Offenheit, Lernbereitschaft und eine kritische Selbstreflexion – Thomas Ernst über Lehre im Stream

Thomas Ernst ist Geisteswissenschaftler und lehrt Germanistik und Medientheorie in Amsterdam und Antwerpen. In seiner Habilitationsschrift hat er sich mit dem Verhältnis von Literatur und Sozialen Medien befasst. Er bloggt und ist bei Twitter aktiv.

Du machst jetzt etwas, das du vorher im direkten Austausch mit Menschen gemacht hast, über eine digitale Verbindung. Hast Du Dich schon dran gewöhnt? Bzw. was irritiert Dich immer noch?
Da ich als Wissenschaftler sowieso den Großteil meiner Arbeitszeit hinter einem Computer verbringe, war die Umstellung für mich nicht wirklich riesig. Allerdings musste ich sehr schnell viele neue Tools und Techniken erlernen, das war anstrengend. Überhaupt habe ich die digitale Lehre und die Verantwortung für meine Studierenden in diesen herausfordernden Zeiten als intensiv erlebt – ich war durchgängig wesentlich müder als in normalen Semestern.
Zugleich ist mein Semester schon seit zwei Wochen vorbei, weshalb ich diesen Prozess bereits zu reflektieren begonnen habe. Dazu habe ich auch unter meinen Studierenden eine Evaluation durchgeführt, die in doppeltem Sinne hilfreich war: Erstens waren die vielen positiven Rückmeldungen sehr motivierend, zweitens haben die Studierenden sich sehr differenziert – mit Lob und Kritik – zum digitalen Unterricht positioniert. Für mich steht fest, dass das Coronasemester in dieser Form nicht optimal sein konnte, dass es jetzt aber wichtig ist, dass wir diese Erfahrungen – gerade mit digitalen Tools und Techniken – reflektieren und dann in ein besseres Blended Learning der Zukunft einfließen lassen.
Irritationen lösen bei mir vor allem jene gesellschaftlichen Kräfte aus, die trotz der anhaltenden gesundheitlichen Gefahren einfach so schnell wie möglich wieder zum Status quo der Vor-Corona-Zeit zurückkehren wollen. Die Erfahrungen in der Krisenzeit können die Gesellschaft jedoch auch nachhaltig zum Besseren verändern: Die Lehre kann digitaler und besser werden, in meinem Wohnort Brüssel gab es einschneidende Verbesserungen in der Verkehrspolitik… Wir sollten diese Krise nicht nur als eine, die unsere Gesundheit und Ökonomie angreift, verstehen, sondern auch die nachhaltige Verbesserung unserer Kultur im Blick behalten.

Was war die größte Hürde, die Du überwinden musstest?
Da in Belgien das Semester schon in der zweiten Februarwoche angefangen hatte, mussten wir im laufenden Semester Mitte März die Lehre komplett auf Digitalunterricht umstellen. Das war eine ziemliche Herausforderung. Meine Uni in Antwerpen hat das aber gut geregelt: Wir haben eine zentrale Lernplattform, Blackboard, und recht schnell pragmatische und gute Einführungskurse in die Liveunterrichtsfunktion erhalten; da ich schon immer mehr digitale Elemente in meine Lehre integrieren wollte (und auch in der Vergangenheit zum Beispiel das Weblog „Digitur“ (PDF) mit Studierenden aufgebaut habe), fand ich das grundsätzlich eine Chance.
Von der technischen Ausstattung her war das für uns kein Problem, aber es ist sicherlich so, dass viele Studierende in diesem Coronasemester benachteiligt waren, z.B. weil sie eine für das Lernen ungünstige Wohnsituation haben, ihren Nebenjob verloren haben, eine zu geringe Web-Bandbreite haben oder generell technisch schlecht ausgestattet waren (Laptop, Headset). Digitale Lehre muss einen hohen Aufwand betreiben, um die schon bestehenden Bildungsungleichheiten nicht noch zu verstärken.
Zudem waren die Uni-Bibliotheken geschlossen oder nur eingeschränkt nutzbar. Ich engagiere mich sehr für Open Access und neue Wege des digitalen Publizierens – diese Krise hat nochmals gezeigt, dass schon lange alle wissenschaftlichen Veröffentlichungen digital bereitstehen könnten, wir aber noch immer zu viele Hürden auf diesem Weg überspringen müssen. Dass inzwischen die KMK sogar dafür gesorgt hat, dass Fernleihen von Aufsätzen nicht mehr als Scan, sondern wieder als Ausdruck per Post verschickt werden müssen, ist absurd.

Gibt es etwas, das jetzt besser ist als vorher?
Ich finde vor allem drei Erfahrungen nachhaltig: Erstens musste ich viele Möglichkeiten des digitalen Lernens ausprobieren, die ich schon lange auf dem Schirm hatte. Der zielgerichtete Einsatz von eigenen Videos, der Aufbau eines gemeinsamen Wikis, die Binnendifferenzierung der Seminargruppe in Breakout Rooms, die mögliche Parallelität von Livegespräch und schriftlichem Feedback im Gruppenchat – solche Funktionalitäten sind wichtig und werde ich auch in Zukunft nutzen.
Das werde ich dann zweitens im Sinne des Blended Learning machen, also einer sinnvoll portionierten Verschränkung von analogen und digitalen Lehrmomenten. Das ist noch immer ein Experiment, doch nach diesen rein digitalen Erfahrungen bin ich sicher, dass eine solche Mischung zu einem besseren Lernerfolg der Studierenden beitragen kann. Allerdings wird es dazu wichtig sein, die traditionelle Struktur von regelmäßigen Präsenzveranstaltungen im Kombination mit Prüfungsformen wie Klausur und Hausarbeit durch kollaborative Schreib- und Reflexionsformen auf einer digitalen Lernplattform zu ergänzen oder in Teilen zu ersetzen. Zwangsläufig müssten dann auch einzelne Seminarpläne und Lehrinhalte modifiziert werden.
Drittens hat die Erfahrung der digitalen Kommunikation vielleicht eine positive Auswirkung auf die negativen Umwelt- und Zeiteffekte der Wissenschaft: Viele Kolleg*innen sind Pendler (manche mit 500-1000 Reisekilometern wöchentlich), zu Konferenzen müssen oft Flüge gebucht werden. Nature konstatiert, dass der Schadstoffausstoß aller etwa 7,8 Millionen Wissenschaftler*innen weltweit, wenn sie nur eine Konferenz jährlich besuchten, demjenigen eines kleinen Landes entspreche. In diesem Coronasemester haben wir jedoch die Autorin Kathrin Röggla in ein Masterseminar eingeladen, ohne dass sie extra reisen musste und dafür anderthalb Tage ihre Familie hätte verlassen müssen; ich habe zwei auf digitalen Plattformen durchgeführte Konferenzen reisefrei besucht (die Reise hätten ebenfalls zu Terminkollisionen geführt); und ich werde im November selbst eine Konferenz digital durchführen. Zwar werden hoffentlich weiterhin viele akademische Veranstaltungen vor Ort stattfinden; dass aber zum Beispiel für anderthalbstündige Gremiensitzungen zukünftig nicht mehr zwanzig Personen addiert zwei Arbeitstage im Stau verbringen müssen, erscheint mir eine sehr gute Entwicklung…

Im direkten Austausch gibt es stets irgendeine Form von Rückmeldung, eine Stimmung im Raum. Wie löst du das Problem, dass das online nur sehr viel schwieriger wahrzunehmen ist?
Es ist der Tat in so: Wenn man bei einer Sitzung im selben Raum mit den Kolleg*innen sitzt oder wenn man die Studierenden im Seminar vor Ort unterrichtet, kann man sehr schnell auch kleinste Signale wahrnehmen: Wer ist alles da, wer fehlt? Wie ist die Aufmerksamkeit, wer ist dabei und wer gedanklich abwesend? Kommt eine Bemerkung gut oder schlecht an? Ist eine Pause angebracht? All diese kleinen Signale, die sich in Gestik, Mimik, Sitzstellung, Geräuschkulisse äußern, fehlen. Ich habe in einer Studie gelesen, dass dies bei den Lehrenden einen wesentlich größeren Stress produziert, weil wir ständig versuchen, diese kommunikativen Leerstellen zu füllen.
In dieser Coronakrise hat das dazu geführt, dass meine Lehre wesentlich zeitaufwändiger war, weil ich neben dem eigentlichen Unterricht viel mehr Sprechstunden angeboten habe – mit Studierenden alleine, mit Arbeits- bzw. in Kleingruppen – und öfter zu Beginn einer Sitzung nachgefragt habe, wie es den Seminarteilnehmer*innen gerade geht. Das kostet alles viel mehr Zeit und Energie, die man im Seminarraum nur en passant in einen kurzen Blick investieren müsste (soziale Gesten wurden wichtiger, so hat mir die Uni Amsterdam einen Blumenstrauß als Dank für den ‚Kriseneinsatz‘ nach Hause geschickt, das fand ich toll).

Aus dieser Erfahrung heraus werde ich sauer, wenn behauptet wird, dass man durch digitale Lehre Geld im Erziehungssystem einsparen könnte, oder wenn ich lese, dass eine Uni für digitale Lehre ein geringeres Deputat berechnet. Diesen Gedanken kann man nur verfolgen, wenn man vom dummen Klischee der Massiv Open Online Courses ausgeht: Irgendwo in der Welt verteilt schauen sich große Massen die immer gleichen Videos an und erarbeiten sich dann die Inhalte autodidaktisch. Dass diese Kurse offenbar nur 5% der Studierenden erfolgreich abschließen, hat die FAZ zum Ausgangspunkt genommen, um gegen digitale Lehre allgemein zu polemisieren.
In Wirklichkeit ist die digitale Lehre harte und aufwändige Arbeit, die finanzielle Ressourcen bindet: Zunächst müssen alle mit Hard- und Software und Bandbreite ausgestattet werden; dann Lehrmedien für jede Studierendengruppe spezifisch produziert und bereitgestellt werden; der/die Dozent/in muss den Live-Unterricht anbieten, die Seminargruppe kennenlernen und binnendifferenzieren; dann regelmäßig und nach Bedarf individualisierte Gespräche anbieten; den Studierenden Feedback geben und Lernerfolge überprüfen. Insbesondere um der zentralen Gefahr der Digitallehre angemessen begegnen zu können, dass insbesondere Studierende in schwierigen sozial-ökonomischen Situationen und/oder aus bildungsfernen Hintergründen auf der Strecke bleiben, muss viel in die Qualität digitaler Lehre investiert werden.

Welchen Ratschlag würdest du jemandem geben, die/der jetzt auch ins Online-Streaming einsteigt?
Die Umstellung war überhaupt nicht so schlimm, wie manche Kolleg*innen befürchteten. Man sollte sich also weder von den Digitalenthusiast*innen noch von den -kritiker*innen verrückt machen lassen, sondern einfach selbst ausprobieren. Wichtig ist Offenheit, Lernbereitschaft und eine kritische Selbstreflexion.
Wir haben gleich zu Beginn der Umstellung auf digitale Lehre das Portal „Digitale Lehre Germanistik“ aufgebaut. Mit vier anderen Kolleg*innen haben wir in diesem Prozess vorab „Vorschläge für eine konstruktive Selbstreflexion“ (PDF) dieses Prozesses formuliert. Eine solche Selbstreflexion – was war gut, was war schlecht, was sollten wir mit in die Zukunft nehmen – wollen wir nach Abschluss des Coronasemesters in Deutschland unbedingt in Angriff nehmen, also wohl im Juli. Allerdings sehen wir auch einen großen Drang bei vielen Kolleg*innen, möglichst schnell den Status quo von vor der Krise herzustellen, so ist gerade ein offener Brief unter dem Titel „Zur Verteidigung der Präsenzlehre“ veröffentlicht worden. Es ist aber vielleicht ein Fingerzeig, dass inzwischen viele Kolleg*innen meinen, eine solche Verteidigungsposition einnehmen zu müssen…

Zum Abschluss: Kannst du noch kurz erklären, wie (also mit welcher Soft-/Hardware) du jetzt online gehst?
Das muss ich zweigeteilt beantworten: Einerseits hat es sich als ein großer Vorteil erwiesen, dass die Universiteit Antwerpen mit Blackboard eine Lernplattform nutzt, die sehr viele wichtige Funktionalitäten bereitstellt: Live-Klassenräume, digitale Semesterapparate, Video-Aufnahmefunktion, Wikis, Foren usw. Das ist eine große Erleichterung, zumal wir schnell gute Fortbildungen erhalten haben (in Amsterdam gilt dasselbe für die Plattform Canvas).
Für die Gespräche mit Kolleg*innen anderer Universitäten oder die Teilnahme an Konferenzen, die auf Online-Plattformen verlegt wurden, habe ich eine Vielzahl von Anbietern genutzt: Blackboard Collaborate ultra, Skype, Microsoft Teams, Zoom, BigBlueButton, Facetime, WhatApp. Hier wäre es gut, wenn sich die Universitäten perspektivisch auf eine oder zwei Varianten als Standards einigen würden, die im Idealfall stabil funktionieren, Open Source sind und die Datensouveränität ihrer Nutzer*innen beachten.

Dieses Interview ist Teil einer kleinen Serie hier im Blog, die sich mit Streaming und Video-Konferenzen befasst. Dazu sind erschienen:
> Eine Betrachtung über Geisterspiele in der Bundesliga
> Richard Oehmann von der Band Cafe Unterzucker über Band-Musik im Stream
> Interview mit Jasmin Schreiber von Streamkultur
> Shruggie des Monats: Der Live-Stream
> Zehn Lehren aus der Coronakrise für Videokonferenzen und Live-Streams
> Performance-Künstler Marcus John Henry Brown über die Herausforderung, Menschen im Stream zu halten
> Social-Media-Experte Michael Praetorius über Workshops im Stream
> Pfarrerin Miriam Hechler über Gottesdienst im Stream
> Museums-Experte Maximilian Westphal über Führungen im geschlossenen Museum
> DJ Ivo Schweikhardt übers Auflegen im Stream
> Autor Pierre Jarawan über Workshops zum Kreativen Schreiben im Stream
> Musikerin Maria über Musikunterricht im Stream
> Denny Leo Kinder über Friseure im Stream
> Wolfgang Tischer über Lesungen im Stream
> Die Therapeuten Imke Herrmann und Lars Auszra über Therapie im Stream
> Lehrer Philippe Wampfler über Unterricht im Stream
> Autor Tom Hillenbrand über Krimis auf Twitch
> VHS-Chef Christof Schulz über Volkshochschule im Stream
> Zukunftsforscher Gerd Leonhard über die Zukunft von Live-Events und Live-Streams

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Briefingday – wie man einen täglichen Newsletter spannend macht

Thomas Marban schickt mir jeden Tag zehn englischsprachige „Finds“ aus dem Web, die mich stets überraschen. Sein Briefinday ist eine meiner Newsletter-Entdeckungen des vergangenen halben Jahres. Das Besondere: die Links werden in Wien kuratiert. Thomas ist Österreicher – und hat meine Mail mit Fragen zu dem Newsletter deshalb auch auf deutsch beantwortet.

Jeden Tag zehn echt interessante Fundstücke aus dem englischsprachigen Web. Wie kriegst du das hin?
Ich arbeite seit über zwanzig Jahren an verschiedensten Formaten von News Aggregatoren und habe damals auch das Format eines Single Page Aggregators populär gemacht (aktuell hvper.com). Bei meinem Newsletter setze ich allerdings zu 100% auf manuelle Arbeit und lese tatsächlich jeden Tag an die 300 der populärsten US News Sites, aus denen ich die besten 15 Stories zusammenstelle.

Wie bist du auf die Idee gekommen, einen solchen Newsletter starten?
Im Laufe der Jahre hatte ich immer wieder von Usern das Feedback erhalten, daß sie zusätzlich zu einem 100% automatisierten Newsletter auch gerne eine Human-Curated Edition hätten. Der Anstoß dazu kam also schon lange vor dem aktuellen Hype, der letztlich nur das zunehmende Verlangen nach Menschen statt Algorithmen widerspiegelt.

Auf der Landingpage zum Newsletter hast du ziemlich prominente Leser aufgeführt. Was weißt du über die Leserinnen und Leser deines Newsletters?
Ich konnte durch meine Kontakte in die US News Industrie tatsächlich mit einigen großen Namen starten, man sollte allerdings nicht annehmen, daß sie maßgeblich zum Wachstum beitragen. Statistisch halte ich nur die üblichen Indikatoren wie Open/Click Rates und teilweise Kampagnen im Auge. Alles andere halte ich für wenig zielbringend. Im Falle von Briefingday ist die Open Rate von ~62% meiner Meinung nach in diesem Segment aber überdurchschnittlich hoch.

Was ist dein zentraler Ratschlag: Was macht einen guten Newsletter aus?
– Konsistenz, d.h. Täglich zur selben Uhrzeit um den Dopamine fix hoch zu halten.
– Qualität der Inhalte, wobei ich hier immer auf einen 60% „Serious stuff“, 30% „Interesting stuff“ und 10% „Fun stuff“ Mix achte.
– Bewußte Reduktion bzw. Closure — Als eine Balance, den User nicht zu erschöpfen, als auch das Gefühl zu vermitteln, daß er komplett informiert ist.

Neben dem Inhalt fasziniert mich das Empfehlungssystem, das du „Briefingday Referral Rewards“ nennst. Wie funktioniert es?
Relativ simpel: Je nachdem wieviel User einen weiteren erfolgreich einlädt erhält er zunehmend Upgrades wie eine Sonntags-Edition oder den Newsletter 2h früher als der Rest. Anzumerken ist hier daß ich das Referral System komplett selbst gebaut habe da es zwar einige Anbieter wie Substack dafür gibt, jedoch am Ende alles sehr zusammengeflickt wirkt und ich gerne die Ownership über die komplette Kette inkl. aller Daten haben möchte.

Verdienst du mit dem Briefingday Geld?
Nein, es gibt allerdings einige Sponsor-Angebote, die in Zukunft evtl. eingemischt werden. Desweiteren habe ich für Briefingday vom US Inkubator Idealab eine Seed Runde aufgestellt die diese Start- und Entwicklungsphase erleichtert.

Alle sprechen jetzt davon Newsletter seien (mal wieder) das nächste große Ding. Siehst Du das auch so?
Ich denke, daß es vor allem für Journalisten, die sich zunehmend im Bedrängnis einer sterbenden Medienlandschaft sehen, eine Chance ist, sich als eigenständige Stimme zu positionieren — und in weiterer Folge ein Verbund ähnlich einer medium.com Publication entsteht, der Raum für neue Content Micro Brands schafft. Was Monetization betrifft, sollte man sich aber nicht von erfolgreichen Ausreißern wie Stratechery oder The Hustle blenden lassen. Da hier bei ersterem wirklich hochwertige Analysen geboten werden und bei letzterem das starke Wachstum + Revenue auf gekauften Subscribern beruht. Fraglich ist natürlich, ob nicht irgendwann auch bei Newslettern eine Subscription Fatigue einsetzt wie wir sie schon von Streaming Diensten kennen. Bis dahin sehe ich es aber als willkommenen Retro Trend zurück zum Open Web, der ja auch bereits durch eine „raus aus Social Media und zurück zu Weblogs“-Bewegung ergänzt wird.

Mehr über gute Newsletter auf briefingbriefing.de

In Kategorie: DVG

Früher ist gar nicht so lange her – die Sache mit der Nostalgie (Digitale Juni-Notizen)

Dieser Text ist Teil der Juni-Folge meines monatlichen Newsletters „Digitale Notizen“, den man hier kostenlos abonnieren kann.

Eine gute Seite an der Zeitenwende, die wir durch Corona gerade erleben, ist der Satz „Früher ist gar nicht so lange her“. Er bekommt dieser Tage eine besondere Schönheit – und Symbolkraft.

Ich stand zum Beispiel am 7. März letztmals dicht an dicht mit anderen Fußballfans in einem Stadion. Das liegt nur ein paar Wochen zurück, aber das Gefühl sagt: Ewig her! Geisterspiele, physische Distanz, Masken, Vergangenheit. Seufzen: Verklärung!

Die gefühlte Zeit ist eine starke Waffe. Sie kann dazu führen, dass wir uns mächtig fühlen oder überfordert. Sie kann uns wärmen aber auch wütend werden lassen. Sie ist ein politisches Instrument. Und da in der aktuellen Lage das Davor und das Danach so eng beieinander liegen, heißt das nicht nur, dass wir gerade mittendrin sind in einer Zeitenwende. Es zeigt auch wie die Dynamik des Sehnens und Erinnerns Perspektiven bestimmt. Anders formuliert: Wir können gerade dabei zuschauen, wie Nostalgie entsteht. Es handelt sich um eine besondere Form der Vergangenheits-Sehnsucht: die Vor-Corona-Nostalgie.

Der kanadische Autor David Berry veröffentlicht diesen Sommer ein Buch über Nostalgie. In der Vorab-Veröffentlichung kann man nachlesen, wie Nostalgie zur neuen Norm wurde. So kann man die englische Überschrift übersetzen und damit einen deutlichen Bezug zur neuen Normalität der Corona-Zeit erkennen. Zwar hat Berry das Buch weit vor Corona geschrieben, seine Hauptthese enthält aber durchaus einen Bezug zu unserem Umgang mit den Veränderungen durch die Krise. Berry sieht den Hauptgrund für das Aufkommen der Nostalgie in unserer Überforderung im Umgang mit der Endlichkeit. „Der Glaube, dass Dinge immer weiter gehen, zählt zu unseren einfachsten Täuschungen“, schreibt er. „Denn das Wissen, dass das Leben flüchtig ist, ist im Rückblick kaum erträglich, im gegenwärtigen Erleben ist es kraftzehrend. Deshalb sehnen wir uns danach zurückzugehen, weil das Leben aus Verlust besteht, bis zum Ende.“

Das ist eine empathische Beschreibung der Nostalgie, die mich an Worte erinnert, die ich vor einem Jahr in diesem Newsletter aus einem Beitrag des Pessimists-Archive-Macher Jason Feifer übersetzte. Er schrieb im Jahr 2019 über eine Facette der Vergangenheits-Verklärung, nämlich über das Schimpfen über die Jugend: „Wir können nicht anerkennen, dass das Leben ohne uns weitergeht. Und statt den Lauf der Welt zu akzeptieren, geben wir einfach der kommenden Generation die Schuld.“

Diese Worte las ich damals unter dem Eindruck der Fridays-For-Future-Debatten. Die gefühlte Ewigkeit später, die wir Gegenwart nennen, macht es viel schwerer Schuld auf diese simple Weise zuzuweisen (dass es nicht unmöglich ist, kann man an Beispiel der Hygiene-Demo-Debatten hier und hier nachlesen). Deshalb greift die Macht der Nostalgie dieser Tage viel stärker als ihre aktive Schwester: die wütende Jugend-Beschimpfung, die an jeder Ecke kulturellen Niedergang wittert.

Nostalgie (selbst zu interpretierendes Symbolbild: unsplash) ist weniger aktiv. Nostalgie schimpft weniger, sehnt mehr. Eine besondere Form der Nostalgie hat der US-Schriftsteller Dave Eggers unlängst in einem SZ-Interview zur Aufführung gebracht: Die Sehnsucht nach der Vor-Smartphone-Zeit. Seine Überforderung mit den vielen blinkenden Apps und Angeboten hat er in komplette Ablehnung gewandelt und glorifiziert nun die 90er Jahre. Denn auch Nostalgie verklärt die Vergangenheit in einer Art, die (dem schimpfenden Pessimismus vergleichbar) die Erinnerung zum Maßstab macht. Der Economist hatte schon zum Jahreswechsel 2018/19 den Ausbruch einer weltweiten Verklärung diagnostiziert: „Die Welt ist auf die Vergangenheit fixiert“ titelte das Magazin und beschrieb, wie die „Make Great Again“-Kultur das Denken überall auf der Welt bestimmt.

Ich glaube, dass der Umgang mit den Corona-Folgen diese Entwicklung nicht bremsen wird. Im Gegenteil: Wir erleben gerade, wie aus der Überforderung mit der Lage die kurzatmigste Form der Nostalgie erwächst. Daran gibt es erstmals nichts zu bewerten oder zu beschönigen. Man kann es ja kaum beobachten, so eng steckt man noch selbst drin. Es scheint mir aber doch bemerkenswert, dass die oben beschriebene Kraft der gefühlten Zeit stets mehr zur Verklärung denn zur Erklärung reicht. Es wird wehmütig gesehnt, statt gestaltend zu übertragen, was so wichtig sein sollte, dass es weitergeht. Wie schön wäre es, wenn wir uns nicht nur nach einem schön erinnerten Früher laben, sondern auch einschließen, was damals unbestreitbar ungut war.

Denn das ist der Zauber an dem Satz „Früher ist gar nicht so lange her“. Wir können uns allesamt noch selbst erinnern, wir sind nicht auf schwarz-weiß-Fotos und abgegriffene Anektdoten angewiesen, die immer schon einen Verklärungs-Waschgang hinter sich haben. Und wir können quasi in Echtzeit beobachten, wie dieser Prozess alles Störende aus unserer Erinnerung wäscht. Denn ohne diese Verklärung fehlt der Nostalgie die porentiefe Strahlkraft, die im Lichte eines erlebten Alltags plötzlich merkwürdig künstlich wirkt. Anders formuliert: Früher ist gar nicht so lange her als dass ich auf den Satz „Früher war alles besser“ reinfallen würde.


Dieser Text stammt aus dem monatlichen Newsletter Digitale Notizen,
in dem unlängst u.a. erschienen sind: „Die Empörung der anderen“ (Februar 2020), „Zehn Dinge, die ich in den Zehner Jahren gelernt habe“ (Januar 2020), „Zwölf Dinge, die erfolgreiche Tiktokter tun“ (Dezember 2019), „Freiheit zum Andersdenken“ (Juli 2017), „Streiten lernen – für ein besseres Internet“, „Ein Dutzend Ideen für die Journalistenausbildung“ (September 2016) „Kulturpragmatismus“ (Juni 2016). Hier kann man ihn kostenlos abonnieren.

Wo bleibt die Titelseite für Internet-Seiten?

Das kann nur Print. Dieser Satz klingt bedeutsam in Anbetracht der aktuellen Titelseite der New York Times, die heute durch alle Timelines gereicht wurde und den Agenturen eigene Meldungen wert war. Und doch ist der Satz unwahr.

„We wanted to take over the entire page” erklärt Tom Bodkin, Art Director der New York Times, im Times Insider-Blog die Hintergründe für diese besondere Titelseite, die den Opfern der Corona-Pandemie gewidmet ist: „Die Zeitung hat in sechs Spalten ganzseitig die Namen von Hunderten Verstorbenen abgedruckt. In der Ausgabe stehen insgesamt 1.000 Namen aus veröffentlichten Nachrufen und jeweils ein persönlicher Satz zu den Opfern“, schreibt dpa und Willi Winkler ergänzt in der SZ: „Kein Corona-Opfer wird davon wieder lebendig, doch werden die Toten aus der nüchternen Sterbestatistik gehoben. Die Aktion, die vor einer Woche in ähnlicher Form auch die brasilianische Zeitung O Globo veranstaltet hat, ist natürlich auch ein politisches Statement gegen den amtierenden Präsidenten.“

Die Liste der Kurz-Nachrufe ist auch online aufbereitet, auch dort ist sie beeindruckend, erschütternd und traurig. Minutenlang scrollt man an 100.000 kleinen Figuren vorbei. Einige sind mit einem kurzen Satz beschrieben. Die Sätze haben die NYT-Journalist*innen aus Nachrufen, Todesanzeigen und Berichten zusammengetragen und sie geben der anonymen unvorstellbaren Zahl ein Gesicht. Das ist ein erstaunliches (daten-)journalistisches Projekt – aber es ist durch die Titelseite eben auch ein Symbol.

Womit wir beim Einstiegssatz und seinem Wahrheitsgehalt sind. Die Macht, die von einer Cover- oder Titelseite ausgeht, scheint fest mit Print verbunden zu sein. Dabei geht es bei dem, was die Amerikaner „Frontpage“ nennen, weniger um die Herstellungsform als um den Aufmerksamkeits-Fokus: „We wanted to take over the entire page” wäre durchaus ist auch im Web denkbar. Von der Werbung kann man lernen, wie Full-Page-Gestaltung aussieht. Redaktionell ist diese Form der ganzseitigen Aufmerksamkeits-Fokusierung aber noch ungewöhnlich. Das liegt vor allem daran, dass wir keine Titelseiten von Webseiten kennen. Warum eigentlich nicht?

Die Frage ist falsch gestellt. Denn in Wahrheit kann ich mir schon denken, warum Webseiten keine Cover haben: Weil es dafür eben kaum Vorbilder gibt. Mein Traum ist aber schon seit Jahren, dass auch Webangebote sich eine Verkaufs- und Aufmerksamkeits-Fläche suchen, die funktioniert wie das Magazin-Cover oder die Titelseite eines Print-Angebots. Ein Ort, an dem die relevantesten Themen eines Tages (oder jeder anderen Zeitspanne) auf neue Weise aufbereitet und präsentiert werden. Ich glaube, dass sich dieser Aufwand lohnen würde – die New York Times zeigt heute nur einen möglichen Grund.

Meine stille Hoffnung ist die taz, die angekündigt hat, ihre Print-Ausgabe in absehbarer Zeit einzustellen. Da deren Titelseite (und die dort getexteten Zeilen) aber eines der Alleinstellungs-Merkmale der taz ist, wird den Kolleg*innen sicher ein digitales Äquivalent zur Print-Seite-1 einfallen. Vielleicht ziehen dann andere nach – und am Ende posten dann alle ihre neuen digitalen Cover-Seiten auf Instagram.

Shruggie des Monats: Pure Vernunft

Der Shruggie des Monats ist eine von meinem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ inspirierte Rubrik meines monatlichen Newsletters (den man hier kostenlos bestellen kann). Darin beschreibe ich Personen, Ideen und Begebenheiten, die mir besonders passend zur Hauptfigur aus dem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ erscheinen – dem ¯\_(ツ)_/¯.

Hätte diese Rubrik einen Soundtrack, es wäre vermutlich der Song „Neues vom Trickser“ der Band Tocotronic. 5:01 Minuten musikalischer Ausdruck eines Gefühls, das die Wissenschaft „Ambiguität“ nennt: die Mehr- oder Doppeldeutigkeit ist ein verbindendes Element aller Einträge.

„Eines ist doch sicher“, singt Dirk von Lowtzow in dem Song: „Eins zu eins ist jetzt vorbei.“ Und man fragt sich augenblicklich, ob sich dieses Ende nicht auch auf die besungene Sicherheit beziehen müsste. ¯\_(ツ)_/¯

Der Song würde in diesem Jahr volljährig. Das Spiel von parolenhaft-sicher besungener Unsicherheit ist dadurch aber nur besser geworden. Es zeigt (und das ist die Idee dieser Rubrik und die Haltung des damit verbundenen Buchs), dass die Wahrnehmung eines Inhalts von Mehrdeutigkeit geprägt sein kann – oder anders formuliert: dass die eigene Perspektive und der Kontext ebenso wichtig sind wie der Inhalt selbst.

In diesen wirren Corona-Tagen kann man das kaum besser illustrieren als an einem anderen Song, den die Band Tocotronic 2005 veöffentlichte. Er trägt den Titel „Pure Vernunft darf niemals siegen“ und klingt so. In der zweiten Strophe heißt es:

Pure Vernunft darf niemals siegen
Wir brauchen dringend neue Lügen
Die uns den Schatz des Wahnsinns zeigen
Und sich danach vor uns verbeugen
Und die zu Königen uns krönen
Nur um uns heimlich zu verhöhnen
Und die uns in die Ohren zischen
Und über unsere Augen wischen
Die die, die uns helfen wollen bekriegen
Pure Vernunft darf niemals siegen

Wenn ich den Song in diesen Tagen wieder-höre, klingt daraus 4:21 Minuten musikalischer Ausdruck dessen, was Menschen gerade zu Wissenschafts-Zweifelnden werden lässt. Es sind dies Menschen, die mit der puren Vernunft der Wissenschaft hadern und die „dringend neue Lügen“ suchen, denen sie folgen und denen sie so glauben können, dass sie „zu Königen uns krönen“. Denn plötzlich verstehen sie die Welt wieder, durchblicken eine Verschwörung und erkennen gut und böse. Dabei trauen sie den Lügen so sehr, dass sie sogar „die, die uns helfen wollen bekriegen“.

Genau diese Haltung habe ich in den vergangenen Tagen in zahlreichen Mails gelesen, die ich als Antwort auf die beiden Texte erhielt, die ich in den vergangenen Wochen zum Thema Hygienedemo schrieb. Die fünf abschließenden Sätze wurden von Pocket auf die Startseite des deutschsprachigen Firefox-Internets gespült (Hintergründe zu der Dynamik hier*) und neben zahlreichen bestätigenden Mails erhielt ich auch eine Menge Widerspruch, ein wenig Hass und etwas Dummheit per Mail.

Diejenigen, die sich von den Texten angesprochen fühlten, verband etwas, was man beim Wiederhören von Pure Vernunft darf niemals siegen verstehen kann. Sie suchen Meinungen, „die uns in schönsten Schlummer singen“ und „die uns vor stumpfer Wahrheit warnen“. Ich will mich über diesen Wunsch nach Ansichten nicht erheben, „die uns durchs Universum leiten und uns das Fest der Welt bereiten“. Ich habe den eher verständnisvollen ersten Brief geschrieben, weil ich glaube, dass wir alle Gefahr laufen, dem süßen Zauber derjenigen Perspektiven zu erliegen, die uns bestätigen und uns die Angst nehmen – „nur um uns heimlich zu verhöhnen und die uns in die Ohren zischen und über unsere Augen wischen.“

Ein 15 Jahre alter Song liefert mir dafür jetzt eine Art Soundtrack: die konkrete Aufforderung, sich nicht über die Lügen der Hygienedemonstrierenden zu erheben, sich nicht für etwas Besseres zu halten und sich vor allem nicht auf das Spiel der Spaltung einzulassen. In der dritten Pure-Vernunft-Strophe heißt es nämlich:

Wir brauchen dringend neue Lügen
Die unsere Schönheit uns erhalten
Uns aber tief im Inneren spalten
Viel mehr noch, die uns fragmentieren
Und danach zärtlich uns berühren
Und uns hinein ins Dunkel führen

Mit dem Wissen von heute kann man das durchaus als Warnung lesen. Es bleibt in jedem Fall ein sehr guter Song. Denn wie gesagt: „Eines ist doch sicher. Eins zu eins ist jetzt vorbei.“

¯\_(ツ)_/¯

Der Shruggie des Monats ist eine Rubrik aus meinem Newsletter (den man hier kostenlos bestellen kann). Der Shruggie ist die Hauptfigur aus meinem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“, in dem ich zehn Gründe für einen gelassenen Umgang mit dem Neuen versammle. Wer mehr über das Web und das Internet lernen will, kann dies in meinem Buch „Gebrauchsanweisung für das Internet“ tun.

*Zur Dynamik der Pocket-Empfehlungen nochmal diesen Text lesen:

Shruggie des Monats: der „für später“-Button von Pocket

Ausgezeichnete Newsletter

Was braucht ein ausgezeichneter Newsletter? Wenn ich die seit ein paar Tagen laufende Einreichungsfrist beim Online Journalism Award richtig lese, dann geht es vor allem um diese Aspekte:

– eine eigene Stimme
– textliche Qualität
– gutes Design
– passende Frequenz

Erstmals zeichnet der Preis für Online-Journalismus in diesem Jahr Newsletter aus. In der Ausschreibung heißt es:

This category honors single email newsletters that serve as a conduit to delivering news and information. Entries should showcase a unique voice, whether the newsletter is issued by an individual or organization. Entries may span the increasingly wide array of newsletter formats, such as providing a digest of news or events, curating resources, sharing ideas or opinions from individual columnists, providing insight on topical issues or containing original reporting and exclusive content. Submitters should make note of any visual elements that regularly accompany stories and/or provide context. Entries may consist of daily, weekly or other regularly delivered offerings (and we all miss an issue or two, there is no penalty for a reasonable number of gaps). Judges will consider quality of writing, design, frequency, length of content based on the material, subject matter and overall strategy and impact of the newsletter. Please include up to five links of examples or archives or a single .pdf of your newsletter.

Mehr zum Thema unter briefingbriefing.de

In Kategorie: Netz

Fünf abschließende Sätze für wissenschaftszweifelnde Hygiene-Demonstrierende in meiner Timeline

Vergangene Woche habe ich hier einen Brief an diejenigen Menschen in meiner Timeline geschrieben, die sich Corona-Zweifler nennen. Daraufhin haben sich einige Debatten ergeben, die auch mit den so genannten Hygiene-Demonstrationen vom Wochenende zu tun haben. Am Ende laufen diese Diskussionen stets auf eine Polarisierung hinaus, die einige Demonstrierenden inszenieren. Sie halten sich für einen Widerstand gegen den nicht weiter definierten Mainstream. Wer ihnen widerspricht, ist dieser Logik nach, Teil der „Weltverschwörung“ oder „Medienelite“ – und bestätigt die Thesen. Dass jemand freiwillig anderer Meinung ist, ist nicht vorgesehen bei denen, die sich unterdrückt fühlen.

Lenz Jacobsen analysiert dazu bei Zeit Online richtig: „Sie können die Polarisierung, von der sie profitieren, nicht selbst herstellen, dafür brauchen sie die Hilfe aller, die Aufmerksamkeit zu verteilen haben: Medien, Leser, Retweeter, Facebook-Liker, WhatsApper.

Ich werde meine Aufmerksamkeit künftig achtsamer verteilen, deshalb hier fünf abschließende Sätze zur Debatte mit den wissenchaftszweifelnden Hygiene-Demonstrierenden (Foto: Unsplash)

1. Du bist weder die Mehrheit noch wirst du unterdrückt. Es gibt keine geheime Verschwörung, die du gerade gemeinsam mit Nazis und anderen Spinnern aufdeckst. Du darfst das aber behaupten und du darfst dafür sogar demonstrieren.

2. Dann musst du aber damit leben, dass ich das in hohem Maße scheiße finde, was ihr da treibt. Widerspruch ist Teil der offenen Gesellschaft, kein Ausdruck von Gehorsam. Wer für Grundrechte eintritt, muss es aushalten, dass es unterschiedliche Meinungen gibt. Dazu zählt zum Beispiel auch dies: Es stimmt schlicht nicht, dass es keine Kritik an der Regierung gibt. Die öffentliche Debatte ist voll davon, du müsstest nur genauer hinschauen.

3. Ich möchte darüber nicht weiter diskutieren. Ich muss und will dich nicht überzeugen. Und ich will von deinen unwisssenschaftlichen Ansichten auch nicht überzeugt werden. Es ist okay, dass du deine Meinung hast. Es ist aber auch okay, dass ich sie nicht teile – und sie jetzt auch nicht weiter öffentlich diskutiere und damit wichtiger mache als sie tatsächlich ist.

4. Das einzige, was mich an deiner Demo interessiert: Ihr haltet euch nicht an die Regeln, die ich für geboten und vernünftig halte. Und zwar nicht in dem Sinn einer Diktatur, sondern im Sinn einer Ampel, vor der ich aus Vernunft bei rot stehen bleiben, nicht aus Gehorsam. Dass Ihr Eure Angst dennoch immer wieder auf öffentlichen Demos in das Diktatur-Narrativ dreht, macht euch nicht glaubwürdiger. Im Gegenteil: Ich halte eure so genannten Demos für dumm, unsolidarisch und unvernünftig.

5. Wenn du tatsächlich für Grundrechte auf die Straße gehst, dann lass doch den Grund-Gedanken der Toleranz zu: Die deiner Meinung nach „Bösen“ haben die gleichen edlen Motive in ihrem Handeln wie du. Alle sind in Sorge, alle versuchen das Beste für ihre Lieben. Die Polarisierung in die „Bösen“ dort und die „Guten“ hier hilft nicht weiter. Denn die Bösen denken selbst, dass sie die Guten sind ¯\_(ツ)_/¯

Wir müssen nicht einer Meinung sein, aber wir sollten uns nicht spalten lassen.

Mehr zum Thema:
> Brief an Corona-zweifelnde Facebook-Freund*innen
> Auf Coronapause.de erklärt Heiko, wie er mal auf Fake-News reingefallen ist und diese weiterverbreitet hat
> eine kleine Anleitung Gegen die Panik und
> Zehn Tipps gegen Falschmeldungen im Netz

Geisterspiele und der beiläufige Zauber von Live-Events

Back in Black. Unter dieses Motto hat der VfL Bochum den Neustart in die Schlussphase der Corona-Rückrunde in der Zweiten Fußballbundesliga genannt. Es gab ein Sondertrikot, Heimtickets (mit denen man den Verein finanziell von daheim unterstützen kann) und jede Menge Diskussionen über die so genannten Geisterspiele. Ich lese jeden der Texte, die über das Verhältnis von fehlendem Publikum und dem Sport geschrieben werden, der ja im Mittelpunkt stehen sollte, aber doch ohne Fans an Bedeutung verliert. Der Zauber gehe verloren, wenn die Fans nicht da sind, habe ich gelesen und dass der Fußball ohenhin total drüber sei und eine Pause gut getan hätte. Womöglich ist beides richtig. Weil ich mich aber in den vergangenen Wochen hier viel mit dem Charakter von digitalisierten Live-Events befasst habe und den Fußball mag, hier drei Beobachtungen von diesem ersten Spieltag nach Corona. (Foto: Unsplash)

Ich bette diese ein in ein Format, das ich die Mutter aller Live-Events nennen würde: die Radioreportage beim Fußball. Ich liebe Fußball im Radio. Alles, was man über den Zauber von „Live“ und „Streaming“ wissen muss, kann man an der Radioreportage ablesen mithören. Fußball im Radio ist völlig anders als der Besuch im Stadion oder die Übertragung von TV-Bildern. Fußball im Radio schafft ein eigenes Ereignis, das ohne das Geschehen auf dem Rasen nicht möglich wäre, sich von dem aber maximal weit entfernt. Bei mir war das heute die Distanz vom Ruhrstadion in Bochum bis zum Olympiastadion in München. Während an der Ruhr Grönemeyers Loblied auf die Stadt ins leere Stadion gespielt wurde, lief ich durch den Olympiapark und hörte mir die Radioreportage im Live-Stream bei Amazon an. Ich hörte spürte diese lautlose Leere, die von den Geisterspielen ausgeht, die aber auch ein lauter Sehnsuchtsruf ist: der kindliche, naive Wunsch, dass all dieser Scheiß vorüber gehen soll. Wenn jetzt! sofort! bitte! schon nicht möglich ist, dann soll wenigstens die Erinnerung daran helfen, wie es vor ein paar Tagen war, die doch so unglaublich weit weg sind: als das ganze Stadion mitsang.

Ich habe diese Form des Sport-Machens und der gleichzeitigen Sport-Teilnahme in den vergangenen Jahren als perfekte Symbiose meiner Radio- und Laufbegeisterung lieben gelernt. Denn wenn Guido Hüsgen über das Geschehen in Bochum spricht, fühle ich mich auf eine erstaunliche Weise sportlich verbunden (und sogar angetrieben), vergesse dabei aber, dass ich in München laufe (was mir eines der nobleren Ziele des langen Laufens zu sein scheint, wie ich in der ersten Staffel vom Minutenmarathon beschreiben werde). Wenn dann der tollere Verein noch drei Treffer erzielt, wird der Lauf zu einer großen Freude. Denn in Wahrheit ist das Spiel eben trotzdem nur eine Nebensache (wenn auch die schönste der Welt). Im Sport ist diese Beobachtung zu einer bedeutsamen Fußballreporter-Floskel geworden, ich glaube sie gilt aber auch darüber hinaus für Live-Events:

1. Das Live-Event ist stets mehr Beiwerk als uns bewusst ist
Es ist dies vermutlich der blindeste Fleck von Menschen, die Inhalte erstellen: Der Inhalt ist wichtig, aber eben nur ein Bestandteil einer größeren Komposition. Wir gehen auf ein Konzert oder zu einer Lesung natürlich wegen des Inhalts, den die Künstler*innen auf der Bühne zeigen, aber eben nicht nur. Wir gehen auch wegen der Freundinnen und Freunde, um andere Menschen zu sehen, ein Bier zu trinken, uns auszutauschen. Der Inhalt fügt sich im besten Fall möglichst beiläufig in das soziale Event ein. Der gestreamten Lesung oder dem virtuellen Konzert fehlt diese Beiläufigkeit oft noch. Das Live-Event im Web will immer die ganze Aufmerksamkeit. Für Moderationen und Workshops ist das ein großer Vorteil, bei jeglicher Form der Kunst steht sich die Kunst damit so sehr im Weg, dass sich kein Zauber verbreiten kann. Deshalb nutzen manche Künster*innen zum Beispiel auf Twitch die Let’s play-Dynamik, die man vom Live-Event „ich schau anderen beim Computerspielen zu“ kennt.

2. Social ist viel wichtiger als gedacht Dass Fußball irgendwie geisterhaft wirkt, wenn kein Publikum zuschaut, bestätigt nicht nur die These von der Beiläufigkeit, sondern beweist: ohne den sozialen Austausch verliert das Hauptevent die Attraktivität. Erst der soziale Kontext macht den Content wertvoll. Wir haben in den vergangenen Jahren unter dem Schlagwort Social Media gelernt, wie Medien „social“ wurden, gerade lernen wir durch den Verzicht auf Fans, wie social die Inszenierung Fußball ist. Live-Events sind wie oben beschrieben schon immer Ort des sozialen Austauschs. Leider ist der digitalen Entsprechung bisher nur selten eine entsprechende soziale Komponente geglückt.

3. Die Prägung ist häufig bedeutsamer als die Möglichkeit Helge Schneider hat unlängst in einem Facebook-Video angekündigt, nicht im Live-Stream oder vor Autos auftreten zu wollen. So lange die physische Distanz Auftritte klassischer Prägung nicht zulasse, wolle er lieber gar nicht auftreten, weil ihm bei allen neue Varianten der soziale Austausch fehle. Das ist erstaunlich, weil nahezu alle, die ich für den Online-Only-Fragebogen sprach, lobten, dass der digitale Chat eine neue ganze andere Form des Austauschs ermögliche. Wir haben diese noch nicht richtig verstanden und ihre Möglichkeiten noch nicht richtig nutzen gelernt, aber der Austausch ist schon da. Wir erkennen ihn auch deshalb nicht, weil wir immer mehr auf das schauen, was wir gewöhnt sind als auf das, was die nächste Generation für normal hält.

Für das Dilemma, in dem der Fußball gerade steckt, ist das keine Lösung, deshalb tröste ich mich mit dem schönen Lauf (samt gutem Ergebnis), den ich heute hatte. Alles andere bleibt im Ungewissen: wir fahren auf Sicht.

Dieser Beitrag ist Teil einer kleinen Serie hier im Blog, die sich mit Streaming und Video-Konferenzen befasst. Dazu sind erschienen:
> Interview mit Jasmin Schreiber von Streamkultur
> Shruggie des Monats: Der Live-Stream
> Zehn Lehren aus der Coronakrise für Videokonferenzen und Live-Streams
> Performance-Künstler Marcus John Henry Brown über die Herausforderung, Menschen im Stream zu halten
> Social-Media-Experte Michael Praetorius über Workshops im Stream
> Pfarrerin Miriam Hechler über Gottesdienst im Stream
> Museums-Experte Maximilian Westphal über Führungen im geschlossenen Museum
> DJ Ivo Schweikhardt übers Auflegen im Stream
> Autor Pierre Jarawan über Workshops zum Kreativen Schreiben im Stream
> Musikerin Maria über Musikunterricht im Stream
> Denny Leo Kinder über Friseure im Stream
> Wolfgang Tischer über Lesungen im Stream
> Die Therapeuten Imke Herrmann und Lars Auszra über Therapie im Stream
> Lehrer Philippe Wampfler über Unterricht im Stream
> Autor Tom Hillenbrand über Krimis auf Twitch
> VHS-Chef Christof Schulz über Volkshochschule im Stream
> Zukunftsforscher Gerd Leonhard über die Zukunft von Live-Events und Live-Streams

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„Vielleicht ein bisschen üben vorher“ – Bandauftritt im Stream

Was ist online möglich, wenn der direkte Austausch nicht mehr klappt? Mit dieser Frage befasst sich eine kleine Serie, die ich im Rahmen der Corona-Ausnahmesituation gestartet und mit zehn Lehren beschrieben habe. Folge 13: Bandauftritt im Stream (Foto: unsplash)


Wikipedia nennt ihn „Autor, Musiker, Puppenspieler“, in Bayern weiß man aber: Richard Oehmann ist ein Held für eine ganze Generation Kinder (und in Wahrheit auch für deren Eltern). Gemeinsam mit Josef Parzevall hat er Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater erfunden. Das ist große Unterhaltung für Kinder, die Kinder aber nicht für dumm verkauft. Gleiches gilt für seine Band Cafe Unterzucker, die am Samstag in der Pasinger Fabrik ein Live-Stream-Konzert spielt. Beginn 15 Uhr!

Du machst jetzt etwas, das du vorher im direkten Austausch mit Menschen gemacht hast, über eine digitale Verbindung. Hast Du Dich schon dran gewöhnt? Bzw. Was irritiert Dich immer noch?
Ich mach das morgen zum zweiten Mal, Singen nur für eine Kamera, wobei man nicht weiß, wie viele Leute das überhaupt interessiert. Weil wir das als Combo machen, macht es dennoch Spaß. Es ist nur sehr seltsam, Lieder für Kinder zu spielen, die man nicht sieht. Beim zweiten Mal haben wir ein paar Kinder im Theaterraum verteilt sitzen. Eines reicht eigentlich schon, dann weiß man wie man es macht. Ohne jedes Gegenüber geht es mit den Kollegen zusammen schon irgendwie, alleine fänd ich es seltsam. Da muss man schon sehr ergriffen oder begeistert von sich selber sein, um das groß genug rüberzubringen.

Was war die größte Hürde, die Du überwinden musstest?
Nur Technisches, das macht aber wer anderes, insofern eben das Vorstellen des Publikums.

Gibt es etwas, das jetzt besser ist als vorher?
Nein. Immerhin können wir vielleicht einzelne Lieder als Videos posten.

Im direkten Austausch gibt es stets irgendeine Form von Rückmeldung, eine Stimmung im Raum. Wie löst du das Problem, dass das online nur sehr viel schwieriger wahrzunehmen ist?
Ich krieg hinterher Mails, Smsereien, usw. das bestätigt, dass man es nicht im Nirwana gemacht hat. Unmittelbar hat man halt keine Reaktion bei Online-Live-Auftritten.

Welchen Ratschlag würdest du jemandem geben, die/der jetzt auch ins Online-Streaming einsteigt?
Für Musiker und Schauspieler: Vielleicht ein bisschen üben vorher. So eine Aufnahme hält sich ja womöglich eine Weile.

Zum Abschluss: Kannst du noch kurz erklären, wie (also mit welcher Soft-/Hardware) du jetzt online gehst?
Stell mir doch nicht so schwere Fragen.

Dieser Beitrag ist Teil einer kleinen Serie hier im Blog, die sich mit Streaming und Video-Konferenzen befasst. Dazu sind erschienen:
> Interview mit Jasmin Schreiber von Streamkultur
> Shruggie des Monats: Der Live-Stream
> Zehn Lehren aus der Coronakrise für Videokonferenzen und Live-Streams
> Performance-Künstler Marcus John Henry Brown über die Herausforderung, Menschen im Stream zu halten
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Der Zauber von Online Only: Die Fünf-Minuten-Museums-Meditation der National Gallery

Ich gebe es zu: Ich kannte Joseph Mallord William Turner nicht. Ich musste Wikipedia bemühe um (wie peinlich!) zu lesen, dass er als der „bedeutendste bildende Künstler Englands in der Epoche der Romantik“ gilt. Landschaften und Seestücke waren seine bevorzugten Themen, dem Licht und der Atmosphäre galt dabei sein besonderes Interesse.“

Ich habe aber einen „gilt als“-Satz, den man dem Wikipedia-Eintrag des Malers ergänzen könnte. Denn (zumindest für mich) gilt Joseph Mallord William Turner als erster (und damit aktuell bedeutendster) Künstler eines erstaunlichen digitalen Museums-Zugangs. Sein Bild ‚Rain, Steam, and Speed – The Great Western Railway‘ aus dem Jahr 1844 war für mich das erste Motiv für das, was die National Gallery eine „Five Minute Meditation“ nennt. In eben dieser National Gallery in London hängt der Turner, man kann ihn dort aber gerade nicht besuchen, was dazu geführt hat, dass die National Gallery ihn einer viel größeren Zahl an Menschen auf eine ganz neue Weise zugänglich macht. Wem das irgendwie widersprüchlich erscheint, dass eine Schließung der physischen Galerie zu einem neuen potenziell größeren Publikum führt, ist dem zentralen Gefühl unserer Zeit auf der Spur: der Ambiguität!

Aber zurück zu Rain, Steam und Speed. Das Bild bildet die Oberfläche für eine fünf-minütige Meditation, die am Computerbildschirm das transporieren soll, was man manchmal in guten Ausstellungen in einem Museum erfährt: das Eintauchen in eine Bild.

Das bringt mich nicht nur dazu, mir den tollen Lunch-Talk der Gallery anzuschauen (der sofort das Gefühl erweckt, in London zu sein) und mehr über das Bild zu erfahren. Es erinnert mich auch an das Gespräch, das ich unlängst hier mit Maximilian Westphal von den Münchner Pinakotheken geführt habe, in dem es um Live-Stream von Museumsführungen ging. Wenn ich mir diese in Form einer Meditation vorstellen, eröffnen sich im Wortsinn ganz neue Räume für Museen: auf diese Weise in fünf Minuten in einem aufgezeichneten Clip in Bilder einzutauchen, ist schon toll. Aber wieviel besser noch wäre es, so etwas live gemeinsam mit anderen Menschen zu erleben?

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