Alle Artikel in der Kategorie “Netz

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Die Fähigkeit, sich irritieren zu lassen

Sascha Lobo hat in dieser Woche eine beeindruckende Rede gehalten. Es war die Würdigung des Lebenswerkes von Frank Schirrmacher im Rahmen der Verleihung “Journalisten des Jahres” in Berlin. Posthum wurde der ehemalige FAZ-Herausgeber ausgezeichnet und Sascha Lobo stellte vor den anwesenden Journalisten vor allem Schirrmachers Mut heraus, sich berühren und irritieren zu lassen von dem Wandel, der sich Realität nennt.

Bei World Wide Wagner kann man die Laudatio nachhören, aus der ich besonders den “Mut, sich von der Welt beeindrucken zu lassen” festhalten will:

Deshalb ist essentiell neben der Meinungskraft Frank Schirrmachers ebenso auch seine Bereitschaft zur Weiterentwicklung hervorzuheben. Auch das unterschied ihn von vielen anderen. Deutschland ist das Land des Rechthabens. Es reicht hier aber nicht recht zu haben, man muss auch schon immer recht gehabt haben. Das ist das exakte Gegenteil der Entwicklungsfähigkeit, die Frank Schirrmacher auszeichnete – und die wiederum eine direkte Folge des Mutes ist, die Welt auf sich wirken zu lassen, den eigenen Empfindungen überhaupt Beachtung zu schenken. (…) Emotionslose Unbeeindruckbarkeit – sich also nicht empören zu wollen, sich nicht begeistern zu wollen, sich nicht kopfüber in die eigenen Interessenfelder stürzen zu wollen – ist bei normalen Leuten schon schade, bei Journalisten ist es schlimm, bei großen Publizisten ist es fatal. Hier leuchtet Frank Schirrmacher jedem als journalistisches Vorbild.

Der Autor Christoph Kucklick (der hier übrigens mit Sascha Lobo spazieren geht) hat genau zu dieser Bereitschaft, sich berühren und irritieren zu lassen ein Kapitel in seinem empfehlenswerten Buch “Die granulare Gesellschaft” verfasst. Darin schreibt er mit Blick auf beständigen Wandel:

“Es geht also nicht mehr – wie in der Moderne – darum, bekanntes Wissen miteinander zu verknüpfen und daraufhin Lösungen zu schmieden, sondern sich jenen Fragen zuzuwenden, für die es keine Lösungen gibt, außer man erfindet sie. Es geht darum, mit den Möglichkeiten zu spielen. (…) “Das Entscheidende”, sagt Lazlo Bock (Personalchef von Google), “ist die Fähigkeit, ständig dazuzulernen. Die Fähigkeit, disparate Informationspartikel zusammenzubringen.”
Darin besteht die granulare Begabung schlechthin. Sie erfordert nicht ein gesteigertes Wissen, sondern eine gesteigerte Irritierbarkeit, um sich von Dingen und Situationen anregen zu lassen und ergebnisoffen Prozesse zu starten. Die Irritation durch den Kommunikationsüberschuss auszuhalten und kreativ zu werden, ist die neue Kernkompetenz.”

Sascha Lobo sagte zum Abschluss der Würdigung von Frank Schirrmacher: “Sein Erbe liegt darin, sich die Freude, die Aufregung und die Lust an der Welt zu erhalten und sie in die Arbeit und in das Leben einfließen zu lassen.”

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Neue journalistische Leitung beim Guardian

Beim Guardian wird gerade die Position des Chefredakteurs neu besetzt. Alan Rusbridger (dem ich seit kurzem mit großer Begeisterung auf Instagram folge) wechselte im Dezember in die Rolle “Chair of the Scott Trust” – und macht den Platz des Chefredakteurs frei.

Auf der Seite gonuj.org/public/ballot/candidates stellen sich die vier Kandidatinnen/Kandidat für seine Nachfolge vor. Und völlig unabhängig davon, wer am Ende die journalistische Leitung beim Guardian übernehmen wird, sollte man die vier Bewerbungstexte lesen – denn sie sagen sehr viel über den Stand und den Wandel des (digitalen) Journalismus im Jahr 2015.

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Ich habe ein paar Stellen markiert, die ich bemerkenswert finde. In allen vier Texten findet sich der Hinweis auf den technischen Wandel des Berufs, auf die notwendige Zusammenarbeit zwischen Verlag und Redaktion, zwischen Journalisten und Codern sowie auf eine neue Konferenz- und Arbeitsstruktur. Erstaunlich ebenfalls: Alle vier Texte handeln ebenso stark von der Arbeit eines Chefredakteurs wie von der Arbeit eines Redaktions-Managers.

Emily Bell schreibt:

The Guardian needs to be at the cutting edge of journalistic innovation, and to that means there has to be a closer link between editorial and product development. Our success in the future will be determined in part by how well we understand web technologies and integrate them into our reporting. We need to make smart decisions about which tools and platforms to develop, and make recruitment of the world’s best editorial technologists a priority.

Janinen Gibson:

My vision for the future of GNM is rooted in our history, my experience as a reporter and editor and the conversations I’ve had with hundreds of colleagues and peers around the world. It’s based on three core beliefs:

… Our role is more than ever to challenge the powerful on behalf of the powerless; we are best when brave.
…. Our commitment to deep reporting in service of this role will make us distinctive and sustainable in perpetuity.
… Our principle of openness should guide our decision making as well as our journalism.

Everyone – moderators to developers – should feel able to contribute to what we make, how we think, how we run ourselves, and more. We’ve always been a journalists’ paper. Expanding what makes a journalist is part of our future.

Katharine Viner:

Journalism and technology have merged. To produce and deliver journalism that is relevant today, we need a close relationship between editorial, product and engineers, developing stories together, working out what to do about mobile, loyalty, data; plus a super-charged approach to helping readers find our journalism.
(…)
New techniques mean readers can share expertise, help us find stories and make decisions. We host big communities and engaging conversations, whether below the line, with our professional audiences such as teachers, or between Guardian members at live events — we should build on these relationships and invite readers into our journalism at an early stage.


Wolfgang Blau
:

Print journalism as a genre will not disappear and we will need print expertise for many years to come. Especially our three weekly newspapers – the Saturday Guardian, The Observer and also The Guardian Weekly – absolutely can and should have a long and very successful future. The road ahead for our Monday to Friday newspaper is less clear, though. (…) When the Guardian was founded in 1821, it was a weekly newspaper for the first 15 years, then it added a Wednesday edition and only 34 years after its founding became a daily newspaper. (…)
The Guardian needs more editorial management and structure, not for the sake of efficiency, but to nurture creativity. (…) It is essential that we integrate our developers, data scientists and strategists into our newsrooms and have a mutually respectful and collaborative relationship with the CEO and our colleagues in the commercial teams.


Alle Hintergründe zum Ablauf der Wahl des neuen Chefredakteurs beim Guardian

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loading: Deine Korrespondentin

“Wir wollen Frauen in den Mittelpunkt rücken”, schreiben die Macherinnen von Deine Korrespondentin auf Startnext. Mit dem Crowdfunding-Projekt wollen sie die Arbeit von Korrespondentinnen sichtbarer machen – und bitten um die Unterstützung der Community.

Pauline Tillmann hat den loading-Fragebogen beantwortet. Sie hat bereits Crowdfunding-Erfahrung – und berichtet davon auch in “22 1/2 Schritte zu erfolgreichem Crowdfunding”.

Was macht ihr?
Wir werben auf Startnext für ein neues Webportal names “Deine Korrespondentin”. Unser Claim: “Von Frauen. Über Frauen. Für alle.” Das heißt, wir wollen Frauen in den Mittelpunkt unserer Berichterstattung rücken. Darüber hinaus wollen wir die Sichtbarkeit von Korrespondentinnen erhöhen. Wir wollen zeigen, welche bemerkenswerte Arbeit deutsche, österreichische und schweizerische Journalistinnen zwischen USA und Afrika heutzutage leisten.

Warum macht ihr es (so)?
Wir haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Stiftungen angeschrieben, aber leider haben nur Absagen kassiert. Crowdfunding ist eine gute Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu generieren und Geld einzusammeln. Außerdem ist uns bei “Deine Korrespondentin” das Feedback der Crowd extrem wichtig. Wir wollen in Dialog treten mit einem interessierten Publikum und eine eigene Community aufbauen – auch das ist mit Hilfe von Crowdfunding möglich.

Wer soll sich dafür interessieren?
Alle! Unsere Zielgruppe sind Frauen und Männer.

Wie geht es weiter?
Wenn wir die Pitching-Summe von 5.000 Euro bis zum 16. März zusammenbekommen, werden wir eine Webseite mit einer Bezahlschranke in Auftrag geben. Darauf wird es dann ab 4. Mai die ersten Texte, Fotos, Audios und Videos zu sehen geben. Die ersten zwei Artikel sind kostenfrei, danach greift das Bezahl-Abo für zehn Euro im Monat. Dafür bekommt man von den Korrespondentinnen jeden Monat zehn neue, spannende Geschichten. Wir wollen nicht die Masse erreichen, sondern ein Nischenpublikum. 500 Internetnutzer, die von unserer Idee begeistert sind, würden uns schon reichen.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Wir sollten aufhören zu reden und anfangen zu machen. Und: Habt keine Angst vorm Scheitern!


>>>> Deine Korrespondentin auf Startnext unterstützen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe, den man auf Kindle, iPhone/iPad und tolino lesen kann. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:
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#odd15: Daten sind das Betriebssystem der Gesellschaft

Der kommende Samstag wird welweit als Open-Data-Day begangen. In München gibt es einen Hackathon in den Räumen der Landeshauptstadt München (Marsstraße 22, Raum 601)

HIER KANN MAN SICH KOSTENLOS ANMELDEN

Ziel des Open-Data-Days ist es, “die Bekanntheit von Open Data zu steigern, weitere Daten zu öffnen und zu zeigen, welches Potenzial in offenen Daten steckt.”

Ich bin eingeladen, den Hackathon mit einem kurzen Impuls zu eröffnen. Um zu zeigen, wie weitreichend die Idee von Open Data ist (und dass diese keineswegs nur mit Programmierkenntnissen oder eckigen Klammern zusammenhängt), habe ich mich entschlossen, die Grundideen meines Vortrags hier offenzulegen — und um Kommentare zu bitten.

“Daten sind das Betriebssystem der Gesellschaft”

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YOLO!

Er ist an seinem Schreibtisch in der Redaktion zusammengebrochen. Abends um kurz vor neun, nachdem er von einer Podiumsdiskussion mit Laura Poitras, Glenn Greenwald und Edward Snowden kam (der aus Moskau zugeschaltet war). So ist es in den Nachrufen auf David Carr nachzulesen. Der Medienjournalist der New York Times wurde 58 Jahre alt.

Alexis Madrigal hat bei Fusion einen ergreifende Erinnerung an Carr aufgeschrieben. Es ist kein klassischer Nachruf, es ist eher ein Blogeintrag. Madrigal erzählt sehr persönlich – von sich, von dem Moment als er vom Tod Carrs erfuhr. Er berichtet, wie er gerade seinen Sohn ins Bett bringt, als ihn die Nachricht via Twitter erreicht. Der Text ist weniger im Sinne von “wie gedruckt” geschrieben, er ist eher im Sinne von “wie erzählt” gebloggt. Es ist eher ein persönlich gesprochenes Wort, mit dem Madrigal an Carr erinnert als ein Nachruf im klassischen Sinn.

Madrigal erinnert sich daran, wie er Carr kennenlernte, er erzählt seine eigene Geschichte und wie diese mit Carr verwoben ist. Der Text endet mit dem Satz: “Rest in peace, Carr. You made us all better.” Es ist ein berührender Text, aber es ist auch ein Beweis dafür, wie das Web das Schreiben verändert. Irgendwo mittendrin steht diese eine Passage, die Madrigal eher sagt als schreibt. Er erinnert sich an die Umstände, als er (der gerade noch seinem Sohn eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen hat) ein Webprojekt mit Freunden startete und Carr dann darüber schrieb:

We were young and didn’t have kids and you know, YOLO. It was possible, so we should do it.

Ja, das ist Blogstil. Das ist nicht der Stil, in dem man klassischer Weise gedruckte Worte schreibt. Es ist eher gesprochen, yolo! Die Abkürzung in dieser Erinnerung ist eine Zustandsbeschreibung für die “mir steht die Welt offen”-Haltung junger Menschen: Yolo halt. Madrigal lässt mit dieser Referenz und dem Gegensatz zu seiner aktuellen Situation (we didn’t have kids) einen Zeithorizont aufscheinen, aber er schafft vor allem einen Rahmen: Immerhin ist dieser Text dann doch ein Nachruf, der Anlass ist der Tod eines Menschen. Und in dem eher dahingesagten YOLO entsteht so ein Moment der Erkenntnis: “You only live once” geschrieben in einem Nachruf, ohne Pathos dafür mit der Haltung des Möglichmachens, des Aufbrechens und Gestaltens: “It was possible, so we should do it”, erinnert er sich – und verleiht dem Text eine Tiefe, die nur durch die Beiläufigkeit der Worte gelingt.

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Wie finde ich das? vs. Warum ist das so?

Die Herren Fiene und Pähler haben mich heute in ihre Sendung “Was mit Medien” eingeladen und dann ein wenig plaudern lassen – über das, was ich so denke über Digitalisierung und Neues machen. Wir sprachen über Langstrecke und die neue Version und irgendwann sind wir dabei (MP3) an einen wichtigen Punkt gekommen, den ich hiermit einmal festhalten will. Er bezieht sich auf die Frage, wie wir mit Neuem umgehen? Man gelangt so häufig an diese Frage, dass es gut ist, diesen Ansatz hier jetzt einmal zu notierten – und vielleicht ist er auch eine Antwort auf die Frage, die sie über die Sendung gestellt haben: Wie kommt man auf neue Ideen?

Ich bin davon überzeugt, dass man in der Konfrontation mit Veränderungen z.B. durch die Digitalisierung, den Reflex unterdrücken sollte, zunächst “Wie finde ich das?” zu fragen. Die Antwort auf diese Frage führt nämlich selten zu höherem Verständnis. Sie führt stattdessen immer zu einer Bewertung – die damit vor dem Verstehen der Veränderung liegt. Deshalb sollte man in der Konfrontation mit einer Veränderung sich eher bemühen: “Warum ist das so?” zu fragen.

Wenn das gelingt, kann man das Neue danach immer noch blöd finden. Man tut dies aber dann auf Basis eines breiteren Wissens. Denn wenn man sich auf die Suche nach der Antwort auf die Frage “Warum ist das so?” macht, wird man mehr erfahren über das, was sich da gerade verändert. In der Sendung habe ich versucht, es am Beispiel der digitalen Kopie und dem Zugang von Mashup zu beschreiben:

“Die digitale Kopie stand im Raum und alle haben mir gesagt, wie sie die finden: Das interessiert die digitale Kopie aber nicht, ob Sven Regener die jetzt gut findet oder nicht. Sondern: Die ist da. Und die Leistung besteht darin, zu verstehen, was das verändert. Und da kann meine persönliche Meinung sein, dass ich das gut oder schlecht finde. Aber ich möchte gerne verstehen, was der Mechanismus dahinter ist.”

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Süddeutsche Zeitung Langstrecke

Geht das? Kann ein Verlag auf einer Crowdfunding-Plattform ein Magazin anbieten? Seit im Herbst 2012 “Eine neue Version ist verfügbar” auf Startnext verfügbar gemacht wurde, beschäftigt mich diese Frage. Weil ich glaube, dass wir durch die Möglichkeiten des Netzes neue Verbindungen zwischen Produzenten und Konsumenten kennen lernen. Ich habe mir zahlreiche Projekte angesehen, die mal mehr mal weniger erfolgreich, diese neuen Möglichkeiten nutzen wollten – und ich glaube, Verlage sollten diese Möglichkeiten ebenfalls ausprobieren.

Ein zentraler Aspekt der Veränderung liegt darin, dass Produkte nicht mehr nur als abgeschlossene Einheiten verkauft werden können. Sie können ihre Entstehung dokumentieren. Leser können beobachten (und sich daran beteiligen), wie ein Produkt gefertigt wird. “Eine neue Version ist verfügbar” handelt (wenn man so will) von nichts anderem als von dieser These: Wir können Kulturprodukte dank der Digitalisierung schon vor ihrer Erstellung zugänglich machen – nicht erst danach.

