Mit Crowdfunding zu 660 Millionen Dollar?

Die Tribune Company, die neben einigen Fernsehstationen in Amerika auch die großen Zeitungen LA Times, Chicago Tribune und Baltimore Sun betreibt, steht zum Verkauf: Rupert Murdoch und die Koch-Brüder zeigen Interesse – und das Aktivisten-Netzwerk The Other 98%.

Gemeinsam mit den Bürgern Amerikas nehmen sie den Kampf mit den Milliardären auf: 600 Millionen Dollar wollen sie einsammeln und damit die Tribune Company erwerben. Das klingt unmöglich – aktuell sind 100.000 Dollar zusammengekommen – zeigt aber, den tieferen Sinn des Alles-oder-nichts-Prinzips beim Crowdfunding: eine Teilnahme ist risikolos. Sollte die Summe verfehlt werden, bekommen die Supporter ihr Geld zurück.

Sollte die Summe aber tatsächlich weiter anwachsen, könnten sie eine Eigendynamik entwickeln und vielleicht wirklich – wie im Clip angedeutet – Menschen aktivieren, für die auch größere Beträge kein Problem sind. (via)

Auf der indiegogo-Seite des Projekt kann man den aktuellen Stand verfolgen

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:


loading: Eternal Light

Digitale Fotografie kann jeder. Das vernünftige Archivieren all dieser Aufnahmen ist hingegen eine viel größere Herausforderung: Wie und wo speichert man all das ab, was man so fotografiert? Wie greift man wieder drauf zu? Wann? Und: Warum? Stefan Landrock und das Team von Eternal Light versuchen sich an einer Antwort auf all diese Fragen – mit dem Kickstarter-Projekt “Eternal Light”, das hier bereits auf jetzt.de vorgestellt wurde.

Stefan Landrock hat den loading-Fragebogen beantwortet:

Was macht Ihr?
Wir bringen verborgene, fotografische Erinnerungen ans Licht. Wir entwickeln eine Software, die unsere digitalen Erinnerungen wieder sichtbar macht, indem sie das Präsentieren, Arrangieren und Filtern von großen Bilder- und Videomengen ermöglicht.

Warum (macht Ihr es so)?
Je mehr Bilder wir ansammeln umso unsichtbarer wird jedes einzelne. Durch den Überfluss verschwindet das eingefangene Licht in der digitalen Dunkelheit unserer riesigen Festplatten. Wir brauchen bessere Tools um die ständig anwachsende Bilderflut bewältigen zu können.

Wer soll da mitmachen?
Jeder, der seine Fotos nicht mehr betrachten kann, weil es einfach zu viele sind. Alle, die sich darüber Gedanken machen, wie wir in Zukunft mit unseren digitalen Erinnerungen umgehen.

Wie geht es weiter?
Wenn wir genug Unterstützer finden, werden wir aus unserem Prototyp eine App machen, die jeder sehr einfach benutzen kann, um sein digitales Bildarchiv zum Leben zu erwecken.

Was sollten mehr Menschen wissen?
In unseren persönlichen Bildarchiven liegen ungeahnte Schätze. Wenn man Fotos sehr schnell und chronologisch abspielt entstehen unvorhersehbare Momente und Eindrücke. Und wenn man die Bildwechsel auf Musik synchronisiert passieren unglaubliche Dinge.

>>>> hier Eternal Light auf Kickstarter unterstützen

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loading: Wish I Was Here

Zach Braff sollte kein Problem haben, einen Film nach seinen Vorstellungen zu drehen. Zach Braff ist bekannt aus Scrubs, sein Film “Garden State” aus dem Jahr 2004 spielte das 14-Fache seiner Kosten ein. Wenn der klassische Kulturbetrieb Hollywoods für die Produktion von Filmen funktioniert, dann doch für jemanden wie Zach Braff. Trotzdem ist der Mann seit ein paar Tagen auf Kickstarter. Der Grund: Bei einer klassischen Filmproduktion befürchtet er, die Hohheit über den Charakter seines Films zu verlieren.

Deshalb hat er dieses Pitch-Video gedreht, das nicht nur formal ein Beispiel für ein gutes Crowdfunding-Video ist, sondern auch inhaltlich zeigt, was sich gerade ändert:

Am Ende des Clips bringt Zach Braff – siehe The Art of Asking – sein Anliegen so auf den Punkt:

I want to bring you – my fans – the truest representation of what I have in my brain. That means: I’ll have the final cut of what ends up in the movie (…) Please help me to make another movie for you like Garden State with no compromises. I’ll promise I’ll put everything I have into it and I won’t let you down.

Heute, 18 Tage vor Ablauf der Frist, hat Braff fast 35.000 Menschen auf diese Weise erreicht und so fast 2,5 Millionen Dollar eingenommen. Sein Ziel von zwei Millionen Dollar hat er damit bereits heute übertroffen, er nutzt nun stretch goals und lädt z.B. auch Europäer zu exklusiven Vorstellungen in Berlin, Paris und Rom.

Ich finde das beeindruckend und sehe den Erfolg durchaus als Bestätigung für eine neue Bezahlkultur. Deshalb habe ich mich entschieden, Wish I Was Here im Rahmen der loading-Reihe hier vorzustellen – auch weil ich das Projekt gerade selber unterstützt habe!

zachbraff

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loading: Freienbibel

“Deutschland braucht freie Journalisten”, mit diesen Worten beginnt eine Crowdfunding-Kampagne, die Antwort auf die Frage geben will: Was brauchen freie Journalisten? Die Antwort lautet: die Freienbibel. So heißt das Handbuch, das die Freischreiber über die Plattform Krautreporter finanzieren wollen.

Ihr Vorsitzender Benno Stieber hat den loading-Fragebogen beantwortet.

Was macht Ihr?
Ein Profi-Handbuch für freie Journalisten, mit den wichtigsten Informationen die unsere Mitglieder brauchen, um ihren Job auch in Zukunft gut und professionell zu machen. Schön lesbar soll das Buch auch noch sein und auch hübsch anzusehen.

Warum (macht Ihr es so)?
Weil es immer den Wunsch gab, dass Freischreiber nicht ausschließlich im Digitalen stattfindet, fanden wir es gut, ein echtes Buch zu machen. Und Crowdfunding passt gut zu Freischreiber. Denn wir waren ja schon immer eine Selbsthilfegruppe im besten Sinne. Haben Lesereisen und einen Kongress organisiert. Und wir sehen die Aktion bei Krautreporter auch als Experiment, mit dem wir auch Erfahrungen sammeln können, für die Arbeit von freien Journalisten.

Wer soll das anschauen?
Alle, die Freischreiber sind.

Wie geht es weiter?
Am Ende schauen wir in den Topf, ob das Geld beisammen ist, und ob wir das Buch machen können. Dann werden unsere Autoren gebrieft und wenn das alles klappt, bekommen im Herbst alle Unterstützer und alle Neumitglieder dieses Buch.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Unter welchen Bedingungen heute viele Geschichten entstehen, die sie in Zeitungen und Magazinen lesen. Denn Qualitätsmedien zahlen häufig traurige Honorare. Aber die Leser sollten auch wissen welche Kreativität Journalisten gerade in diesen unsicheren Zeiten entfalten können. Die Freien-Bibel ist ein Beispiel dafür.


>>>>> Hier kann man die Freienbibel auf Krautreporter unterstützen!

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loading: Radiorollenspiel

Was passiert eigentlich wenn ein Hörspiel auf ein Rollenspiel trifft? Marcus Richter will genau das ausprobieren und hat deshalb die Startnext-Projekt Radiorollenspiel gestartet – eine interaktive Form des Hörspiels, die auf detektor.fm gesendet werden soll. hat den loading-Fragebogen beantwortet

Was machst du?
Eine neue Form des Geschichtenerzählens ausprobiereren, die am ehesten als interaktives Hörspiel bezeichnet werden kann. Dabei wird im Radio eine Geschichte erzählt, aber nur zu einem gewissen Punkt. Dann können Hörer anrufen und selber die Hauptrollen spielen. Dabei handelt es sich um freies Spiel. Es werden nicht nur die Rätsel und Aufgaben der Geschichte gelöst, sondern dabei frei mit der Spielwelt improvisiert. Die Spieler können sogar soweit gehen, sich mit ihren Charakteren zu identifizieren und ihnen eigene Motivationen und Wesenszüge verleihen.

Warum (machst du es so)?
Die interaktiven Hörspiele, die mir bis jetzt im Radio begegnet sind, liefen alle relativ starr ab. Hörer hatten lediglich die Möglichkeit an vorher festgelegten Stellen die eine korrekte Lösung von Rätseln zu erraten, die Geschichten wurden dadurch sehr starr oder vorhersehbar.
Es gibt das Konzept des Zuhörers als “Erzählrollenspiel”, das oft privat in kleinen Gruppen von 3 bis 8 Personen durchgeführt wird. Das “Radiorollenspiel” ist die Verknüpfung der technischen Möglichkeiten eines Hörspiels (Soundkulisse, Hintergrundmusik, Geräusche, Schauspieler), des Radios (große Reichweite, Hörerlebnis) und des Rollenspiels (Zuhörer als treibendes Element der Geschichte).
Hörer bringen also unvorgesehene Elemente und Wendungen in eine klassische Erzählform ein und definieren so das Erlebnis Live-Radio neu.

Wer soll da mitmachen/zuhören?
Alle, die sich für Hörspiele, Erzählrollenspiele oder einfach eine gut dargebotene Geschichte interessieren.

Wie geht es weiter?
Wir haben zwar bei einem mittelgroßen Sender schon Erfahrungen mit diesem Konzept gesammelt, allerdings in einem eingeschränkten Rahmen. Die durch Startnext finanzierte Sendung soll ein Pilot sein und zeigen, was möglich ist. Damit wollen wir an Sender herantreten, die Interesse an dem Format haben könnten. Das Crowdfunding erfüllt also zwei Zwecke: Es ermöglicht die Produktion und kann gleichzeitig als Beweis gelten, dass ein Zielpublikum da ist.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Das komplette Projekt wird nach Abschluß unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht, die eine Weiterverbreitung erlaubt. Im Crowdfunding sind Stufen eingebaut, die eine Freigabe des (für die Sendung komponierten und produzierten) Soundtracks zum Remixen erlauben und einen Upload der einzelnen Spuren zu CCmixter.org vorsieht. Außerdem gibt es Kuchen.

>>>>>> Hier das Radiorollenspiel unterstützen

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loading: Jung und naiv

Tilo Jung stellt Politikern Fragen. Einfache, aber klare Fragen. Er selbst nennt das Jung&Naiv und liefert damit erstaunliche Interviews. Der Kollege Christian Helten schrieb über die Interview-Serie auf jetzt.de: “Die Gespräche wirken zum Teil, als wäre man sich gerade zufällig begegnet, wäre ins Plaudern gekommen und irgendjemand hätte die iPhone-Kamera und ein Mikro eingeschaltet. Das Faszinierende daran ist, wie konsequent Tilo vollkommen naiv bleibt.”

jungnaiv

Das will Tilo jetzt fortsetzen. Auf der Pitch-Seite bei Krautreporter erklärt er: “Postproduction ist bisher nicht möglich. Deshalb wende ich mich an euch. Helft mir “Jung & Naiv” weiterzumachen, auszubauen und es auf ein produktionstechnisches Niveau zu bringen, dass heutzutage locker möglich ist. Käme das Geld zusammen, verspreche ich 50 Folgen zu drehen und es auch als Audiopodcast zu veröffentlichen.”

Von den 2500 Euro, die als Fundingziel gesteckt wurde, hat das Projekt 13 Tage vor Ende bereits über 2000 Euro eingesammelt. Tilo Jung hat den loading-Fragenbogen beantwortet:

Warum “Jung & Naiv”?
Die Idee ist so ein bisschen aus der Not heraus geboren. Zum einen wollte ich anfangen, Interviews vor der Kamera zu üben. Dafür braucht ich einen Rahmen. Und da ich gerne spiele, wollte ich nicht die klassische Rolle des Journalisten einnehmen. Zum anderen bin ich mittlerweile gewohnt, wie ätzend es ist, mit Politikern öffentlich zu reden. Das meist Nichtssagende, Vorhersehbare und Abgestumpfte hat mich mehr und mehr angekotzt. Nicht nur bei eigenen Interviews, sondern auch bei der Vielzahl der Kollegen: Die Politiker wissen, welche Fragen sie zu erwarten haben, welche Antworten sie geben wollen, was sie sagen können. Der deutsche Journalist weiß ebenfalls, was er zu fragen hat. Was er hören will (Pressemitteilung wartet schon!). Und wann er mit dem Interview fertig ist. Das Hinterfragen ist für beide Seiten scheinbar obsolet geworden. Daher die Idee: Ich spiele einen interessierten, leicht begeistbaren, aber jungen und naiven Fragesteller, der von Interview zu Interview verschiedene Ahnungslosigkeiten pflegt.

Wer soll das anschauen?
Das ist mir egal.

Wie geht es weiter?
Da ich ein Ziel erklären musste, habe ich versprochen 50 Folgen zu drehen. Mit dem Crowdfunding will ich ein, zwei weitere Kameraeinstellungen und endlich eine Postproduction ermöglichen. Es kommt aber ganz drauf an, wie viel herauskommt. Mit dem Minimalziel von €2500 wäre zB eine GoPro und ein Rechner drin. Ich weiß allerdings nicht, wo das Ding hingehen soll und kann. Das liegt alles nur begrenzt in meiner Hand. Ich habe mir aber vorgenommen, wenn bis Folge 100 kein Weg gefunden ist, mit diesen Interviews, diesem Format Geld zu verdienen, ich “Jung & Naiv” als gescheitert ansehen werde. Dann habe ich 100 Folgen meinen Spaß gehabt und kann meinen Kindern irgendwann erzählen, womit ich mir die Freizeit um die Ohren gehauen habe. Und das war’s am Ende auch.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Sharing is caring.

>>>> Hier Jung und Naiv unterstützen!

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loading: Fotos für die Pressefreiheit

Seit fünfzehn Jahren veröffentlicht der gemeinnützige Verein Reporter ohne Grenzen das Fotobuch “Fotos für die Pressefreiheit”. In diesem Jahr hat Mathias Wahler dabei ein Experiment gestartet: Um die Druckkosten des Buches zu finanzieren, hat er ein Projekt bei startnext angelegt: Unter startnext.de/fotos-fuer-die-pressefreiheit kann man die Arbeit des Vereins unterstützen.

Für loading hat Mathias Wahler die Fragen des Fragebogens beantwortet.

Was machst du?
Ich bin Referent für Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit bei Reporter ohne Grenzen.

Warum (machst du es so)?
“Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung”. Ich kann mit meinem Beruf dazu beitragen. Das motiviert!

Wer soll das lesen?
Menschen, die eindrucksvolle Bilder von international renommierter Fotografen sehen und Texte von erfahrender Auslandskorrespondenten lesen möchten.
Die Verbindung von Bildern und Texten macht “Fotos für die Pressefreiheit” zu etwas Besonderem.

Wie geht es weiter?
Am 31. März endet unsere Kampagne auf Startnext. Die Hälfte unseres Ziels haben wir dank vieler Menschen bereits erreicht. Jetzt bleibt nicht mehr viel Zeit, aber ich bin sicher wir erreichen unser Ziel und freuen uns auf jeden Unterstützung! Das Buch erscheint am 3. Mai, dem Internationalen Tag der Pressefreiheit.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Das Presse- und Meinungsfreiheit in vielen Ländern keine Selbstverständlichkeit ist. Journalisten und Blogger riskieren teilweise sogar ihr Leben, um für ihr Recht auf Meinungsfreiheit zu kämpfen.

>>>> Hier kann man Fotos für die Pressefreiheit unterstützen!

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loading: iPhoneChina

Stellen wir uns vor, Apple wäre ein Staat – würde man lieber in Apple oder lieber in China leben? Mit dieser Frage beginnt Christian von Borries die Beschreibung seines Crowdfunding-Projekts, das von Apple und China handelt: iPhoneChina ist ein Dokumentarfilm über Apple und China.

Der Film ist bereits gedreht, die Funding-Summe von 10.000 Dollar wird für Farbkorrektur und Fertigstellung benötigt. Das Besondere: Mit der Unterstützung wird der Film erworben, aber nicht exklusiv. Christian von Borries will ihn anschließend frei zugänglich auf YouTube zeigen.

Ich habe ihm den loading-Fragebogen geschickt – hier seine Antworten.

Was machst Du?
ich mache gerade einen dokumentarischen essayfilm, der eine auf den ersten blick unsinnige frage stellt: waere der computerhersteller apple ein staat, wuerdest du lieber in apple oder im staat china leben? ich vergleiche also den groessten staat der welt mit dem groessten unternehmen. natuerlich interessiert mich eine frage dahinter: werden staaten wie unternehmen gefuehrt oder unternehmen wie staaten?

Warum (machst du es so)?
ich mache einen film, den ich noch nicht gesehen habe und der fehlt. ich will keine ruehrgeschichte ueber irgendwelche individuen, keinen investigativen journalismus (mit der kamera in der tasche ans fliessband und so) – sondern etwas systhemisches verstehen. denn es lohnt sich, rauszukriegen wie die dinge zusammenhanegen. und das soll spass machen, die erkenntnis!

Wer soll das anschauen?
also erstmal ist das natuerlich ein film fuer alle apple-juenger und fuer alle chinesinnen und chinesen. wer aber dachte dass samsung oder nokia anders waeren hat sich getaeuscht. das thema des films ist die globalisierte welt, die anders (nur wie?) organisiert zu sein scheint. also muss ein film darueber auch selbst anders aussehen. wir ahnen es – technologie bestimmt inhalte, so auch hier. weg vom fernseh-dokumentarfilm, hin zu einem assoziotionsfeld, mehr gute fragen als schnelle antworten, right?

Wie geht es weiter?
wir haben gedreht, in den usa, in frankreich, in deutschland, aber vor allem in china – bilder, die noch niemand gesehen hat. tausende junger arbeiterinnen und arbeiter, alle unter 20 jahre alt, vor den fabriken wo das iphone 5 zusammengeschraubt wird. jetzt muessen wir den film montieren, schneiden, die farben korrigieren. dafuer sammeln wir geld ein. ich habe eine us amerikanische crowdfunding website gewaehlt, weil das thema global ist. dort kann man von ueberall her mit kreditkarte ganz einfach geld ueberweisen.

Was sollten mehr Menschen wissen?
der film wird auf youtube zu sehen sein, auf filmfestivals. er wird kein copyright haben, sichtbarkeit ist die waehrung der zukunft und nicht zuletzt unsere einzige moeglichkeit aus der abhaengigkeit glattgebuersteter fernshehunterhaltung rauszukommen.

>>>> Den Film iPhoneChina kann man hier unerstützen

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Scheitern als Grundprinzip der neuen Bezahlkultur

Wird 2013 das Jahr des Crowdfunding? Es ist noch nicht mal März, doch der Eindruck, dass wir das Aufkeimen einer neuen Bezahlkultur erleben, verfestigt sich – nicht nur, weil es ein mittlerweile sehr beliebtes Medienthema ist.

Gründe dafür lassen sich zahlreich finden und ich will die Begeisterung gar nicht bremsen. Mir scheint es jedoch wichtig, auf ein dieser neuen Finanzierungsmethode anhaftendes Prinzip hinzuweisen: das Scheitern.
Erklären kann man dies am Beispiel von Armanda Palmer, die dieser Tage über ihren Kickstarter-Erfolg einen Ted-Talk gehalten hat. Daran ist nicht nur die digitale Verwertungskette interessant (machen, erreichen, drüber sprechen), nach allem, was man darüber hört (er ist noch nicht steht jetzt online), hat sie darin aber auch ein paar grundlegende Prinzipien dessen beschrieben, was die neue Bezahlkultur definiert.
Vielleicht müssen wir nämlich eine etwas andere Frage stellen, wenn wir uns mit dem Thema Paid Content im Netz befasst. Vielleicht lautet die Frage nicht mehr nur “How do we make people pay for music?” sondern viel mehr “How do we let people pay for music?” Holprig übersetzt: Wir müssen bezahlen lassen statt zum Bezahlen zwingen.

Der Unterschied scheint auf den ersten Blick unwesentlich, wenn man aber genauer hinschaut, zeigt sich hier, was die Idee von Crowdfunding ist: Ein Projektstarter erbittet Unterstützung, gemeinsam mit dem Publikum entsteht ein Experiment, dessen wichtigste Eigenschaft im Kontrollverlust steckt: Es kann scheitern und jeder kann es sehen! Darin liegt einer wenn nicht sogar der Hauptwert der neuen Finanzierungsmethode: Sie kann öffentlich misslingen. So merkwürdig das zunächst klingen mag, ich denke, dass dieses Riskio den Reiz ausmacht, sich an einem Projekt zu beteiligen.

Deshalb übrigens sehe ich das Scheitern eines Einzelprojekts auch nicht als Gegenargument gegen die Grundidee dieser Art der Finanzierung. Im Gegenteil – und das bekannteste Scheitern eines Crowdfunding-Projekts kann man genau so lesen: Im Fall von Björk, deren Biophilia-App-Kampagne auf Kickstarter missglückte, liegt nämlich vielleicht genau hier ein Ansatzpunkt. Einige Kickstarter-Nutzer hielten ihr vor, sie sei ja eh reich und müsse deshalb nicht auf Crowdfunding zurückgreifen. Dabei geht es aber gar nicht um die Frage, ob jemand reich ist, es geht um die Frage, ob der Reiz des Scheiterns greifbar gemacht werden kann. Eine gemeinsame Finanzierung mit dem Publikum (der schönere Terminus für Crowdfunding) gelingt nur dann, wenn die Notwendigkeit entsteht, mit der eigenen Unterstützung zum Projekterfolg beitragen zu können. Neben vielen anderen Gründen, liegt hier eine der Ursachen für das Scheitern des Biophilia-Projekts. Mike Masnik ergänzt auf Techdirt einen weiteren:

Bjork really hasn’t embraced connecting and communicating with her fans. That’s her choice, of course. No one says she needs to. But, it’s much harder to raise a ton of crowdfunded money that way.

Was er meint: Wer Menschen um Unterstützung bittet, sollte diese Menschen kennen. Wenn man nun in der gerade veröffentlichten Studie Erfolgsfaktoren im Crowdfunding das hier liest…

Es bedarf vielmehr einer eingehenden Planung und attraktiven Darstellung des Projektes, um potenzielle Unterstützer zu gewinnen. Neben der professionellen Projektdarstellung in Form der Gestaltung einer Projektseite und der Vorstellung des Projekts durch ein Video waren weitere wesentliche Punkte für eine Projektförderung die Projektbeschreibung, das Zielbudget und Informationen zum Projektfortschritt. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass kurze Projektlaufzeiten, die Anzahl der bisherigen Unterstützer sowie die Höhe des bisher erreichten Budgets für die Entscheidung zur Förderung eines Projektes wesentlich sind. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ein Finanzierungserfolg absehbar ist und der Unterstützer damit das Gefühl bekommt, dass sein gefördertes Projekt auch tatsächlich umgesetzt wird.

… dann muss darin der Aspekt des Community-Managements besonders betont werden. Gemeinsame Projektfinanzierung heißt nämlich nicht nur gemeinsames Scheitern, es heißt auch – die Idee der stretch goals zeigt dies – gemeinsamer Fortschritt. Wenn wir mehr werden, haben wir alle was davon. Dies ist die zweite Seite der gemeinsamen Finanzierung: Wir scheitern alle und wir gewinnen alle.

Beides geschieht bei klassischen Finanzierungsformen nicht.

Mehr zum Thema Crowdfunding in den Digitalen Notizen:
>>> mein Crowdfunding-Fazit zu Neue Version in sechs Punkten
>>> der Text Reden wir über Geld: Über Wertschätzung und Wertschöpfung
>>> das Interview mit Krautreporter-Gründer Sebastian Esser
>>> die Hinweise im loading-Newsletter

loading: Ruhrbarone-Freundeskreis

Kann man Freund eines Mediums sein? Man kann. Die Ruhrbarone haben vor ein paar Tagen offiziell ihren Freundeskreis gestartet. Die Ruhrbarone sind ein lokales Blog im Ruhrgebiet. Das wiederum ist jener Teil des Landes, der unlängst durch Einsparmeldungen in Sachen Journalismus von sich reden machte. Stefan Laurin und sein Team stellen sich dagegen. Er hat unseren loading-Fragebogen beantwortet:

Was macht Ihr?
Wir haben eine Freundeskreis gegründet, damit unsere Leser sich freiwillig an der Finanzierung der Ruhrbarone beteiligen können. Wir wurden immer wieder aufgefordert so etwas zu machen, nun haben wir es getan.

Warum (macht Ihr es so)?
Wir orientieren uns an den Erfahrungen der Prenzlauer-Berg-Nachrichten. Die haben erste, gute Erfahrungen mit einem Freundeskreis gemacht.

Wer soll dabei mitmachen?
Möglichst viele unsere Leser.

Wie geht es weiter?
Der Freundeskreis ist nur einer der Wege, die wir gehen, um die Einnahmen des Blogs zu erhöhen und damit unsere Arbeit zu verbessern. Gleichzeitig haben wir unsere Werbebemühungen verstärkt und denken auch über den Verkauf von E-Books nach.

Was sollten mehr Menschen wissen?
“There ain’t no such thing as a free lunch” – auch Journalismus muss finanziert werden. Durch Werbung, durch Engagement der Leser und auch durch die Veränderung politischer Rahmenbedingungen. Journalismus sollte als gemeinnützig anerkannt werden.

>>>>> Hier Mitglied im Ruhrbarone-Freundeskreis werden!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren: