Alle Artikel in der Kategorie “Netz

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loading: godeepr

Wie kann sich Journalismus im digitalen Zeitalter finanzieren? Diese Frage taucht immer wieder in diesem Blog auf und beschäftigt die Branche seit langem. Ein Berliner Startup versucht sich jetzt an einer Antwort: godeepr will nach eigenen Angaben, “ein dem digitalen Medium angemessenes Geschäftsmodell für bezahlten Journalismus etablieren” – im Internet.

Armin Eichhorn von godeepr hat den loading-Fragebogen beantwortet.

deepr

Was macht Ihr?
Tiefgründigen, unabhängigen und leserfinanzierten Journalismus in digitalen Formaten. Jeder Artikel entsteht in enger Zusammenarbeit zwischen freien Autoren und unseren Designern. Die Kombination von tiefgründigem Text und bereichernden digitalen Elementen macht jeden Artikel zu einem echten Leseerlebnis. Es werden nur die Artikel tatsächlich geschrieben, für die eine ausreichende Anzahl an Lesern mindestens einen Euro bezahlt hat.

Warum macht Ihr es (so)?
Wir lieben gut recherchierte und wunderschön aufbereitete Geschichten. Die Printausgabe der National Geographic sei lobend erwähnt: Hier wird man in Themen hineingezogen, von denen man vorher nicht einmal wusste, dass sie existierten. Im digitalen Raum sind wir mit den bisherigen Angeboten der etablierten Verlage leider überhaupt nicht zufrieden. Nervige Werbung, grundhässliche Websites und eine mediokre Themenwahl vermiesen uns als Lesern viel zu häufig den Journalismus. Kein Wunder, dass so viele unserer Zeitgenossen keine (Digital-)Abos haben!
Wir kommen aus der Welt des Digitalen und der Gründerszene. Wir wollen nicht den Journalismus an sich retten – Vieles ist ja gut. Vielmehr möchten wir diejenigen, denen diese Art Qualitätsjournalismus wichtig ist, zusammenbringen. Durch die Leserfinanzierung, die einhergeht mit der Auswahl der Artikel durch die Leser, bauen wir ein solides Geschäftsmodell mit wachsender Stammleserschaft auf.

Wer soll das lesen?
Thematisch sind wir völlig offen. Da schwingt auch ein stückweit Idealismus mit: Die Themenauswahl geschieht an uns vorbei zwischen Lesern und Autoren, jedes Thema ist möglich. Es gibt bei uns weder einen Chefredakteur, der einen Artikel noch kippen kann, noch “Werbepartner” die uns finanzieren und auf extravagante Abendessen einladen. Sowohl die Themenauswahl als auch die Finanzierung kommt bei uns von den Lesern, also denjenigen, für die der Journalismus eigentlich existiert. Je mehr Artikelvorschläge hinzukommen, umso mehr Leser werden ein Thema finden, das ihnen zusagt.

Wie geht es weiter?
Bald wird der erste Artikel veröffentlicht! Jeder, der für ihn bezahlt hat, wird sehen, wie wir uns den Journalismus des 21. Jahrhunderts vorstellen. Gleichzeitig werden weitere Artikelvorschläge online gehen. Interessierte Journalisten und Themenexperten können uns gerne kontaktieren.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Journalismus digital aufzubereiten, das kann so viel mehr sein als eine Fotostrecke einzubinden und ein Video zu verlinken! Wollen wir die Medienbranche umkrempeln? Vielleicht.


>>> Hier geht’s zur Startseite von godeepr


Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:

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Keine Zeitungen am Kiosk

Ich bin schon länger nicht mehr an diesem Häuschen vorbeigekommen, das sich “Mars Kiosk” nennt und einen etwas merkwürdigen Witz am Dach trägt. Vielleicht sieht das Häuschen, das in Gehentfernung des Münchner Hauptbahnhofs steht, also schon länger so aus, aber um ein paar Tage oder sogar Monate geht es bei dem Blick nicht, den ich auf das Häuschen werfe. Es geht um Jahre, eher Jahrzehnte.

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Das ist die Zeitspanne, in der aus dem Häuschen Zeitungen und Magazine verkauft wurden. Die Anzeige über dem Verkaufsfenster behauptet das auch noch heute, einzig: Es gibt an und im Häuschen keine Printprodukte mehr. Das Angebot des Marskiosk umfasst: Zigaretten, kühle Getränke, Kaffee, Schnaps und allerlei Unterwegs-Kram, gedruckte Informationen gibt es nicht. Nicht mehr.

Früher – und das ist nicht historisch lang her – wurden hier sehr viele Zeitungen und vor allem Magazine verkauft; bzw. jedenfalls angeboten (wie Google Maps aus dem Jahr 2008 dokumentiert) Heute stehen keine Zeitungsständer mehr vor dem Häuschen, es stecken keine Magazine mehr in der Tür und auf der Theke liegt auch kein bedrucktes Papier mehr.

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Mir ist das aufgefallen als ich unlängst an dem Häuschen vorbei ging. Ich weiß nicht, ob das etwas bedeutet, aber es ist mir aufgefallen – weil mir etwas fehlte. Ich finde, dass zu einem Kiosk Zeitungen und Magazine gehören. Ich kenne es nicht anders und ich finde es (deshalb?) richtig.
Mir ist nicht bekannt, warum es im Marskiosk in München keine Printprodukte mehr gibt. Ich ahne aber, dass ich mich an das Bild, das das Häuschen abgibt, vielleicht gewöhnen muss. Ich ahne, dass Menschen, die früher an dem Häuschen bedrucktes Papier kauften, heute auf anderen Wegen an ihre Informationen kommen. Ich ahne, dass der Kioskbesitzer dabei kein Geld mehr verdient.

Was sagt das Bild eines papierlosen Kiosk den Magazinmachern und Zeitungsjournalisten in diesem Land? Muss es sie beunruhigen? Zu neuem Denken motivieren? Können sie auf den Medienwandel reagieren, als deren Bestandteil ich die zufällige Beobachtung am Straßenrand interpretiere?

Der Innovation-Report der New York Times, den tatsächlich jeder lesen sollte, der sich für digitalen Journalismus und den dadurch begründeten Medienwandel interessiert, gibt darauf eine je nach Perspektive offene wie ratlose Antwort. Die Autoren, zu denen u.a. Arthur Gregg Sulzberger zählt, der gerade zum Strategiemanager der New York Times ernannt wurde, ermutigen einerseits jeden Journalisten dazu, “offen zu sein für neue Ideen und bereit zu sein, mit Traditionen zu brechen” und mahnen gleichzeitig “geduldig auszuprobieren und von den Dingen zu lernen, die nicht funktionieren.” In der Zusammenfassung schreiben sie:

Individual reporters and editors can experiment with storytelling forms and learn best practices for promoting their work. We could all spend more time doing what the majority of our readers do: reading on phones, using social networks and paying attention to our newest competitors.

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Neuer Journalismus zur #WM2014

babb

In den vergangenen Tagen wurde viel über Googles Experiment zur Berichterstattung zur Fußball-WM diskutiert (hier der FAZ-Text). Dabei ist ein wenig in den Hintergrund getreten, dass diese WM tatsächlich auch ein Beispiel dafür ist, wie der Sportjournalismus digitalisiert wird. Dabei meine ich weniger Tortechnik oder 3D-Grafiken, sondern das, was gemeinhin als Internet-Quatsch bezeichnet wird.

Genau diesem Quatsch rund um den Fußball widmet sich seit Mai ein beachtenswertes Projekt des Telegraphs in Großbritannien: das Fußballblog Babb (Football, Fun, Games … then a bit more football) ist der erstaunliche Versuch, klassischen Sportjournalismus mit den Regeln des Social-Web zu verbinden. Es gibt auf der responsiv gestalteten Seite klassische Buzzfeed-Traffictreiber wie das Quiz “Welcher WM-Trainer bist du?”, es gibt Webfundstücke und WM-bezogene Meme, es gibt aber auch solche Beiträge, die erstaunliche Analysen auf digitale Art liefern: Anatomy of a drubbing ist der Beweis, dass man mit sehr einfachen und nicht nur ernst gemeinten Mitteln sehr gut erklären kann, warum Brasilien im Spiel gegen Deutschland unterlag:

Der Beitrag arbeitet mit einfacher Sprache und Screenshots der Fernsehübertragung, die mit schlichter Bildbearbeitung marktiert wurden. Dabei sieht man, dass man keine sich drehenden Kreise oder 3D-Animationen benötigt um zu analysieren, was Passgenauigkeit, Laufwege oder Verschieben bedeutet. Man scrollt lange runter und freut sich über diese (für mich) neue Form der Spielberichterstattung, die durch animierte Gifs aufgelockert ist. Das braucht Platz, das geht nur digital.

Zum Start des Blogs erklärte Alex Watson (“Head of Product for mobile” beim Telegraph) die Beweggründe für dieses Experiment so:

“We’re interested in trying to appeal to a new audience, and social is a really good way to do that because it breaks down lots of barriers and is an inherently fluid way for people to discover content.”


Jason Seiken
, der Ende vergangenen Jahres als Chefredakteur und Chief Content Officer beim Telegraph begonnen hat, zog dieser Tage ein postives Fazit zu dem Blog:

“Babb is a template for the innovation we’re seeing across all of our operations.“

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Echter Rauch ist besser als doofes Internet

Deutschlands Außenwerbungsflächen werden gerade für eine groß angelegte Kampagne zum Lob des Echten, Wahren und Schönen genutzt. Und das findet sich – daran lassen die unterschiedlichen Motive keinen Zweifel – ausschließlich im Analogen. Es handelt sich um Anzeigen, die darauf hinweisen, dass in diesem modernen “Facebook” auch das Wort “Buch” (Facebook) steckt oder in dem englischen “Wireless” auch das verbindende deutsche “Wir” (Wireless). Ausgedrückt wird dies durch eine schöne Spielerei, die ich erst durchs Digitale (nämlich in Blogs) kennelernte: die Durchstreichung. Wortteile werden durchgestrichen, sie sind so les- und auf schnellst mögliche Art auf eine zweite Ebene übertragbar. Wenn man bei der Freundeszahl 364 die ersten zwei Ziffern streicht, wird die Botschaft schnell klar: In einer Freundschaft zählt nicht die Anzahl, sondern die Intensität.

luckie4 Alle Motive der Kampagne, die ich bisher gesehen habe, funktionieren nach diesem Muster. Ein schönes Muster. Eine handwerklich gut gemachte Kampagne. Dass ich sie hier erwähne, liegt an zwei Dingen: Zunächst halte ich Werbekampagnen grundsätzlich für einen guten Maßstab für gesellschaftliche Stimmungen. Wer etwas groß auf Plakate schreibt, muss sich sicher sein, damit nicht völlig am Zeitgeist oder dem Lebensgefühl seiner adressierten Konsumentenschar (vulgo: Zielgruppe) vorbeizureden. Zum zweiten – und das habe ich bisher unterschlagen – ist diese Kampagne allein deshalb erstaunlich, weil sie keineswegs von einem der klassischen Akteure des Online/Offline-Streits stammt: Es ist Zigarettenwerbung.

Es lohnt sich also, einen Moment innezuhalten und kurz über die Stimmung in dem Land nachzudenken, das man mit diesen Botschaften zuplakatieren kann. Es ist dies offenbar kein Land, in dem das Digitale besonders viel gilt; kein Land, in dem man große Netzwerke schätzt – weder in der persönlichen Verbindung (vier sind besser als 364) noch institutionell (Buch ist besser als Facebook). Es ist dies vielmehr ein Land, in dem man im Jahr 2014 das Fehlen einer stabilen WLAN-Verbindung als Wert herausstellen kann; ein Land, in dem man eine ganze Kampagne auf dem Gegensatz von On- und Offline aufbauen kann. Mit dem eindeutigen Lob für Offline – als Ausdruck des Guten, Wahren und Schönen.