Heute ist ein besonderer Tag – für diese These und für mich. Denn heute startet ein Experiment, das diese These in die Tat umsetzen will: “Süddeutsche Zeitung Langstrecke” ist der Versuch Longform-Journalismus in Deutschland auszuprobieren. Ein neues Magazin, das die besten langen Lesestücke (longreads) aus der SZ bündelt: vier Mal im Jahr – und so wie die Leserinnen und Leser es wünschen. Am 31.3. erscheint Süddeutsche Zeitung Langstrecke. Doch heute beginnt der Verkauf. Es ist ein offener Markttest, der heute auf Startnext begonnen wurde, es ist ein Subskriptionsverkauf und es ist ein Experiment – für Longform-Journalismus und für die These von der anderen Verbindung zwischen Konsumenten und Produzenten.

Ich bin sehr gespannt, wie sich dieses Experiment gestalten wird: Wie reagieren Leserinnen und Leser? Was machen mögliche Anzeigenkunden, die im Rahmen von Langstrecke erstmals ihre Buchungen öffentlich machen können? Und was bedeutet es für die Idee “Crowdfunding”? Bisher sahen wir darin vor allem den Aspekt, der gemeinsamen Zielerreichung. Eine Fundingsumme wurde zum gemeinsamen Antrieb von Konsumenten und Produzenten. Ich glaube, dass Crowdfunding auch einen zweiten Aspekt in sich trägt: die Option, ein Projekt vor seiner Erstellung zugänglich zu machen. Genau das probiert “Süddeutsche Zeitung Langstrecke” jetzt aus.

Hier kann man dabei sein!

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Digitale Januar Notizen

Am Wochenende habe ich die erste Folge des “Digitale Notizen”-Newsletters verschickt. Er handelt von “Dark Social” und Geschäftsmodellen klassicher Inhalteanbieter im sozialen Web. Man kann ihn HIER mit diesen Codes abonnieren – und dann die nächste Folge Ende Februar ganz lesen:

fUPC2U
KSzoWr
EoYmdF
ZNtnzu
r8dDbm
rps9ff
rsP8eo
g9fcbG

Abgeschlossen wird der monatliche Newsletter von einem kleinen Rückblicks-Format, das ich hier zugänglich mache – es heißt was wir wissen/was wir (noch) nicht wissen – und geht so:

Was wir wissen:
… nicht nur der Spiegel auch der Stern wirbt seit kurzem mit nichts Geringerem als: Der Wahrheit
… Jan Böhmermann hat Probleme mit dem Urheberrecht. Kai Diekmann auch.
… Die Zeit hat einen Innovationsreport schreiben lassen.
… Nuzzle.com ist ein durchaus empfehlenswerter Social-Media-Dienst.
… dass die neuen Facebook-AGB nicht das größte Problem in Sachen Überwachung sind.

Was wir (noch) nicht wissen:
… ob die Wahrheits-Werbung tatsächlich eine Replik auf die Lügenpresse-Vorwürfe sind?
… versucht der Focus jetzt tatsächlich Leitmedium der AfD-/Pegida-Welt zu werden?
… ob Ihnen die Lieder gefallen, die ich in die 78 Songs-Liste von David Bauer geschrieben habe?
… wie es weitergeht mit der Seite 5fragenan100journalisten.de. Ich habe sie im vergangenen Jahr gestartet, mir fehlt aktuell aber die Zeit, sie fortzuführen. Vielleicht ist ja unter den Newsletter-Lesern jemand dabei, der oder die mithelfen mag?

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loading: Shift (reloaded)

Im Sommer 2013 hat Daniel Höly den loading-Fragebogen schon einmal beantwortet. Damals ging es um das Crowdfunding für sein “Magazin für Herz, Hirn und Horizont”. Shift sammelte über 7000 Euro ein – und soll jetzt in die nächste Phase starten.

Deshalb hat Daniel Höly die reloaded-Version des loading-Fragebogens beantwortet

Was ist seit dem letzten Mal passiert?
Seit der letzten Crowdfunding-Kampagne 2013 habe ich hart daran gearbeitet, dass SHIFT regelmäßig erscheinen kann. Das bedeutet, dass ich mich als studierter Journalist vor allem intensiv in die wirtschaftliche Materie eingearbeitet habe: Businessplan schreiben, Unternehmen gründen, Steuerberater finden. 2014 war also viel unternehmerisches Neuland für mich, damit SHIFT 2015 endlich so richtig durchstarten kann.

Was hättest du damals schon gerne gewusst?
Dass es so lange dauern wird – viel länger als ich je gedacht hätte. Wobei ich eigentlich froh bin, dass ich das nicht wusste. Sonst hätte ich vielleicht gar nicht so lange durchgehalten.

Wen willst du jetzt erreichen?
Vor allem vernetzte junge Erwachsene zwischen 20 und 35 Jahren, die mit dem Internet vertraut sind und Lust auf ein neues, innovatives Magazin haben. Aber auch für Frühreife und Junggebliebene ist SHIFT durchaus interessant. Das Bookazine richtet sich nämlich im Grunde nicht an eine bestimmte Altersgruppe, sondern an Menschen mit einer bestimmten Haltung: SHIFT ist für Menschen mit Mut zur Veränderung.

Wie geht es weiter?
Mit der neuen Crowdfunding-Kampagne soll SHIFT endlich in alle Bahnhofskioske in ganz Deutschland kommen. Beim ersten Mal waren es ja nur 1.000 Exemplare – jetzt sollen gleich 10.000 Exemplare gedruckt werden. Weniger lohnt sich wegen der hohen Fixkosten nicht. Außerdem bin ich überzeugt davon, dass es viele Menschen da draußen gibt, denen SHIFT gefallen wird. Die Mischung aus Gesellschaftsthemen, Unterhaltung und Debatten ist in dieser Form einzigartig. Sagen wir es so: Es ist zumindest das Magazin, das ich mir selbst all die Jahre über gewünscht hätte.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Bei SHIFT stelle ich mir ständig die Frage, wie man Print und Online sinnvoll vernetzen kann. Ich glaube nämlich, dass sich die beiden Welten nicht gegenseitig ausschließen, sondern wunderbar ergänzen. Das fing schon bei der gemeinsamen Namensgebung des Bookazines mit der Community an und zieht sich jetzt über die Finanzierung fort. Geplant sind auch coole Projekte und Ideen innerhalb des kleinen SHIFT-Universums: Blattkritiken via Google Hangouts on Air, Vorabkommentierung einzelner Artikel im Netz, Abstimmungen über neue Themen und vor allem ein reger Austausch in den sozialen Netzwerken. So macht SHIFT richtig Spaß und Lust auf mehr!

>>> Hier Shift-Next auf Startnext unterstützen!

/// Hier das digitale Verlags-Abo auf Startnext abschließen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe, den man auf Kindle, iPhone/iPad und tolino lesen kann. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:

Urheberrecht 2.0: Diek- und Böhmermann gehen voran

Die kleine Debatte um das Bild aus Rostock, dessen unrechtmäßig Verwendung, die folgende Abmahnung und den Remix bekommt eine weitere Episode. Auf Twitter hat Kai Diekmann heute früh offen gelegt, dass auch er abgemaht wurde, für die Nutzung des Fotos:

Das ist deshalb erstaunlich, weil ich es als Beweis für die vergangene Woche aufgestellt These lese, dass die Möglichkeiten dessen, was man digital machen kann und die Kenntnis darüber was das Urheberrecht erlaubt, zuweit auseinander liegen: Die gesellschaftliche Debatte über eine Neuausgestaltung des Urheberrechts muss diesen Graben überwinden und alle Bereich der Gesellschaft einbeziehen. Insofern gehen Diek- und Böhmermann (der sich übrigens gerade nochmal auf FB geäußert hat) hier mit gutem Beispiel voran, in dem sie ihre eigene Unfähigkeit Unkenntnis im Umgang mit dem Urheberrecht offenlegen.

Bei Netzpolitik gibt es einen guten Überblick über den aktuellen Stand der Debatte – mit Links auf den Gastbeitrag von Martin Langer, auf Felix Schwenzel, Robert Basic und irights.


PS: Es scheint übrigens geboten, darauf hinzuweisen, dass eine Auseinandersetzung über eine Reform des Urheberrechts nicht auf dem Rücken des Fotografen Martin Langer geführt werden sollte. Ihn anzugehen oder zu bedrohen, ist Schwachsinn!