Alle Artikel mit dem Schlagwort “crowdfunding

loading: Tiny House

Zurück zur Natur – mit Crowdfunding. So könnte man das Projekt von Judith Anger vom WildnisKulturHof überschreiben. Sie hat den loading-Fragebogen ausgefüllt.

Was machst du?
Ich betreibe den WildnisKulturHof im Südburgenland, Österreich, damit Menschen autarkes Leben und Selbstversorgung in wilder Natur erfahren können – jetzt bauen wir ein Tiny House zum Wohnen, um zu zeigen, dass Minimalismus und Reduktion auf das Wesentliche Freiheit bedeuten kann. Dafür crowdfunden wir momentan auf WeMakeIt

Warum machst du es (so)?
Weil die Zeit mehr als reif ist. Weil ich den Menschen zeigen will, dass es möglich ist und weil ich es selbst erfahren habe. Zurück zur Natur ist nicht nur ein Satz – es ist eine wichtige Lebenshaltung.

Wer soll das lesen?
Jeder, der auf der Suche nach dem Sinn des Lebens ist, Entschleunigung, Ursprünglichkeit und Reduktion sucht und den Genuss der Einschränkung und des bewussten Verzichtes entdecken will.

Wie geht es weiter?
Das Projekt wächst und wächst – täglich werden mehr Menschen auf uns aufmerksam – nach dem Tiny House Bau planen wir einen autarken Energiewagen aufzustellen. Und den ersten WildnisKultur-Erdäpfelacker gibt es heuer auch noch!

Was sollten mehr Menschen wissen?
Dass einfaches Leben den Genuss der Freiheit und Eigenverantwortung bietet.

Das Tiny-House-Projekt auf We Make It unterstützen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe, den man auf Kindle, iPhone/iPad und tolino lesen kann. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort „loading“ in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:


loading: Der Kontext

Regelmäßige Leser*innen des Blogs wissen: ich habe große Sympathie für Kontext. Allein deshalb habe ich mit Interesse zugehört als ich vor ein paar Wochen Julia Köberlein und Bernhard Scholz traf, die für die Seite Der Kontext verantwortlich sind. Seit dieser Woche sind sie mit ihrem besonderen Projekt auf Startnext. Grund genug, ihnen den loading-Fragebogen zu schicken. Bernhard hat ihn beantwortet.

Was macht ihr?
Das interaktive Hintergrundmagazin „Der Kontext“. Es ist ein digitales Magazin für Hintergrundinformationen zu aktuellen Themen. Für dieses Magazin haben wir eine Plattform entwickelt, die dem Leser Fakten und Zusammenhänge an der Oberfläche und tiefer im Magazin Hintergründe und Experteninterviews bietet. Das Magazin ist wie ein digitales Navigationssystem bedienbar – jeder kann seinen eigenen Zugang finden.

Warum macht ihr es (so)?
Die Motivation für das Magazin kommt aus dem eigenen Gefühl, die großen Themen des aktuellen Zeitgeschehens nicht mehr zu verstehen. Zwar werden wir ständig mit immer noch aktuelleren Informationen bombardiert, aber die Zusammenhänge und Hintergründe kann ich mir daraus nur schwer erschließen. Dazu muss man sein eigener Redakteur sein – das ist schwierig und zeitaufwändig. Die Ausgangsfrage für das Projekt war daher: Welche Inhalte und welche Vermittlungsarten optimal geeignet sind, um solche Informationskomplexe verständlich zu vermitteln.
Unser Ansatz fußt auf zwei Erkenntnissen: Zum einen haben wir große, komplexe Themen betrachtet und gesehen, dass sie über einen längeren Zeitraum gewachsen sind, sich Handlungsstränge verwoben haben und daher vieles miteinander in Beziehung steht. Diese vernetzte Struktur haben wir als Ausgangspunkt genommen und bedienbar gemacht. Und zum zweiten sind wir von Anfang an mit potentiellen Lesern im Kontakt und haben das Magazin sehr eng mit ihnen entwickelt, viel getestet, Feedback geholt und alles auf den Prüfstand gestellt.

