sie ist die Voraussetzung für Vielfalt und Mehrdeutigkeit – wie man bei Bauer nachlesen kann. Für den Shruggie ist diese Ambiguitätstoleranz die Basis für einen gelassenen Umgang mit dem Neuen – der Advent kann uns auf erstaunliche Weise daran erinnern.

¯\_(ツ)_/¯

Der Shruggie des Monats ist eine Rubrik aus meinem Newsletter (den man hier kostenlos bestellen kann). Der Shruggie ist die Hauptfigur aus meinem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“, in dem ich zehn Gründe für einen gelassenen Umgang mit dem Neuen versammle – er hatte auch einen Podcast namens „Was würde der Shruggie tun?“

In Kategorie: DVG
Kommentare 0

Kann es sein, dass Angela Merkel mehr vom digitalen Denken verstanden hat als dein Chef?

„… dass wir vom Bürger her denken und nicht unsere Projekte so durchziehen wir wir das gewohnt sind.“

Mit diesem Worten beschreibt Angela Merkel in der Generaldebatte am 21.11. im Deutschen Bundestag (PDF des Protokolls) was für sie der zentrale Unterschied zwischen analogem und digitalem Arbeiten ist. Das ist ein erstaunliches Zitat weil viele bei Angela Merkel und Digitalisierung immer noch an das Neuland-Zitat denken – und sich dann wieder gemütlich zurücklehnen.

In Wahrheit hat die Bundeskanzlerin – dieser kurze Ausschnitt aus der Debatte beweist es – offenbar mehr von digitalem Denken verstanden als viele Projektplaner*innen, die immer noch denken ein gutes Projekt bestehe aus einem stabilen Konzept, aus Meilensteinen, ständiger Kontrolle und KPIs. Häufig sind das auch diejenigen, die den Begriff „agil“ für ein modernes Buzzword halten und es synonym zu „schnell“ oder „beweglich“ verwenden, ohne wirklich zu verstehen, was mit agilem Vorgehen gemeint ist. (via Johannes)

Am Beispiel des Bürgerportals beschreibt Merkel wie sie sich dabei digitales Denken vorstellt (kopiert aus dem Protokoll von bundestag.de) – und warum digitale Projekte nur gelingen, wenn sie an Nutzer-Bedürfnissen ausgerichtet sind:

Wir sind im normalen klassischen Denken gewohnt, ein Projekt zu planen, das gesamte Projekt dann schrittweise umzusetzen, während im digitalen Zeitalter eine völlig andere Art der Herangehensweise da ist und die Anwendungen Schritt für Schritt eingeführt werden müssen . Dieses richtige Denken beim Umsetzen des Bürgerportals wird sehr wichtig sein . Wir werden erste Funktionen, nämlich die des Bundes – das sind über 100 –, sehr schnell einführen . Wir werden dann mit den Ländern die anderen 400 Funktionen durchsetzen, sodass wir Ende 2022 wirklich den vollkommenen und kompletten Zugang – von Fahrzeuganmeldung über Elterngeldbeantragung, Steuererklärung, Gesundheitsakten und vielen, vielen anderen Dingen – digital schaffen. Das ist notwendig . Das ist kein Nerd-Projekt, wie man vielleicht sagen könnte; denn wenn die Bürgerinnen und Bürger diesen Zugang nicht bekommen, werden wir im digitalen Zeitalter nicht bestehen . Deshalb muss der Staat hier Vorbild sein .

Ist der Staat hier tatsächlich ein Vorbild? Man kann das mit Blick auf das methodische Vorgehen sehr leicht überprüfen, indem man sich z.B. fragt:

– Entwickeln wir in unserem Unternehmen Projekte in Bezug auf ein Nutzer-Bedürfnis oder weil es der Chef gut findet?
– Fragt jemand, bevor wir anfangen, welches Problem wir mit diesem Projekt am Ende lösen werden?
– Sind bei uns kurzfristige Reaktionen auf Veränderungen möglich oder befolgen wir vor allem einen mit Meilensteinen gefestigten Plan?
– Gibt es die Möglichkeit, schrittweise Bestandteile des Projekts zu veröffentlichen und zu messen?
– Geht es bei der Entwicklung um kleine Schritte (Iterationen) oder um das große Ganze?
– Arbeiten wir in kleinen selbstorganisierten Teams, die Verantwortung übernehmen oder gibt es eine klassische Hierachie?

¯\_(ツ)_/¯

Wer sich dafür interessiert: im Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ gibt es auch ein Kapitel über New-Work und Formen der Arbeitsorganisation wie Scrum und Ideenentwicklung wie Effectuaiton

Kommentare 0

Eine Internet-Straße für Hamburg?

Die Drucksache 21/14964 der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg steht seit ein paar Tage im Netz. Es handelt sich um eine kleine Anfrage des Abgeordneten Carsten Ovens (CDU), die Bezug nimmt auf die Idee internet-strasse.de (ausführlich im letzten Newsletter hier vorgestellt) und auf die Frage hinausläuft:

Wie bewertet der Senat die Idee der Benennung einer Straße oder eines Platzes, um die technologischen und gesellschaftlichen Errungenschaften des Internets zu würdigen?

Die Antwort auf die Frage ist noch ernüchternd (bisher nicht drüber nachgedacht), aber die Frage selber zeigt: Es lohnt sich zu fragen!

Die Idee, das Internet auf einem Straßenschild zu würdigen, mag weiterhin absurd erscheinen. Aber sie kann auch etwas verändern. Deshalb: Wer Kontakt zu Stadt- und Gemeinderät*innen hat: Fragt nach!

Alle Details stehen auf internet-strasse.de

Mit Dank an Martin Fuchs

Kommentare 0

Journalismus mit der Unterstützung von philanthropic supporters

Ich habe drei spannende Lesetipps – und eine Frage, die die drei Links verbindet. Auch wenn die Hinweise inhaltlich wenig miteinander verbindet:

Es geht zum ersten um einen Beitrag vom US-Medium Vox, das mir dieser Tage in die Timeline gespült wurde. Ein Listicle mit dem Titel 23 charts and maps that show the world is getting much, much better

Zum zweiten geht es um die Serie Touchstones des US-Magazins New Yorker, in der Kritiker*innen des Magazins Meilensteine der Musikgeschichte vorstellen, die auch ihr eigenes Leben prägten. Drei Beiträge – zu Janet Jackson, Missy Elliot und Nirvana – sind diese Woche veröffentlicht worden. Die Serie soll noch weitergehen.

Auch der dritte Beitrag ist eine Serie, die dieser Woche gestartet worden. Sie heißt Amazon Diaries und der Guardian lässt darin eine anonyme Quelle aus dem Inneren von Amazon berichten lässt.

Was die drei Beiträge verbindet, ist ein kleiner Hinweis, der sich sowohl bei Vox als auch beim New Yorker und beim Guardian neben der Autorenzeile findet: „Supported by“ bzw. „Made possible by“ steht da und dann folgt ein Name, der offenbar dafür gesorgt hat, dass dieser Beitrag erscheint.

Bei Vox ist es im Fall der Liste die Rockefeller Foundation, die laut Wikipedia „von John D. Rockefeller gegründet mit dem Zweck gegründet wurde, das „Wohl der Menschheit auf der ganzen Welt“ zu fördern.“ Die Touchstones-Serie im New Yorker ist „supported“ vom Juwelier Tiffany & Co. Das steht unter der Autorenzeile, allerdings ohne Verlinkung oder weitere Information. Anders beim Guardian: Die Amazon Diaries werden unterstützt worden von der Fordfoundation, deren Ziel es ist, Berichte über Ungleichheit in den USA zu fördern. So steht es auf einer Seite, die der Guardian ins Netz gestellt hat, um seine philantrophischen Unterstützer vorzustellen. Dort steht:

The Guardian, like many news organisations around the world, is working to find new ways to fund our journalism to ensure we can continue to produce quality, independent journalism in the public interest. Increasing philanthropic support for our independent journalism helps fund impactful Guardian reporting on important topics such as modern-day slavery, women’s rights, climate change, migration and inequality.

Darunter folgt eine Liste von Stiftungen, die den Guardian in dieser Arbeit unterstützen – auf zwei Wegen: Einerseits über die Nonprofit-Organisation theguardian.org, die von der Muttergesellschaft Scott Trust gegründet wurde „to support quality independent journalism about some of the most pressing issues of our time.“ Der zweite Weg um als Philanthropic supporter tätig zu werden, ist der „Guardian Civic Journalism Trust“, den die australische Ausgabe des Guardian mit der Centre for Advancing Journalism der Uni Melbourne im März 2018 gegründet hat. Abgeschlossen wird die Seite von dieser Erklärung:

The underlying premise of all philanthropic support for the Guardian is that it is for editorial priorities that have already been identified by Guardian editors. Throughout the process of securing philanthropic support, the Guardian’s philanthropy editors and other senior editors confer about its suitability and the editor-in-chief has the final say on whether a funding opportunity is approved.

Um diese Unabhängigkeit im Falle der Amazon Diaries sicher zu stellen, gibt es beim Guardian die Position des Special Series Editor: Alastair Gee soll persönlich dafür sorgen, dass der Satz stimmt, der auf der Erklärseite zur Serie steht: “ All content is editorially independent“.

Womit wir bei meiner im ersten Satz angekündigten Frage sind: Ist das glaubwürdig?

Denn womöglich sind diese drei Beispiele in Wahrheit nicht vergleichbar – weil sie für sehr unterschiedliche Enden des „supported by“-Journalismus stehen. Aber mindestens beim Guardian steckt eine hohe Offenheit und ein erstaunlicher Aufwand dahinter, zu beschreiben, was „supported by“ bedeutet. Wird der dahinter liegende Journalismus dadurch schlechter? Nehmen die Medien durch solche Projekte Schaden? Oder ist es nicht vielmehr so, dass diese Ansätze dafür sorgen, dass guter Journalismus in schwierigen Zeiten eine Zukunft hat?

Ich bin unsicher, deshalb würde mich deine Meinung interessieren!

Kommentare 0

Die Menschen, die unsere unlösbaren Probleme lösen, leben heute schon

Manchmal passieren merkwürdige Zufälle. Heute zum Beispiel war ich im Rahmen des Lehrermedientages der Bayerischen Zeitungen in einer Schule (wo ich das Projekt Gegen die Panik vorgestellt habe) und kurz danach habe ich ein lustiges Bild im Internet entdeckt. Letzteres passiert mir häufiger. Ersteres eher selten.

Dass beides dann aber auch noch so toll zusammenfällt, ist eine notierenswerte Ausnahme. Denn das Bild, dessen ersten Fundstelle wohl ein Reddit-Forum im Jahr 2013 zu sein scheint, ist die perfekte Illustration für unser Verhältnis zur Schule (In einer Abwandlung hat auch der Künstler Javier Perez das Motiv schon genutzt, man kann es auf einem T-Shirt kaufen und unglaublich viele Pinterest-Seiten zeigen es. Aber den einen Urheber kann man nicht ausmachen.).

Für alle Cloud-sozialisierten Menschen: Das links ist die 3D-gedruckte Form des „Speichern“-Symbols und war vor gar nicht so weit entfernter Vorzeit die populärste Form der Datensicherung: Auf dem obige Bild ist eine so genannte High Density-Diskette abgebildet, die bis zu 2.000 KB-Speicherplatz bot. Die rechts abgebildete Speicherform ist im weitesten Sinn noch zur gleichen Familie zu zählen, man nennt sie SD-Karte und die Speicherkapazität der aktuellen Exemplare liegt bei rund 2 Terrabyte. Mit Bezug auf die große Diskette links formuliert: der Speicherplatz der Nachwuchskarte ist um den Faktor zwei Millionen erhöht worden.

Mit Blick auf die Schule formuliert: die Generation der kleinen Karten ist zu Leistungen im Stande, die der Vorgängergeneration unmöglich und unerreichbar erschienen.

In meinem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ habe ich diesen Verdacht, dass die kommenden Generationen speicherstärker schlauer sein könnten als diejenige, die gerade das Sagen hat, so formuliert:

„Egal, wie ausweglos du ein Problem findest, erlaube dir den Gedanken: Vielleicht findet die nächste Generation die Lösung.“

Damit die nächste Generation dazu in der Lage ist, sollte man vielleicht erstens aufhören, es ihr unnötig zu erschweren (Stichwort Klimawandel) und zum zweiten an Rahmenbedingungen arbeiten, die diesen Fortschritt auch ermöglichen: Das beginnt damit, dass wir aufhören, in das immer gleiche Muster des kulturellen Niedergangs zu verfallen. Nein, die nächste Generation ist nicht per se dümmer (oder gar digital dement), nur weil sie das Pech hatte nach uns – dem egozentrischen Maßstab unserer Weltsicht – geboren worden zu sein. Und ja, man kann etwas dafür tun, Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, die Schülerinnen und Schüler für die Probleme der Gegenwart und Zukunft zu wappnen (auch zu dem 4k-Modell steht etwas im Shruggie-Buch)

Das Wichtigste aber scheint mir zu sein, dass wir akzeptieren, dass unsere Speicherkapazität nicht der Maßstab für alle Zeit sein muss. Dass wir das Reflektionsvermögen besitzen, unsere eigene Weltsicht nicht ständig zum Maßstab zu erheben, sondern z.B. mal mit dem Gestaltungswillen, der Neugier und vielleicht auch der Naivität eines Grundschülers auf die Welt zu schauen: Kann es (noch) besser werden? ist dann nur noch eine rhetorische Frage – und das ist manchmal ganz erfrischend.

Denn das Bild der beiden Speichermedien ist ja kein blinder Fortschrittglaube, es ist ein schönes Symbol für einen gelasseneren Umgang mit dem Neuen – und ein gutes Gegenmittel gegen den schleichenden Kulturpessimismus der Etablierten und Satten.

In Kategorie: DVG
Kommentare 0

Weniger Recht haben müssen

Es war schon spät in der Nacht als der Fotograf David Wilkinson, der für den schottischen Club Milk in Edinburgh arbeitet, die beiden Gäste Lucia und Patrick fotografierte. Das Bild, das die beiden 18-Jährigen dabei zeigt, wie Patrick der desinteressiert schauenden Lucia etwas ins Ohr brüllt, wurde kurz darauf auf die Facebookseite des Clubs geladen – und von dort zur Grundlage für eines weltweiten Memes: Patrick Richie und Lucia Gorman wurden zum Symbol für ein etwas ungutes Geschlechterverhältnis: links ein etwas unsympathischer Mann, der brüllt. Rechts eine schweigende Frau, die wenig mit der Information anfangen kann.

Gäbe es ein Buch zu diesem Bild, es wäre vermutlich „Wenn Männer mir die Welt erklären“ von Rebecca Solnit.

„Ich weiß, ich komm nicht besonders gut rüber auf dem Bild“, sagte Patrick der BBC als das Bild anfing weltweite Verbreitung zu erfahren – in immer neuen Abwandlungen des immer gleichen Musters. Seit ein paar Tagen gibt es das Motiv auch mit deutschen Bildbeschreibungen. Und zwar so ausführlich, dass Der Gazetteur das Bild aus Edinburgh als Ablenkung für den Distracted Boyfriend montiert hat – kombiniert mit einem anderen Twitter-Thema, das in den vergangenen Tagen Fahrt aufgenommen hat und bei dem auch viel gebrüllt wurde.

Es geht um das Motiv: #Fahrradstraße, das ein Zusammentreffen in einer Fahrradstraße in Hannover beschreibt. Dabei blieben eine Radfahrerin und ein Lkw-Fahrer so lange im Recht bis die Polizei gerufen wurde. Der zentrale Satz dabei: Er will nicht warten oder ausweichen. Jetzt stehen wir Nase an Nase. Seit 10 Min.

Beide Bilder – und vor allem die anschließende Weiternutzung – sind nicht nur schöne Illustrationen für den großen Spaß, den man an Internetquatsch haben kann. Sie beschreiben auch wunderbar, dass es vielleicht gar nicht so sehr ums Internet geht, wenn wir auf Internetkommentare schimpfen. Vielleicht ist das Netz eher ein Spiegel der Gesellschaft, in der Menschen beiderlei Geschlechts einfach sehr gerne Recht haben – und andere daran teilhaben lassen. Recht haben scheint zum zentralen Ziel viele Diskutanten on- wie offline geworden zu sein. Es ist Menschen oftmals so wichtig, dass sie es höher werten als Menschlichkeit, Verständnis oder gar Toleranz. Das Schlimmste aber: Vor lauter Recht haben müssen, vergessen wir dass womöglich auch mehrere Ansichten richtig sein können – vielleicht sogar gleichzeitig mit unserer eigenen Meinung. Das Stichwort dazu heißt Ambiguität und im Fall der Özil-Debatte genannten Auseinandersetzung um Rassismus in der Gesellschaft konnte man das Problem sehr genau beobachten.

Ich habe diesen Verdacht am Wochenende getwittert – und erhielt daraufhin einen guten Hinweis auf den ersten Satz in der Straßenverkehrsordnung. Dort ist in einer Vorbemerkung geregelt, worauf man achten soll, wenn man am Straßenverkehr teilnimmt:

Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

Vielleicht ist das eine schöner Vorsatz für die nächste Debatte – egal ob im Internet oder außerhalb: Einfach mal jemanden vorfahren lassen – gerade dann wenn man das Recht hätte selber zuerst zu fahren. Gäbe es einen seriösen Vorsatz, den man in den beiden lustigen Memes des Winters erkennen kann, es wäre vermutlich: Weniger Recht haben müssen!

Zum Weiterlesen:
> Das Gespräch mit Armin Nassehi
> BBC: How To Disagree: A Beginner’s Guide to Having Better Arguments
> Das Experiment „Das ist Deine Meinung“ mit der Erkenntnis: Freiheit ist immer die Freiheit zum Andersdenken
> Der Podcast How To Disagree Better von Arthur Brooks
> Das Buch Streit! von Meredith Haaf, die hier einige Fragen zum Streiten beantwortet hat

loading: shift-staffel

Daniel Höly ist ein Stammgast im loading-Fragebogen: schon 2013 und 2015 hat er Crowdfunding-Projekte vorgestellt. Heute nun beantwortet er die Fragen zum Projekt shift-Staffel, das gerade auf Startnext losgeht.

Was macht ihr?
Wir machen ein Printmagazin als Staffel. Innovativen, mutigen und kraftvollen Journalismus à la Netflix. Vier Episoden voller Worte, die wirken. Konkret: Shift, unser Gesellschaftsmagazin für konsum-, umwelt- und wertebewusste Leser, werdet ihr weiterhin nur gedruckt lesen können. Aber erstmals werden wir es wie eine Filmserie als Staffel konzipieren, bei der die Ausgaben aufeinander aufbauen und einander ergänzen. Insgesamt sollen sich die vier Episoden über zwei Jahre erstrecken.

Warum macht ihr das (so)?
Weil wir mit unseren Geschichten maximalen Impact erzielen wollen. Wir haben gemerkt, dass viele von uns – darunter zuweilen auch wir selbst – Journalismus nur noch als Ablenkung oder Zeitvertreib konsumieren. Das darf nicht sein. Journalismus ist unfassbar wertvoll und wichtig für eine gesunde und starke Demokratie, für ein gelingendes Miteinander in der Gesellschaft. Daher haben wir uns viele Gedanken darüber gemacht, wie Journalismus noch nachhaltiger wirken könnte – und glauben mit dem seriellen Erzählen über mehrere Ausgaben hinweg einen spannenden Ansatz gefunden zu haben. Wir nennen das nachhaltigen Journalismus mit Wirkung, kurz „Impact Journalism“.

Wer soll sich dafür interessieren?
Unser Magazin ist nicht für Anzeigenkunden konzipiert, sondern für unsere Leser. Uns liegen konsum-, umwelt- und wertebewusste Leser am Herzen, die positiver Veränderung im Denken und Handeln offen gegenüberstehen und gesellschaftliche Herausforderungen nicht scheuen. Leser, die etwas bewirken und vorankommen wollen – in der Welt aber auch im eigenen Leben. Da spielt es keine Rolle, ob Jung oder Alt, ob Arm oder Reich. Entscheidend ist, mit welcher Haltung man Shift liest.

Wie geht es weiter?
Bei 15.000 Euro werden wir ab Anfang 2019 mindestens zwei Ausgaben produzieren. Bei 30.000 Euro wird’s die volle Staffel geben, also vier Ausgaben. Denn dann haben wir genug Geld, um den Stein ins Rollen zu bringen. Und es wäre für uns eine riesige Bestätigung, dass im gedruckten Journalismus sehr wohl noch etwas geht.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Das unabhängiger Printjournalismus auch heute noch unfassbar sexy sein kann. Und dass es sich lohnen wird, dieses zweijährige Abenteuer zu wagen.

Hier das Projekt Shift-Staffel auf Startnext unterstützen!