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Telebier – ein Interview mit Worterfinder Timo Hetzel

Treffen sich Freund*innen auf ein Bier obwohl sie nicht an einem Ort sind – was sich bis vor kurzem wie ein schlechter Witz anhörte, ist in Zeiten des Kontaktverbots wegen Corona-Gefahr zu einem neuen sozialen Erlebnis geworden. Die New York Times berichtet von Zoom-Partys und das Wall Street Journal vermeldet, dass die Happy Hour jetzt online stattfindet. (Unsplash-Symbolbild: Zwei Biere gemeinsam am Strand)

Timo Hetzel (den ich persönlich schon seit einer Weile kenne) hat für die digitale Verabredung auf einen Drink den Begriff „Telebier“ erfunden. In seinem Podcast Bitsundso (ab etwa Minute 18) hat er den Begriff vorgeschlagen, um Situationen zu beschreiben, in denen Menschen das tun, was offenbar gerade in neuer Trend wird: Sich in einem Videochat verabredet und gemeinsam etwas trinken – halt räumlich getrennt, aber sozial verbunden. Ich habe Timo ein paar Fragen zum Thema Telebier gemailt – er hat mir mit einem Teleprost seine Antworten geschickt.

Neue Situationen erfordern neue Begriffe. Erzähl mal, wie du auf den Begriff „Telebier“ gekommen bist?
Bei der aktuellen Diskussion um Home Office, Work from Home etc. hatte ich noch im Hinterkopf, dass diese Überlegungen schon recht alt sind, und tatsächlich bis in die 1980er Jahre zurückreichen. In den USA lag der Fokus auf der Vermeidung der langen Arbeitswege, daher war das Stichwort damals dort „telecommuting“, also Telependeln. Inzwischen habe ich das auch noch nachgelesen: In Deutschland war schon zu Telex-Zeiten die Rede von der Telearbeit, z.B. für Datenerfassung über ein Terminal. Tatsächlich ist daraus damals wenig geworden, aber der Begriff stand zumindest. Die heutigen Bezeichnungen für Videotelefonie, -Meetings oder -Chat treffen den Punkt für den Privatgebrauch nicht ganz. FaceTime von Apple betont zumindest im Namen den Kern: Sich auch über die Entfernung Gesicht zu Gesicht nahe zu sein.

Kennst du andere internationele Begriffe für „Gemeinsam im Video auf ein Getränk“-Treffen? bzw. welche Optionen hätte es noch gegeben?
Nicht speziell dafür, aber es gibt natürlich eine Unmenge an Tools, um Menschen auch mit Distanz gemeinsam Freizeitaktivitäten wahrnehmen zu lassen. Ein Beispiel: Netflix Party, um einen gemeinsamen Videoabend zu koordinieren.
Es gibt ja größere Videokonferenzsysteme, bei denen mehrere Bildschirme die vierte Wand eines Konferenzraums bilden und damit die Distanz überbrücken. Zu Hause lässt sich das mit einem Laptop, dem Fernseher und ein paar Funkkopfhörern auch leicht nachbilden. Binge-Skypen rollt auch nicht so schön von der Zunge wie ein Telebier.

Bist du selber regelmäßiger Telebier-Trinker?
Nur ab und an im Podcast, nachdem ich zur Zeit nicht einmal die Podcastkollegen aus der Region München persönlich im Studio treffen kann. Abgesehen davon leben ja zwei Kollegen sowieso in Wiesbaden und Helsinki, vielleicht sollten wir das auch außerhalb der Sendung mal machen.

Du nimmst regelmäßig einen sehr erfolgreichen Podcast auf – häufiger auch mit Telebier, oder? Habt Ihr den Begriff vorher schon mal genutzt?
Bei der Sprechkabine testen wir öfters ein ausgefallenes Bier oder zünden uns einen Friesengeist an, jetzt eben in getrennten Sprechkabinen.
Bei Bits und so (bitsundso.de) eher weniger, dort haben wir uns bisher aber immer wieder „Care“-Pakete mit mehr oder weniger leckeren Speisen und Getränken zukommen lassen, weil wir uns alle ansonsten nur ein- oder zweimal im Jahr sehen. Manchmal schicken uns auch unsere Hörer regionale Spezialitäten zu.

Der Begriff ist eine schöne Veränderung durch die Krise. Siehst du noch andere?
Wenn ich eine Chance in der Krise sehen soll, dann ist es die, dass in mehr Bereichen die Vorzüge der Digitalisierung in Betracht gezogen werden. Home Office oder Telearbeit würde vielen Arbeitnehmern größere Flexibilität verleihen, wir könnten den Verkehr reduzieren, Firmen könnten Kosten für Immobilien sparen, Menschen könnten auf dem Land leben und in der Stadt telearbeiten. Die Grundvoraussetzung dafür natürlich sind leistungsfähige Datennetze, und da steht Deutschland leider nach Jahrzehnten von Korruption und Misregulation ganz schlecht da. Es braucht ein Recht auf Internetzugang, bis zum letzten Kaff, und zwar ungedrosselt, symmetrisch und netzneutral. Vielleicht kommt das mit der Krise auch bei mehr Entscheidern an, dass das Internet nicht
nur ein Einwegrohr von Netflix bis zur Glotze ist, sondern in beiden Richtungen funktioniert.

Wird Telebier auch nach der Krise bleiben?
Edward Snowden rollt ab und an mit einem Telepresence-Roboter über irgendwelche Veranstaltungen, weil er das mit dem Social Distancing schon eine Weile praktizieren muss. Das ist sicherlich nicht das Ziel, aber wenn es die Umstände eben anders nicht erlauben, kann man sich auch auf die Entfernung mit Freunden treffen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt: Telepizza, Telegrillen, Teleburger.

Abschlussfrage: Glaubst Du, dass Brauereien oder Kneipen von der Idee Telebier profitieren könnten?
Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden wohl die wildesten Vorstellungen sprengen, und ich hoffe, dass sich gerade auch die lokalen Geschäfte, Kneipen und kleinen Brauereien durch die Krise retten können. Vor Kurzem habe ich die Landbierzentrale in Germering entdeckt, die schon lange ausdrücklich kleine Brauereien im Vertrieb unterstützt.
Ich habe auch gesehen, dass einige kleinere und größere Brauereien spontan Lieferdienste eingerichtet oder ausgebaut haben, z.B. das noch sehr junge Brauhaus Germering (brauhaus-germering.eu) oder Schremser in Wien.

Das Thema Home-Office und 🦠Corona-Krise hat sich zu einem kleinen Schwerpunkt im Blog in diesem Monat entwickelt – unter dem a href=“http://www.dirkvongehlen.de/Tag/corona/“>🦠Schlagwort gibt es noch mehr Artikel

Corona-Krise

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Volkshochschule im Internet: Interview mit Christof Schulz über Livestreaming

Als ich im vergangenen Dezember auf Einladung der Volkshochschule Ottobrunn zu einem Vortrag im dortigen Rathaus auftrat, war ich einigermaßen erstaunt, wie selbstverständlich und souverän dort der Vortrag ins Netz gestreamt wurde. Geschäftsführer Christof Schulz und sein Team setzten dort schon vor der Corona-Krise in die Tat um, was jetzt ein großes Thema ist: die digitale Übertragung von Veranstaltungen (Foto: unsplash).

Am heutigen Montag abend darf ich auf Einladung der VHS wieder im Livestream sprechen. Es geht um Kommunikation in Krisen-Zeiten. Mit meinem Kollegen Klaus Ott habe ich dazu zehn Ratschläge in die SZ geschrieben – und hier im Blog auch schon zur Panikvermeidung in Corona-Zeiten geschrieben.

Hier kann man sich den Stream anschauen!
Vorab habe ich dem Geschäftsführer der VHS Südost, Christof Schulz, ein paar Fragen zum Thema Stream und Internet gemailt.

Live-Streams von Veranstaltungen sind gerade ein großes Thema. Sie machen das an der VHS Ottobrun schon seit einer Weile. Wie kam es dazu, dass Sie schon früh mit dem Thema begonnen haben?
Volkshochschulen sind Einrichtungen mit einem recht begrenzten regionalen Markt. Kooperation gibt es natürlich, aber die Idee jenseits aller regionalen Grenzen zusammenarbeiten zu können und damit Angebote und Inhalte für alle deutschsprachigen Bildungseinrichtungen letzlich in der ganzen Welt anbieten zu können, das hat uns gereizt. Dazu kommt, dass uns die digitale Teilhabe für alle an der vhs SüdOst sehr wichtig ist. Da schien es uns naheliegend unser Programm durch die neuen Möglichkeiten zu erweitern, unseren TeilnehmerInnen diese Möglichkeiten zu vermitteln und auch barrierefreier zu werden. Vorträge und Diskussionen können jetzt vom Sofa aus besucht werden, kein Stress mehr, um pünktlich ab 19.30 Uhr nach Arbeitstag oder Familienversorgung noch in die vhs zu hetzten.

Wie lösen Sie das Streaming technisch?
Eigentlich ganz einfach, wir nutzen die Software zoom und je nach Anlass 1-2 Kameras und etwas Tontechnik. Mittlerweile haben wir das gut im Griff und schaffen Auf- und Abbau in nicht einmal 40 Minuten.

Welche Erfahrungen haben Sie kulturell bisher gemacht, also: Wie reagieren Ihre Gäste auf das Streaming-Angebot?
Die Reaktionen sind überwiegend sehr sehr positiv. Seit der Corona-Pandemie geradezu begeistert.
Ich glaube für einige vhs-TeilnehmerInnen war es bis vor kurzem schon ein kleines Abenteuer die technischen Hürden zu überwinden und es hat sich ein enstprechender Stolz geszeigt, wenn sie dann nicht nur zusehen, sondern sich auch noch über den Chat beteiligen konnten. Insbesondere das Zusammenwirken von Präsenz- und Online-Publikum zu einer gemeinsamen Diskussion kommt auch gut an. Da war ich mir anfangs nicht so sicher, denn für die TeilnehmerInnen vor Ort ist der „weg“ zum Referenten natürlich viel kürzer als für die Teilnehmer, die sich nur über einen Chat beteiligen können und dann die Frage noch von einem Moderator stellvertretend gestellt werden muss. Klappt aber bis jetzt sehr gut.
Ein Erfolgsrezept ist es auch, dass wir alle unsere Livestreams auch anderen zur Verfügung stellen, so können Fachleute und Referenten über die örtlichen Einrichtungen gebucht werden, auf die so mache Einrichtung ansonsten keinen „Zugriff“ hätte. Das wissen viele TeilnehmerInnen zu schätzen.

Was war die bisher beste und was die negativste Erfahrung?
Die beste Erfahrung war bisher zu sehen, dass eigentlich von Semester zu Semester die Zuschauerzahlen gestiegen sind und wir letzte Woche – natürlich bedingt duch die Corona-Pandemie – mindestens 350 ZuscherInnen hatten. Das war bewegend zu sehen, wie schnell die Beitritte in den Online-Raum nach oben geschnellt sind. Auch das überwältigend positive Feedback und die Dankbarkeit der ZuschauerInnen war toll.

Und negative Erfahrungen?
Richtig negativ war bis jetzt nichts, evtl. die Tatsache, dass die Abhängigkeit von der Technik nochmal eine Stufe deutlicher ausfällt und wir die Netzqualität nicht kontrollieren können. In physischen Räumen sind die meisten Probleme schnell zu lösen, wenn jemand einfach nicht reinkommt oder die Netzqualität nicht reicht, dann können wir nichts machen.

Welche Lehren würden Sie Menschen weitergeben, die jetzt mit Streams beginnen wollen?
Technik und insbesondere Zutritt für die TeilnehmerInnen so einfach wie möglich halten.
Immer die technische Seite mitdenken und auf entsprechende Fragen und Hilfestellungen vorbereitet sein.
ReferentInnen immer vorab informieren und vorbereiten, Kameras sind manchmal gewöhnungsbedürftig und es ist extrem wichtig das Publikum außerhalb des Raums mitzudenken.
Ein Livestream sind im Prinzip zwei Veranstaltungen auf einmal, da braucht man auch zwei Personen zur Betreuung, alleine ist man schnell überfordert.

Nutzen Sie selbst als Zuschauer Streams? Haben Sie da einen Tipp?
Dafür habe ich leider nur wenig Zeit, im Moment vergeht kaum ein Abend, an dem ich nicht die Livekonzerte von Igor Levit verfolge. Ich bin zwar nicht der Klassikfan aber die Streams sind sehr emotional und lebendig, wirklich wunderschön. Und es ist so einfach dabei zu sein, dass es fast wie eine persönliche Einladung ins Wohnzimmer wirkt.

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Glück auf! Wir sind nicht allein (Digitale April-Notizen)

Dieser Text ist der etwas ungewöhnliche Teil der April-Folge meines monatlichen Newsletters „Digitale Notizen“, den man hier kostenlos abonnieren kann. Er steht in diesem Monat unter dem Eindruck der 🦠Corona-Ausnahmesituation.

Ich komme gebürtig aus dem Ruhrgebiet. Das finde ich ziemlich gut. Auch wenn Menschen von woanders nicht sofort auf „ziemlich gut“ kommen, wenn sie aufs Ruhrgebiet angesprochen werden. Das ist aber das Problem von woanders.

Trotzdem gibt es nur wenig, was mir unangenehmer ist, als Ruhrpottkitsch, also die Romantisierung von Dingen, die man für irgendwie „typisch“ hält – für die aber meist gilt, was Frank Goosen völlig zurecht auf den Punkt gebracht hat als: „Woanders ist auch scheiße“.

Besonders anfällig für Ruhrpottkitsch sind alle Dinge, die mit dem Bergbau zusammenhängen (Foto: feinster 🦠Ruhrpottkitsch aus der Schalke-Arena, wo 60.000 Menschen das Steigerlied singen, das mit „Glück auf, der Steiger kommt“ beginnt). Ehrlich gesagt hätte ich bis vor wenigen Tagen sogar zugestimmt, wenn jemand gesagt hätte, dass jede Anspielung auf den Bergbau voller Ruhrpottkitsch steckt. Dass ich mittlerweile eine Ausnahme für den Gruß Glück auf! machen würde, hängt mit der Ausnahmesituation zusammen, in der die Gesellschaft durch das Coronavirus und seine Folgen steckt.

Mit Glück auf! grüßten sich Bergleute unter Tage, also in den Kohlestollen tief unter der Erde. Glück auf! war Selbstbeschwörung und Wunsch für die anderen gleichmaßen. Glück auf! war Ausdruck der gemeinsamen Hoffnung, bald wieder „nach oben“ zu kommen: also sicher und gesund die beklemmende Enge in den Stollen zu verlassen, in der man nicht mal die Arme ausstrecken geschweige denn aufrecht stehen konnte. Kauern Sie sich bis zum Ende dieser Lektüre einfach mal auf den Boden, dann können Sie verstehen, was für eine Befreiung in diesem Gruss steckt: Glück auf! war das gegenseitige Versprechen von Sonne und Licht in der tiefen Dunkelheit.

Sie können wieder aufstehen. Denn Glück auf! ist vor allem noch heute der freundlichste Ausdruck gegenseitiger Wertschätzung, die leider viel zu oft in der Augenhöhe-Floskel verhunzt wird. Mit jedem Glück auf! wird greifbar, dass hier zwei ein Schicksal teilen. Es sagt: „Wir stecken hier fest – aber zusammen.“ In jedem Glück auf! klingt deshalb immer sehr deutlich das Versprechen: Wir sind nicht allein!

„We are in it together“ ist das dominierende Gefühl, das ich mit der aktuellen Ausnahmesituation verbinde. Wir stecken alle zusammen hier fest. Und mit wir meine ich die tatsächlich nichts weniger als „die Menschheit“. All die Grenzen, die man uns hinsozialisiert hat, sind plötzlich wertlos: Dem Virus ist egal, woran der Kopf auf dem Körper glaubt, den es infiziert. Auch die Hautfarbe, das Geschlecht, das Gewicht, die Größe und all die anderen Dinge, von denen wir glauben, dass sie uns irgendwie bestimmen, spielen für das Virus keine Rolle. Sprache? Nationalität? Politische oder sexuelle Präferenzen? Für das Virus: alle gleich!

Noch vorsichtiger als mit Ruhrpottkitsch sollte man mit Botschaften sein, die man irgendwo rauslesen will. Aber hier muss man nicht mal genau hingucken um zu erkennen: All die Spaltungen der vergangenen Jahre sind mit einem unachtsamen Husten neben die Ellenbeuge hinfällig. All die Nationalisten und religiösen Fanatiker, die daran glaubten, etwas Besseres zu sein, verlieren ihre Grundlage. Im Angesicht des Virus spielt es keine Rolle, was du zu Thema x meinst oder ob du womöglich (Skandal!11!!!) anderer Meinung bist als ich.

Ich markiere mir genau diese Erinnerung in Pocket (oder einem anderen Readit-Later-Dienst) um wieder dran zu denken, wenn demnächst irgendeine Umweltsau durchs Dorf gejagt wird. Denn ich glaube fest daran, dass wir diese beklemmende Enge der Corona-Ausnahmesituation irgendwann wieder verlassen können. Und wenn wir dann wieder über Tage sind, will ich mich genau daran erinnern können – und ein wenig wie das Virus auf all die Konflikte und Spaltungen gucken: Sind halt alles Menschen!

Als kleine Erinnerung daran verwende ich deshalb den Gruß Glück auf! wenn ich Menschen in räumlicher (nicht sozialer) Distanz signalisieren will: „Wir stecken hier fest – aber zusammen.“
Das ist so ähnlich wie das freundliche Bleiben Sie gesund!, das ich in diesen unruhigen Tagen immer wieder höre – und das mich jedes Mal kurz zucken lässt. Diese drei Worte wecken bei mir stets den Eindruck, Gesundheit sei etwas, das man sich vornehmen kann, das davon abhängt, dass man es aktiv tut. Klar, es gibt einige Regeln für die aktuelle Corona-Lage, die im Sinne der Gesundheit verbreitet werden. Aber grundsätzlich zeigt die aktuelle Situation doch vor allem das: Gesundheit ist nichts, was man sich vornehmen kann.

Der Wunsch besagt natürlich viel mehr. Er sagt: Kommen Sie gut durch diese Zeit. Er ist ein Ausdruck von Empathie und Freundlichkeit. Und er ist auch deshalb so erstaunlich, weil man ihn in Zusammenhängen hört, wo bisher weniger Platz war für Empathie und Freundlichkeit. Deshalb denke ich mir bei jedem Bleiben Sie gesund! immer ein kleines Bleiben Sie menschlich! hinten dran. Weil das für mich einschließt, dass man daheim bleibt, auch wenn man selber nicht zur Risikogruppe zählt. Weil es daran erinnert, dass man anderen hilft, dass man nur soviel kauft wie man selber braucht und keine unsinnige Gerüchte verbreitet.

Bleiben Sie menschlich, bleiben Sie gesund – das beides und noch einiges mehr steckt in dem Gruß, den ich mit diesem Newsletter verschicken will: Glück auf! ist in diesen dunklen, engen Tagen ein Versprechen von Licht, Weite und Menschlichkeit!

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loading spezial: Die Startnext Corona Hilfsaktion

„Spenden und Crowdfunding für alle vom Shutdown Betroffenen“ steht auf der Support-Seite, die die Crowdfunding-Plattform Startnext gerade freigeschaltet hat. Die deutschen Crowdfunding-Expert*innen reagieren damit auf die bedrohlichen Folgen der Corona-Lage für freischaffende Künstler*innen (die auch hier schon Thema war).

Denis Bartelt, Co-Founder und CEO von Startnext, hat dazu den loading-Fragebogen ausgefüllt – und erklärt, wie die Kreativwirtschaft hier unkompliziert und schnell Hilfe kriegen kann

Was macht Ihr?
Startnext ist eine Crowdfunding-Plattform, auf der Kreative und Gründer*innen Projekte für eine bessere Zukunft durch viele Unterstützer*innen finanzieren können. Ein normales Crowdfunding funktioniert jedoch nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip und ist deshalb nur erfolgreich, wenn der Zielbetrag innerhalb der Kampagne eingesammelt wurde. Mit der Corona Krise und vor allem den derzeitigen „Shutdowns“ (Schließung von Kultureinrichtungen, Lokalen, Clubs, Museen usw.) hat sich die Lage jedoch verändert, denn jetzt ist Soforthilfe für die vom Shutdown betroffenen Kreativen und Gründer*innen erforderlich. Wie bieten deshalb mit unserer „Startnext Corona Hilfsaktion“ Unterstützung an, die es ermöglichen soll innerhalb von wenigen Stunden mit einer Kampagne online zu gehen. So können wir vom Startnext-Team und unsere Crowd helfen. Das ist ein Hack, der auch ein Teil unserer eigenen Regeln aushebelt.

Ganz konkret bieten wir an:

> Die Transaktionskosten von 4% komplett selbst zu übernehmen (unser Startnext Hilfsfonds)

Hürden abzubauen:

> Das Alles-oder-Nichts-Prinzip gilt für diese Projekte nicht (jeder Euro wird ausgezahlt!)
> Es ist kein Pitchvideo verpflichtend
> Es sind keine Gegenleistungen verpflichtend

Die Starter*innen bewerben sich mit dem Projekt auf unserer Page und werden dadurch sofort bei unserer Projektbetreuung sichtbar und können bearbeitet werden. So können wir innerhalb weniger Stunden gut vorbereitete Kampagnen freischalten. Üblich sind sonst etwa 3 Tage. Wir haben das Betreuungsteam fast rund um die Uhr im Einsatz. Auch die beiden Gründer helfen hier mit.

Warum macht Ihr es (so)?
Wir glauben an die Power der Crowd und sehen hier großes Potenzial darin, dass Fans Künstler, dass Nachbarn Lokale und Kultureinrichtungen in ihrem Kiez, ihrer Stadt schützen wollen. Mit vielen kleinen Beträgen können hier schon erste Sorgen genommen werden. Wir wissen, dass vor allem in der Kreativwirtschaft viele Jobs unsicher oder prekär sind, Gründer*innen hohe Risiken eingehen, die oft zuerst an der eigenen Existenz kratzen. Mit den Hilfsprojekten glauben wir, ist es möglich die ersten negativen Auswirkungen etwas abzuschwächen und Ängste zu nehmen.

Wie haben unsere eigenen Regeln, die sonst für die Qualität einer Kampagne sorgen sollen, außer Kraft gesetzt, weil jetzt vor allem Zeit ein wichtiger Faktor ist. Die Geldempfänger werden von uns dennoch geprüft und vollständig legitimiert, damit klar ist, an wen das Geld wirklich geht.

Die Transaktionsgebühren übernehmen wir, als kleine Soforthilfe von Startnext, solange uns dies selbst nicht ruiniert.

Wer soll sich dafür interessieren?
Uns geht es zunächst um die Kreativwirtschaft, Künstler, Clubs, Kneipen, Theater, Freelancer, Coaches, Veranstalter usw. die jetzt direkt durch die verordneten Shutdowns Ausfälle zu verzeichnen haben. Auch Fans und Nachbarn können Projekte anlegen, um zu Helfen. Unser Wirkungskreis ist die DACH-Region, Liechtenstein, Belgien und Südtirol. Projekte aus diesen Regionen können sich bewerben und starten.

Wie geht es weiter?
Wir sprechen gerade mit vielen Kooperationspartnern, um unseren Fonds zu vergrößern oder ggf. weitere Fonds aufzusetzen, mit denen die Unterstützung der Crowd gematched werden kann. Wir wollen finanzielle Mittel unserer Partner und der Crowd so gut es geht in diese Kampagnen lenken, transparent machen und auch Mut machen dafür, dass wir das als Gemeinschaft hinbekommen. Startnext ist mit 1,34 Millionen Nutzer*innen eine riesige Community mit großem Potenzial zu helfen.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Uns ist wichtig, dass sich alle Menschen vor Augen halten, wie wichtig kulturelles Leben und soziales Miteinander für uns Menschen sind. Spätestens wenn wir alle für einige Wochen in unseren Wohnungen bleiben, wird dies vielen Menschen sehr viel klarer und bewusster. „Stell dir vor, wie treten in fünf Wochen vor die Tür, es ist Frühling, die Corona Welle ist unter Kontrolle aber Kultureinrichtungen und Kneipen die du liebst, haben es nicht geschafft.“ Es trifft jetzt vor allem diese teils fragilen Strukturen, abseits von Tarifverträgen, sozialer Absicherung und stabilen Einnahmen. Der Staat hilft zuerst den großen Strukturen, weil dies sehr unkompliziert möglich ist. Wir helfen mit unserer Crowd denen, die mutig sind, neues wagen und das Leben lebenswerter machen. Jetzt geht es darum Existenzen zu sichern, Kultur zu erhalten und auch neues zu probieren. Wir finanzieren uns dabei nach dem gleichen Prinzip durch ein freiwilliges Bezahlmodell, jeden Monat neu, durch Crowdfunding. Wir sehen, dass unsere Gesellschaft hinter allem „zeigenössischen Konsumverhalten“ doch voller Menschlichkeit steckt. Wenn wir dieses Potenzial durch die Corona Krise sichtbarmachen und verstärken können, dann ist das auch eine echte Chance. Dafür arbeitet das Startnext Team auch jetzt aus dem Homeoffice mit voller Motivation.

>>> Hier geht es direkt zur Startnext-Corona-Hilfsaktion

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Aussteigen aus der Weltentdeckungsmühle: Ein Lesetipp für alle Daheimbleibenden

Harriet Köhler hat das Buch zur (abgesagten) Leipziger Buchmesse 2020 geschrieben: die Gebrauchsanweisung fürs Daheimbleiben eigenet sich aber auch für alle anderen, die unter den Absagen dieser Tage leiden (hier das Interview mit Gerd Leonhard zum Thema Online-Konferenzen lesen), denn es liefert einen Perspektivwechsel auf das Thema Reisen und Unterwegssein. Ich habe Harriet (die ich persönlich kenne) ein paar Fragen zum Thema Absagen und Nicht-Reisen gestellt.

Bist du persönlich traurig, dass die Buchmesse ausfällt?
Für die Cosplayer-Szene ist der Ausfall ihrer Jahreshauptversammlung natürlich ein Drama. Auch gecancelte Lesungen und Interviews sind für die Beteiligten doof. Und all die schönen Dinners und Partys: Ein Jammer. Doch davon abgesehen birgt die Absage auch eine Chance: nämlich die, mal zu hinterfragen, wie sinnvoll es im 21. Jahrhundert überhaupt noch ist, wenn zehntausende Menschen sich in Flugzeuge, Busse und Bahnen setzen, um durch eine überfüllte Halle außerhalb der Stadt zu stolpern und sich dieselben Bücher anzugucken, die es auch bei Hugendubel gibt.

Als Expertin fürs Daheimbleiben hast du vielleicht einen Tipp für alle, die jetzt nicht nach Leipzig fahren?
Eigentlich ist der Ausfall doch wie ein Lottogewinn: Aus heiterem Himmel hat der Literaturbetrieb vier Tage geschenkt bekommen! Ich finde: Man sollte diese Zeit, wenn irgendwie möglich, nicht zum Arbeiten nutzen, sondern dazu, endlich mal all die Dinge zu tun, für die man sonst immer seltener den Nerv hat: Sich mit alten Freunden treffen. In aller Ruhe kochen. Einen dicken Klassiker lesen. Nichtstun, ohne dabei ständig auf den Email-Eingang zu schielen. Ohne den Ernst der Lage kleinreden zu wollen: Aber insgeheim freue ich mich fast auf all die unfreiwilligen Corona-Auszeiten, die da auf uns warten. Klingt doof, aber aus China vernimmt man, dass viele Menschen in den Quarantäne-Gebieten nach anfänglicher Wut inzwischen durchaus die positiven Aspekte am Daheimblieben sehen. Sie haben endlich mal wieder Zeit für ihre Familie. Nachbarn unterstützen sich. Die Menschen rücken zusammen, und draußen vor der Tür bleibt die Zeit ja sowieso stehen. Ich stelle mir das ein bisschen so wie Weihnachtsferien vor, bloß ohne die daran geknüpften Erwartungen, ohne Geschenkestress und lästige Verwandschaftsbesuche.

Überall im Land fangen Menschen jetzt an, sich intensiver mit Home-Office und dem Daheimsein zu befassen. Trotz des gefährlichen Anlass‘ ist das doch in Deinem Sinn, oder?

Mein Buch übers Daheimbleiben handelt nicht von der Arbeit, sondern vom Urlaub zuhause – über Home-Office kann ich also nicht mehr sagen, als dass ich persönlich ganz schlecht darin bin (zum Schreiben gehe ich am liebsten in die Denkfabrik, also in die Stabi). Aber klar, wie für Messen und andere Großveranstaltungen gilt auch fürs Home-Office: Am Ende dieses Jahres werden wir definitiv mehr darüber wissen, wie gut das Konzept funktioniert, welche Anwesenheiten und Sitzungen wirklich wichtig sind, und was man, vielleicht sogar effizienter, auch auf anderen Kanälen besprechen könnte

Was ist gut am Daheimsein?
Die Möglichkeit, einmal die Perspektive zu wechseln. Wer statt zu verreisen daheim bleibt, gibt ja nicht nur weniger Geld aus und hat weniger Stress, sondern hat endlich auch die Gelegenheit, herauszufinden, was das Leben außerhalb des Alltags noch so für einen bereithält. Man kann das Fremde im scheinbar Vertrauten entdecken, den Wohnort mit den Augen eines Reisenden sehen, und die Abenteuer erleben, die direkt vor der eigenen Haustür liegen. Dinge tun, die er sonst nur im Urlaub machen würde – und dabei merken, dass man sein Leben vielleicht ja auch ganz anders führen könnte.

Wie bist du auf das Thema des Buches gekommen?
Eigentlich war’s eine Schnapsidee: Ein Buch über das Daheimblieben in einer Reisebuch-Reihe zu veröffentlichen. Entsprechend habe ich das Projekt dann auch jahrelang vor mir her geschoben. Aber im Laufe der Zeit wurde mir immer klarer, was für ein ökologischer Irrsinn die Reiserei tatsächlich ist: Acht Prozent des jährlichen Treibhausausstoßes gehen auf den Tourismus, auf unsere Flüge, Mietwagen, beheizten Pools und Kreuzfahrtschiffe. Und das alles nur, weil wir glauben, im Urlaub nicht daheim bleiben zu können! Ich bin also zur Aussteigerin geworden, also: zur Aussteigerin aus der Weltentdeckungsmühle – und habe endlich dieses Buch geschrieben.


Auf der Piper-Seite kann man Harriets Buch bestellen – und hier gibt es ein Interview mit dem Zukunfts-Forscher Gerd Leonhard, der sagt, dass wir dank der Corona-Absagen lernen werden, was eh kommt: „Wir werden uns in Zukunft viel mehr virtuell treffen“

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„Wir müssen uns in der Zukunft viel mehr virtuell treffen!“

Immer mehr Veranstaltung werden aufgrund der Corona-Bedrohung abgesagt oder verschoben (Symbolbild: unsplash). Dabei wäre doch jetzt ein ganz guter Zeitpunkt, um die Möglichkeiten der digitalen Vernetzung nicht nur zu besprechen, sondern auch konkret einzusetzen. Der Futurist und Keynote-Speaker Gerd Leonhard (mit dem ich persönlich bekannt bin) spricht nicht nur drüber, er lädt am 12. März zu einer neuartigen Online-Konferenz. In der Ankündigung in seinem Blog schreibt er, dass er davon ausgeht, dass die aktuelle Situation eine sehr grundsätzliche Veränderung nach sich ziehen wird. Ich habe ihm dazu ein paar Fragen gestellt.

Du startest in der kommenden Woche ein neues Veranstaltungsformat – eine Online-Konferenz. Wie bist Du auf die Idee gekommen?
Ich bin schon seit Jahren mit dem Online Event Konzept unterwegs und habe bereits ca. 30 Sessions hinter mir, aber bisher war einfach kein grosser Markt dafür – die meisten Klienten und auch Speaker-Büros geben lieber viel mehr Geld für Reisekosten und alles weitere aus, als Video-Präsentationen zu machen. Das führte dann bei mir zu ca. 300 Flügen pro Jahren. Jetzt mit Covid19 und natürlich der ganzen Klima- und Carbon-Tax-Debatte ist es schlagartig klar: wir müssen uns in der Zukunft viel mehr virtuell treffen! Und die Technologie ist da (ich nutze Zoom Webinar). Online Konferenzen werden das neue Normal, und face to face wird der neue Luxus.

Welche Vorteile kann eine reine Online-Konferenz haben?
Keine Reisen, keine CO2 Erzeugung, keine Epidemie-Risiken, mehr oder weniger unbegrenzte Teilnehmerzahlen, weniger ‚digital divide‘, mehr globaler Zugang.

Meine Erfahrungen, die ich mit vergleichbaren Formaten als Zuhörer gemacht habe, waren durchweg positiv. Es fühlte sich immer so an, als spreche jemand nur zu mir. Warum haben Online-Konferenzen dennoch einen eher schlechten Ruf?
Es braucht Disziplin und mehr Tech Knowhow also zB Kopfhörer und gute USB Mics; und man muss einfach besser mit der Technik sein. Und natürlich fehlt der ganze emotionale Teil also das Ambiente etc — das macht es einfach viel weniger ‚real‘. Da müssen wir uns erst anpassen – aber jetzt haben wir ja triftige Gründe!! Endlich.

Wir sind beide Speaker, aus dieser Position heraus verstehe ich den schlechten Ruf der Online-Konferenzen: Ich finde es nämlich viel schwieriger ohne direktes Publikum vor Ort einen Vortrag zu halten. Es fehlt einfach das direkte Feedback. Kennst Du das Problem?
Absolut – es ist so ‚unbezogen‘ aber auch dafür gibt es Lösungen – wenn es vor Ort einen Event mit Leuten gibt (also nur ich online bin) benutze ich immer einen 2. Monitor mit live-feed also Blick aufs Publikum. Bei 100% virtual events macht Zoom es möglich auch die anderen Teilnehmer zu sehen (wenn sie das wollen) – es braucht also ein bisschen Technik Know How!

Welche technischen Ressourcen nutzt du für deine Online-Konferenz?
Apple iMac pro, 2 externe HD Monitore, Apple iPad pro, 2 Studio Scheinwerfer, 2 Soundwalls, Zoom.us software, USB Rode Podcaster Mic, Bose headset oder Apple earpods. 1GB Internet Connection

Wie ist der aktuelle Anmelde-Stand? Und wirst du das Format wiederholen?
Etwa 350 sign ups in 24 Stunden, 500 ist Limit. Wir wiederholen ganz bestimmt aber die nächste Show ist nicht mehr gratis – das diskutieren wir auch online (ich denke mal es wird €20-30 kosten pro User, dann). Wir livestreamen auf meinem Youtube Kanal also gerdtube.com

Du bist Zukunfts-Forscher, deshalb bitte eine Prognose zum Abschluss: Werden wir auch nach der Corona-Panik mehr Online-Konferenzen erleben?
Nach… wann ist das? Corona ist ein Trigger Point — da wird sich einiges permanent ändern. Denn bald gibt es auch die Carbon Tax für Flüge – und zwar nicht mehr optional. Online-Konferenzen sind eindeutig das neue Format.

Die erste Online-Konferenz findet am 12. März statt – hier kann man sich anmelden

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Gegen die Corona-Panik

Als ich diesen Text Anfang März anlegte, war die Corona-Lage noch vergleichsweise entspannt. Mittlerweile hat sich nicht nur die medizinische Situation verändert. Auch der Umgang mit dem Virus hat eine andere Phase erreicht. Deshalb hier Hinweise auf Projekte, die nach diesem Text entstanden:

– eine Podcast-Folge über Falschmeldungen und Gerüchte
– ein SZ-Text mit 10 Ratschlägen gegen Gerüchte
– ein Live-Format mit der VHS Südost zum Thema Kommunikation in der Krise – hier kann man den Stream im Re-Live anschauen.

Medienkompetenz, darin sind sich alle schnell einig, ist eine wichtige Fähigkeit, die Schülerinnen und Schüler dringend lernen müssen. Dass Medienkompetenz aber auch von den Menschen erlernt werden muss, die gar nicht mehr in eine Schule gehen, zeigen die vergangenen Tage und der mediale Umgang mit dem so genannten Corona-Virus.

Mein Kollege Patrick Illinger hat in der SZ aufgeschrieben, warum der Umgang mit dem Erreger so kompliziert ist und ist dabei zu dem Schluss gekommen: „Panik wäre jetzt jedenfalls die falsche Reaktion, auch wenn die Fallzahlen steigen. Schon frühere Epidemien haben gezeigt, dass übersteigerte Angst fataler sein kann als das Virus.“

Vielleicht ist es deshalb an der Zeit, ein Update für die Seite #gegendiepanik zu verfassen – und uns daran zu erinnern, dass jede und jeder dazu beitragen kann, ob sich eine virale Form der Hysterie verbreitet. Denn auch dein persönliches Verhalten ist dazu angetan, deine Mitmenschen anzustecken – mit Panik und irrationalen Reaktionen. Das gilt in so genannten Breaking-News-Situationen (wie bei dem Terror-Anschlag am OEZ) genauso wie im aktuellen Umgang mit dem Corona-Virus. Das, was du postest und weiterleitest kann andere in Panik versetzen (Foto: unsplash). Es ist deshalb ratsam, vorher darüber nachzudenken – wie man sich verhält.

Hier sieben ganz unmedizinische Hinweise (wer es medizinischer mag: Hier ein Text gegen die Panik)

1. Ich bin mir bewusst, dass eine von mir verbreitete Information gerade bei Freunden als verlässlich wahrgenommen wird. Dieser Verantwortung meinen Freunden gegenüber versuche ich gerade in unübersichtlichen Situationen wie dem Corona-Fall gerecht zu werden – und poste deshalb nicht unüberlegt und aus reiner Angst heraus.

2. Bevor ich etwas veröffentliche oder an meine Freunde schicke, atme ich dreimal tief durch – und suche mindestens zwei verlässliche Quellen für die Informationen. Es gibt in solchen Situationen immer wieder Betrüger, die bewusste falsche Informationen verbreiten – wie die WhatsApp-Botschaft ab nächster Woche würden Geschäfte nur noch zwei Stunden öffnen. Das stimmt nicht.

3. Ich verbreite keine Gerüchte! Ich halte mich nur an bestätigte Informationen und versuche mich von Spekulationen fernzuhalten. Deshalb halte ich mich an offizielle Stellen, an seriöse Medien und verifizierte Accounts! Twitter weist zum Beispiel unter dem Hashtag #coronovirus ganz oben auf den Account der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hin.

4. Ich bin mir bewusst, dass derartige Nachrichtenlagen Betrüger anziehen, die mit Absicht Fotomontagen und bewusste Lügen verbreiten. Die Falschmeldung, Daniel Radcliffe sei erkrankt, ist ein abschreckendes Beispiel dafür. Ich unterstütze dies nicht durch unvorsichtiges Weiterverbreiten – auch nicht um sie zu widerlegen oder ihnen zu widersprechen. Das ist das Ziel dieser Form der Betrügerei: die aktuelle Aufmerksamkeit für ihre Interessen zu nutzen.

5. Ich hüte mich davor, sofort Problemlösungen zu verbreiten. Ich kenne den Reflex des „kommentierenden Sofortismus“ (Bernhard Poerksen) und folge ihm nicht. Ich verbreite keine einseitigen Schuldzuweisungen und gebe diesen auch durch Retweets und Zitate keine Bühne. Dies gilt besonders für Rassismus, der sich durch das Virus zeigt.

6. Egal wie schlimm die Situation sich anfühlen mag, ich werde nicht in Panik verfallen und selber dazu beitragen, dass noch mehr Menschen in Angst überreagieren. Ich versuche durch mein eigenes Verhalten Social-Media-Gelassenheit zu verbreiten.

7. Dazu zählt auch, dass ich mich zunächst an die Ratschläge der offiziellen Stellen halte und mich dort informiere, welches Verhalten angemessen ist. Panik zählt nicht dazu.

Hintergrund zu dem ursprünglichen Text gibt es hier

Das Thema 🦠Corona-Krise hat sich zu einem kleinen Schwerpunkt im Blog in diesem Monat entwickelt – unter dem 🦠Schlagwort gibt es noch mehr Artikel

Die Nazis werden uns das Internet wegnehmen (Digitale März-Notizen)

Dieser Text ist Teil der März-Folge meines monatlichen Newsletters „Digitale Notizen“, den man hier kostenlos abonnieren kann.

Wenn Sie diesen Text lesen, ist es unmöglich, dass Sie sich aufgrund Ihrer Hautfarbe, Religion oder Nationalität für etwas Besseres halten. Dieser Satz ist wahr, obwohl ich nicht kontrollieren kann (und will), was Sie denken – und obwohl wir feststellen müssen, dass es zuviele Menschen gibt, die sich aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion oder Nationalität für etwas Besseres halten.

Dass ich dennoch eine solche Behauptung aufstelle, liegt daran, dass ich uns nach den rechtsradikalen Morden der vergangenen Monate daran erinnern möchte, dass allein die Tatsache, dass Sie das Internet benutzen, beweist, dass die Ideen der Ausgrenzung überholt und falsch sind. Das Internet kann nur existieren, weil sich alle (technischen) Teilnehmer auf die Idee von Gleichheit geeinigt haben (Wie die Liebe werden auch digitale Daten nicht weniger, wenn man sie teilt. Foto: Unsplash). Das Netzwerk fragt nicht, welches Betriebssystem Sie nutzen, welche Sprache Sie sprechen oder an welchen Gott sie glauben. Das Netzwerk stellt eine Verbindung her – und diese Verbindung selbst ist der auf die menschlichen Nutzer*innen übertragene Beweis für den Satz aus der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (PDF-Link):

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“

Wer diesem Grundgedanken widerspricht, sollte auf der Stelle aufhören, ein System zu nutzen, das nur durch diesen Grundgedanken möglich wird. Das ist keine Frage politischer Meinung, sondern schlicht der Logik. Es lohnt sich nach den Morden von Hanau genau daran zu erinnern: Wer das Internet benutzt, kann schon aus Gründen der Logik nicht gleichzeitig Rechtsterrorismus oder Überlegenheitsphantasien unterstützen. Das erscheint merkwürdig, weil die meisten Rechtsterroristen das Web nutzen, um sich zu radikalisieren und ihre menschenverachtenden Thesen zu verbreiten. Deshalb wird das Internet fälschlicherweise zum Auslöser für die gesellschaftliche Verrohrung gemacht. Ich glaube, dass es im Gegenteil zur Lösung des zentralen gesellschaftlichen Problems der rassistischen Spaltung taugt. Wir sollten jedem Rechtsterroristen, der seine Thesen und Manifeste im Web verbreitet, zurufen: „Allein die Tatsache, dass du das online stellst, beweist, dass du falsch liegst!“ Jedem und jeder, die das Internet nutzen, um Ausgrenzung und Nationalismen zu verbreiten, sollten wir immer und immer wieder sagen: „Wenn deine Thesen wahr wären, gäbe es das Internet gar nicht. Hör auf, es für diesen Mist zu missbrauchen.“

Der Historiker Volker Weiß hat in einem Gastbeitrag im Spiegel herausgearbeitet, wie die Rhetorik von AfD und Pegida den geistigen Nährboden für den neuen Rechtsterrorismus legt:

Ihr ethnozentristischer Sozialdarwinismus ermächtigt sie, die „Minderwertigen“ auszumerzen. Offensichtliche Züge von Wahnsinn, wie sie aus ihren Pamphleten sprechen, können nicht alles erklären, denn die Auswahl der Opfer folgt einer eigenen, rassistischen Rationalität. Sie teilen die Welt in „produktive“ und „destruktive“ Teile. Alle, die dem heroischen Imago vom deutschen Herrenmenschen nicht entsprechen, sollen zur Vernichtung freigegeben werden.

Er weist daraufhin, dass dieses „Gedankengut mittlerweile derart verbreitet ist, dass Akteure auch unabhängig voneinander handeln können“. Es ist ein Gedankengut, das sich gegen die Idee einer freien, offenen Gesellschaft richtet. Es findet sich in unterschiedlichen Ländern und man kann es als Gegenaufklärung zusammenfassen:

Alle Fraktionen sind Teil der europäischen Gegenaufklärung und sehen ihren Aktivismus in ein überhistorisches Schicksal eingekleidet: einen Kulturkampf gegen den Individualismus, die liberalen westlichen Werte, gegen den Universalismus.

Das Internet und im speziellen das Web als seine bekannteste Anwendung sind in diesem Sinn konkrete Projekte der Aufklärung. Das Web ist Ausdruck liberaler westlicher Werte. Es basiert auf der Idee, dass ein mehr an Wissen besser sei. Es setzt die Idee in die Tat um, dass Vernetzung über Sprach- und Landesgrenzen hinweg zu einer Verbesserung für alle Menschen führen kann. Es kann nur funktionieren, wenn es eine offene Gesellschaft gibt. Die vergangenen Wochen haben auf erschreckende Art deutlich gemacht, dass die Idee eines offenen, freien Deutschlands angegriffen wird, dass die Gesellschaftsordnung destabilisiert und die Institutionen des Landes verächtlich gemacht werden sollen – wie Kurt Kister in diesem Kommentar schreibt:

Genau dieses Deutschland greifen die Mörder an, wenn sie auf Migranten schießen. Aber nicht nur die Mörder greifen es an, sondern auch jene, die ihnen den Boden bereiten. Jene, die dauernd von „Überfremdung“ reden, die Politiker, den Staat, das Gemeinwesen verächtlich machen, die Lebensstile mit Krankheiten gleichsetzen („links-grün versifft“), die unablässig versuchen, Grenzen zu ziehen zwischen „uns“ und „denen“.

Es gibt ganz viele Gründe, jetzt für ein freies Land aufzustehen, sich einzusetzen für die offene Gesellschaft und der Empörung der Ausgrenzung zu widersprechen. Ich hoffe sehr darauf, dass mehr Menschen gegen Alltagsrassismus aufbegehren, dass mehr Menschen beweisen, dass dieses Land offen und freundlich ist und dass mehr Menschen die Idee einer freien Gesellschaft verteidigen.

Und falls noch irgendwer Zweifel daran haben sollte, warum das wichtig ist, dann lohnt sich der Blick aufs Internet. Wenn man die kruden Gedanken der Rechtsterroristen liest, muss man feststellen: In der Welt, die diese sich erträumen, gibt es keinen Platz mehr fürs Web. Oder plakativ formuliert: Die Nazis werden uns das Internet wegnehmen!* Es ist Ausdruck all dessen, wogegen sie sind. Verteidigen wir es!

P.S.: Wie die Verteidigung der freien Gesellschaft aussehen könnte, haben Farhad Dilmaghani, Stephan J. Kramer und Matthias Quent in elf Punkten bei Zeit Online aufgeschrieben. Sie kommen zu dem Schluss:

Niemand wird geboren, um andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Religion, Kultur oder persönlichen Lebensplanung zu hassen. Menschen lernen zu hassen – und wenn sie Hass lernen können, dann kann man ihnen auch Nächstenliebe und Respekt für den oder die andere beibringen.

* Mir ist schon klar, dass diese Verkürzung problematisch ist und dass es ungeheuer viele und ungeheuer wichtigere Gründe gibt, gegen Ausgrenzung und Rassismus zu sein. Ich formuliere das aber bewusst so um all denen, die nicht direkt bedroht sind, zu zeigen, was diese Angriffe bedeuten.


Dieser Text stammt aus meinem monatlichen Newsletters „Digitale Notizen“, den man hier kostenlos abonnieren kann. Meine Haltung zum Internet, das ich als Heimat verstehe, habe ich auch in dieser „Gebrauchsanweisung für das Internet“ skizziert. In der SZ habe ich die Idee ausformuliert, was es heißen könnte, den Begriff Heimat digital zu denken.

Die Idee, einen Heimatverein für das Internet zu gründen, habe ich aus Zeitgründen bisher nicht weiter verfolgt. Sie steht hier genauer beschrieben.

„E-Mail ist die neue Homepage“ – über bessere Newsletter

Kennen Sie Morning Brew? Haben Sie schon mal von TheSkimm gehört oder von Next Draft? Dabei handelt es sich um Angebote, die man als „newsletter first media“ beschreiben kann. Als Medien also, die Newsletter nicht als verlängerte Marketingmaßnahme oder Digitalverstärker für einen davon unabhängigen Inhalt ansehen, sondern im Newsletter selbst das Angebot erkennen, das das Interesse von Nutzer*innen erfüllt.

Im digital interessierten Deutschland ist das irrigerweise Blog genannte Socialmediawatchblog von Martin, Simon und Tilman das bekannteste Beispiel für diese Form von Newsletter-Medien. Für ihren unbedingt empfehlenswerten Newsletter (hier bestellen) haben sie den hierzulande populären Namen Briefing gewählt. Auch das Handelsblatt (Morningbriefing), der Tagesspiegel (Entscheider-Briefing) mein ehemaliger Kollege Nikolaus Röttger (Ki-Briefing), die Mediapioneers (Tech-Briefing etc.) und viele andere nutzen den vom englischen „Einsatzbesprechung“ abgeleiteten Begriff, der kurze, handlungsbezogene Informationen versprechen soll (Foto: unsplash).

„Email hat die klassische Zeitung ersetzt und aus einer digitalen Perspektive ist Email die neue Homepage“, zitiert digiday den Marketingchef von Morning Brew, der in dem Text den staunenden Medienmachern erklärt, dass man allein mit Newslettern Geld verdienen kann. „Newsletter“, so sein Fazit, „sind der Schlüssel um ein Verhältnis zu den Leser*innen aufzubauen.“
Anlass für den Bericht waren aktuelle Zahlen, die die Marketing-Abteilung von Morning Brew veröffentlicht hatte: deren täglicher Wirtschaftsnewsletter, der aus einer Uni-Idee zweier Studenten entstand, kommt aktuell auf 1,8 Millionen Abonennten und will bis zum Ende des ersten Quartals 2020 auf zwei Millionen Abonennten kommen.

Das ist erstaunlich und taugt zu Meldungen über den Erfolg des eigentlich ja alten Mediums „Email“ (mein Liebesbrief an die Technologie steht hier). Richtig spannend sind diese Zahlen aber erst, wenn man der Frage nachgeht: Wo kommen sie her?

Die Antwort auf diese Frage legt das grundlegene Missverständnis des Journalismus offen: Ich bin sozialisiert mit der Haltung „gute Geschichten finden ihre Leser“. Daraus leiten manche Kolleg*innen die Annahme ab, dass guter Journalismus sich einzig auf gute Geschichten konzentrieren müsse und dann schon Erfolg haben wird. Dass die Kunst, Leser*innen zu gewinnen und zu begeistern ebenfalls eine journalistische Aufgabe ist, gerät dabei manchmal etwas aus dem Blick.

„Natürlich ist der Inhalt super wichtig“, erklärt Annemarie Dooling, die bei Vox Media (und jetzt beim Wall Street Journal) für Enagement über Newsletter zuständig war, in diesem Interview. „Aber es gibt diesen riesigen Bereich mit Dinge, an die niemand im Unternehmen dachte, weil sie zu technisch oder marketinglastig sind.“

Wie die Macher*innen von Morning Brew das gemacht haben, kann man in diesem Medium-Post nachlesen. Dort beschreibt Tyler Denk, Produktchef von Morning Brew, wie sie mit Hilfe eines „Leser werben Leser“-Programms neue Abonent*innen gewonnen haben. In der Sprache des Web nennt man dieses Empfehlungs-System „Referral-Marketing“ und beschreibt damit die Möglichkeiten, über Links, die man persönlich zuordnen kann, diejenigen zu identifizieren und zu belohnen, die viele neue Leser*innen angeworben haben. Wer dabei besonders erfolgreich war, hat Produktvorteile zum Beispiel bei Dropbox bekommen, konnte aber vor allem einen zusätzlichen exklusiven Sonntags-Newsletter bestellen. Das Referreal-Programm ist ziemlich ausgefeilt, es zeigt aber vor allem: Newsletter sind nicht nur ein Kommunikationstool um mit Leser*innen in Kontakt zu bleiben, Newsletter können auch Leser*innen zu Werbenden für den Inhalt machen:

It’s helped turn readers into evangelists and evangelists into walking advertisements. It’s the ultimate 1 + 1 = 3 scenario that makes all of our acquisition channels X times more effective.

Ich finde das aus einer journalistischen Perspektive äußerst spannend. Es öffnet den Blick auf die Möglichkeiten, die sich abseits des Inhalts ergeben, wenn man das vernetzte Umfeld des Internet ernst nimmt. Das möchte ich künftig etwas genauer verfolgen, deshalb habe ich die Domain briefingbriefing.de reserviert und sammle dort interessante Links und Interviews zum Thema Newsletter und Emails im journalistischen Kontext. Neuigkeiten auf der Seite verlinke ich hier im Blog – aber natürlich vor allem in meinem eigenen monatlichen Digitale-Notizen-Briefing.

Hey! My love letter to email

This post is written in english because Jason Fried and David Heinemeier Hansson announced the idea of Hey and asked to tell them how we feel about email. This is my answer.

It is easy to hate email.

Because it is so cheap to send emails, everybody is doing it. And because it is so easy to duplicate the content literally everybody is forwarding emails to everyone. If you look at the idea of email with an inbox of 424 unread messages you don’t see the idea email anymore. You see 424 unasked demands and it is nearly impossible to fall in love with email.

But the idea of email is so much more than 424 unread messages. The idea of email is the most concrete implementation of what you can call the internet-spirit. It is the magic of communication and connection with the world. Email reminds us that everything we today call „internet“ in the first place is about connecting computers, ideas und people. Nation, race, religion and all the stuff people tend to hold important for their identity does not matter when it comes to internet connection. The network is not interested in all this. It is interested in communication – no matter what kind of operation system you use, no matter how old or fancy your devices are. The pure fact that the Internet exists is the best proof for the value of human connection.

It is an ironic turn of fate that this network of connection today is used to polarize people. People with good and bad intention invert the idea of worldwide connection to promote their selfish interests. It is part of the ambiguity of the digital world that a great idea can lead to a less great outcome.

This is why people easily say: I hate the internet. Or: I hate email. But what they think to hate is not the idea of internet or email. They do not like the mis-use of the idea. And they are right. They do not like spam and hate speech, they do not like oversharing and phishing mails. But they forget to widen their view. They don’t see the big picture.

Email makes it easy to get back to the big picture.

Because it is so cheap to send emails, everybody is using it. And because it is so easy to use it everybody can understand the basic principle of email: there is no central station distributing your messages. You only need an @-adress and then you can connect. This is the magic and beauty of email: it works without all the Silicon-Valley-Buzz.

If you look at email from this perspective you can see 424 unread reminders of the greatness of the idea of email. 424 reminders that show us that we don’t need fancy group-chat when we can use a mailing list. 424 reminders to bring back the idea of RSS for example and emancipate ourselves from the power of the big platforms.

And this is why I like the idea of Hey.com to modernize the way we email today.

Additionally it reminds us that email is a great gift!

You can ask for an Hey-Invite by sending an email. And if you like to receive an email from me: this is my new international newsletter – is comes four times a year.