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Scheitern als Grundprinzip der neuen Bezahlkultur

Wird 2013 das Jahr des Crowdfunding? Es ist noch nicht mal März, doch der Eindruck, dass wir das Aufkeimen einer neuen Bezahlkultur erleben, verfestigt sich – nicht nur, weil es ein mittlerweile sehr beliebtes Medienthema ist.

Gründe dafür lassen sich zahlreich finden und ich will die Begeisterung gar nicht bremsen. Mir scheint es jedoch wichtig, auf ein dieser neuen Finanzierungsmethode anhaftendes Prinzip hinzuweisen: das Scheitern.
Erklären kann man dies am Beispiel von Armanda Palmer, die dieser Tage über ihren Kickstarter-Erfolg einen Ted-Talk gehalten hat. Daran ist nicht nur die digitale Verwertungskette interessant (machen, erreichen, drüber sprechen), nach allem, was man darüber hört (er ist noch nicht steht jetzt online), hat sie darin aber auch ein paar grundlegende Prinzipien dessen beschrieben, was die neue Bezahlkultur definiert.
Vielleicht müssen wir nämlich eine etwas andere Frage stellen, wenn wir uns mit dem Thema Paid Content im Netz befasst. Vielleicht lautet die Frage nicht mehr nur “How do we make people pay for music?” sondern viel mehr “How do we let people pay for music?” Holprig übersetzt: Wir müssen bezahlen lassen statt zum Bezahlen zwingen.

Der Unterschied scheint auf den ersten Blick unwesentlich, wenn man aber genauer hinschaut, zeigt sich hier, was die Idee von Crowdfunding ist: Ein Projektstarter erbittet Unterstützung, gemeinsam mit dem Publikum entsteht ein Experiment, dessen wichtigste Eigenschaft im Kontrollverlust steckt: Es kann scheitern und jeder kann es sehen! Darin liegt einer wenn nicht sogar der Hauptwert der neuen Finanzierungsmethode: Sie kann öffentlich misslingen. So merkwürdig das zunächst klingen mag, ich denke, dass dieses Riskio den Reiz ausmacht, sich an einem Projekt zu beteiligen.

Deshalb übrigens sehe ich das Scheitern eines Einzelprojekts auch nicht als Gegenargument gegen die Grundidee dieser Art der Finanzierung. Im Gegenteil – und das bekannteste Scheitern eines Crowdfunding-Projekts kann man genau so lesen: Im Fall von Björk, deren Biophilia-App-Kampagne auf Kickstarter missglückte, liegt nämlich vielleicht genau hier ein Ansatzpunkt. Einige Kickstarter-Nutzer hielten ihr vor, sie sei ja eh reich und müsse deshalb nicht auf Crowdfunding zurückgreifen. Dabei geht es aber gar nicht um die Frage, ob jemand reich ist, es geht um die Frage, ob der Reiz des Scheiterns greifbar gemacht werden kann. Eine gemeinsame Finanzierung mit dem Publikum (der schönere Terminus für Crowdfunding) gelingt nur dann, wenn die Notwendigkeit entsteht, mit der eigenen Unterstützung zum Projekterfolg beitragen zu können. Neben vielen anderen Gründen, liegt hier eine der Ursachen für das Scheitern des Biophilia-Projekts. Mike Masnik ergänzt auf Techdirt einen weiteren:

Bjork really hasn’t embraced connecting and communicating with her fans. That’s her choice, of course. No one says she needs to. But, it’s much harder to raise a ton of crowdfunded money that way.

Was er meint: Wer Menschen um Unterstützung bittet, sollte diese Menschen kennen. Wenn man nun in der gerade veröffentlichten Studie Erfolgsfaktoren im Crowdfunding das hier liest…

Es bedarf vielmehr einer eingehenden Planung und attraktiven Darstellung des Projektes, um potenzielle Unterstützer zu gewinnen. Neben der professionellen Projektdarstellung in Form der Gestaltung einer Projektseite und der Vorstellung des Projekts durch ein Video waren weitere wesentliche Punkte für eine Projektförderung die Projektbeschreibung, das Zielbudget und Informationen zum Projektfortschritt. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass kurze Projektlaufzeiten, die Anzahl der bisherigen Unterstützer sowie die Höhe des bisher erreichten Budgets für die Entscheidung zur Förderung eines Projektes wesentlich sind. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ein Finanzierungserfolg absehbar ist und der Unterstützer damit das Gefühl bekommt, dass sein gefördertes Projekt auch tatsächlich umgesetzt wird.

… dann muss darin der Aspekt des Community-Managements besonders betont werden. Gemeinsame Projektfinanzierung heißt nämlich nicht nur gemeinsames Scheitern, es heißt auch – die Idee der stretch goals zeigt dies – gemeinsamer Fortschritt. Wenn wir mehr werden, haben wir alle was davon. Dies ist die zweite Seite der gemeinsamen Finanzierung: Wir scheitern alle und wir gewinnen alle.

Beides geschieht bei klassischen Finanzierungsformen nicht.

Mehr zum Thema Crowdfunding in den Digitalen Notizen:
>>> mein Crowdfunding-Fazit zu Neue Version in sechs Punkten
>>> der Text Reden wir über Geld: Über Wertschätzung und Wertschöpfung
>>> das Interview mit Krautreporter-Gründer Sebastian Esser
>>> die Hinweise im loading-Newsletter

Worin sich individuelle von industrieller Kommunikation unterscheidet

Man kann sich ausführlich damit befassen, wie die technischen Veränderungen der Digitalisierung Darstellungsformen verändert und Inhalte multimedial machen. Die bedeutsame Veränderung der Digitalisierung liegt meiner Einschätzung nach aber darin, wie das Netz als Kommunikationsraum (im Gegensatz zu den klassischen Kommunikationsrampen) das Verhältnis zwischen Storytellern und der Öffentlichkeit verschiebt. Das Verhältnis zwischen Bühne und Publikum wird neu verhandelt, habe ich das in Bezug auf neue Bezahlmodelle genannt.

Um zu verstehen, was das bedeutet, muss man den The Fickle Fame of Twitter betitelten Text lesen, der gestern auf Boing Boing veröffentlicht wurde. Michele Catalano erklärt darin, was es bedeutet, eine Million Follower auf Twitter zu haben und sie beschreibt, wie diese reine Zahl in ihr die Sorge erweckte, plötzlich auf einer Bühne zu stehen und statt wie vorher in einem Kommunikationsraum. Michele ist Autorin, mit dem Netz und seinen Besonderheiten vertraut, sie schreibt auf der Website von Forbes. Das sollte man vielleicht wissen, wenn man ihre Ausführungen nachliest, in denen sie am Beispiel der plötzlich wachsenden Follower-Zahl auf Twitter (sie landete auf der Liste der empfohlenen Nutzer in dem Dienst und erreicht so sehr schnell sehr viele Follower) die genannte Veränderung beschreibt. Drei Ausprägungen will ich dabei herausstellen:

1. Der Zauber des Viralen
Es ist die digitale Variante des alten Rockstar-Traums: Eine Idee, ein Bild oder ein Website geraten plötzlich in den Blick der Weböffentlichkeit und werden von jetzt auf gleich bekannt. Man kann das in Echtzeit beobachten. Bei Michele ist es der Zähler der Twitter-Follower, bei anderen sind es die Seitenzugriffe oder die auf einmal in die Höhe schießenden Verkaufszahlen. In diesen Geschichten steckt das, was ich seit einer Weile im Phänomeme-Blog für die SZ festzuhalten versuche, die zwiespältigen Augenblicke des Webruhms, in denen man merkt, was so gleichgültig wie regelmäßig behauptet wird: das Internet verbindet dein Schlafzimmer mit der ganzen Welt.
In der in Echtzeit messbaren Reaktion steckt ein Kommunikations-Element. Die Webwelt antwortet – mit Masse, mit Klicks. Das ist eine neue digitale Form der Kommunikation. Sie erzeugt einen besonderen Reiz, aber womöglich auch ein gewisses Grauen.

2. Freunde statt Publikum
„Plötzlich hatte ich ein Publikum“, schreibt Michele. Vorher schrieb sie für Freunde und Bekannte. Jedenfalls fühlte es sich für sie so an. Die ständig wachsende Zahl an Followern veränderte dieses Gefühl. Plötzlich schwand das Familiäre, das Gefühl von freundschaflicher Verbundenheit. Dafür erwuchs die Sorge, sich jetzt offiziell quasi amtlich äußern zu müssen. Vermutlich lässt sich dieser Kontrast am besten in der Unterscheidung zwischen einer persönlichen Botschaft einerseits und der Haltung eines Amtsblattes oder Generalanzeigers andererseits festmachen. Die Differenz ist nicht nur für den Leser erkennbar, sondern auch für den Autoren. Michel bringt das in dem Satz zum Ausdruck, in dem sie mit Bezug auf einen anderen Autoren (der mit dem Followerwachstum anders umging) feststellt: „Where @sween stayed true to his voice, I lost mine.“

3. Individuelle statt industrielle Kommunikation
Seiner Stimme treu bleiben, ist vermutlich die beste Zusammenfassung für das, was ich unlängst als Differenz zwischen individueller und industrieller Kommunikation beschrieb. Michele besinnt sich ihrer individuellen Stimme, ihrer persönlichen Färbung und ihres eigenes Humors. Sie verändert ihren Twitter-Namen und kehrt – trotz großer Followerzahl – zurück zu dieser ursprünglichen Idee der Kommunikation im Raum. Mit Erfolg. Der Hauptgrund dafür: Sie kommuniziert. Sie selber nennt das engagement und in der Beschreibung dieses Wandels lässt sich die Bandbreite der Herausforderung ablesen, vor der Storyteller im Netz stehen. Michele schreibt als Antwort auf die Frage, was ihr ursprünglich an Twitter gefallen habe:

Well, it was good for making friends, meeting new people, discovering how many talented people are hanging around the internet, getting to do stuff with some of those talented people, having friends to visit wherever we travel, telling offensive, horrible jokes and letting a million people know when I’ve gotten my period.

There it was. I joined twitter for the conversation, for the ability to connect with people who enjoyed the same warped sense of humor, people who liked hockey and baseball, people who enjoyed talking about music and people who liked to banter back and forth, to engage.

That was it. The engagement. When I got all those followers, I started thinking of myself as a one person twitter stand-up show (albeit one where the audience was often armed with tomatoes) and I forgot about the social engagement.

Wer diese Unterscheidung versteht, wer den Zauber nachvollziehen kann, den Michele hier beschreibt, hat glaube ich verstanden, worin die Veränderung besteht, die Social Media nach sich zieht: Journalisten müssen lernen, was im Englischen to join a conversation heißt.

In Kategorie: Netz

Reden wir über Geld: über Wertschätzung und Wertschöpfung

Ich hatte es vergessen. Ich benutze das iPad nicht so begeistert und vor allem nicht so häufig, dass mir aufgefallen wäre, dass ich vor etwa einem Jahr zwar ein Wired-Abo (US-Ausgabe) abgeschlossen, aber nie eine Ausgabe gelesen hatte. Heute wurde ich daran erinnerte: eine automatische Mail informierte mich über eine Erhöhung des Abo-Preises. „Falls Sie Ihr Abo zu diesem höheren Preis nicht verlängern möchten,“ steht in der Mail, „können Sie die automatische Verlängerung deaktivieren.“ Die Mail kommt nicht von Wired. Sie wurde nicht vom Chefredakteur verfasst und auch nicht vom Vertriebsleiter bei Conde Nast. Sie kommt von einem iTunes-Automaten.

Nicht nur weil es beim Abo-Preis um einen vergleichbaren Betrag geht, musste ich an Andrew Sullivan denken als ich die Mail las. Andrew Sullivan erlangte zu Beginn des Jahres auch bei digital eher uninteressierten Menschen eine gewisse Aufmerksamkeit, weil er sich mit einem ziemlich Knall als Journalist von der früher notwendigen Medienmarke löste. „Daily Dish“ heisst die Marke, die Sullivan (mit seinem Team) selbst erschaffen hat. „Daily Dish“ wird ab Februar auf eigenen Beinen stehen – dank seiner Leser.

Der Kontrast zwischen Wired-Abo und Andrew Sullivan ist vielleicht nur ein zeitlicher Zufall. Ich lese ihn aber als Beispiel für den Wandel, den wir dieser Tage erleben. Es ist ein Wandel in der Art, wie für Journalismus (auch) bezahlt wird. Wir erleben eine sich gründende Bezahlkultur, die einerseits beweist, dass die Rede von der Kostenloskultur nicht konstruktiv ist und andererseits den Gedanken nahelegt: Inhalte werden im digitalen Raum (auch) anders gekauft als im analogen.

Andere haben das schon früher und besser aufgeschrieben, deshalb erlaube ich mir, die vier wichtigsten Schlussfolgerungen aus dem Beispiel Daily Dish zu ziehen und dabei eine These fortzuführen, die ich vor ziemlich genau einem Jahr (vermutlich als ich das Wired-Abo abschloss) am Beispiel von Wikipedia aufgestellt habe: Es wird im Netz sehr wohl bezahlt, aber in einem anderen Kontext.

Den Beweis dafür liefert übrigens keineswegs nur Andrew Sullivan. Die Crowdfunding-Beispiele dieser Tage (ja, vielleicht auch ein wenig mein eigenes) sowie Ansätze wie Marco Arments The Magazine oder John Grubers Mitglieds-Modell bei daringfireball stehen für den beschriebenen Wandel, den man ganz aktuell auch in Deutschland verfolgen kann: in den Einträgen (und vor allem in den Kommentaren) von Markus Beckedahl auf netzpolitik.org aber z.B. auch in der Geschichte des Motorbloggers Hahne.

Das Verhältnis zwischen Bühne und Publikum wird aktuell neu verhandelt. Vielleicht erstmal nur in Nischen und bei Spezial-Themen, die auslösende Veränderung gilt aber auch für den Massenmarkt. Es kann also nicht schaden, dieser Veränderung Beachtung zu schenken: Der Rezipient wird aktiv, Publikation wird zu Kommunikation und Kreativität (als schönerer Oberbegriff für den von Kreativen produzierten Content) wird auch direkt bei Kreativen gekauft – mit Folgen für Kommunikation, Vertrieb und womöglich auch Produktion von Inhalten; auch in Massenmedien.

Vier Beobachtungen:

1. Andrew Sullivan ist mit Daily Dish zu einer eigenen Marke geworden. Klingt alt, muss aber offenbar immer wieder neu verstanden werden. Es sind nicht mehr einzig Medienmarken, die Orientierung im unübersichtlichen Raum liefern. Es sind vor allem Menschen. Menschen, die greifbar sind und die darstellen, was sie tun. Zu häufig noch wird dieser Prozess mit selbstdarstellerischer Eitelkeit beschrieben, zu selten wird das digitale Auftreten wie das in der Kohlenstoffwelt verstanden: Wer sich frisiert und ordentlich anzieht, ist kein Selbstdarsteller. Wer ein paar Grundregeln im Auftreten beachtet, ist nicht eitel. Das gilt für das persönliche Gespräch genauso wie für die digitale Existenz. Anders ausgedrückt: Nur wer für etwas steht, kann seinen Lesern erklären, warum sie ausgerechnet ihm oder ihr Aufmerksamkeit schenken sollen. Und das ist Voraussetzung um überhaupt über Bezahlen im Netz nachdenken zu können.

2. Verkaufen gehört offenbar zum Handwerk: Wer Sullivan oder dem Prinzip Crowdfunding böse will (Lektüre-Empfehlung: dieser Beitrag aus der FAZ), beschreibt es abfällig und womöglich sogar als Betteln. Und es stimmt ja auch: Im direkten Kontakt zum Leser Inhalte anzubieten, heißt auch, sie zu verkaufen. Dafür muss man für etwas stehen und das auch vertreten. Und dafür muss man womöglich auch: Klinken putzen, den Kontakt zu Redaktionen (die womöglich der profesionellen Pressearbeit müde geworden sind und sich genau danach sehnen) suchen und auch zu den Menschen, die am Ende bezahlen sollen. Man muss sich die Mühe machen, ihnen einen Grund zu liefern. Denn das ist ja das Besondere an der aktuellen Situation:

3. Es gibt Menschen, die offenbar bereit sind, auf diese Art für Journalismus zu zahlen. Jahrelang gefiel sich die Branche ein bisschen zu sehr im selbstmitleidigen Wehklagen über die Digitalisierung. Spätestens die Entwicklung der vergangenen Wochen beweist, was man schon vorher gewusst hat: Das hilft nicht. Die kleinen Erfolge zeigen vielmehr, dass Neues möglich ist. Vielleicht in kleinerem Rahmen als gewünscht, vielleicht in Nischen und vielleicht noch nicht nachhaltig. Aber es funktioniert. Und daraus lassen sich Schlüsse ziehen. Der wichtigste ist dieser hier:

4. Industrielle Kreativität wird von individueller Kreativität ergänzt. Womit wir wieder bei dem zu Beginn beschriebenen Wired-Kontrast sind. Die automatisierte Mail vom iTunes-System und der direkte Austausch mit einer greifbaren Person wie Andrew Sullivan – hier zeigen sich zwei sehr unterschiedliche Ansätze im Leserdialog und in der Bezahlbegründung. Diese sind nicht neu. Neu scheint für viele: Die direkte Wertschätzung kann Wert generieren. Wo Menschen ernst genommen werden, wo echter Dialog entsteht, liegt womöglich auch eine Bezahlbereitschaft.

Diesen Dialog muss man lernen. Er war nicht nötig und ja tatsächlich auch nicht möglich zu Zeiten der Publikationsmonopole. Heute gehört er zum journalistischen Handwerk. Er ist Vorraussetzung um Relevanz zu erzeugen, um Begründungen für Wertschätzung zu liefern und er ist vielleicht auch ein Schlüssel für Geschäftsmodelle im digitalen Raum. Vielleicht auch nicht. Man wird es aber nur rausfinden, wenn man sich drauf einlässt.

P.S.: Das zum Einstieg erwähnte Wired-Abo lasse ich übrigens weiterlaufen. Ich mag das Magazin, mir gefallen die Inhalte und die Automaten-Mail war eine gute Erinnerung. Ich schreibe dies, weil der Wert spannender Inhalte natürlich der zentrale Hebel auch für das Verkaufen im Netz bleibt. Wir sollten uns davon jedoch nicht blenden lassen: Es geht auch darum, diesen Wert entstehen zu lassen. Es geht auch darum, diesen Wert zu benennen. Dabei gerät gerade etwas in Bewegung. Das wird eine gute Bewegung sein, wenn es uns gelingt, ihren Rhythmus und ihr Prinzip zu verstehen und aufzunehmen.

Die Ausgaben des Jahres

Wer all die Rück- und Ausblicke*, all die „des Jahres“-Auszeichnungen und Fazit-Texte auf 2012 liest, kommt an dem Wort Zeitungskrise nicht vorbei. Es war auch hier im Blog Thema – damals versuchte ich mit einem Lob auf die Tageszeitung den Blick auf die Stärken des Mediums zu lenken. Der Text wurde breit rezipiert und diskutiert. Einige Male kam dabei die Frage auf, was denn ein solcher selbstbewusster Blick für konkrete Folgen haben könne? Als ich jetzt in den Rückblicks-Strudel geriet, bemerkte ich, dass in der Medienbranche zwar so allerhand ausgezeichnet wird, aber eines der Kernstücke der Tageszeitungsarbeit schlichtweg unter den Tisch fällt: die Ausgabe.

Und dabei zeigt sich in einem Detail, welche Folgen ein veränderter Blick haben kann.

Es gibt Journalisten des Jahres, Interviews des Jahres und Reportagen des Jahres. Wo aber sind die Ausgaben des Jahres? Wo ist die Auszeichnung für diejenige Zustammenstellung, die in den vergangenen Monaten herausgestochen ist – weil sie besonders zusammengesetzt war, weil einzelne ihrer Inhalte sich als prägend erwiesen haben oder weil sie sich einfach durch eine interessante Herangehensweise/Covergestaltung/Gesamtkomposition ausgezeichnet hat?


Ich habe nicht nur keine derartige Auszeichnung entdeckt, mir war es sogar nur mit Aufwand möglich, überhaupt der Ausgaben selber habhaft zu werden. Ich wollte überprüfen, ob diejenigen Ausgaben, die mir in Erinnerung geblieben sind, tatsächlich besonders waren. Ich machte mich auf die Suche nach der SZ-Wochenendausgabe vom 8. September (eine im neuen Layout), in der Hans Leyendecker und Ralf Wiegand über Bettina Wulff und ihr Aufbegehren gegen Google berichteten. Die exklusive Seite3-Geschichte war damals nicht mal Aufmacher der Ausgabe. Ich ergooglte die Titelseite der Ausgabe der Zeit vom 10. Mai, in der sich die Regeners und Kehlmanns dieses Landes ihrer Urheberschaft versicherten (das Feuilleton veröffentlichte damals den Wir sind die Urheber genannten Aufruf), was gar nicht auf dem Titel steht. Dafür wird dort das Merkel-Porträt angekündigt an das ich mich erinnern kann. Schließlich schaute ich (selbstverständlich) nach der FTD-Ausgabe vom 7. Dezember – der finalen, letzten Ausgabe des Blattes.

Drei Schlaglichter auf ein Jahr, in dem man sicher andere Schwerpunkte setzen könnte. Einzig: Wer setzt diese Schwerpunkte? Bei dieser Frage geht es mir nicht um Preise und um Auszeichnungen. Diese sind lediglich Symbol für die Haltung einer Branche. Mir geht es darum, dass wir einerseits beklagen, dass der Leser die Auswahlleistung in einer sich atomisierenden, digitalisierten Welt nicht mehr zu schätzen weiß. Dass wir andererseits genau diese Leistung aber kaum herausstellen. Dass es keinen Preis gibt, liegt ja zunächst mal daran, dass die Branche selber es nicht als preiswürdig ansieht, eine Ausgabe zusammenzustellen. Wobei die Doppeldeutigkeit im Wort „preiswürdig“ durchaus auch auf den Paid-Content-Klang bezogen sein darf.

Jeden Tag gibt es schließlich eine neue Ausgabe und nichts ist älter als die von gestern (an dieser Stelle ein Lob auf die Titelgalerie bei Meedia) – wer mit dieser Haltung Zeitung macht, ist selber nicht davon überzeugt und wird andere nur schwer davon überzeugen können, dass der Wert einer Zeitung nicht nur in ihren Texten liegt. „All the news that’s fit to print“ steht ja nicht deshalb auf der Druckausgabe der New York Times, weil man den Platz nicht anders füllen könnte, sondern weil das „fit“ ein Ausweis der journalistischen Kompetenz ihrer Macher ist. Was man bei der New York Times für printfähig hält, ist eben etwas anderes als bei anderen Blättern. Was man in einer Redaktion für „fit“ hält, ist Grundlage für die langfristige Bindung eines Lesers an die Arbeit der Redaktion – unabhängig vom Verbreitungsweg. Mit etwas Jahresend-Pathos kann man hier von Haltung sprechen, von einem für diese Publikation bestimmenden Blick auf die Nachrichtenlage. Diese Haltung ist das verbindende Element zwischen Leser und Schreiber, dessen Texte lediglich eine Ausdrucksform der Haltung sind. Gestaltung, Titelei und der Kontext stellen ein Gesamtbild her, das vielleicht vergleichbar ist mit der Idee eines Musikalbums. Davon erscheinen das Jahr über auch unzählig viele, dennoch befassen sich Musikkritiker weltweit seit Ende November offenbar mit nichts anderem als Listen mit den „Alben des Jahres“ zu erstellen.

Vielleicht wäre das auch ein für Zeitungsmacher heilsame Ratschlag: die eigenen Ausgaben wichtiger zu nehmen. Und dass sich dabei die zweite, die finanzielle Bedeutung des Begriffs schon den ganzen Text über aufdrängt, zeigt nur, dass wir vor lauter Ausgaben- und Kostenreduzierung viel zu wenig darüber nachdenken, dass es die Ausgaben sind, die den Wert einer Tageszeitung ausmachen.

* Wer sich tatsächlich für interessante Aus- und Rückblicke interessiert: bei Oreilly gibt es eine Erklärung für die Entwicklungen des Jahres 2012 und eine Prognose auf den sich verflüssigenden Journalismus des Jahres 2013

Update zu „Eine neue Version ist verfügbar“

Mein neues Buchprojekt mit dem Titel Eine neue Version ist verfügbar (hier bei Interesse gerne eintragen) nimmt Gestalt an. Deshalb möchte ich einen kurzen Zwischenstand geben, bevor es Anfang Oktober pünktlich zur Buchmesse konkret losgeht.

Eine neue Version ist verfügbar wird ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Ich möchte – gemeinsam mit den Leserinnen und Lesern – ausprobieren, ob man Bücher nicht auch anders schreiben kann. Deshalb wird Eine neue Version ist verfügbar ohne großen Verlag erscheinen, als so genanntes Selfpublishing-Projekt, bei dem die Leserinnen und Leser anders als bei gewöhnlichen Büchern nicht erst am Ende, sondern von Beginn an eingebunden sind: Einerseits weil es als Crowdfunding-Projekt, den üblichen Weg der Finanzierung umdreht (Leser werden vorab um Unterstützung geben), andererseits weil ich die inhaltliche These auch in der Erstellung des Buchs belegen will: Kunst und Kultur werden durch die Digitalisierung flüssig. Wir müssen sie als Software denken, die in Versionen ausgeliefert wird.

In diesen Versionen will ich auch mein Buch ausliefern. Ich will den Entstehungsprozess offenlegen und wo möglich diskutieren. Für all das laufen aktuell die Vorarbeiten. Anfang Oktober sollen diese abgeschlossen sein, dann startet die Crowdfunding-Phase für das Experiment.

Bis dahin ist noch einiges zu tun, aber ich will hier schon mal einen kurzen Zwischenstand geben, weil sich schon rund 250 Menschen auf der Vorschaltseite eingetragen haben und weil ich sogar schon Interviews zu dem Thema geben durfte: Der Schweizer Tagesanzeiger, die TagesWoche aus Basel und on3-radio haben mich zu der Idee befragt und ich freue mich sehr über dieses Interesse.

Wer sich ebenfalls für das Projekt interessiert, ist herzlich eingeladen, dem noch inaktiven Twitter-Account zu folgen und sich auf der Vorschaltseite einzutragen – auch Vorschläge für die Playlist zum Projekt bei Spotify nehme ich gerne entgegen.


Weitersagen und eintragen:
bit.ly/neueversion_signup


Welttag der Gratiskultur

Der 23. April ist der Welttag des Buches. In diesem Jahr wird dieser Tag gemeinsam mit der Idee „Lesefreunde“ begangen. Dabei handelt es sich um eine groß angelegte Aktion des Teilens, Schenkens und Sharens – wie man es im Netz nennen würde: 33.333 Lese-Fans verschenken je 30 Exemplare eines Lieblingsbuchs erklärt die Website der Aktion unter dem Titel „Lesefreunde schenken Lesefreude“. Auf der Hauptseite der Aktion heißt es:

Seien Sie dabei, wenn es um das Verschenken von Lesefreude in Deutschland geht – millionenfach!

http://www.welttag-des-buches.de/de/470021

Das klingt schön: Menschen sind eingeladen, die Freude an einem Buch weiterzureichen – an jeweils 30 Freunde (juristisch würde man hier vermutlich von einer nicht-privaten Weitergabe sprechen). Neil Gaiman hat unlängst erklärt, wie wirkungsvoll derartige Empfehlungen für einen Autoren sein können. Den überwiegenden Teil seiner Fans, erklärte der britische Autor, habe er über Empfehlungen durch deren Freunde bekommen. Jemand reicht ein Buch weiter, empfiehlt einen Autoren oder verleiht einen Titel – so wandert Kultur und wächst. Die Aktion Lesefreunde nutzt diese Kultur des Teilens und Verbreitens auf eindrucksvolle Weise:

Geben Sie als Buch-Schenker ihre Leidenschaft fürs Lesen an Menschen weiter – gerade an die, die wenig, selten oder gar nicht lesen. „Lesefreunde“ will Menschen bewegen, ihr Lesevergnügen zu teilen und weiter zu verbreiten. Zugleich soll mit dem Buchgeschenk eine Einladung ausgesprochen werden, das Erlebnis Lesen für sich neu oder wieder zu entdecken.

In Verbindung mit dem Welttag des Buches wird übrigens auch der Welttag des Urheberrechts begangen. Er soll daran erinnern, wie bedeutsam ein legitimiertes Immaterialgüterrecht für die Gesellschaft ist. Die Aktion Lesefreunde illustriert anschaulich, dass das Teilen von Informationen und das Urheberrecht sich nicht widersprechen müssen. Denn nicht nur bei der oben zitierten Aktion Lesefreunde werden Bücher unentgeltlich verschenkt. Unter dem Titel „Ich schenk dir eine Geschichte“ werden 700.000 Kinder aus über 25.000 Schulklassen „das Verschenkbuch“ (Zitat Börsenverein des deutschen Buchhandels) „Wir vom Brunnenplatz“ erhalten – kostenfrei. Denn auch die grundlegende Idee des Welttag des Buches/Urheberrechts gründet sich auf der Schenk-Kultur: der 23. April ist der Georgstag, auf den sich die Unesco u.a. berief als sie 1995 erstmals Buch- und Urheberrechtstag abhielt. An diesem Namenstags des Heiligen Georg werden in Katalonien übrigens Rosen und Bücher verschenkt – gratis.

In Referenz an ein schönes Internet-Mem ist man geneigt zu fordern: die Welt außerhalb des Web darf nicht länger ein rechtsfreier Raum sein. Oder etwas seriöser: In der Debatte um die Folgen der Digitalisierung wäre schon viel gewonnen, wenn man sich wenigstens bemühen würde offline wie online gleiche Maßstäbe anzulegen.

Vom Wissen der Wichser: zwei Thesen zur Urheberrechts- debatte

Es werden immer mehr. Auf die 51 Tatort-Autoren antworteten 51 Hacker. Auf die angeblich 100 Künstler aus dem heutigen Handelsblatt (Marcel Weiss hat sich die Mühe gemacht, genau nachzuzählen) antworten jetzt im Piratenpad 101 Piraten.

Man könnte also meinen, die Urheberrechts-Debatte käme voran.

In Wahrheit kommt hier nichts voran, hier kommen vor allem Vorurteile heraus. Laut Horizont soll der Filmemacher Volker Schlöndorff im Focus gesagt haben:

„Die Forderung der Piraten läuft auf eine Abschaffung von Kultur und Kreativität hinaus, zugunsten von ein paar instant satisfaction suchenden Wichsern.“

Der Ton, der im Rahmen der Handelsblatt-Aktion (bei Netzpolitik wird dieser Begriff eingeordnet) angeschlagen wird, ist stellenweise kaum feiner. Das ist – wie bei Regeners Wutrede – erstaunlich, denn gerade Künstlern hätte man mehr Sprachgefühl zugetraut. Zudem verrutschen ihnen vor lauter Empörung ein paar Begriffe: ein ntv-Moderator sagt beispielsweise den Satz „Inhalte gibt es nicht gratis“ verrät aber nicht, wo man denn auf der Senderwebsite, in der App oder im frei empfangbaren Programm bezahlen kann. Ein Werber vermischt „Smartshopping und Umsonstkultur“ zu einer so genannten „Bescheißermentatlität“, die er im Programm der Piratenpartei ausgemacht haben will (weitere Beispiele hat Thomas Knüwer zusammen getragen). Da ist man regelrecht froh über die kleinen Lichtblicke in der Sammlung: Renate Künast spricht sich für eine Kulturfaltrate aus, Nadeshda Brennicke outet sich als überzeugte Gegnerin von Acta und „Schriftstellerin und Juristin“ Juli Zeh schenkt mit einem „tatsächlich“ der Debatte einen Hauch von Realitätssinn. Sie schreibt:

Wenn die Foderung der Piraten tatsächlich lauten würde „Alles umsonst für alle“, müsste man dem aufs Schärfste entgegen treten

Womit wir beim Thema wären: Wie lautet die Forderung der Piraten denn tatsächlich? Das kann man zum Beispiel in diesem PDF nachlesen – und nach der Lektüre bleibt die Frage: Warum hat das keiner der Kreativen, die sich um ihren Kopf sorgen, getan?

Juli Zeh (die unlängst im SZ-Magazin über die Piraten schrieb) jedenfalls fordert ein Urheberrecht, das den neuen technischen Bedingungen angepasst ist:

Ich hoffe sehr, dass die Piraten – wie andere Akteure auch – bemüht sind, in diesem Sinn einen Interessenausgleich zu erarbeiten. In der aktuellen Debatte wird häufig an den Problemen vorbeigeredet.

Nach Lektüre der Handelsblatt-Geschichte sind mir zwei dieser Probleme besonders deutlich geworden. Sollte man tatsächlich die Hoffnung hegen, die Debatte auf ein konstruktives Niveau zu heben (hatte heute erstmals den Gedanken, dass es durchaus Leute geben mag, die das bewusst nicht wollen), wäre es schön, folgende zwei Thesen anzuerkennen:

1. Die digitale Kopie ist keine Stimmungsfrage
Die Verwendung des Begriffs Umsonstkultur (bitte bei wirres.net an unterschiedlicher Stelle nachlesen, warum das Unsinn ist) suggeriert, es handele sich um eine besondere Kultur, die durch das Netz Einzug erhalten habe, also um eine neue Haltung, die Menschen angenommen haben seit es das Internet gibt. Diese Annahme ist Kern des ersten Missverständnisses: Denn natürlich hat sich der Mensch nicht durch das Internet verändert, seine Möglichkeiten wurden vielmehr erweitert. Es wird heute genauso geklaut aufgenommen wie zu Zeiten der Kassettenkopie. Die Menschen, die heute digital kopieren, sind genauso verkommen wie die Kassettenjungs und Kassettenmädchen aus Nick Hornbys „High Fidelity“. Neu sind die technischen Bedingungen unter denen dies heute geschieht.
Die digitale Kopie ist eine historische Ungeheuerlichkeit. Sie ermöglicht erstmals in der Geschichte der Menschheit das identische Duplikat eines Inhalts. Diese technische Möglichkeit ist in der Welt. Sie versetzt die Menschen in die Lage, ohne Bezahlung einen Inhalt zu verdoppeln. Das ist Fluch und Segen zugleich – und die Gesellschaft muss dringend eine Lösung für das Dilemma schaffen, in das die digitale Kopie sie gestürzt hat. Diese Lösung kann aber nur auf Basis von Einsicht in die technische Neuerung gefunden werden. Zu suggerieren, für eine Lösung des Dilemmas genüge lediglich eine andere Kultur oder ein moralischer Appell, ist unredlich.

2. Die Realität ist für das Urheberrecht bedrohlicher als die Piraten
Weil manche Piraten den Begriff des geistigen Eigentums ablehnen, folgern viele, sie würden das Urheberrecht abschaffen wollen. Selbst wenn das tatsächlich so im Parteiprogramm stünde, würde mir als Freund des Urheberrechts eine andere Entwicklung viel größere Sorge bereiten: der massive Legitimationsverlust des Urheberrechts. Überspitzt formuliert: Ich befürchte, die Realität wird das Urheberrecht viel eher abschaffen als die Piraten.
Das Urheberrecht braucht eine gesellschaftliche Einsicht in seine Notwendigkeit (wie der Jura-Professor Axel Metzger unlängst anschaulich dargelegt hat). Diese Einsicht schwindet zusehens, wenn Menschen das Gefühl haben, für eine Tätigkeit kriminalisiert zu werden, die sie als alltäglich ansehen bzw. die so selbstverständlich geworden ist, dass man sie kaum vermeiden kann. Die Kosten, die die Gesellschaft aufbringen müsste, um Menschen das digitale Kopieren langfristig tatsächlich zu untersagen (und dieses Verbot auch durchzusetzen), sind enorm. Wer dem mit einer Verschärfung der Strafen begegnen will, wird eher den Widerstand gegen diese Gesetze fördern als die Einsicht in ihrer Notwendigkeit. Die beiden Schweizer Wirtschaftswissenschaftler Guy Kirsch und Volker Grossmann haben das Dilamma unlängst in der in der FAZ so auf den Punkt gebracht: „Gesetze aber, die dem Rechtsempfinden zuwiderlaufen, sind auf die Dauer nicht durchzusetzen; mehr noch: Sie zerstören den Glauben an die Gesetzlichkeit.
Wie man diesen Glauben stärken kann, kann man z.B. beim Gerd Hansen nachlesen, der in seiner Promotion Warum Urheberrecht? der Legitimationskrise des Urheberrechts nachgeht und eine stärkere Nutzerzentrierung als Ausweg vorschlägt.

Die digitale Kopie wird nicht verschwinden. Die Digitalisierung wird nicht zurück gehen. Wir müssen sie als technische Möglichkeit und Herausforderung akzeptieren – und auf dieser Basis neue Modelle entwickeln (meine Sympathie für die Kulturflatrate habe ich schon formuliert). Florian Steglich hat darauf hingewiesen, dass der Platz, den das Handelsblatt heute den einseitigen Stellungsnahmen eingeräumt hat, dafür sehr geeignet gewesen wäre. Aber vermutlich ging es bei der Aktion (die übrigens selber eine kopierende Referenz an den Stern des Jahres 1971 sein will) auch gar nicht um das Entwickeln neuer Ideen.

Ab jetzt wird alles easy

Über 10.000 Menschen gefällt das: Der Stuttgarter Rapper Cro ist auf Platz 2 der Deutschen Singlecharts eingestiegen – mit einem Song, den man vorher kostenlos aus dem Netz laden konnte: Easy


Tonspion urteilt: „Ein Riesenerfolg für einen Neuling ohne offizielles Album und große Marketingmaschine im Rücken. Das dazugehörige Video kann mittlerweile acht Millionen YouTube-Klicks aufweisen.“