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Das Echte ist auf diesen Plakaten nicht nur zum Teil des Absenders geworden, es ist vor allem all das, was nichts mit dem Modernen, Neuen, Digitalen zu tun hat. Das Echte soll vielmehr allein das sein, was man schon kennt, was schon früher da war, als man noch überall rauchen durfte, und überhaupt alles besser war. Den Machern der Kampagne ist es geglückt, einen Zeitgeist einzufangen und zu bedienen, der konservativ und zukunftsskeptisch ist. Und sie sind sich seiner Strahlkraft in alle Bereiche der Gesellschaft so sicher, dass sie ihn laut ins Land rausrufen. Sie erreichen damit sowohl die Zukunftsskeptiker älterer Generationen als auch die Jungen, denen eingeredet wird, es sei besser mal wieder ein gutes Buch zu lesen als auf Facebook zu sein. Ich kann nicht letztgültig entscheiden, was besser ist, aber spätestens wenn eine Zigarettenmarke sich an das Buch als Wertvermittler hängt, werde ich skeptisch.

Die Digital-Skepsis scheint in diesem Land plakattauglich zu sein. Sie ist so ausgeprägt, dass sie als Transportmittel für ganz andere Botschaften dient: Was überall mit Abschreckbildern von Raucherbeinen und Lungenkrebs bedacht wird, kann in diesem Land noch als Ausweis des Guten und Wahren gelten – wenn es mit dem Digitalen kontrastiert wird. Es sei besser mit drei Freunden am Strand zu rauchen, will das Plakat mir erklären, als mit 361 anderen auf Facebook abzuhängen. Der mir bekannte Stand der Krebsforschung kommt zu anderen Ergebnissen, aber die treten zurück gegen das Grundgefühl, das die Kampagne bedient: Irgendwie ist das Digitale doch nicht ganz geheuer.

Wenn beim nächsten Mal irgendwer gegen die smarte neue Welt anschreibt, muss man sich das in Erinnerung rufen. Das Digital-Evangelistentum, das damit bekämpft werden soll, gibt es in Deutschland nicht nur fast gar nicht, es wird vor allem überlagert von einer Stimmung, die im Digitalen etwas Unwahres, Unschönes, Unechtes erkennt. Fast muss man der Kampagne dankbar sein, dass sie dies so offen zu Tage fördert. Aber nur fast.

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Annotieren: Stand der Technik

in einer frühen Form des Browsers Mosaic gab es eine Funktion namens Group Annotations. Im Winter 2012 erinnerte Marc Andreessen daran (hier seine Mail aus dem Jahr 1993) als er begründete, warum er eine ziemlich hohe Summe in den Dienst Rap Genius investierte. Er schrieb: “it seemed obvious to us that users would want to annotate all text on the web – our idea was that each web page would be a launchpad for insight and debate about its own contents.”

Annotationen, also die Anmerkungen direkt am Text, verschwanden wegen Serverproblemen aus dem Mosaic-Angebot. Andreessen und viele anderen sind aber davon überzeugt: Annotationen sind das nächste große Dinge im Web. Es gibt einige Ansätze, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Text-Anmerkungen so selbstverständlich werden zu lassen wie Links es heute sind. Die Open Annotations Collaboration arbeitet daran, es gibt Projekte wie den Annotator (siehe Bild rechts) oder Hypothes.is. All diese Instrumente wollen die Anmerkungen direkt auf Webseiten anzeigen lassen.

annotate1Zusätzlich gibt es Anwendungen, die Annotationen in Dokumenten erlauben: A.nnotate, Markup (gerade im Relaunch), DocumentCloud oder Diigo bieten Funktionen, die man auch in GoogleDocs findet. Bei ProPublica kann man im Feature Explore Sources anschauen, welche Optionen solche Anmerkungen bieten.

Ich kann mir noch zahlreiche weitere Möglichkeiten für solche Instrumente vorstellen, wundere mich aber darüber, dass es kaum taugliche Software für diese Form der Annotation in Dokumenten gibt. Ich frage mich – und hiermit auch alle meine Leser – deshalb: Mit welcher Software kann man Annotationen in Dokumenten ermöglichen? Womöglich mit Zugangsbeschränkung und mit der Option zur internen Diskussion? Kennt Ihr Angebote? Freue mich über Hinweise!

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loading: One Earth Kids

Ein Magnet-Spielbuch im XXL-Format wollen die Macher des Projekts One Earth Kids herausbringen. Dafür haben die Salzburger eine Crowdfunding-Projekt auf Startnext begonnen. Reingard Meiche hat den loading-Fragebogen beantwortet

Was macht Ihr?
eoVision ist ein Salzburger Unternehmen, das eigentlich Satellitenbilder & Geo-Information bereitstellt. Da wir aber alle einfach fasziniert von den wunderschönen Bildern der Erde sind, haben wir irgendwann begonnen auch Bildbände herauszugeben. Bisher sind es drei: one earth, Human Footprint und Untouched Nature.
Seit ca drei Jahren ist der Wunsch da, diese tollen Bilder auch Kindern zu zeigen.
Judith Grubinger-Preiner, meine Kollegin hier und die hauptverantwortliche des Projekts, hatte die Idee eine Art Kinder-Atlas zu machen.
one earth kids ist eine riesengroße, magnetische und faltbare Karte mit Satellitenbildern der Erde und über 150 Magneten mit denen die Kinder die Welt spielerisch entdecken können.

Wo wachsen Bananen? Wo werden unsere Jeans genäht? Wo gibt es Tiger? Welche Sprache wird in Kanada gesprochen?
one earth kids soll Kindern nicht nur die Erde bzw. Geographie näher bringen sondern ihnen die Möglichkeit geben, globale Zusammenhänge spielerisch verstehen zu lernen.
Mit den Magneten aus unterschiedlichen Themenbereichen kann das ganze Buch bespielt werden: die Kinder können überlegen was sie gerade in der Hand halten und selbst platzieren, wo es hin gehört. So wird vernetztes Denken gefördert und das Interesse dafür geweckt, was alles auf der Welt passiert.
Das Buch ist auf beidseitig bedruckt: mit einem Satellitenbild der Erde und auf der anderen Seite mit einem großen Satellitenbild von Europa inklusive Landesgrenzen.

one earth kids wird mit 150 Magneten aus 7 Themenbereichen geliefert: Tiere, Geographie, Natur, Bauten & Sehenswürdigkeiten, Pflanzen & Landwirtschaft, Globalisierung, Mensch & Kultur.
Weitere Magnete können jederzeit nachbestellt werden und die Sets zu den einzelnen Themen erweitert werden – etwa mehr Tiere, mehr exotische Pflanzen, etc. So passt sich das Buch dem Lernfortschritt und Wissen der Kinder an.

Warum macht Ihr das (so)?
Kinder wollen selber machen, selber ausprobieren, selber herausfinden, wie etwas funktioniert. Leider neigen wir dazu, Kindern (und anderen) alles fix und fertig vorzusetzen. Hirnforscher schreiben, dass Erwachsene mit ihrem überschäumenden Wissen die Neugierde und Begeisterung der Kinder geradezu ersticken.
Wir sollten die Kinder eigentlich eher inspirieren und zum Forschen motivieren, als ihnen Komplettlösungen zu servieren. Lasst eure Kinder raten, schickt sie einfach mal zum Bücherregal um ihre Neugierde zu stillen, lasst sie ausprobieren – das ist regelrechtes Kraftfutter für kleine Entdecker.
Dieses „entdeckende Lernen“ anstelle des veralteten, „vorgekauten“ Wissens unterstützt die individuelle Entwicklung der Kinder. Sie lernen dadurch intensiver und mehr. Allerdings bestimmen sie dabei in hohem Maße selbst, was sie wann und wie tatsächlich aufnehmen.
Ein solches Buch zu produzieren ist sehr kostspielig. Um die Idee one earth kids dennoch umsetzen zu können, haben wir uns dazu entschieden eine Crowdfunding Kampagne zu starten. Dies bedeutet, dass jeder, der die Idee toll findet mit helfen kann, dass das Buch tatsächlich produziert wird. Vereinfacht ausgedrückt: Sie können Ihr one earth kids bereits vorbestellen und dadurch die Produktion überhaupt erst ermöglichen.

Wer soll das anschauen?
Wir glauben, dass jeder der Kinder, Enkel, Nichten & Neffen hat, sich für das Buch interessieren kann. Ebenso Pädagogen für das Kindergarten- Vor- und Volksschulalter.

Wie geht es weiter?
Derzeit haben wir neue Materialen usw. bekommen und haben uns endlich für einen Lieferanten entschieden und gestern einen Dummy „gebastelt“. Derzeit arbeiten wir mit einer Grafikerin & Illustratorin am Cover und dem Design für das Beiheft. Wir diskutieren gerade die einzelnen Symbole für die 150 Magnete, was können wir aufnehmen, was muss draußen bleiben, welche Symbole drücken am besten die Themen aus, die wir suchen…
Am 15. Juli ist das Crowdfunding zu Ende, wenn alles gut geht soll Ende Juli das Buch in Produktion gehen und im Herbst im Handel und online bei uns erhältlich sein.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Es ist nicht so, dass wir das buzz-word „Nachhaltigkeit“ riesengroß auf dieses Projekt schreiben wollen, doch wir sind überzeugt davon, dass es ein sehr wichtiges Thema ist und wir möchten die Sinne der Kinder dafür schärfen. One earth kids soll zeigen wie groß, wunderschön und vielfältig die Welt ist, was jeden Tag rund um den Globus passiert – es gibt so viel Wunderbares zu entdecken und die Kinder sind begeistert davon, wie alles zusammenhängt. Aber eben auch, dass es negative Seiten gibt und wir vorsichtig sein müssen, wie wir mit der Erde umgehen. Themen wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit und fair trade können Kinder nur verstehen wenn wir ihnen erzählen wie die Dinge zusammen hängen. Solche Sachen kennen zu lernen, macht natürlich viel mehr Spaß, wenn es mit spielen und entdecken verbunden ist.

>>> Hier kann man das Magnetbuch auf Startnext kaufen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:

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Wie Journalismus sich verändert (Juni 2014)

abendzeitung Dieses Wochenende Ende Juni 2014 ist vielleicht ein ganz guter Anlass für einen zweiten Eintrag im Journalismus-Tagebuch, das ich vor einem Monat in Anspielung an Kathrin Passig begann. Es ist ein passender Anlass, weil es das letzte Wochenende der Abendzeitung ist, die wir kannten.

Anfang März war bekannt geworden, dass das traditionsreiche Blatt aus München Insolvenz anmelden muss. Eine Erschütterung nicht nur im Münchner Zeitungsmarkt. Die Meldung wurde im März als “Musterbeispiel für die Lage der täglich erscheinenden Totholzmedien” und als “Götterdämmerung für die deutschen Tageszeitungen” interpretiert – und sie ließ niemanden kalt, der sich für Medien und deren Entwicklung interessiert.

An diesem Wochenende erscheint die letzte Kolumne von Richard Gutjahr in der gedruckten Abendzeitung wie wir sie kennen. Denn im Insolvenzverfahren wurde zwar ein Käufer gefunden, die Mitarbeiter und die Chefredaktion scheiden mit Ende Juni aber (zunächst?) aus. Christian Jakubetz kommentierte den Kauf der insolventen Abendzeitung durch den Verleger des Straubinger Tageblatts Mitte Juni mit dem Worten: “Nein, diese Rettung der AZ ist keine. Sie hat nur ihr langsames Sterben verzögert.”

Richard hat die Kolumne in seinem Blog mit zahlreichen Abendzeitungs-Fotos illustriert. Er zitiert darin Steve Jobs, der in seiner berühmten Stanford-Rede 2005 den Satz “Stay hungry, stay foolish” prägte. Es hat einen gewissen Humor, dass Richard Gutjahr den Abendzeitungs-Lesern genau diese Aufforderung zum Abschluss zuruft: “Bleiben Sie hungrig. Bleiben Sie töricht.”

In seinem Abschiedstext beschreibt der scheidende Chefredakteur Arno Makowsky die Idee der Abendzeitung als “anspruchsvollen Boulevard. Eine Zeitung, die Spaß machen darf, aber trotzdem Niveau hat” und zitiert dazu Hugo von Hofmannsthal mit den Worten:

“Man muss die Tiefe verstecken. Wo? An der Oberfläche.”

Wenn man diese Vorgabe im Digitalen sucht, findet man sie vermutlich am ehesten in der Welt von Buzzfeed.

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loading: #paulaliebtdich

Ein Auslöser für das Projekt #paulaliebtdich war dieser Facebook-Eintrag und die zahlreichen Reaktionen darauf – das erzählt Paula Lambert auf der Startnext-Seite zu #paulaliebtdich, einer Bewegung, “deren Ziel es ist, Frauen (und Männern) ein gesundes Selbstbild und Selbstliebe beizubringen.”

Paula Lambert hat den loading-Fragebogen beantwortet.

Was machst du?
Ich bin Autorin, Kolumnistin der GQ und TV-Host, wie das heute so heißt. Im Wesentlichen berate ich die Menschen seit fast zehn Jahren in sexuellen Fragen und schreibe darüber. Irgendwann ist mir klar geworden, dass ich noch so viele Tipps geben kann, die nur alle nicht helfen werden, wenn die Menschen sich selbst im Grunde ihres Herzens nicht lieben können. Es hilft ja nichts, sich in allen möglichen Positionen zu winden und dem Orgasmus nachzujagen, wenn das Grundsätzliche nicht stimmt. Dann stieß ich auf das Video der Australierin Taryn Brumfitt, die darin ihren Kampf mit sich selbst beschreibt und ich merkte, dass mich das Thema sehr anfasst. Ich zum Beispiel werde überraschend häufig beschimpft für meine Figur. Ich hatte eine Agentin, die mir gesagt hat: So wie Du aussiehst, bist du nicht vermittelbar. Aber was ist mit den Frauen und Männern, die nicht die Möglichkeit haben, damit umzugehen, weil sie schüchtern sind oder wirklich gebrochen? Diesen Menschen möchte ich eine Stimme geben. Weil das Leben zu kurz ist, um es damit zu verbringen, sich selbst nicht zu mögen.

Warum machst du es (so)?
Ich habe überlegt: Wie kann dieses Umdenken, das so dringend nötig ist, eine nötige Massenwirkung bekommen? Das geht gut über einen Film, in dem ich klären will, wann der Bruch kommt in der Selbstwahrnehmung? Wer beeinflusst unsere Selbstwahrnehmung? Und Wie sieht der Weg aus in eine gesunde Selbstwahrnehmung?

Wer soll das anschauen?
Alle, die das Thema auch nur im entferntesten tangiert. Nichts ist wesentlicher als Selbstliebe.

Wie geht es weiter?
Ich versuche, das Crowdfunding erfolgreich abzuschließen! Dann geht es sofort in die Produktion.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Dass es sich am meisten lohnt, in sich selbst zu investieren. Soll ich ein paar weise Sprüche loslassen? Es muss selbstverständlich werden, schon als Kind zu lernen, dass jeder Mensch unterschiedlich ist und nicht normiert werden kann. Und dass der erste Schritt zu einem erfolgreichen Leben der sein muss, mit sich selbst Frieden zu machen.

>>> #paulaliebtdich hier auf Startnext unterstützen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:

loading: ProtonMail

Die Antwort auf die Frage warum vergleichweise wenige Menschen verschlüsselte Kommunikation nutzen, lautet oft: Weil leicht benutzbare Angebote fehlen. Die Gründer des Dienstes ProtonMail wollen das jetzt ändern: mit einer Crowdfunding-Aktion auf IndieGogo sammeln sie das nötige Budget, um ein Mail-Angebot zu realisieren, das so einfach zu bedienen ist wie Hotmail oder Gmail – aber auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung setzt.

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“E-Mail als sicheres Medium der Kommunikation ist grundlegend beschädigt”, schreiben die Macher von ProtonMail in ihrem Blog. Es gibt zahlreiche Ansätze, darauf zu reagieren und leicht bedienbare Verschlüsselungen zu realisieren. Kullo und Tutanota zählen dazu – und jetzt ProtonMail, das mit den Angeboten unseen.is oder Lavaboom vergleichbar ist. Das Privacy Handbuch urteilt über diese Dienste: Sie “bieten viele Vorteile für Normalanwender, die ihre E-Mails bisher im Webinterface von GMail, Yahoo! oder Hotmail bearbeiten. Sie sind allerdings nicht State-of-Art im Bereich anonyme, unbeobachtete Kommunikation.

Vielleicht ermöglichen sie aber einen leichten Zugang zum Thema Verschlüsselung für Normalanwender. Jedenfalls hat ProtonMail-Gründer Andy Yen, dem ich den loading-Fragebogen geschickt habe, die Fundingsumme von 100.000 Dollar bereits weit überschritten. Fast 4000 Menschen unterstützen das Projekt von Andy Yen und seinen Kollegen, die zum Teil am Kernforschungszentrum Cern in der Schweiz arbeiten. Andy schreibt:

Wir mögen die Idee des Crowdfundings weil wir so das Budget erhalten, um den Dienst zu entwickeln – ohne jedoch die Kontrolle zu verlieren weil wir Teile des Unternehmens verkaufen müssten. Auf diese Weise können wir sicherstellen, dass kommerzielle Interessen niemals Kontrolle über unser Unternehmen bekommen – und wir können dafür sorgen, dass die Privatsphäre der Nutzer tatsächlich oberste Priorität hat.

Statt die weiteren Fragen aus dem loading-Fragebogen zu beantworten, verweist er auf das Presse-PDF und die zahlreichen Berichte über ProtonMail – zum Beispiel bei Forbes, PC Welt, t3n und bei der NZZ.

>>> ProtonMail hier auf IndieGogo unterstützen

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loading: Warum beteiligen sich Menschen an Völkermord?

Tim Williams ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg und hat auf Sciencestarter ein wissenschaftliches Crowdfunding gestartet. Er will Antworten auf die Frage finden: Warum beteiligen sich Menschen an Völkermord?

Tim hat den loading-Fragebogen beantwortet

Was machst du?
Ich schreibe meine Doktorarbeit zur Frage, warum sich Menschen an Völkermord beteiligen. Ich habe ein Modell entwickelt, welches versucht, diese Frage über verschiedene kulturelle Differenzen hinweg zu beantworten und so theoretisch auf Ruanda, wie auf Holocaust und auch anderweitig anwendbar sein sollte. Vor allem geht es um Gruppendynamiken und Opportunismus und viel weniger um Ideologien und Hass, wie oft propagiert. Dieses Modell möchte ich an einem noch nicht erforschten Beispiel ‘testen’ und zwar in Kambodscha – meine eigenen Kosten übernehme ich durch ein Stipendium, sowie privat, aber die Kosten für meinen Übersetzer versuche ich über ein Crowdfunding zu finanzieren.

Warum machst du es (so)?
Ich mache das durch Crowdfunding, weil ich glaube, dass man das Thema so partizipativer erforschen kann. Ich sehe das Crowdfunding als Möglichkeit, dieses für wirklich viele Menschen spannende Thema auch so an diese Menschen zu vermitteln, und ihnen eine Beteiligung am Forschungsprozess (quasi ein über die Schulter Schauen) zu ermöglichen. Ich freue mich, vielleicht so auch neue Diskussionen anzustoßen und Leute auf neue Gedanken zu bringen.

Wer soll das lesen?
Das ist für alle interessant, die sich irgendwann gefragt haben, wieso böse Menschen etwas tun. Naja, es gibt keine ‘bösen Menschen’, sondern größtenteils nur gewöhnliche Menschen, die irgendwas etwas Böses tun. Und ich glaube, diese Fragen nochmal zu überdenken und auf neue Gedanken zu kommen – das ist für diese Menschen spannend!

Wie geht es weiter?
Das Crowdfunding läuft bis zum 28. Juni und dann ab August fliege ich 6 Monate nach Kambodscha. Dort werde ich dann viele Interviews mit ehemaligen Khmer Rouge Kadern durchführen. Danach folgt die Auswertung der Interviews und ich freue mich, dann meine Unterstützer ausführlich dazu berichten zu können.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Mehr Menschen sollten wissen, dass Ideologien, Hass und diskriminierende Einstellungen zwar wichtig sind für Täter in Völkermord, aber dass die wirklichen Motivationen der Täter andere sind, die viel ‘normaler’ sind. Viel mehr von uns wären in ähnlichen Situationen auch zu Tätern geworden, als wir das glauben. Und wieso sie es geworden sind, das will ich mit meinem Projekt herausfinden.

>>> Das Projekt hier unterstützen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren: