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Löschen, nicht sperren

Ende März erschien im Guardian der Artikel Pointless action on child pornography von Joe McNamee (Advocacy Coordinator at European Digital Rights in Brüssel). Seine Begründung, warum Netzsperren untauglich sind im Vorgehen gegen Kinderpornographie ist jetzt auf deutsch unter dem Titel Löschen, nicht sperren erschienen. McNamee erklärt darin:

Das Internet wurde so konzipiert, dass jede Sperre innerhalb des Netzwerks umgangen werden kann – das ist eine der Grundlagen seiner Funktionsweise. Deshalb sind die Sperren fast schon definitionsgemäß zum Scheitern verurteilt und verschwenden Mittel, die durch das Entfernen der Informationen an der Quelle sehr viel effizienter eingesetzt werden könnten. Im Kernpunkt des Problems stehen Menschen – eine technologisch unzureichende Sperre kann nichts zu ihrem Schutz beitragen.

via

Der Demo-Trailer

Unter dem Motto Freiheit statt Angst gibt es am 12. September eine Großdemonstration in Berlin. Ich freue mich schon jetzt auf die Texte über den Wandel im politischen Engagement, die darauf hinweisen, dass solche Demos mittlerweile schon mittels Trailer beworben werden:

Freiheit statt Angst – der Trailer from Alexander Svensson on Vimeo.

Vielleicht schreibe ich es sogar selber mal, denn der Film von Alexander ist ja wirklich sehr gut! (via)

Filesharing und Kinderpornographie

Wenn man Kinderpornographie durch die Gleichsetzung mit Filesharing verharmlost, sorry, da hört der Spaß bei mir auf. Wie verzweifelt muss eine Industrie sein, etwas so im eigenen Interesse zu verargumentieren? Wie kann man in Gottesnamen überhaupt auf die Idee kommen seine potentiellen Eigentumsrechte mit dem missbrauchten Leben eines Kindes zu vergleichen? Aus taktischen Gründen moralische Grenzen zu verletzen, das tut sonst nur Eva Hermann um Bücher zu verkaufen. Aus gutem Grund ist die ihn ihrem Stamm-Medium TV ein Auslaufmodel.

Der bereits unlängst zitierte Tim Renner schreibt bei
CARTA über Kinderpornographie und Filesharing.

Löschen statt sperren

Die Abschaltung von Webauftritten mit kinderpornographischen Inhalten dauert nicht länger als die Übermittlung einer Sperrliste. Dies führt die Argumentation der Befürworter des bloßen Sperrens ad absurdum – es gibt keinen sachlichen Grund, strafbare Inhalte im Netz zu belassen und sie für alle einschlägig Interessierten mit minimalem Aufwand weiterhin zugänglich zu halten.

Zu diesem Ergebnis kommt Alvar Freude vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) beim Test: Kann man kinderpornografische Inhalte aus dem Netz löschen oder muss man sie sperren? (via)

Das gefährliche Wissen

Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen wirft im Interview mit radioeins einiges durcheinander: Wer dieses Wissen hat, und Internetsperren umgehen kann, ist nach Einschätzung der Bundesministerin „zum Teil schwer pädokriminell“. (via)

FoeBuD gegen Internetsperren

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat sich für die Einführung einer Internetzensur ausgesprochen, da ihrer Meinung nach auf diese Weise das Problem kinderpornographischer Inhalte effektiv aus der Welt geschafft werden kann. Dieser Auffassung widerspricht der FoeBuD sowohl aus technischen, als auch aus politischen Gründen. Denn technisch betrachtet ist die von der Bundesregierung angestrebte DNS-Sperrung wenig sinnvoll, da sie bereits mit wenig Aufwand umgangen werden kann. Pädophile Straftäter mit grundlegendem technischem Verständnis werden daher keinerlei Schwierigkeiten haben, auch weiterhin auf kinderpornographische Inhalte zuzugreifen. Was als bahnbrechende Maßnahme öffentlichkeitswirksam propagiert wird, stellt sich bei näherer Betrachtung als populistische, symbolische Politik heraus. Das zugrundeliegende Problem – der Missbrauch von Kindern – wird nicht gelöst, sondern vielmehr aus dem Blickfeld der Bevölkerung wegzensiert.

FoeBuD richtet Anti-Zensur-DNS-Server ein und wendet sich gegen das heute unterzeichnete Abkommens zur freiwilligen Zensur.