Wer soll sich dafür interessieren?
Wir sprechen Leser von digitalen Nachrichten an. Unseren Leserkreis konnten wir schon sehr weit einschränken, indem wir mit Tests geklärt haben, wer sich überhaupt für aktuelle Themen interessiert und hier ein Defizit in der Nachrichtenlandschaft spürt. In erster Linie sind das eher junge Menschen, die einen Hochschulhintergrund haben, sich eine fundierte Meinung bilden wollen und sich mehr Hintergrund sowie Perspektiven zu den großen Themen wünschen.

Wie geht es weiter?
Zunächst läuft jetzt das Crowdfunding. Anschließend legen wir mit der Themenproduktion los und können schon sehr bald die ersten Themen anbieten. Parallel verbessern und erweitern wir die Technik, eine feste Kern-Redaktion wird nach und nach aufgebaut. Außerdem können wir später die dem Magazin zugrunde liegende Plattform als Whitelabel Version anbieten und damit das Magazin quer finanzieren, falls wir anfangs nicht genug Abonnenten finden.

Was sollen mehr Menschen wissen?
Komplexe Themen sind oft sperrig und schwer zu begreifen – es kann aber unglaublich spannend sein, sich mit ihnen zu beschäftigen. Deshalb bieten wir einen neuen Zugang und werden unterschiedlichste Inhalte anbieten. Vom Faktenartikel über Hintergrundwissen bis hin zu Romanausschnitten und Songtexten. Damit soll es Spaß machen, sich tiefgründig über Themen zu informieren.

>>>> Hier Der Kontext auf Startnext unterstützen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe, den man auf Kindle, iPhone/iPad und tolino lesen kann. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort „loading“ in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:


Love-Game: Süddeutsche Zeitung Langstrecke

In der 15ten Ausgabe des „Press Publish“-Podcast vom Nieman Lab spricht Matt Thompson vom Atlantic über ein Begriffspaar, das das Publizieren im digitalen Zeitalter sehr stark prägen wird. Medien, erzählt er etwa ab Minute 32, sollten beim Blick aufs Publikum auf den Unterschied zwischen Reach und Love achten (ich hab das mal sehr grob übersetzt):

Einerseits gibt es die reine Masse oder Reichweite und auf der anderen Seite gibt es Liebe. Beide sind bedeutsam für Medien. Ich spreche über das Verhältnis zwischen Reichweite und Liebe die ganze Zeit, fragen Sie mal meine Kollegen. Aber ich glaube, dass man als Medium beides bedienen muss: Man hat das Spiel um Reichweite und jenes um Liebe. Es geht um das große Megafon, mit dem man möglichst viele Menschen ansprechen kann. Es geht aber auch um Liebe. Kurzfristig kann man das vielleicht eher ausblenden, langfristig ist die Loyalität aber sowas wie das Ersparte auf der hohen Kante. Ein enges Verhältnis zwischen Medium und Leser aufzubauen ist eines der stärksten Prinzipien im Internet. Man kann das an zahlreichen Beispielen illustrieren – von Patreon bis Kickstarter. Ich glaube, dass das Love-Game wirklich interessant ist.

Ich teile Thompsons Einschätzung – und glaube, dass eine wichtige Herausforderung fürs Publizieren in der vernetzten Welt darin liegt, die Verbindung zwischen Kunden und Produzenten, zwischen Lesern und ihren (Lieblings-)Medien nicht zu übersehen. Wer sich einzig auf die Reichweiten-Versprechen der großen Netzwerke verlässt, wird vermutlich nicht in die Lage kommen, das zu spielen, was Thompson „Love-Game“ nennt.

Ich musste an Thompsons Analyse und seine Begrifflichkeiten denken, als ich dieser Tage die jüngste Ausgabe von Süddeutsche Zeitung Langstrecke in den Händen hielt, das Longreads-Magazin, das ein kleines Team bei der SZ Anfang des Jahres auf Startnext in den Markttest führte und das ab morgen an allen Bahnhöfe und Flughäfen des Landes am Kiosk liegt. Ein Herzensprojekt* (kann man diesen Aspekt auch als Love-Game übersetzen), das auf eine loyale Leserschaft setzt, auf eine enge Bindung – und das genau dadurch spannend wird, nicht wegen der reinen Reichweite, nicht wegen der Masse.

Was ich sagen will: Ich glaube, dass tatsächlich eine Herausforderung darin liegt, abseits der reinen Reichweite über Loyalität nachzudenken (um den Begriff Liebe hier mal zu vermeiden) und womöglich auch über die Frage wie diese mess- und greifbar wird. Der reine Klick hilft da als Kriterium jedenfalls nicht weiter…

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*weils mir wirklich am Herzen liegt: Wer die Ausgaben des Jahres 2016 bestellen will, kann das hier tun!

loading: Tilman Rammstedt und Morgen mehr

Bücher sind mehr als fertige, abgeschlossene Produkte. Zu jedem Buch gehört auch immer ein Entstehungsprozess, der spannend und in jedem Fall einzigartig und unkopierbar ist. In „Eine neue Version ist verfügbar“ habe ich diesen Gedanken aufgeschrieben und deshalb freue ich mich, wenn ein großer deutscher Verlag jetzt ein Buch veröffentlicht, das seinen Entstehungsprozess öffentlich macht: „Morgen mehr“ ist der neue Roman von Tilman Rammstedt – und es ist ein spannendes Crowdfunding-Projekt aus dem Hanser-Verlag.

Verlagschef Jo Lendle hat dazu den loading-Fragebogen beantwortet

Was macht ihr?
Tilman Rammstedt schreibt seinen neuen Roman – und erstmals ist es möglich, ihm täglich dabei zuzuschauen: Jeden Morgen bekommen Abonnenten zugeschickt, was am Vortag entstanden ist, zum Mitlesen oder als vom Autor eingelesenes Hörstück.

Warum macht ihr es (so)?
Es verkürzt so vergnüglich die Zeit bis zum Erscheinen des Buches. Und die täglichen Lieferungen steigern hoffentlich Neugier, Nähe & Nervosität.

Wer soll sich dafür interessieren?
Literaturfreunde. Abenteuerfreunde. Menschen, denen Daily Soaps nicht länger genügen.

Wie geht es weiter?
Am 11. Januar beginnt Tilman Rammstedt zu schreiben. Dann gnade ihm Gott. Oder uns.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Die Zeit zwischen Abo-Abschluss und Schreib-Start kann man erbaulich mit dem Lesen von Tilman Rammstedts bisherigen Büchern oder seinen Beiträgen auf Freitext verbringen.

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>>> Hier Morgen mehr als Romanabo auf Startnext kaufen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe, den man auf Kindle, iPhone/iPad und tolino lesen kann. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort „loading“ in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:


loading: Aquabook

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Ein Buch zum Trinken – so lässt sich das Konzept von Aquabook zusammenfassen, das David Ziegler und Felix Durst gerade auf Kickstarter vorstellen. Ihr Buch ist in Wahrheit eine Flasche, die im Buchformat daher kommt. Weil mich Crowdfunding-Themen interessieren, ich Sympathie für Bücher habe (und noch immer über den Bierverlag nachdenke) habe ich den beiden Aquabook-Startern den loading-Fragebogen geschickt.

Was macht ihr?
Wir stellen eine individualisierbare Trinkflasche im DIN A5 Format her.

Warum macht ihr es (so)?
Weil in unserer (Arbeits)Welt vieles rechteckig ist! Notebooks, Unterlagen und iPads werden in Aktentaschen, Messengerbags oder kleinen Rucksäcken transportiert und da ist für runde Flaschen kein Platz. Dieses Problem lösen wir mit dem aquabook. Dass es dabei, im Gegensatz zu anderen Flaschen, auch noch gut aussieht und einen Nachhaltigkeitsgedanken in sich trägt, kommt als Extrapunkt „on top“.

Wer soll sich dafür interessieren?
Ganz praktischerweise Menschen, die das eben beschriebene Platzproblem haben. Aber auch diejenigen, welche Wert auf gutes Design im Alltag legen, Nachhaltigkeit nicht als Option sondern als Voraussetzung betrachten und ihren persönlichen Stil gerne in ihren Gadgets wiederfinden, sollten sich das aquabook einmal genauer ansehen.

Wie geht es weiter?
Erst einmal konzentrieren wir uns voll und ganz auf unsere Kickstarter Kampagne. Danach wird das aquabook in unserem eigenen Onlineshop aber auch offline erhältlich sein. An diversen Kooperationen und Vertriebsmöglichkeiten arbeiten wir ständig.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Leitungswasser ist das bessere Wasser und PET Flaschen (besonders Einwegflaschen) sind, wenn man einmal wirklich darüber nachdenkt, heutzutage nicht mehr tragbar.

>>>> Hier das aquabook auf Kickstarter unterstützen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe, den man auf Kindle, iPhone/iPad und tolino lesen kann. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort „loading“ in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:


loading: Nach Bern

Ronnie Grob ist einer der bekanntesten Kuratoren im deutschsprachigen Digitaljournalismus. Erst vor kurzem hat er die Rubrik 6vor9 im Bildblog abgegeben (für die er fast neun Jahre lang Inhalte gefiltert hat) und im Abschiedsinterview angekündigt: „Ich werde also wieder mehr Zeit zum Schreiben haben.“ Für dieses Schreiben bittet er jetzt um Unterstützung: Mit Hilfe der Schweizer Crowdfunding-Plattform WeMakeIt will er sich nach Bern schicken lassen.

Zu diesem besonderen Blog-Projekt hat er den loading-Fragebogen beantwortet.

Was machst du?
Meine Idee ist es, auf der Website NachBern.Ch über den Wahlkampf um die Schweizer Parlamentswahlen am 18. Oktober 2015 zu bloggen. Und zwar sechs Wochen lang: Zunächst will ich drei Wochen lang die bereits gewählten Parlamentarier im Berner Bundeshaus beobachten. Danach will ich kreuz und quer durch die Schweiz reisen und den Wahlkampf der verschiedenen Kandidaten und in den verschiedenen Landesteilen verfolgen.

Warum machst du es (so)?
Die Schweiz hat ja ein Miliz-Parlament und keine staatliche Parteienfinanzierung. Das heisst, es sind grundsätzlich Privatpersonen mit Jobs, die sich für einen Sitz im Parlament bewerben und keine Berufspolitiker. Und der Wahlkampf muss mehrheitlich aus eigenen Mitteln, nicht aus öffentlichen Zuschüssen betrieben werden. So werde ich wohl eher weniger auf perfekt inszenierte Shows treffen, sondern mehr auf Menschen, die sich bemühen.

Als Beispiel dienen können diese beiden, am 30. Juli 2015 veröffentlichten Wahlkampfsongs von Grünliberalen und von der SVP:


Mich fasziniert das einzigartige politische System der Schweiz enorm. Und mal sechs Wochen lang genau hinzuschauen, wie Schweizer Parlamentswahlen funktionieren, das wollte ich schon vor vier Jahren. Jetzt unternehme ich einen ernsthaften Versuch, das zu finanzieren.

Wer soll sich dafür interessieren?
Am ehesten interessiert werden wohl Schweizer sein. Mitlesen sollte aber jeder, der sich für Politik, insbesondere für Demokratie interessiert.

Wie geht es weiter?
In den ersten 24 Stunden wurden bereits 26 Prozent der geforderten Summe gespendet. Das motiviert sehr, aber das Ziel ist erst am 28. August 2015 erreicht. Sollten wider Erwarten deutlich mehr als 10’000 Franken zusammenkommen, will ich versuchen, mein Angebot zu erweitern.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Wie hervorragend ein politisches System funktionieren kann mit Direkter Demokratie und mit nur wenigen Berufspolitikern.


>>> Hier Ronnie Grob Nach Bern schicken

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe, den man auf Kindle, iPhone/iPad und tolino lesen kann. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort „loading“ in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:

Crowdfunding für kreative Gründerinnen

Am Samstag werde ich in Karlsruhe über Crowdfunding sprechen. Beim Kongress für kreative Gründerinnen und Gründer geht es um die Möglichkeiten der neuen Bezahlformen im digitalen Raum. Unter der Mail k3@kultur.karlsruhe.de kann man sich noch anmelden.

Wer sich für das Thema interessiert, kann auch das Fazit Ernst-Jan Pfauth von De Correspondent nachlesen, der sechs Regeln für erfolgreiches Crowdfunding aufgeschrieben hat (via David Bauer)

1. Don’t ask what the crowd can do for you, ask what you can do for the crowd
2. Find the right ambassadors
3. Start a movement, not a publication
4. Don’t worry about the final product (just yet)
5. Pick perks that fit your mission
6. Manage expectations from day one

Mehr zum Thema auch in dem Buch 22 1/2 Schritte zu erfolgreichem Crowdfunding.

Social Media auf der nächsten Ebene – mein Langstrecke-Crowdfunding-Fazit

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Warum wir eine neue Vorstellung davon brauchen, was Crowdfunding ist: ein vermutlich genauso mächtiges Werkzeug wie Social Media.

In 24 Stunden endet ein Experiment, von dem man mir noch vor wenigen Monaten sagte, es sei unmöglich: Ein Verlag, der auf einer Crowdfunding-Plattform ein neues Produkt anbietet – das galt vielen als undenkbar. Mir haben die vergangenen Wochen mit „Süddeutsche Zeitung Langstrecke“ auch deshalb so viel Freude gemacht, weil sie bewiesen haben: Knapp 1000 Leser (fast 800 bei Startnext und über 200 im SZ-Shop) halten es nicht für unmöglich, das Magazin (eines Verlages) zu kaufen, das es noch gar nicht gibt. Es ist im Gegenteil sogar möglich, dass in einem solchen Magazin vorab Anzeigen gebucht werden.

Allein auf Startnext sind so über 33.000 Euro vorab zusammengekommen. Ob das viel oder wenig Geld ist, sollen andere beurteilen. Ich finde interessant, dass es möglich ist, auf diese Weise und auf einer Plattform wie Startnext neue Produkte zu testen und zu verkaufen. Da das Team von Startnext unser Experiment von Anfang an betreut hat und uns auch darin bestätigt hat (vielen Dank!!), will ich das Langstrecke-Finale zu einem kleinen Crowdfunding-Fazit nutzen. Ich glaube nämlich, dass wir einen neuen Begriff für diese Art des Bezahlens brauchen – oder dass wir zumindest darüber nachdenken sollten, die allgemeine Vorstellung dessen, was Crowdfunding ist, zu verändern.

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Es geht – wie zu Beginn von Langstrecke geschrieben – nicht mehr nur darum, dass Produzenten und Konsumenten gemeinsam ein Ziel erreichen, das für jeden allein unerreichbar wäre. Dieser Aspekt, der gemeinhin als Bitten zusammengefasst wurde, wird mehr und mehr ergänzt um ein grundsätzlich verändertes Verhältnis zwischen Produzenten und Konsumenten. Sie treten in einen Dialog, sie sprechen vorab miteinander, sie erleben gemeinsam einen Prozess statt nur ein Produkt zu ver-/kaufen. Jerry Needle, der bei der großen amerikanischen Plattform IndieGoGo für Marketing zuständig ist, hat kürzlich davon gesprochen, dass Crowdfunding die gleichen Folgen haben wird wie das Aufkommen von Social Media vor zehn Jahren. Seine These:

„Where social media allowed people to share and communicate, allowing things to happen through communication, crowdfunding has added a commerce element, so that people aren’t just sharing ideas but to actually raise money for them to make them a reality.“

Needle prognostiziert, dass in ein bis zwei Jahren Crowdfunding fester Bestandteil jeder Agenturarbeit sein wird – weil ganz selbstverständlich auch große Unternehmen, die Optionen nutzen werden, die in dieser neuen Kommunikation mit möglichen Kunden liegt. In dem kurzen Interview bei Mashable zeigt Needle wie der Elektronikkonzern Philipps auf diese Weise Innovation im Unternehmen vorantreiben will. Auf Startnext gibt es ein Beispiel des Energieversorgers EnBW, bei dem der Solarschirm Dalia via Crowdfunding produziert werden sollte. Der Sonnenschirm, der Solarzellen in sich trägt, hat sein Ziel von 50.000 Euro nicht erreicht – und vermutlich war das für EnBW sehr lehrreich.

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Jetzt könnte man sich fragen, ob man beim drittgrößten Energieunternehmen Deutschland tatsächlich um 50.000 Euro für die Produktion eines Sonnenschirm bitten muss – oder man folgt der Perspektive von Jerry Needle und erkennt, dass das Unternehmen hier quasi in einem Markttest mehr Erkenntnis gewonnen hat als man an der bloßen Summe von 13.615 Euro erkennt, die auf der Startnext-Seite steht.

Als die heute großen Social-Media-Plattformen aufkamen, wurden die ersten Nutzer verlacht oder zumindest naserümpfend angesehen. Ähnlich verhält es sich gerade mit dem allgemeinen Blick auf das Phänomen „Crowdfunding“, es wird als Randthema wahrgenommen. Als eine Bezahlmethode für diejenigen, die es im klassichen Betrieb nicht schaffen. Ich glaube, dass dies ein Trugschluss ist. Die Vorstellung von Crowdfunding wird sich in den nächsten Jahren radikal verändern. In seinem Jahresrückblick rechnete die Plattform Kickstarter vor, dass 2014 minütlich 1000 Dollar über die Plattform gezahlt wurden. Das ist viel Geld – und in jedem Fall ausreichend viel Geld, um das Interesse am Crowdfunding bei Menschen zu wecken, die sich mehr für Geld als für Naserümpfen interessieren. Was ich meine: Vermutlich hat Jerry Needle nicht unrecht, wenn er die Optionen aufzeigt, die im Crowdfunding liegen.

Wer sich für Crowdfunding interessiert, kann diesen Ratgeber, den ich zum Thema geschrieben habe, lesen und hier den loading-Newsletter abonnieren, in dem ich spannende Crowdfunding-Projekt vorstelle:


loading: Deine Korrespondentin

„Wir wollen Frauen in den Mittelpunkt rücken“, schreiben die Macherinnen von Deine Korrespondentin auf Startnext. Mit dem Crowdfunding-Projekt wollen sie die Arbeit von Korrespondentinnen sichtbarer machen – und bitten um die Unterstützung der Community.

Pauline Tillmann hat den loading-Fragebogen beantwortet. Sie hat bereits Crowdfunding-Erfahrung – und berichtet davon auch in „22 1/2 Schritte zu erfolgreichem Crowdfunding“.

Was macht ihr?
Wir werben auf Startnext für ein neues Webportal names „Deine Korrespondentin“. Unser Claim: „Von Frauen. Über Frauen. Für alle.“ Das heißt, wir wollen Frauen in den Mittelpunkt unserer Berichterstattung rücken. Darüber hinaus wollen wir die Sichtbarkeit von Korrespondentinnen erhöhen. Wir wollen zeigen, welche bemerkenswerte Arbeit deutsche, österreichische und schweizerische Journalistinnen zwischen USA und Afrika heutzutage leisten.

Warum macht ihr es (so)?
Wir haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Stiftungen angeschrieben, aber leider haben nur Absagen kassiert. Crowdfunding ist eine gute Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu generieren und Geld einzusammeln. Außerdem ist uns bei „Deine Korrespondentin“ das Feedback der Crowd extrem wichtig. Wir wollen in Dialog treten mit einem interessierten Publikum und eine eigene Community aufbauen – auch das ist mit Hilfe von Crowdfunding möglich.

Wer soll sich dafür interessieren?
Alle! Unsere Zielgruppe sind Frauen und Männer.

Wie geht es weiter?
Wenn wir die Pitching-Summe von 5.000 Euro bis zum 16. März zusammenbekommen, werden wir eine Webseite mit einer Bezahlschranke in Auftrag geben. Darauf wird es dann ab 4. Mai die ersten Texte, Fotos, Audios und Videos zu sehen geben. Die ersten zwei Artikel sind kostenfrei, danach greift das Bezahl-Abo für zehn Euro im Monat. Dafür bekommt man von den Korrespondentinnen jeden Monat zehn neue, spannende Geschichten. Wir wollen nicht die Masse erreichen, sondern ein Nischenpublikum. 500 Internetnutzer, die von unserer Idee begeistert sind, würden uns schon reichen.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Wir sollten aufhören zu reden und anfangen zu machen. Und: Habt keine Angst vorm Scheitern!


>>>> Deine Korrespondentin auf Startnext unterstützen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe, den man auf Kindle, iPhone/iPad und tolino lesen kann. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort „loading“ in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:

loading: Leerstandsmelder

Der Leerstandsmelder braucht technische Verbesserung – deshalb haben die Macher ein Crowdfunding-Projekt auf Startnext ins Leben gerufen. Sarah Oswald hat dazu den loading-Fragebogen beantwortet.

Was macht ihr?
Leerstandsmelder.de schafft Transparenz über die Leerstandssituation in mittlerweile 29 Städten. Er ist ein kollektiver und frei zugänglicher Datenpool für leerstehende Räume. Leerstandsmelder hat sich seit seinem Start im Dezember 2010 als ein starkes Instrument und bedeutendes Argumentationsmittel für eine andere Stadtentwicklungspolitik in zahlreichen Städten entwickelt. Er möchte Transparenz über die Leerstandssituation schaffen, neue Möglichkeitsräume aufzeigen, Interessierte vernetzen und schließlich einen sozial gerechteren und nachhaltigeren Umgang mit dem räumlichen Potential von Leerständen anregen.

Warum macht ihr es (so)?
Leerstandsmelder setzt auf kollektives Wissen. Nach dem Prinzip des Crowdsourcings werden Meldungen über Leerstände auf der Plattform von unterschiedlichen Menschen zusammengetragen, kommentiert und aktualisiert.
Damit ist der Datenpool unabhängig von kommunalen Informationskanälen. Leerstandsmelder.de wird ehrenamtlich und ohne Gewinninteressen betrieben. Er wird dezentral verwaltet: In jeder der 29 aktiven Städte ist jeweils eine lokale Gruppe für den örtlichen Leerstandsmelder verantwortlich. Dieses nicht-hierarchische Prinzip unterstützt, dass lokales Wissen einfließen, örtliche Netzwerke aktiv in den Prozess treten und Leerstände besser verifiziert werden können.
Ein Überblick auf die Leerstandssituation ist ein medienwirksames Druckmittel gegenüber der Stadtentwicklungspolitik und EigentümerInnen. Gleichzeitig wirkt Leerstandsmelder.de als Informationsquelle für autonomes Handeln mobilisierend: Die Kenntnis über leerstehende Räume ruft Ideen hervor und aktiviert Menschen sich für die Öffnung und Wiedernutzung von Räumen zu engagieren.

Wer soll dabei mitmachen?
Zu den Zielgruppen gehören alle, die sich für die Entwicklung ihrer Stadt interessieren und sie mitgestalten möchten. Leerstandsmelder.de spricht insbesondere Menschen an, die sich für Denkmalpflege, Subkultur, Architektur, Nachnutzungen, eine Stadt für alle, eine Stadtplanung von unten und Partizipation interessieren und Leerstand bei gleichzeitiger Raumknappheit und steigenden Mieten für ungerecht halten.

Wie geht es weiter?
Nach vier Jahren braucht Leerstandsmelder.de dringend technische Überarbeitungen, um die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen und weiter zu wachsen. Außerdem möchten wir eine Leerstandsmelder-App entwickeln, damit künftig Leerstände direkt von unterwegs gemeldet werden können. Diese Erweiterungen können wir ausnahmsweise nicht ehrenamtlich leisten: Bisher wird Leerstandsmelder.de komplett über den Gängeviertel e.V. aus Spenden finanziert und von mehr als zwei Dutzend lokalen Gruppen ehrenamtlich unterstützt und betrieben. Für die anstehenden technischen Erweiterungen sind wir allerdings auf das Know-How von professionellen Programmierern angewiesen, die fair bezahlt werden sollen.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Es gibt mehr Leerstand in jeder Stadt als gedacht, auch in Städten mit einem angespannten Immobilienmarkt. Leerstandsmelder.de ist ein erster Schritt für einen Richtungswechsel im Umgang mit der urbanen Ressource Raum.

/// Hier kann man das Projekt direkt auf Startnext unterstützen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe, den man auf Kindle, iPhone/iPad und tolino lesen kann. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort „loading“ in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren: