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Die Story hinter dem „Love Story“-Meme von Taylor Swift und disco lines

Vorbemerkung: Mir ist bewusst, dass die mediale Tiktok-Aufmerksamkeit gerade geprägt ist von Donald Trumps Ankündigung, gegen die App des chinesischen Anbieters ByteDance vorzugehen. Und auch die Datenschutzprobleme bei Tiktok (auf die mein Kollege Matthias Eberl immer wieder zurecht hinweist) sind ein massives Problem. Und dennoch muss ich diese kleine Geschichte hier erzählen, die sich im Universum zwischen Tiktok, YouTube, Instagram abspielt. Sie illustriert den Zauber dessen, was durch aktive Nutzer:innen entstehen kann und die Probleme, die das Urheberrecht mit dieser gegenwärtigen Form der Kultur hat. Vorbemerkung, Ende

Im Herbst 2008 ist die US-amerikanische Sängerin Taylor Swift 19 Jahre alt (Foto aus dem Love-Story-Musikvdeo). Sie ist kurz davor, ihr zweites Album zu veröffentlichen. Es wird „Fearless“ heißen und elf Wochen lang an der Spitze der Charts stehen (Wikipedia: „kein anderes Album seit dem Jahr 2000 konnte diesen Spitzenplatz länger behaupten, und es war das meistverkaufte Album des Jahres 2009 in den Vereinigten Staaten“). Als erste Single wird im September 2008 das Lied Love Story veröffentlicht, es erzählt die klassische Romeo- und Julia-Geschichte einer Liebe gegen den Einwand der Eltern.

Thadeus Labuszewski ist zu dem Zeitpunkt in der Grundschule. Weder Taylor Swift noch er wissen, dass der Song sie zwölf Jahre später auf eine bestimmte Art zusammenführen wird – im Sommer 2020 wird Thadeus seinen Abschluss als Software-Engineer in Boulder (Colorado) machen und Taylor Swift wird ihr achtes Album veröffentlichen. Es heißt „folklore“ und enthält 16 neue Songs. Aber keiner von ihnen schafft, was dem Lied aus dem Jahr 2008 gelingt: Es wird ein Tiktok-Hit.

Warum das so ist, kann niemand so genau sagen. Man kann nur versuchen die Geschichte zu rekonstruieren, die dazu geführt hat, dass Thadeus in der vergangenen Woche eine Bitte auf Instagram gepostet hat: Er wünscht sich Kontakt zu Taylor Swift, um mit ihr über ein Video zu sprechen, das er unter seinem Künstlernamen „disco lines“ im Frühjahr 2019 auf YouTube gepostet hat. In if TAYLOR SWIFT went ONE DEEPER erklärt er, wie er aus „Love Story“ einen Deephouse-Song remixt. Das ist äußert amüsant, hat auf YouTube aber auch heute im Auge eines Aufmerksamkeits-Orkans nicht mal 9000 Aufrufe.

Der Orkan tobt auf Tiktok. Dort hat der Nutzer @Ethanishung einen Schnipsel aus dem disco lines Remix von Love Story hochgeladen. Diese so genannten Sounds sind die Vorlagen für andere Nutzer:innen um damit eigene Videos musikalisch zu untermalen. Sehr sehr viele Nutzer:innen verwenden dafür den Schnipsel, den Thadeus Labuszewski in seinem Tutorial-Clip genutzt hat: 2,4 Millionen Videos zählt Tiktok aktuell zu dem Sound. Eines davon stammt von @pokemonmasterzo. Er kniet sich zu der Liedzeile „He knelt to the ground and pulled out a ring“ auf den Boden und stößt ein Skateboard an, auf dem er eine Kamera postiert hat, die ihn filmt. Die für Trends relevante For-You-Page von Tiktok ist gerade voll von Clips, die den „Love-Song“-Sound und genau diesen Trick nutzen (eine wachsende Anzahl an Nutzer:innen greifen auch auf Drohnen zurück um den Bewegungseffekt einzubauen).

All diese Clips tragen dazu bei, dass der Ohrwurm des Sommers 2020 auf Tiktok diese Zeilen aus dem Jahr 2008 sind:

He knelt to the ground and pulled out a ring
And said, „Marry me, Juliet
You’ll never have to be alone
I love you and that’s all I really know

Rolling Stone und Buzzfeed berichten bereits drüber, weil dieser Love Story noch etwas fehlt zum Happy End. Denn wer in gängigen Streaming-Diensten nach „disco lines“ und „Love Story“ sucht, wird eher enttäuscht: es gibt keine offizielle Version des Songs, der auf Tiktok gerade in heavy rotation läuft. Für den Jungen aus Boulder ist das ein Problem: Er hat einen Welthit geschaffen, kann den aber gar nicht wirklich nutzen.

Deshalb versucht er jetzt, Kontakt zu Taylor Swift herzustellen. Vielleicht können die beiden gemeinsam eine Windmühle bauen für den Aufmerksamkeits-Orkan, der gerade durchs Web fegt. Das Problem dabei: Es ist nicht ganz klar, unter wessen Flügeln der Sturm für Auftrieb sorgen wird. Denn Taylor Swift hat einen Rechtsstreit um die Verwertungsrechte ihrer frühen Songs. Diese liegen beim ehemaligen Chef der Plattenfirma Big Machine Records und seinem neuen Partner. Vor den American Music Awards im vergangenen November machte Swift diese Debatte sogar öffentlich. Fünf Jahre zuvor hatte sie übrigens von sich reden gemacht, weil sie Teile ihres Albums 1989 auf eine Weise hatte schützen lassen, dass andere Bands dies als Angriff auf die freie Meinungsäußerung interpretierten: die Metalband Peculate schrieb deshalb mit Absicht einen Song, den sie „The Sick Beat“ nannte, weil Swift darauf Markenrechte angemeldet hatte.

All diese Urheberrechts- und Verwertungsdetails sind den Nutzer:innen auf Tiktok egal. Sie interagieren äußert aktiv mit dem Song aus dem Jahr 2008 und Thadeus beobachtet das sehr genau: „Every video I see of someone dancing to my remix puts a massive smile across my face“, wird er auf Buzzfeed zitiert. „I’m so glad to see people laughing and dancing to the song. It feels like the perfect shot of serotonin the world needs right now.“

Ich persönlich teile dies Serotonin-Begeisterung, weil ich glaube, dass diese Art der Popkultur (trotz der Copyright-Themen) zu den aktivsten und spannendsten Ausprägungen gegenwärtiger Kultur zählt. Ich befasse mich schon länger mit dem Thema („Mashup – Lob der Kopie“) und freue mich, dass ich in dem Buch „Meme – Muster digitaler Kommunikation“, das im September erscheint, das Bild des Ohrwurms genutzt habe, um zu erklären, was Meme so wunderbar macht. Mehr über Tiktok habe ich auf tiktok-taktik.de notiert.

Hier kann man den Song übrigens ganz anhören:

Lob der Kopie: Kanadische Band erfindet ein neues Album der Band „Greenday“

Die Brüder Braedon und Riley Horbacio und ihr Kumpel Ian Willmer sind Fans der Band Greenday. Die drei stammen aus Winnipeg (Kanada) und hatten eine originelle Idee: Sie kopieren Greenday – aber mit Songs, die es noch gar nicht gibt. Die Seite Ladbible nennt es einen Prank und hat dem Video, das schon seit Dezember im Netz steht, nochmal einen viralen Schub gegeben. Über den Newsletter von Johnny Haeusler ist der Clip dann auch bei mir gelandet und ich schließe mich Johnnnys Urteil an, der schreibt: „Inzwischen nennt die Band das Ganze “A Green Day Fan Fiction”, und ich finde das alles sehr schön.“

Ich würde sogar noch weiter gehen, denn die Aktion ist nicht nur schön, es handelt sich um eine herausragende Kunstaktion, die uns eine Menge über den Zauber der digitalen Kopie und den Wert von Meta-Daten erzählt. Denn Panicland (so heißt die Band der drei Jungs) zeigen mit diesem vermeintlich geleakten Album wie sehr Kunst davon abhängt, wie auf sie reagiert wird. Die besondere Kraft dieser Aktion erwächst nämlich daraus, dass die drei Greenday so gut imitieren, dass die Fans tatsächlich glauben, Magnum Opus of the Inglorious Kind sei ein neues Album der Band Greenday. In meinem Buch „Mashup – Lob der Kopie“ komme ich genau wegen solcher Aktionen zu dem Schluss:

Was wir für ein Original halten, hat mindestens ebenso viel mit dem Prozess der Entstehung und seinem oder seinen Schöpfern zu tun wie mit dem Prozess der Rezeption und Einordnung. Die Konstruktion des Originals gelingt also nur, wenn es auch Rezipienten gibt, die es als ein solches wahrnehmen wollen. Ich pläddiere deshalb dafür, mit der Vorstellung vom objektiv genialen Kunstwerk zu brechen. Originalität, Kreativität und vielleicht sogar Genialität entstehen immer im Auge des Betrachters. Es sind Prozesse der Zuschreibung, über die diese Begrifflichkeiten konstruiert werden. Ich halte diese drei Aspekte für zentral, um den Begriff des Originals neu zu verstehen: Dieses ist kein binär zu unterscheidendes solitäres Werk (1), sondern ein in Bezüge und Referenzen verstrickter Prozess (2), und seine skalierte Originalität beruht immer auf Zuschreibungen und Konstruktionen (3), die man mit ihm verbinden will. Ich halte diese veränderte Herangehensweise nicht nur aus intellektuellen oder künstlerischen Gründen für notwendig, sondern aus politischen. Denn mit Matt Mason verstehe ich das Mashup als politisches Instrument, als Form von „ultimativer Demokratie, offen für unbegrenzte Kritik, Neu-Interpretationen und Weiterentwicklung“.

Oder anders formuliert: Es geht um die Frage, wie ein zeitgemäßges Urheberrecht aussehen kann, das mit der Kopie arbeitet nicht gegen sie.

Wer nur am Rand hockt, braucht kein Wasser im Pool – vom Ende des freien Internet

Ist die Aufregung um den Urheberrechtskompromiss, der gestern in Brüssel ausgehandelt wurde, eigentlich berechtigt? Ist das freie Internet wirklich in Gefahr? Darüber wird gerade heftig gestritten und der Grund hat weniger mit dem etwas komplizierten juristischen Fachgebiet zu tun (zu dem ich btw. eine klare Meinung bereits vor Jahren geäußert habe: Wir brauchen Lösungen mit und nicht gegen die Kopie) als vielmehr mit der Frage, was eigentlich gemeint ist, wenn man vom „freien Internet“ spricht.

Es gibt da nämlich einen sehr bedeutsamen Unterschied in der Wahrnehmung, den man am besten mit dem Bild von einem Pool illustrieren kann (Foto: Unsplash): Dort gibt es schwimmende Menschen und solche, die nur am Rand sitzen. Beide mögen den Pool, aber Schwimmer*innen und Randsitzer*innen haben dennoch völlig unterschiedliche Wahrnehmungen dessen, was den Pool ausmacht. Die Frage, ob Wasser im Pool ist, spielt dabei nur für diejenigen eine Rolle, die auch reinspringen. Für sie ist es jedoch die zentrale Frage. Im Urheberrechtsstreit ist das Wasser das freie Internet. Der Pool verliert seinen Reiz, wenn er kein Wasser mehr hat. Wie soll man dann schwimmen? Menschen von der Randsitzer*innen-Fraktion verstehen diese Frage nicht, denn Wasser kennen sie kaum aus eigenem Erleben. Sie schwimmen nicht und sehen höchstens Mal die Wasserspritzer wenn einer der Schwimmer Arschbombe macht. Das ist dann vielleicht lustig, aber eine Ausnahme. Denn die Randsitzer*innen gehen nicht ins Wasser und verstehen deshalb auch nicht, warum die Schwimmer so einen Aufstand um das Wasser machen. Der Pool ist doch auch ohne Wasser schön – denken sie und wischen alle berechtigten Bedenken weg, die mit Uploadfiltern verbunden sind. Denn wer eh nichts hochlädt, kann sich vermutlich auch keine Probleme mit Uploadfiltern vorstellen.

Ich habe schon vor ein paar Jahren in einem SZ-Text über diesen digitalen Graben zwischen den aktiven und den passiven Internet-Nutzern geschrieben (hier kann man ihn nachlesen), doch jetzt droht dieser Unterschied zu einem Problem zu werden. Denn die Randsitzer haben ein Gesetz in Planung, das dazu führen könnte, dass das Wasser aus dem Pool verschwindet.

Simon Hurtz hat dazu gestern einen treffenden Kommentar geschrieben, der die zentralen Sorgen der Schwimmer*innen zusammenfasst, schon im Sommer hat Sascha Lobo auf den Punkt gebracht, dass der Glaube an „Erkennungsoftware“ den Verdacht nähert, dass hier jemand noch nie im Wasser war. Die Schwimmer*innen aller politischen Farben hingegen sind sich einig, dass Uploadfilter das Wasser im Pool bedrohen – und deshalb keine Lösung liefern.

Da sich im so genannten Trilog EU-Staaten, die Kommission und das Parlament gestern auf einen Kompromiss geeinigt haben, ist unwahrscheinlich, dass das Parlament, das darüber noch abstimmen wird, den Entwurf noch ablehnt. Es ist aber nicht unmöglich, darauf weist eine der Schwimmerinnen im EU-Parlament hin: Julia Reda hat heute einen Blogeintrag online gestellt, in dem sie beschreibt, was andere Schwimmer*innen jetzt tun können:

Die endgültige Abstimmung im Parlament findet nur wenige Wochen vor der Europawahl statt. Die meisten Abgeordneten – und jedenfalls sämtliche Parteien – würden gerne wiedergewählt werden. Die Artikel 11 und 13 werden dann fallen, wenn genug Wähler*innen sie zum Wahlkampfthema machen

Vielleicht besteht ein Ansatz für eine Lösung ja darin, die Randsitzer*innen mal zum Aufstehen zu bewegen und sie wie auf dem Bild oben an die Leiter am Pool zu begleiten. Wer dort steht, stellt schnell selber fest, dass es einen Unterschied macht, ob Wasser im Pool ist oder nicht wenn man gleich reinspringt!

Viel Spaß beim Schwimmen – so lange es noch geht

loading: Der illegale Film

Ein unabhängiger Film über das Urheberrecht und eine Antwort auf die Frage: „Wem gehören die Bilder der Welt?“ – das ist das Ziel von Filmemacher Martin Baer. Noch bis 13. März läuft seine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext. Hier beantwortet er den loading-Fragebogen.

Was macht ihr?
„Der illegale Film“ soll der Frage nachgehen: „Wem gehören die Bilder der Welt?“.
Das geht von „Wer darf wen oder was fotografieren?“ über „Wer kontrolliert oder verwertet die schon vorhandenen Bilder?“ bis hin zu „Was geschieht in Zukunft mit Deinen Urlaubs- oder Profilfotos?“
In diesem Film berühren wir einige schwierige und hochumstrittene Gebiete wie etwa Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht, Copyright, Panoramafreiheit, Datenschutz. All das hat mit unserer Kernfrage zu tun: Wird so langsam jedes beliebige Bild und irgendwann der Anblick der ganzen Welt zur handelbaren Ware? Wer verfügt schon heute über die Bilder, deren schiere Zahl exponentiell zunimmt? Wer profitiert davon?

Warum macht ihr es (so)?
Wir wollen diesen Film möglichst unabhängig von den üblichen „Content“-Verwertern machen. Bei diesem Thema bewegen wir uns immer in den Grenzbereichen der komplizierten rechtlichen Lage. Deswegen scheuen zum Beispiel Fernsehsender vor dem Thema zurück. Und deswegen heisst unser Projekt „Der illegale Film“.

Wer soll das anschauen?
Alle, die Fotos (oder andere Bilder) machen, teilen, kopieren, ansehen, hochladen, ‚runterladen.
Und alle, die wissen wollen, was in Zukunft mit den Bildern passiert, auf denen sie selbst sind – sei es wissentlich (selfie), zufällig (selfies der anderen) oder insgeheim („Sie werden gefilmt“ – und zwar demnächst fast überall und pausenlos).

Wie geht es weiter?
Das ist ein ambitioniertes Ziel, wenn 1000 Unterstützer_innen je 30 Euro geben sollen. Vor allem, wenn man sich nicht schon vorher auf eine Seite stellen und laut FÜR! oder GEGEN! rufen möchte. Eine Woche haben wir noch, unser Sammelziel zu erreichen. Wenn es gelingt, fangen wir im Frühjahr an, den Film zu drehen.
Sollten wir das Spendenziel am Ende nicht schaffen, bekommen alle Unterstützer_innen ihren Einsatz zurück. Aber je länger unsere Kampagne läuft und je mehr Reaktionen kommen, desto überzeugter sind wir: Es ist wichtig, diesen „illegalen Film“ zu machen.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Wir haben bei unserer Crowdfunding-Kampagne für „Der illegale Film“ betont, dass uns ausser der Unterstützung durch Geld auch die Beiträge und Vorschläge der Unterstützer_innen wichtig sind.
Das hat zweierlei bewirkt: Heftige Kritik von denen, die uns verdächtigen, für oder gegen das Urheberrecht zu kämpfen. Wie wir aber im Teaser gleich zu Anfang sagen, stehen wir als Filmemacher zwischen den Stühlen. Es geht uns um weit mehr als nur ums Urheberrecht, und wir sind weit davon entfernt, dafür oder dagegen zu sein oder es abschaffen zu wollen.
Zum anderen schicken uns Unterstützer_innen interessante Hinweise, wo etwa Fotos gestohlen, missbraucht, verfälscht werden. Das sind viele weitere Argumente dafür, den „illegalen Film“ zu drehen.

Hier Der Illegale Film auf Startnext unterstützen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe, den man auf Kindle, iPhone/iPad und tolino lesen kann. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort „loading“ in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:


Lob der Kopie: Kutiman

Mit diesem Ankündigungsclip hat der israelische Künster Kutiman in dieser Woche sein neues YouTube-Album vorgestellt: Thru You Too ist die Fortsetzung von Thru You, mit dem Kutiman 2009 für Aufsehen sorgte. Damals zeigte er sich im Erklärclip noch selber:

Das Prinzip seiner Arbeit hat sich in den vergangenen fünf Jahren aber nicht geändert: Der Mann, der mit bürgerlichem Namen Ophir Kutiel heißt, nimmt Webvideos und bastelt diese neu zusammen. Das ist Mashup-Kunst auf hohem Niveau: „Erneut gelingt es Kutiel, aus teilweise obskuren Einzelvideos zusammenhängende Lieder zu komponieren“, schreibt Eike Kühl im Netzfilmblog bei Zeit-Online. „Kutimans Ansatz ist nicht neu, folgt er doch der Tradition des Samplings, das vor allem im Hip-Hop und der elektronischen Musik seit Jahrzehnten verbreitet ist. Doch mit Thru You gelang es ihm mithilfe von YouTube, den Samples ein Gesicht zu geben. Denn tatsächlich entfalten die Songs erst gemeinsam mit den Videos, im Zusammenspiel mit dem Ausgangsmaterial ihre Wirkung.“

Für die Tagesschau hat Stephanie Stauss den 32-Jährigen im Süden Israels besucht, der Beitrag gibt einen interessanten Einblick in die Arbeit des Musikers, der in der New York Times ebenso vorgstellt wird wie bei Nerdcore, LaughingSquid oder Slate.

kutiman

Kutiman nimmt zwar (ungefragt) Clips aus dem Netz, er dokumentiert aber eindrücklich aus welchen Quellen er sich bedient. Durchs diesen Rückgriff auf Bestehendes erstellt er Neues. Ein Prinzip, das nicht nur Leser von David Shiels „Reality Hunger“ oder Hörer von Girl Talk erfreut.

Kontexte brechen: Wie Internet-Meme die Remixkultur demokratisieren – und jetzt auch das Fernsehen verändern

Im Rahmen der Eröffnung des Remixmuseum Anfang Mai in Berlin wurde auch das Buch „Generation Remix“ vorgestellt, das Valie Djordjevic und Leonhard Dobusch zusammengstellt haben. Neben Beiträgen von Cornelia Sollfranck, Till Kreutzer und Lawrence Lessig enthält „Generation Remix“ auch einen Text von mir, den ich hier dokumentiere – weil das Buch jetzt auch als Print-Version erhältlich ist.

genrem1

Es gab mal eine Zeit, da wurde Fernsehen, das frech sein wollte, vor allem mit Hilfe von ahnungslosen Passanten gemacht. Moderatoren, die von der Kritik anschließend als „respektlos“ bezeichnet wurden, lauerten ihnen auf und stellten merkwürdige Fragen. Dieses Prinzip hat sich weitgehend überlebt – Fernsehen, das wirklich als frech gelten kann, bedient sich heute bei Methoden des Web, genauer gesagt: bei Internet-Memen.

Respektlosigkeit gilt dabei nicht mehr dem ahnungslosen Passanten auf der Straße, sondern dem Kontext. Mit dem zu spielen, ihn zu verändern und zu zerstören ist oberste Pflicht und Freude der Remixkultur, deren populärste und drängendste Form sich aktuell im Netz findet. Unter dem von Richard Dawkins geprägten Begriff der Meme ist eine digitale Ausprägung der Volkskunst entstanden, die den Remix demokratisiert hat. Der Biologe Dawkins übertrug schon in den 1980er Jahren die Idee der Gene auf die Welt der Ideen und Trends. Als Internet-Meme beschreibt man deshalb Inhalte, die sich schnell und wie von alleine durch das Netz bewegen. Sie werden kopiert, verändert und so schnell weitergereicht, dass man nicht mehr sagen kann, wer sie eigentlich erfunden hat. So wie der Ostfriesenwitz in der analogen Welt in immer neuen Spielarten weitererzählt wurde, finden sich heute ständig neue Meme im Netz: Bilder, Sätze oder Töne, die in neue Zusammenhänge gestellt und von den zu Nutzern gewandelten Zuschauern weitergereicht werden. Jeder kann zum Sender werden – das ist der bedeutsame Antrieb für die virale Verbreitung von Memen. Wie mächtig diese für die jüngste Form der Popkultur sind, sieht man zum Beispiel daran, dass das Fernsehen sie nun entdeckt.

In Amerika nutzen Late-Night-Talker wie Jimmy Kimmel oder Jimmy Fallon das Prinzip des kalkulierten Kontext-Bruchs und seiner viralen Verbreitung schon länger für ihre Fernsehsendungen. Kimmel sorgte zum Beispiel 2013 mit einem inszenierten Twerking-Video für sehr große Aufmerksamkeit. Der Fernsehmoderator inszenierte dabei einen Unfall einer jungen Frau, die beim aufreizenden Po-Wackeln (Twerking) sehr kunstvoll stürzt und dabei Feuer fängt. Die Bilder des vermeintlichen Missgeschicks verbreiteten sich in hoher Geschwindigkeit durchs Netz. Menschen sahen die missglückte Tanzeinlage, adaptierten sie zum Teil und teilten sie in sozialen Netzwerken. Die Filmsequenz wurde zum animierten Gif kondensiert. In diesem Retro-Format werden bewegte Bilder leicht teilbar gemacht und so auf erstaunliche Art geadelt. Als der professionell erstellte, aber zufällig wirkende Youtube-Clip die Grenze von zehn Millionen Aufrufen überschritt, löste Fernsehmoderator Kimmel auf, dass er hinter dem Tanzfilmchen steckt. Er hatte die Stuntfrau Daphne Avalon beauftragt und mit ihr gemeinsam die Weböffentlichkeit an der Nase herumgeführt – man könnte sagen gehackt.

„Wir haben das Magische passieren lassen“, kommentierte Kimmel anschließend nicht ohne Selbstlob. Und in der Tat war ihm etwas Besonderes geglückt: Er hatte keine ahnungslosen Passanten in der Fußgängerzone in die Irre geführt, sondern mit den gängigen Mechanismen der Web-Öffentlichkeit gespielt. Das ist auch deshalb spannender, weil es das Risiko des Scheiterns in sich trägt. Es war aber erst der Anfang: Während der Winterspiele in Sotschi hackte Kimmel gemeinsam mit der US-amerikanischen Rennrodlerin Kate Hansen nicht nur das Web, sondern auch das Fernsehen selber. Hansen hatte in seinem Auftrag einen Film ins Netz gestellt, der vermeintlich ihren Hotelflur in Russland zeigt, auf dem ein freilaufender Wolf zu sehen ist. Nachdem zahlreiche Sender den Clip der Sportlerin gezeigt hatten, löste Kimmel auf: Die Szene wurde in seinem Studio mit dem dressierten Wolf Rugby gedreht. Allein der Auflösungsclip brachte es auf fast zwei Millionen Aufrufe im Netz.

Im deutschen Fernsehen adaptiert eine Sendung diese Prinzipien am besten, die Jan Böhmermann nicht durch Zufall gerne als „im zweiten deutschen Internet“ anmoderiert: Das von ihm gestaltete „Neo Magazin“ im ZDF-Spartenkanal „ZDF neo“ bedient sich kenntnis- und facettenreich der Mem- und Remixkultur. Böhmermann verwendet nicht nur oberflächlich durch einen wöchentlich wechselnden Hashtag zur Sendung die Mechanismen des Web, er hat vor allem deren Grundbedingungen verstanden: den Kontextbruch. Die beiden vermutlich populärsten Szenen der ersten Staffel des Neo-Magazins sind als direkte Referenz auf Jimmy Kimmel und als Hochamt der Remix- und Memkultur zu lesen. Zunächst versammelte Böhmermann für seine „Hymne auf die 90er“ bekannte Akteure des Jahrzehnts zu einem musikalischen und popkulturellen Remix auf vier Minuten Länge. Dabei werden nicht nur unterschiedliche Songs verbunden und vermischt, der Clip ist selber so reich an Referenzen und Adaptionen auf die Popkultur der 1990er Jahre, dass er eine eigene wissenschaftliche Untersuchung rechtfertigen würde. Noch bekannter wurde aber Böhmermanns Hack der Pro7-Sendung „TV Total“ von Stefan Raab. Hier gelang es den Machern des Neo-Magazins, eine vermeintliche Sequenz aus dem chinesischen Fernsehen in Raabs Sendung zu schmuggeln. Es handelt sich um eine Kopie des Formats „Blamieren oder Kassieren“, das in „TV Total“ von Elton moderiert wird. Die angebliche Kopie aus China moderiert ein asiatisch aussehender Mann, der von albernen Stofftieren unterstützt wird. Die erfundene Sequenz wurde im Programm von Pro7 gesendet und Raab und Elton spielten sie als „Blamielen odel kassielen“ nach. Dass Raab – der mit der Verwendung von Filmschnipseln, die er in neue Kontexte übertrug bekannt wurde – sich dabei selbst blamierte, machte den Fernseh-Hack nur noch lustiger. Böhmermann löste die Remixattacke eine Woche später in seiner Sendung auf.
Die Referenz zu Jimmy Kimmel ist klar erkennbar und sie steht für eine Tendenz, die Vertreter der reinen Lehre der Memkultur durchaus mit Sorge betrachten: Die Massenkultur des Fernsehens beugt sich mit großem Brennglas über die Remixkultur der Netznischen. Das mag entzündend wirken, kann aber zu einem Ausbrennen der ursprünglichen Ansätze führen. Zumal diese einen Teil ihrer Motivation stets auch daraus zogen, eben nicht von der Popkultur des Mainstream verstanden zu werden. Wie eine Geheimsprache wurden Formulierungen oder Begriffe zum Erkennungszeichen derjenigen, die Bescheid wissen. Das geheime Wissen um Katzenbilder oder Slang-Ausdrücke wird nun von der Massenkultur des Fernsehens aufgesogen, die lediglich die Idee von Straßenfegern des Schwarz-Weiß-Fernsehens auf die Kultur der Timelines übertragen wollen.

Dabei geht es bei der Remixkultur der Mem-Welt um viel mehr als um Reichweite. Wie in jeder Form der Populärkultur geht es um Identität, Teilhabe und Verstandenwerden. Distinktion funktioniert in dieser Form aber nur bis zu einer bestimmten Grenze. Wird diese überschritten, muss man neue Nischen finden, die nur den Wissenden bekannt sind. Das führt zum Beispiel dazu, dass es in dem bekannten Webboard reddit mittlerweile eine „true reddit“-Abteilung gibt. Sozusagen ein „Früher war alles besser“ des Web.

Dass die Wege aber vermutlich kaum dorthin zurück führen, gilt fürs Web wie fürs TV. Die Aufgabe der Zukunft ist es vielmehr, die Demokratisierung der Remixkultur zu begleiten. Denn dadurch, dass allen gleichermaßen die Möglichkeiten zum Kontextbruch zur Verfügung stehen, befinden sie sich nun auch im Portfolio der Werbeindustrie. Diese folgt der Verlockung der Reichweite, die in der viralen Verbreitung steckt, und begibt sich damit auf spannendes Terrain. Denn außer der Chance, dass viele zu Sendern der eigenen Botschaft werden, bietet das Remix-Web für die Werbenden eben auch das Risiko des Kontrollverlusts: Wo viele zu Sendern werden, werden auch viele zu möglichen Remixern – die Botschaften rekombinieren und rekontextualisieren und Werbetreibende auch sehr ärgern können. Wenn man so will: Die Rache der Web-Passanten am frechen Fernsehen der Vergangenheit.

genremix Der Text stammt aus dem Buch „Generation Remix“ von Valie Djordjevic und Leonhard Dobusch (Hrsg.). Die Bezüge zur Netz-Kultur stammen aus dem Blog Phänomeme, das ich für die Süddeutsche Zeitung betreibe. Hintergründe zu der Idee Recht auf Remix und dem virtuellen Remix-Museum gibt es auf den Seiten. Im Phänomeme-Blog habe ich zudem einen Text geremixt, der sich mit der wachsenden Bedeutung der Meme befasst.

Urheberrecht und Geistesgestörte

Die Debatte um das Urheberrecht ist etwas abgekühlt und hat auch an Humor verloren. Kurz vor der Europawahl kann man nochmal daran erinnern, dass die Acta-Debatte europäische Urheberrechtspolitik erst vor wenigen Monaten in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit brachte.

Nicht ganz so prominent, aber nicht weniger interessant ist ein Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt, das gerade für urheberrechtliche Aufmerksamkeit sorgt: Im Fall der bereits verstorbenen Psychologin Helen Schucman geht es um die Urheberschaft an Texten, die dieser von Jesus Christus in aktiven Wachträumen diktiert wurden. So jedenfalls stellte Schucman den Schaffensprozess dar. „Das machte sich ein deutscher Verein zunutze“, schreibt Spiegel Online. „Er übernahm Passagen aus dem Buch mit der Begründung, dass Schucman ja selbst angegeben habe, nicht die Urheberin zu sein – sondern eben der Heiland.“

Das Gericht kam zu einem anderen Ergebnis: „Schucman sei gesetzlich als Urheberin anzusehen“, schreibt lto.de, „nicht lediglich als Gehilfin oder Schreibkraft. Es komme nämlich nicht auf den geistigen Zustand des Verfassers an, sondern auf den tatsächlichen Schaffensvorgang, den „schöpferischen Realakt“, führte das Gericht aus. Daher könnten auch Geistesgestörte, Hypnotisierte und in Trance befindliche Personen Urheber sein.“

Mehr zum Thema auch beim Guardian

Mit Musik Geld verdienen: die Streaming-Rechnung

An dem Tag, dem Google Unbegrenzten Musikgenuss für 7,99 Euro im Monat ankündigt, hat sich eine spannende Diskussion anhand dieses Artikels im Wall Street Journal entwickelt: es geht um die Frage, wieviel Künstler durch Spotify verdienen. Wir erinnern uns: Thom Yorke hatte dieses Thema im Sommer aufmerksamkeitsstark verbreitet, als er ankündigte, Spotify zu boykottieren weil Künstler bei diesem Dienst kaum Geld verdienen würden. Die Geschichte von Grizzly Bear und eine Wortmeldung von David Byrne aus dem Winter 2013 gingen in ähnliche Richtung.

Nun legen die Rechnungen auf Basis aktueller Zahlen von Spotify etwas offen, was in den Wortbeiträgen kaum betont wurde: Es gibt noch Mittelsmänner zwischen Spotify und den Künstlern. Mit Blick auf die geringen Einnahmen von Grizzly Bear rechnet das WSJ vor:

Sie hätten für 10.000 Streams ihrer Songs nur 10 Dollar bekommen. Laut den nun veröffentlichten Statistiken von Spotify wären für 10.000 Streams 60 bis 84 Dollar fällig.

Der weitüberwiegende Teil der Gelder, die Spotify auszahlt landen also gar nicht bei den Musikern, sondern bei den Rechteverwertern. Tim Renner weist auf diese Rechnung auf seiner Facebook-Seite hin und kommentiert:

die Labels verdienen heute schon mehr an Spotify oder Downloads als an der CD. Das liegt daran, dass die von den Plattformen gezahlten Preise bereits verhandelt sind (man also nicht wie beim Listenpreis der CD Rabatte, Bonus und Discount abziehen muss), die GEMA, Storage, Shipping, Billing iTunes, Spotify und Co übergeholfen wurden und Herstellung, Retourenabwicklung gänzlich entfällt. Beispiel: 12,90 Liste (CD) – 20% Künstler (dem nochmal mindestens 20% Packaging abgezogen – ergo 16% netto)= -2,06 Euro/ -25% durchschnittlicher Bonus, Rabat, Discount für den Handel = – 3,23 Euro / knapp 1 Euro GEMA, mehr als 1 Euro für Herstellung, Shipping, Billing,Storage, Retourenabwicklung0 -2.- Euro. Ergo 5,61 als Deckungsbeitrag 2 fürs Label. Bei Download/Streaming sieht die Rechnung so aus= 6,80 – 20% Künstler (dem nochmal mindestens 20% Packaging abgezogen werden – ergo 16% netto) = -1,08 Euro. Da alle weiteren, analogen Kostenfaktoren wegfallen, bleiben dem Label 5,72 Euro übrig -> ALSO MEHR ALS BEI DER CD. Gearscht ist nur der Künstler, der statt 2,06 nur noch etwas mehr als die Hälfte erhält…

System Failure

Gestern ist eine neue Folge der tollen Serie Everything ist a remix online gegangen. Kirby Ferguson befasst sich darin mit dem System Failure dessen, was das Urheberrecht mal wollte und dem, was es heute ist.

Damit endet die vierteilige Serie, die sich sehr detailliert mit Fragen des Immaterialgüterrechts in Zeiten der Digitalisierung befasst. Mich hat diese Arbeit sehr beeindruckt, sie hat mir in einigen Punkten neue Perspektiven aufgezeigt und ich habe mit Freude von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Kirbys Arbeit mit einer Spende zu unterstützen.

Da sich die USA in einem Wahljahr befinden, startet Kirby Ferguson jetzt ein Projekt zum Präsidentschaftswahlkampf, das er über Kickstarter finanzieren will und das den Titel This is not Conspiracy trägt:

Referenzkultur: Thom Yorke is a Single Lady

Radiohead sind wieder da. Ja, das ist die Band, deren 2007er Album In Rainbows mit einem neuen Vertriebsmodell von sich reden machte. Jetzt gibt es ein neues Album, das heißt The King of Limbs und lässt das Web Kopfstehen.

Noch spannender finde ich aber, was das Web mit dem Video zur ersten Single macht:

Darin tanzt Radiohead-Chef Thom Yorke. Und zwar so schön (hier die Erklärung der Schritte vom NME), dass sein Tanz nun auch zu vielerlei anderer Musik zu sehen ist. Das bekannteste Beispiel: Das Netz verheiratete den tanzenden Thom mit „Single Ladies“ von Beyonce. Das muss sehr toll sein. In Deutschland können wir es nicht beurteilen, das Video ist hier gesperrt (mehr zum Thema Geoblocking bei jetzt.de):

Es muss aber so toll sein, dass viele viele Menschen dem Beispiel folgen. Unter dancingthom.tumblr.com kann man sich eine Auswahl schöner Filme ansehen, die das tun, was ich Referenzkultur nenne: Sie verbinden das Yorke-Video mit anderen Inhalten. Sie tun das mit großer Begeisterung (wie die Twitter-Suche zu Yorke dance beweist) und sie tun es, weil es eine gegenwärtige Form der Partizipationskultur ist. Wer selber ein Mashup aus dem tanzenden Thom und neuer Musik online stellt, macht damit das, was Musikfans schon immer mit Musik machten: Er oder sie schreibt sich in einen größeren Kontext ein, nimmt teil an einem Gemeinschaftserlebnis. Sozusagen der digitalen Entsprechung zu einem Konzert, bei dem viele in eine rhythmisches Klatschen einfallen und sich daran erfreuen, dass sie so viele sind. Genauso beispielen die Mashups des tanzenden Thom den digitalen Raum.

Auf einmal spüren wir, dass wir viele sind.

P.S.: Hier kann man das Mashup auch ohne Länderkennung sehen.