Alle Artikel mit dem Schlagwort “loading

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loading: godeepr

Wie kann sich Journalismus im digitalen Zeitalter finanzieren? Diese Frage taucht immer wieder in diesem Blog auf und beschäftigt die Branche seit langem. Ein Berliner Startup versucht sich jetzt an einer Antwort: godeepr will nach eigenen Angaben, “ein dem digitalen Medium angemessenes Geschäftsmodell für bezahlten Journalismus etablieren” – im Internet.

Armin Eichhorn von godeepr hat den loading-Fragebogen beantwortet.

deepr

Was macht Ihr?
Tiefgründigen, unabhängigen und leserfinanzierten Journalismus in digitalen Formaten. Jeder Artikel entsteht in enger Zusammenarbeit zwischen freien Autoren und unseren Designern. Die Kombination von tiefgründigem Text und bereichernden digitalen Elementen macht jeden Artikel zu einem echten Leseerlebnis. Es werden nur die Artikel tatsächlich geschrieben, für die eine ausreichende Anzahl an Lesern mindestens einen Euro bezahlt hat.

Warum macht Ihr es (so)?
Wir lieben gut recherchierte und wunderschön aufbereitete Geschichten. Die Printausgabe der National Geographic sei lobend erwähnt: Hier wird man in Themen hineingezogen, von denen man vorher nicht einmal wusste, dass sie existierten. Im digitalen Raum sind wir mit den bisherigen Angeboten der etablierten Verlage leider überhaupt nicht zufrieden. Nervige Werbung, grundhässliche Websites und eine mediokre Themenwahl vermiesen uns als Lesern viel zu häufig den Journalismus. Kein Wunder, dass so viele unserer Zeitgenossen keine (Digital-)Abos haben!
Wir kommen aus der Welt des Digitalen und der Gründerszene. Wir wollen nicht den Journalismus an sich retten – Vieles ist ja gut. Vielmehr möchten wir diejenigen, denen diese Art Qualitätsjournalismus wichtig ist, zusammenbringen. Durch die Leserfinanzierung, die einhergeht mit der Auswahl der Artikel durch die Leser, bauen wir ein solides Geschäftsmodell mit wachsender Stammleserschaft auf.

Wer soll das lesen?
Thematisch sind wir völlig offen. Da schwingt auch ein stückweit Idealismus mit: Die Themenauswahl geschieht an uns vorbei zwischen Lesern und Autoren, jedes Thema ist möglich. Es gibt bei uns weder einen Chefredakteur, der einen Artikel noch kippen kann, noch “Werbepartner” die uns finanzieren und auf extravagante Abendessen einladen. Sowohl die Themenauswahl als auch die Finanzierung kommt bei uns von den Lesern, also denjenigen, für die der Journalismus eigentlich existiert. Je mehr Artikelvorschläge hinzukommen, umso mehr Leser werden ein Thema finden, das ihnen zusagt.

Wie geht es weiter?
Bald wird der erste Artikel veröffentlicht! Jeder, der für ihn bezahlt hat, wird sehen, wie wir uns den Journalismus des 21. Jahrhunderts vorstellen. Gleichzeitig werden weitere Artikelvorschläge online gehen. Interessierte Journalisten und Themenexperten können uns gerne kontaktieren.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Journalismus digital aufzubereiten, das kann so viel mehr sein als eine Fotostrecke einzubinden und ein Video zu verlinken! Wollen wir die Medienbranche umkrempeln? Vielleicht.


>>> Hier geht’s zur Startseite von godeepr


Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:

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loading: One Earth Kids

Ein Magnet-Spielbuch im XXL-Format wollen die Macher des Projekts One Earth Kids herausbringen. Dafür haben die Salzburger eine Crowdfunding-Projekt auf Startnext begonnen. Reingard Meiche hat den loading-Fragebogen beantwortet

Was macht Ihr?
eoVision ist ein Salzburger Unternehmen, das eigentlich Satellitenbilder & Geo-Information bereitstellt. Da wir aber alle einfach fasziniert von den wunderschönen Bildern der Erde sind, haben wir irgendwann begonnen auch Bildbände herauszugeben. Bisher sind es drei: one earth, Human Footprint und Untouched Nature.
Seit ca drei Jahren ist der Wunsch da, diese tollen Bilder auch Kindern zu zeigen.
Judith Grubinger-Preiner, meine Kollegin hier und die hauptverantwortliche des Projekts, hatte die Idee eine Art Kinder-Atlas zu machen.
one earth kids ist eine riesengroße, magnetische und faltbare Karte mit Satellitenbildern der Erde und über 150 Magneten mit denen die Kinder die Welt spielerisch entdecken können.

Wo wachsen Bananen? Wo werden unsere Jeans genäht? Wo gibt es Tiger? Welche Sprache wird in Kanada gesprochen?
one earth kids soll Kindern nicht nur die Erde bzw. Geographie näher bringen sondern ihnen die Möglichkeit geben, globale Zusammenhänge spielerisch verstehen zu lernen.
Mit den Magneten aus unterschiedlichen Themenbereichen kann das ganze Buch bespielt werden: die Kinder können überlegen was sie gerade in der Hand halten und selbst platzieren, wo es hin gehört. So wird vernetztes Denken gefördert und das Interesse dafür geweckt, was alles auf der Welt passiert.
Das Buch ist auf beidseitig bedruckt: mit einem Satellitenbild der Erde und auf der anderen Seite mit einem großen Satellitenbild von Europa inklusive Landesgrenzen.

one earth kids wird mit 150 Magneten aus 7 Themenbereichen geliefert: Tiere, Geographie, Natur, Bauten & Sehenswürdigkeiten, Pflanzen & Landwirtschaft, Globalisierung, Mensch & Kultur.
Weitere Magnete können jederzeit nachbestellt werden und die Sets zu den einzelnen Themen erweitert werden – etwa mehr Tiere, mehr exotische Pflanzen, etc. So passt sich das Buch dem Lernfortschritt und Wissen der Kinder an.

Warum macht Ihr das (so)?
Kinder wollen selber machen, selber ausprobieren, selber herausfinden, wie etwas funktioniert. Leider neigen wir dazu, Kindern (und anderen) alles fix und fertig vorzusetzen. Hirnforscher schreiben, dass Erwachsene mit ihrem überschäumenden Wissen die Neugierde und Begeisterung der Kinder geradezu ersticken.
Wir sollten die Kinder eigentlich eher inspirieren und zum Forschen motivieren, als ihnen Komplettlösungen zu servieren. Lasst eure Kinder raten, schickt sie einfach mal zum Bücherregal um ihre Neugierde zu stillen, lasst sie ausprobieren – das ist regelrechtes Kraftfutter für kleine Entdecker.
Dieses „entdeckende Lernen“ anstelle des veralteten, „vorgekauten“ Wissens unterstützt die individuelle Entwicklung der Kinder. Sie lernen dadurch intensiver und mehr. Allerdings bestimmen sie dabei in hohem Maße selbst, was sie wann und wie tatsächlich aufnehmen.
Ein solches Buch zu produzieren ist sehr kostspielig. Um die Idee one earth kids dennoch umsetzen zu können, haben wir uns dazu entschieden eine Crowdfunding Kampagne zu starten. Dies bedeutet, dass jeder, der die Idee toll findet mit helfen kann, dass das Buch tatsächlich produziert wird. Vereinfacht ausgedrückt: Sie können Ihr one earth kids bereits vorbestellen und dadurch die Produktion überhaupt erst ermöglichen.

Wer soll das anschauen?
Wir glauben, dass jeder der Kinder, Enkel, Nichten & Neffen hat, sich für das Buch interessieren kann. Ebenso Pädagogen für das Kindergarten- Vor- und Volksschulalter.

Wie geht es weiter?
Derzeit haben wir neue Materialen usw. bekommen und haben uns endlich für einen Lieferanten entschieden und gestern einen Dummy „gebastelt“. Derzeit arbeiten wir mit einer Grafikerin & Illustratorin am Cover und dem Design für das Beiheft. Wir diskutieren gerade die einzelnen Symbole für die 150 Magnete, was können wir aufnehmen, was muss draußen bleiben, welche Symbole drücken am besten die Themen aus, die wir suchen…
Am 15. Juli ist das Crowdfunding zu Ende, wenn alles gut geht soll Ende Juli das Buch in Produktion gehen und im Herbst im Handel und online bei uns erhältlich sein.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Es ist nicht so, dass wir das buzz-word „Nachhaltigkeit“ riesengroß auf dieses Projekt schreiben wollen, doch wir sind überzeugt davon, dass es ein sehr wichtiges Thema ist und wir möchten die Sinne der Kinder dafür schärfen. One earth kids soll zeigen wie groß, wunderschön und vielfältig die Welt ist, was jeden Tag rund um den Globus passiert – es gibt so viel Wunderbares zu entdecken und die Kinder sind begeistert davon, wie alles zusammenhängt. Aber eben auch, dass es negative Seiten gibt und wir vorsichtig sein müssen, wie wir mit der Erde umgehen. Themen wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit und fair trade können Kinder nur verstehen wenn wir ihnen erzählen wie die Dinge zusammen hängen. Solche Sachen kennen zu lernen, macht natürlich viel mehr Spaß, wenn es mit spielen und entdecken verbunden ist.

>>> Hier kann man das Magnetbuch auf Startnext kaufen!

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loading: #paulaliebtdich

Ein Auslöser für das Projekt #paulaliebtdich war dieser Facebook-Eintrag und die zahlreichen Reaktionen darauf – das erzählt Paula Lambert auf der Startnext-Seite zu #paulaliebtdich, einer Bewegung, “deren Ziel es ist, Frauen (und Männern) ein gesundes Selbstbild und Selbstliebe beizubringen.”

Paula Lambert hat den loading-Fragebogen beantwortet.

Was machst du?
Ich bin Autorin, Kolumnistin der GQ und TV-Host, wie das heute so heißt. Im Wesentlichen berate ich die Menschen seit fast zehn Jahren in sexuellen Fragen und schreibe darüber. Irgendwann ist mir klar geworden, dass ich noch so viele Tipps geben kann, die nur alle nicht helfen werden, wenn die Menschen sich selbst im Grunde ihres Herzens nicht lieben können. Es hilft ja nichts, sich in allen möglichen Positionen zu winden und dem Orgasmus nachzujagen, wenn das Grundsätzliche nicht stimmt. Dann stieß ich auf das Video der Australierin Taryn Brumfitt, die darin ihren Kampf mit sich selbst beschreibt und ich merkte, dass mich das Thema sehr anfasst. Ich zum Beispiel werde überraschend häufig beschimpft für meine Figur. Ich hatte eine Agentin, die mir gesagt hat: So wie Du aussiehst, bist du nicht vermittelbar. Aber was ist mit den Frauen und Männern, die nicht die Möglichkeit haben, damit umzugehen, weil sie schüchtern sind oder wirklich gebrochen? Diesen Menschen möchte ich eine Stimme geben. Weil das Leben zu kurz ist, um es damit zu verbringen, sich selbst nicht zu mögen.

Warum machst du es (so)?
Ich habe überlegt: Wie kann dieses Umdenken, das so dringend nötig ist, eine nötige Massenwirkung bekommen? Das geht gut über einen Film, in dem ich klären will, wann der Bruch kommt in der Selbstwahrnehmung? Wer beeinflusst unsere Selbstwahrnehmung? Und Wie sieht der Weg aus in eine gesunde Selbstwahrnehmung?

Wer soll das anschauen?
Alle, die das Thema auch nur im entferntesten tangiert. Nichts ist wesentlicher als Selbstliebe.

Wie geht es weiter?
Ich versuche, das Crowdfunding erfolgreich abzuschließen! Dann geht es sofort in die Produktion.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Dass es sich am meisten lohnt, in sich selbst zu investieren. Soll ich ein paar weise Sprüche loslassen? Es muss selbstverständlich werden, schon als Kind zu lernen, dass jeder Mensch unterschiedlich ist und nicht normiert werden kann. Und dass der erste Schritt zu einem erfolgreichen Leben der sein muss, mit sich selbst Frieden zu machen.

>>> #paulaliebtdich hier auf Startnext unterstützen!

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loading: ProtonMail

Die Antwort auf die Frage warum vergleichweise wenige Menschen verschlüsselte Kommunikation nutzen, lautet oft: Weil leicht benutzbare Angebote fehlen. Die Gründer des Dienstes ProtonMail wollen das jetzt ändern: mit einer Crowdfunding-Aktion auf IndieGogo sammeln sie das nötige Budget, um ein Mail-Angebot zu realisieren, das so einfach zu bedienen ist wie Hotmail oder Gmail – aber auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung setzt.

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“E-Mail als sicheres Medium der Kommunikation ist grundlegend beschädigt”, schreiben die Macher von ProtonMail in ihrem Blog. Es gibt zahlreiche Ansätze, darauf zu reagieren und leicht bedienbare Verschlüsselungen zu realisieren. Kullo und Tutanota zählen dazu – und jetzt ProtonMail, das mit den Angeboten unseen.is oder Lavaboom vergleichbar ist. Das Privacy Handbuch urteilt über diese Dienste: Sie “bieten viele Vorteile für Normalanwender, die ihre E-Mails bisher im Webinterface von GMail, Yahoo! oder Hotmail bearbeiten. Sie sind allerdings nicht State-of-Art im Bereich anonyme, unbeobachtete Kommunikation.

Vielleicht ermöglichen sie aber einen leichten Zugang zum Thema Verschlüsselung für Normalanwender. Jedenfalls hat ProtonMail-Gründer Andy Yen, dem ich den loading-Fragebogen geschickt habe, die Fundingsumme von 100.000 Dollar bereits weit überschritten. Fast 4000 Menschen unterstützen das Projekt von Andy Yen und seinen Kollegen, die zum Teil am Kernforschungszentrum Cern in der Schweiz arbeiten. Andy schreibt:

Wir mögen die Idee des Crowdfundings weil wir so das Budget erhalten, um den Dienst zu entwickeln – ohne jedoch die Kontrolle zu verlieren weil wir Teile des Unternehmens verkaufen müssten. Auf diese Weise können wir sicherstellen, dass kommerzielle Interessen niemals Kontrolle über unser Unternehmen bekommen – und wir können dafür sorgen, dass die Privatsphäre der Nutzer tatsächlich oberste Priorität hat.

Statt die weiteren Fragen aus dem loading-Fragebogen zu beantworten, verweist er auf das Presse-PDF und die zahlreichen Berichte über ProtonMail – zum Beispiel bei Forbes, PC Welt, t3n und bei der NZZ.

>>> ProtonMail hier auf IndieGogo unterstützen

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loading: Warum beteiligen sich Menschen an Völkermord?

Tim Williams ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg und hat auf Sciencestarter ein wissenschaftliches Crowdfunding gestartet. Er will Antworten auf die Frage finden: Warum beteiligen sich Menschen an Völkermord?

Tim hat den loading-Fragebogen beantwortet

Was machst du?
Ich schreibe meine Doktorarbeit zur Frage, warum sich Menschen an Völkermord beteiligen. Ich habe ein Modell entwickelt, welches versucht, diese Frage über verschiedene kulturelle Differenzen hinweg zu beantworten und so theoretisch auf Ruanda, wie auf Holocaust und auch anderweitig anwendbar sein sollte. Vor allem geht es um Gruppendynamiken und Opportunismus und viel weniger um Ideologien und Hass, wie oft propagiert. Dieses Modell möchte ich an einem noch nicht erforschten Beispiel ‘testen’ und zwar in Kambodscha – meine eigenen Kosten übernehme ich durch ein Stipendium, sowie privat, aber die Kosten für meinen Übersetzer versuche ich über ein Crowdfunding zu finanzieren.

Warum machst du es (so)?
Ich mache das durch Crowdfunding, weil ich glaube, dass man das Thema so partizipativer erforschen kann. Ich sehe das Crowdfunding als Möglichkeit, dieses für wirklich viele Menschen spannende Thema auch so an diese Menschen zu vermitteln, und ihnen eine Beteiligung am Forschungsprozess (quasi ein über die Schulter Schauen) zu ermöglichen. Ich freue mich, vielleicht so auch neue Diskussionen anzustoßen und Leute auf neue Gedanken zu bringen.

Wer soll das lesen?
Das ist für alle interessant, die sich irgendwann gefragt haben, wieso böse Menschen etwas tun. Naja, es gibt keine ‘bösen Menschen’, sondern größtenteils nur gewöhnliche Menschen, die irgendwas etwas Böses tun. Und ich glaube, diese Fragen nochmal zu überdenken und auf neue Gedanken zu kommen – das ist für diese Menschen spannend!

Wie geht es weiter?
Das Crowdfunding läuft bis zum 28. Juni und dann ab August fliege ich 6 Monate nach Kambodscha. Dort werde ich dann viele Interviews mit ehemaligen Khmer Rouge Kadern durchführen. Danach folgt die Auswertung der Interviews und ich freue mich, dann meine Unterstützer ausführlich dazu berichten zu können.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Mehr Menschen sollten wissen, dass Ideologien, Hass und diskriminierende Einstellungen zwar wichtig sind für Täter in Völkermord, aber dass die wirklichen Motivationen der Täter andere sind, die viel ‘normaler’ sind. Viel mehr von uns wären in ähnlichen Situationen auch zu Tätern geworden, als wir das glauben. Und wieso sie es geworden sind, das will ich mit meinem Projekt herausfinden.

>>> Das Projekt hier unterstützen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:

“Each of you has played a part in making this movie happen”

Viel Geld bringt auch viel Kritik mit sich. Das Crowdfunding-Projekt, von dem ich heute erzählen will, hat das sehr beispielhaft durchlebt. Es sammelte unfassbar viel Geld ein (*auch von mir) – und es zog unfassbar viel Kritik auf sich. Zwischenzeitlich muss es sich für den Projektstarter angefühlt haben wie ein Pranger, an den er gestellt wurde. Aber er hat es durchgezogen – und es scheint ihm gut damit zu gehen. Ich weiß das, denn wir sind beste Kumpels. Jedenfalls gibt er mir mit jeder neuen Mail, die er mir seit dem Crowdfunding-Erfolg schreibt, genau das Gefühl.

Ich rede von Zach Braff, dem Schauspieler und Regisseur, der ein wenig aussieht wie Buzzfeeds Jonah Peretti und der in Deutschland vor allem als Arzt aus Scrubs bekannt ist. Vor zehn Jahre dreht Braff den Film Garden State – seine letzte große Filmproduktion.

wish_kickstartVor einem Jahr kam er dann auf die Idee, seinen neuen Film “Wish I Was Here” über das Crowdfundingportal Kickstarter zu finanzieren: Über 3,1 Millionen Dollar kamen so zusammen – und jede Menge Kritik. Muss ein Millionär um Geld betten? war noch die netter Frage, der sich Braff ausgesetzt sah. Er hat sie einmal beantwortet – und sich dann darauf konzentriert, mit seinen Unterstützern zu kommunizieren. Das macht er in einer Art und Intensität, die vielleicht eher amerikanisch ist, sie ist aber in jedem Fall beeindruckend. Die Mails, die alle von ihm persönlich unterzeichnet sind, werden von Grußformeln wie “Lots of Love” oder “xoxoxoxoxo” abgeschlossen. Als er den ersten Trailer zu seinem Film verschickte, schrieb er: “I hope you love it as much as I love every one of you” ans Ende des Textes, den er mit dieser Ankündigung begann:

I have something very special to share with you today. Each one of you, with every pledge you made and every note of encouragement you wrote to me, has played a part in making this movie happen. Since YOU are the reason I made this film, I knew that YOU had to get the very first look at it before anyone else

Letzten Monat bekam ich dann eine Mail, in der mir ein personalisierter Trailer gezeigt wurde. Es ist nur eine kleine Spielerei, dass mein Name in dem Clip auftaucht. Diese Spielerei deute ich aber so: Zach Braff hat sich von der öffentlichen Kritik nicht von seinem Plan abbringen lassen, gemeinsam mit seinen Unterstützern ein großartiges Projekt zu machen. Er hat sich darauf konzentriert, mit seinen Unterstützern zu kommunzieren, hat deren Pledges produziert (mein T-Shirt ist auf dem Postweg) und einen Mitgliederbereich auf der offiziellen Filmwebsite geschaffen, der nun auch für Nicht-Unterstützer geöffnet wird. In dem kurzen Clip erklärt er das so: “Wie Ihr vielleicht wisst, wurde dieser Film möglich, weil 46.000 Leute von überall auf der Welt ihn unterstützt haben. Für sie ist diese Website, auf der wir eine Menge exklusiven Inhalt gezeigt haben. Aber jetzt ist es an der Zeit, Euch offiziell zu begrüßen. Kommt herein. Wir 46.521 haben hier gemeinsam eine Party gefeiert, und es ist an der Zeit, die Türen aufzusperren.

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Ich habe keine Ahnung, wann ich den Film sehen werde (ein Deutschland-Start ist offenbar noch nicht terminiert UPDATE: Der Film kommt am 9. Oktober in die deutschen Kinos), aber ich hatte nie das Gefühl, dass das Geld, das ich für diesen Film ausgegeben habe, verschwendet war. Denn in Wahrheit habe ich nicht den Film unterstützt, ich habe dafür bezahlt, an etwas teilzunehmen, was nicht wiederkommt: Ich war dabei, wie Braff den Film gemacht hat. Und Braff hat mich daran teilnehmen lassen. Das finde ich ziemlich gut. Und ich finde es beispielhaft dafür, wie Crowdfunding kommunziert werden kann.

Warum ich all das erzähle? Weil ich mich sehr freue, dass das Projekt Krautreporter sein Funding-Ziel erreicht hat. Ich wünsche den Krautreportern alles Gute – und eine gute Kommunikation!

Mein Geld, meine Hoffnung für Krautreporter

Menschen, die sich mit Crowdfunding befassen, nennen die Phase, in der das ambinitionierte Projekt Krautreporter gerade steckt, das Tal: die flache Ebene zwischen dem Start-Hype und der Schlussphase, in der jeweils sehr viele Menschen mitmachen. Mir war vorher klar, dass ich genau in diesem Tal meinen Beitrag zu dem Versuch leisten würde, Journalismus neu zu denken. Was mir vorher nicht klar war: wie wenig begeistert ich das tun würde.

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Seit dieser Woche bin ich Mitglied bei den Krautreportern – dass sich dadurch aber nichts in meinem Verhältnis zu dem Projekt geändert hat, zeigt, warum mir Begeisterung fehlt. Ich hatte gedacht, es ginge hier ernsthaft um den Versuch, Journalismus nicht einzig über den Content, sondern über Kontext zu verkaufen. Ich hatte gedacht, hier würde ernst gemacht mit den Möglichkeiten des sozialen Netzes, mit den Dynamiken, die entstehen wenn viele das Gleiche wollen – auch abseits der bekannten Bühnen. Aber Viralität und soziale Dynamik werden von dem Projekt nicht gefördert. Krautreporter funktioniert – trotz gegenteiliger Bekundungen – derzeit noch immer in alter Prägung. Ich schreibe noch, weil ich hoffe, dass es sich zu einem tatsächlichen Experiment des Neuen wandeln könnte:

Hört auf, auf Online-Journalismus zu schimpfen und fangt an, den wirklichen Wert zu erkennen, den Krautreporter gerade hat: seine Leserinnen und Leser. Fast 6000 Leute haben dem Projekt Geld gegeben. Das ist erstaunlich großartig. Das sind fast 6000 Leute, die eine Rolle spielen (wollen). Das tun sie aber nicht. Sie tauchen auf der Seite nicht auf, ihr Interesse wird nicht genutzt. Sie werden lediglich als Multiplikatoren angesprochen, nicht als Teilnehmer.

Hört auf, auf Fernseh-Erwähnungen zu schauen und dämliche Aktivierungsaktionen für einige wenige anzuzetteln. Statt Facebook-Fans zu beschimpfen, die kein Geld geben, sollte ihr euch mit denen freuen, die mitmachen. Bindet sie ein, macht sie zu wirklichen Mitgliedern. Diskutiert mit ihnen, fragt bei ihnen nach und zeigt den Menschen, die noch nicht Mitglied sind, was ihnen entgeht.

Es klingt so blöd, aber fast will ich den Krautreporter zurufen: Macht endlich Crowdfunding und hört auf, einfach nur Geld einzusammeln!

>>> Hier kann man das Projekt unterstützen!

Mehr zur Debatte rund um Krautreporter bei Michalis Pantelouris, Thomas Knüwer, Daniel Fiene, Das Nuf – und natürlich auch hier und hier.

loading: Brafus 2014

Vor vier Jahren reisten Christian Frey und Kai Schächtele zum Wintermärchen 2010 nach Südafrika, jetzt wollen die beiden gemeinsam mit Birte Fuchs nach Brasilien – um Geschichten hinter der Fassade der Fußball-WM zu erzählen. Dafür haben sie eine besondere Form des Crowdfunding auf ihrer Seite brafus2014 gestartet.

Kai Schächtele hat dazu den loading-Fragebogen beantwortet.

brafus

Was macht Ihr?
Wir reisen ab 4. Juni zu dritt durch Brasilien und wollen herausfinden, was die WM mit Brasilien macht und Brasilien mit der WM. Und ein wenig auch, was Brasilien mit uns macht.

Warum macht Ihr es (so)?
Brafus2014 ist die Fortsetzung unseres Blogs wintermaerchen2010.com, das uns vor vier Jahren durch Südafrika geführt hat, damals noch zu zweit. Was wir gemerkt haben, ist zweierlei: Zum einen haben, je länger unsere Reise gedauert hat, immer mehr Leute Lust bekommen, zu lesen, welche Menschen wir getroffen und welche Geschichten hinter der Fassade der WM wir aufgespürt haben. Zum anderen haben wir gemerkt, dass die These, unsere Leser seien nicht bereit, für journalistische Inhalte Geld zu bezahlen, nicht stimmt. Was sie brauchen, ist neben dem Interesse für die Inhalte eine emotionale Verbindung zu den Machern und ein Gespür dafür, wofür das Geld verwandt wird. Dann begreifen sie sich als Teil der Unternehmung und zahlen gern. Wir wollen jetzt herausfinden, ob das auch im größeren Rahmen klappt. Denn die Reise diesmal wird ungleich teurer als die vor vier Jahren.

Wer soll das lesen?
Jeder, der sich dafür interessiert, was hinter der Fassade dieser WM passiert, welchen Transformationsprozessen eine Gesellschaft ausgesetzt ist, die sich von einem Schwellenland zu einer Industrienation verändert, und wie der Alltag in einem Land aussieht, in dem so viele Schichten mit so unterschiedlichen wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzungen leben. Und jeder, der sich für Geschichten von Menschen interessiert, die genauso von ihrem Alltag erzählen wie von ihren Hoffnungen, Befürchtungen oder vom Trompetespielen (denn wir werden auch mindestens eine Blaskapelle besuchen).

Wie geht es weiter?
Das hängt entscheidend davon ab, ob es uns gelingt, eine Brafus2014-Community aufzubauen. Bislang steht nur etwa ein Viertel des Budgets. Und je nachdem, wie sich einerseits unsere Einnahmen entwickeln und wir andererseits unsere Ausgaben deckeln können, zum Beispiel durch private Übernachtungen, werden wir einen größeren oder kleinen Bewegungsspielraum haben.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Dass es im Moment den ernst gemeinten wie ernst zu nehmenden Versuch von Journalisten gibt, die Debatte um die Bezahlkultur für journalistische Inhalte im Netz voranzutreiben. Was uns eint, ist die Überzeugung, dass es genügend Menschen gibt, die unsere Arbeit wertschätzen und bereit sind, dafür Geld auszugeben. Was wir aber brauchen, sind Menschen, die uns dabei helfen, diese Botschaft über die Zirkel der Macher hinauszutragen. Im Moment zirkuliert das Geld noch zu sehr unter uns. Da zahlt Journalist A für Journalist B, Journalist B für Journalist C und Journalist C für Journalist A. Das war gerade am Anfang wichtig, damit sich in unseren Köpfen eine Welt öffnet, in der wir den Mut für Vorhaben entwickeln, die wirklich ins Geld gehen. Aber jetzt ist ein belastbares Signal derer notwendig, für die wir diese Arbeit machen. Journalismus ist kein Selbstzweck, sondern findet erst durch die Interaktion mit seinem Publikum zu seiner Entfaltung.

>>> Hier das Brafus Projekt auf der Paid Wall unterstützen

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:

loading: Die Bildung und das Netz

Das Netz verändert vieles – auch unsere Vorstellung von Wissen und Bildung. Der Autor Martin Lindner befasst sich schon länger mit dieser Veränderung und hat jetzt ein Crowdfunding-Projekt gestartet um sich dem Thema in einem Buch zu widmen. “Die Bildung und das Netz” läuft aktuell auf Startnext. Ich habe das Buch dort bereits gekauft – und Martin den loading-Fragebogen geschickt.

Was machst Du?
Derzeit: Eine Kampagne mit dem Ziel ein lang vorbereitetes Buch zu schreiben, weil das Buch, das ich gern lesen will, niemand sonst schreibt (oder jedenfalls: publiziert). Das Buch soll im Zusammenhang zeigen, was das Netz mit der Bildung macht. Nicht nur in Schulen und Universitäten, sondern überall: in Unternehmen, bei den Abgehängten, bei all denen, die auf eigene Faust lernen, weil sie es wollen oder müssen. Was geht verloren gegenüber der untergegangenen Epoche des “Bildungsbürgertums”, wie es in den 1950er Jahren und dann nochmals Ende der 1970er Jahre sich neu konstituierte? Und was wird auf der anderen Seite gewonnen? Für wen, also nicht nur für Bildungsbürger? Und wo, also nicht nur auf welchen gesellschaftlichen Feldern

Warum machst Du es (so)?
Weil ich es auf die konventionelle Art nicht geschafft habe: Ich habe ein Exposé bei einer renommierten Literaturagentur untergebracht, und die hat versucht, es den großen deutschen Verlagen anzubieten. Zwei- oder dreimal wollten die zuständigen Lektoren es gern machen, aber der Verlagsleitung schien es jeweils zu riskant: kein richtig knackiges Debattenbuch, und mich kennt auch niemand. Sie wollten, dass ich eine große, konkrete Zielgruppe adressiere, ängstliche Eltern am besten. Diese Art von Sich-die-Welt-erklären-Buch, die mir vorschwebt, gibt es hier eigentlich fast nicht. Am ehesten im angelsächsischen Raum, wie etwa die sowohl “populären” als auch seriösen Bücher von David Weinberger und Steven Johnson über das Internet und dessen Wirkung auf unsere Kultur.
Eigentlich war mir die ganze Zeit schon klar, dass Crowdfunding die konsequenteste Form sein würde, dieses Buch zu schreiben und zu produzieren, aber … naja, das Risiko ist viel höher, und ich mache das nicht aus einem abgesicherten Job heraus. Und ich dachte auch, dass die Botschaft am besten gehört würde, wenn ein großer Verlag das pusht. Aber jetzt ist es eben Crowdfunding geworden, passend zum Inhalt, und wahrscheinlich musste es eben so sein. Als Prozess ist es natürlich viel toller so, und ich hoffe, dass auch der Text davon profitieren wird.
Naja, und Bücher über Bildung … ich kann den vorauseilenden Überdruss durchaus nachvollziehen, da ist man Teil eines Chors von aufgeregten Büchern, in denen es immer 5 vor 12 ist, und Bildung wird fast immer aus sehr einseitiger Perspektive als Kampfbegriff benutzt. Ich will aber wissen, was wir wirklich meinen (oder meinen sollten), wenn wir von “Bildung” reden. Was das wirklich ist, nicht, was es aus den verschiedenen ideologischen Perspektiven heraus sein soll. Ich denke, dass gerade die Verschiebung der Perspektive, also das jetzt aus dem neuen digitalen Raum heraus zu tun, auch im Rückblick sehr interessante Erkenntnisse über das zutage fördert, was wir in den letzten 100 Jahren unter “Bildung” verstanden haben. Also seit mein Großvater, achter Sohn einer Oberpfälzer Bauernfamilie und später promovierter Lebensmittelchemiker, eingeschult wurde, vor dem Ersten Weltkrieg, in einer Zeit, in der es wahrlich “Disruption” gab.

Wer soll das lesen?
Alle, die sich Gedanken über “Bildung” machen und gern verstehen würden, was gerade mit uns passiert, in diesem Epochenumbruch, der geprägt ist von Digitalisierung, Big Data, Automatisierung, Kontrolle auf der einen Seite und auf der anderen Seite von den digitalen Netz-Medien als Mittel kulturellen Ausdrucks und individueller Emanzipation.
Eigentlich glaube ich, dass das Buch sehr viele Leute ansprechen könnte. Aber erstmal gehe ich aus von denen, die ich in den letzten 10 Jahren im sozialen Web kennengelernt habe: Da sind erstaunlich viele nachdenkliche Leute in recht unterschiedlichen Altersklassen und mit recht unterschiedlichen Hintergründen. Sie sind schwer als eine klare Zielgruppe eingrenzbar und adressierbar, das ist schlecht, wenn man es Verlags-Marketingstrategen verkaufen will. Gut, das sind jetzt vielleicht 500 oder so in meinem Umfeld, aber ich vermute, dass sie nur die Spitze des Eisbergs sind. Im Netz werden dummen Marketing-Generalisierung ja überhaupt sehr schnell ad absurdum geführt. Da wird ein Chor von lauter recht eigenwilligen und oft auch verschrobenen Stimmen hörbar, den man früher nie hätte wahrnehmen können. (Obwohl es diese Leute genauso gab, glaube ich.)

Wie geht es weiter?
Mein Crowdfunding ist jetzt gerade eine Woche alt, und der Start war ermutigend. Es sind bis jetzt etwa 4000 Euro zusammen gekommen, zu gut zwei Dritteln aus Buchverkäufen im Voraus (also Subskription), vielleicht zu einem knappen Drittel aus direkter Unterstützung des Schreibprozesses, ohne dafür direkt etwas zu bekommen. Ich hoffe, ich schaffe meine Zielmarke (8000 Euro), dann kann ich anfangen zu schreiben. Tatsächlich brauche ich aber eigentlich mehr, um wirklich konzentriert sechs Monate am Stück schreiben zu können: mindestens 9000 Euro nach Abzug der Unkosten würde ich schätzen, das sind eher so etwas wie 12 000 Euro Funding-Summe. Wie es genau weitergeht, kann ich also noch nicht sagen. Ich hoffe, ich kann das Buch schreiben, möglichst gut und mit Zeit für Gespräche und Recherchen, und ich kann dann den Unterstützern auch ein vorzeigbares Produkt übergeben: als eBook, aber eben auch als Hardcover-Papierbuch, mit Umschlag. (Das bestellen die meisten.)

Was sollten mehr Leute wissen?
Dass wir mitten in einem großen Umbruch stehen, der gleichzeitig großartig und bedrohlich ist. Wir alle müssen uns darauf einstellen, uns vorbereiten, uns bilden. Für mich ist das genauso: Eine prekäre Situation, in der man sich andauernd durchschlagen und hochrappeln muss. Und zugleich ein faszinierender Aufbruch, eine schlagartige Erweiterung des Horizonts, eine starke untergründige Dynamik. Ich hätte früher nie gedacht, dass ich so etwas erleben werde, nach all den Jahrzehnten des Stillstands, die bis um das Jahr 2000 mein ganzes erwachsenes Leben ausgemacht haben. (Ich war in den 1980er und 1990er Jahren an der Universität, als Student, Dozent und am Ende als habilitierter Literaturwissenschaftler, und es fühlte sich immer mehr wie eine anachronistische Sackgasse an.)

>>> Hier Martin Lindners Projekt auf Startnext unterstützen

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:



loading: Crowdspondent

Steffi Fetz und Lisa Altmeier sind Crowdspondent. Mit dem Kofferwort beschreiben sie ihre ungewöhnliche Kombination von Korrespondenten-Tätigkeit und Leser-Kontakt. Im vergangenen Jahr berichteten sie auf diese Art aus Brasilien, für diesen Sommer haben sie sich eine Deutschland-Reise vorgenommen, die sie nun mit Hilfe ihrer Leser finanzieren wollen.

Ich* habe den beiden den loading-Fragebogen zugeschickt.

Was macht Ihr?
Wir sind eure persönlichen Reporter und recherchieren mit euch im Team drei Monate lang alles, was ihr wissen wollt. Auf crowdspondent.de entsteht so eure persönliche Deutschland-Reportage. Wir filmen, machen Radio und schreiben Texte. Und das alles mit euch zusammen. Ihr sagt uns über Facebook, Twitter und unseren Blog wo es hingeht und was wir da machen sollen. Getestet haben wir das letztes Jahr in Brasilien, ein Jahr vor der Fußball-WM. Jetzt soll es in die zweite Runde gehen.

Warum macht Ihr es (so)?
Weil wir einerseits ziemlich begeistert davon sind, wie gut man mit seinen Lesern und Zuschauern im Team zusammen arbeiten kann und wie viel die Crowd einem immer wieder zurückgibt. Aber auch, weil wir andererseits mit der Themenauswahl und -setzung in den so genannten klassischen Medien oft unzufrieden sind. Warum werden manche Geschichten wochenlang hochgeschrieben und verschwinden dann, so als wäre nie darüber gesprochen worden? Wieso hört man aus bestimmten Regionen immer wieder dieselben Sachen? Und wieso arbeiten Journalisten und Leser gerade online häufiger gegeneinander als miteinander? Da geht noch was!

Wer soll sich dafür interessieren?
Jeder, der Ideen hat und der uns seinen eigenen Blick auf Deutschland verraten will. Jeder, der sich in der Themenauswahl klassischer Medien nicht vertreten fühlt und der neugierig auf die Geschichten des Landes ist, die er noch nicht kennt. Auch jeder, der bereit ist, seine Vorurteile über bestimmte Regionen zu überdenken.

Wie geht es weiter?
Unser Crowdfunding ist gerade angelaufen und wir durften unser Projekt auf der re:publica in Berlin vorstellen. Wenn alles klappt, starten wir Anfang Juli zur großen dreimonatigen Deutschlandtour. Natürlich mit euren Themen im Gepäck.

Was sollen mehr Menschen wissen?
Guter, unabhängiger Journalismus kostet Geld. Das sollen unsere Leser auch ruhig wissen. Unser Ziel ist es nicht nur, neuen Journalismus auszuprobieren, sondern auch gemeinsam mit der Crowd herauszufinden, wie man diesen neuen Journalismus bezahlen kann. Und: Im Minutentakt News herauszuhauen und dem hinterherzurennen, worüber alle anderen Medien auch berichten, reicht einfach nicht mehr.

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Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:




* Disclosure: Ich habe das Projekt bereits finanziell unterstützt und Steffi und Lisa vorab beraten