Alle Artikel in der Kategorie “Politik

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loading: Mehr Missy

Mehr online, mehr Heft, mehr Veranstaltungen versprechen die Macherinnen des Missy-Magazines auf Startnext.com/MehrMissy. Wer “Mehr Missy” wünscht, kann das “deutschsprachige Popkulturmagazin mit feministischer Attitüde” bis Ende Mai dort unterstützen.

Missy-Chefredakteurin Katrin Gottschalk, die gerade auch Vocer ein Interview gegeben hat, hat den loading-Fragebogen beantwortet.

Was macht Ihr?
Wir haben gerade die Crowdfunding-Aktion für „Mehr Missy“ bei Startnext gelauncht. Unser erstes Finanzierungsziel sind 35.000 Euro für die Umstrukturierung unserer Website. Dabei geht es vor allem um die Entwicklung eines nachhaltigen Finanzierungsmodells. Eine wichtige Säule wird dabei der „Club Missy“ sein, in dem alle, die unser Crowdfunding unterstützen, bereits jetzt Mitglied werden.

Warum macht Ihr es (so)?
Weil „Mehr Missy“ für die Crowd ist, also unsere LeserInnen. Missy erscheint seit 2008 alle drei Monate als gedrucktes Heft. Im Gegensatz zu anderen Popkulturmagazinen sind unsere Anzeigenverkäufe solide, aber bei Weitem nicht ausreichend. Gleichzeitig konnten wir ohne große Werbekampagnen unsere AbonnentInnenzahl und Auflage erhöhen. Missy gibt es, weil viele Menschen daran glauben und wollen, dass es uns weiter gibt – und wir präsenter sind. Dieser Wunsch wird von unseren LeserInnen immer wieder an uns heran getragen. Gerade, weil gewisse Themen, mit denen wir uns bei Missy schon seit sieben Jahren beschäftigen, immer breiter diskutiert werden – von #GamerGate bis Genderwahn. Um aber im Netz mitmischen zu können, müssen wir mehr Zeit investieren, die wir aufgrund unserer bisherigen Arbeitsstrukturen nicht haben. Deshalb brauchen wir eine Startfinanzierung, um „Mehr Missy“ online möglich zu machen. Um dort Debatten anzustoßen, diversere Meinungen zu integrieren und eine größere Vielfalt an Themen zu bearbeiten.

Wer soll das unterstützen?
Alle, die unsere Arbeit schätzen und ein Interesse daran haben, dass es Missy auch weiterhin geben kann. Missy steht für eine klare Haltung: Filme, die wir vorstellen, haben Frauenrollen mit mehr als nur passiver Schönheit zu bieten. Wir gehen in keinem Text davon aus, dass alle Menschen heterosexuell lieben. Wir geben keinen einzigen Diättipp. Überhaupt denken wir nicht, dass unsere LeserInnen sich selbst optimieren müssen. Und wir stehen für wichtige Debatten. Wir rufen nicht pauschal, Prostitution müsse verboten werden, sondern sprechen mit SexarbeiterInnen über ihre Erfahrungen. Wir veröffentlichen keine Texte, die Feminismus einfach als „eklig“ bezeichnen, sondern diskutieren lieber verschiedene Ansätze, wie wir in einer gerechteren Welt leben können.

Wie geht es weiter?
Wir stecken jetzt erst einmal all unsere Energie in das Crowdfunding. Die Aktion läuft noch bis zum 29. Mai. In diesen sechs Wochen wird noch viel passieren: Wir sind etwa Co-Veranstalterinnen einiger Programmpunkte beim taz.lab am 25. April in Berlin, unsere nächste Ausgabe erscheint am 11. Mai und die passende Party dazu ist am 13. Mai im Südblock in Berlin. Wir geben also alles, um zu zeigen: Wir machen interessante Veranstaltungen, wir machen ein unterhaltsames und gleichzeitig politisches Heft und wir können auch eine Website machen, die genau so funktioniert. Wir brauchen nur die Starthilfe unserer Fans, um das Ganze auf sicherere Beine zu stellen.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Der Vorteil von „Mehr Missy“ ist, dass sich unsere UnterstützerInnen sicher sein können, dass bei erfolgreicher Finanzierung auch genau das dabei heraus kommen wird: mehr Missy. Mit dem Pop, der Politik und den Perspektiven, die seit 2008 dazu gehören. Ein guter Deal, wie wir finden.

>>> Mehr Missy auf Startnext unterstützen.

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe, den man auf Kindle, iPhone/iPad und tolino lesen kann. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:
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Streitkultur gegen Endsätze

Im vergangenen Sommer diskutierte Mediendeutschland ausgiebig über Diskussionen – über Leserdiskussionen. Die Frage, wieso der Dialog mit Lesern im Netz so schwierig sei, beschäftigte die Medien, weil mehrere Großmeinungslagen (Ukraine, Gaza) etwas zu Tage fördern, was man eine Unfähigkeit zur Debatte nennen kann. Ich schrieb damals einen Text für die Medienseite der SZ, in dem ich versuchte den Blick auf den gesellschaftlichen Rahmen des Themas zu lenken:

Vielleicht ist der Abgrund, in den das Land dieser Tage schaut, in Wahrheit ein Spiegel, in dem man erkennen kann, welche Brandstifter in den vergangenen Jahren außerhalb des Netzes so viel Feuer gelegt haben, dass es jetzt auch innerhalb brennt. Wenn man sich beispielsweise das Verhältnis des ehemaligen Bundesbankers Thilo Sarrazin zu der stets auf ihre demokratische Tradition bedachten SPD betrachtet, fällt es schwer, nicht an einen Querulanten in einer Online-Diskussion zu denken: Hier nutzt jemand die Reputation einer bekannten Marke, um seine eigenen Thesen in die Welt zu jagen. Die Provokationsbestseller der vergangenen Jahre und die dazu geführten “Lassen Sie jetzt mal mich ausreden”-Debatten im deutschen Fernsehen tragen nun Früchte. Wer solche Vorbilder der Streitkultur hat, lernt schnell, was im medialen Wettstreit der Ideen bedeutsamer ist als die Suche nach Verständigung: lautstarke Provokation und gegenseitige Angriffe.

Spätestens seit diesem Wochenende schlägt die Diskussions-Debatte in aller Härte zurück. Sascha Lobo hat das – mit Blick auf den Brandanschlag von Tröglitz – in seiner Spiegel-Online Kolumne lesenswert analysiert. Er führt dazu den Begriff der “Endsätze” ein, mit dem er jene “kurzen Bemerkungen” beschreibt, “die einen Bruch für immer bedeuten, das verräterische Aufblitzen der Unmenschlichkeit”. Als Gegenmittel gegen diese Endsatz-Kultur fordert er ein Aufbäumen der demokratischen Zivilgesellschaft im Netz:

Nicht aufgeben, sich die sozialen Segnungen des Netzes nicht verseuchen lassen. Nicht angesichts der Hassmassen passen, sondern weitermachen, Endsätzen widersprechen, Grenzen setzen, kämpfen gegen den beschämenden Hass.

Oder um es ein höher zu hängen: Wir brauchen eine – wie gesagt – bessere Streitkultur:

Es fehlt online wie offline an einer Diskussionskultur, die dem Wettstreit der Ideen gerecht wird, der Politik ausmachen soll. Dieses Land muss streiten lernen! Es fehlen Vorbilder, die zeigen, dass man in der Sache hart, aber dennoch nie persönlich ringen kann

Wie das gelingen kann? Ich bin ratlos, denke aber, dass Sascha Lobo in einer Einschätzung falsch liegt. Er schreibt:

Wir Internet-People haben jahrelang gefordert, dass endlich alle ins Netz kommen sollen. Aber jetzt sind sie da.

Denn diejenigen, die z.B. gegen Fremdenhass auf die Straße gehen, sind noch nicht da oder haben noch keine Ausdrucks-Formen gefunden, um sich gegen die Endsätze zu stellen. Ben schreibt dazu:

Es reicht nicht mehr, seine eigene Überzeugung nur zu leben und zu denken, das würde schon etwas verbessern. Wir müssen unsere Überzeugungen zuspitzen und deutlicher Äußern und für sie eintreten. (…) Eintreten für Menschlichkeit, für Humanismus, für Gerechtigkeit geht nur, nur, nur wenn wir uns selber menschlich und gerecht und ohne jede Spur von Hass verhalten, auch wenn die Positionen der anderen noch so menschenverachtend sind …

Vielleicht brauchen wir dafür und für eine bessere Streitkultur zunächst etwas ganz Banales: Ein friedliches Zeichen, das man gegen die Endsätze und gegen den Hass stellen und dem Hassende damit sagen kann: du gehst zu weit. Das klingt vielleicht naiv, aber wie wäre es, wenn man einen Hashtag oder ein Emoticon erfindet, das als Entsprechung zur Lichterkette verstanden werden kann als Ausdruck für eine offenen Streitkultur und gegen Hass und digitale Gewalt?

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Journalismus zum Lachen

Wer ein einmütiges Kopfnicken herbei führen will, sollte in einer Gruppe sich modern verstehender Journalisten den Namen “John Oliver” fallen lassen. Sofort nickt es los. Denn seine Sendung “Last Week Tonight” gilt bei vielen Kolleginnen und Kollegen als gute Kombination aus den Faktoren Recherche, Sprache und Witz. Spätestens seit seiner Sendung über Netzneutralität wird er auch hierzulande so ausgiebig geliked, dass durchaus erkennbar ist, wo Jan Böhmermann sich für seine “Eier aus Stahl”-Rubrik inspirierte.

In dieser Woche zog John Oliver einige Aufmerksamkeit auf sich, weil er Edward Snowden in Moskau interviewte. Eine Tätigkeit, die eher Journalisten als Komikern zuzuschreiben ist. Und so verwundert es auch nicht, dass der unlängst verstorbene David Carr den Journalisten Komiker Oliver schon im November 2014 mit der These konfrontierte, dass seine Sendung eine neue Form des Journalismus sei. John Oliver verneinte dies damals entschieden:

“We are making jokes about the news and sometimes we need to research things deeply to understand them, but it’s always in service of a joke. If you make jokes about animals, that does not make you a zoologist. We certainly hold ourselves to a high standard and fact-check everything, but the correct term for what we do is ‘comedy.’ ”

Das brachte ihm wiederum den Einwurf des Time-Magazin ein, dass er selbstverständlich ein Journalist sei. Ein im Kern mittelspannendes Hin und Her, das aber auf ein wichtigeres Thema verweist, auf die Frage nämlich welche Wege Journalismus sich in einer sich verändernden Medienwelt sucht.

Schon im Fall von Buzzfeed konnte man die Frage aufwerfen: Ist das Journalismus? Im Fall von John Oliver – oder hierzulande bei Böhmermann und der Anstalt ist sie ebenfalls mit “ja” zu beantworten. Es ist eine sehr unterhaltende Art des Journalismus – eine, die sich dem Kampf um Aufmerksamkeit stellt. Der Kollege Christian Helten beschrieb das unter dem Titel “Witze sind die neue Nachrichten” mal so:

Als Zuschauer weiß man irgendwann: Bei „Last Week Tonight“ kann ich mich zehn Minuten amüsieren. Und gleichzeitig lerne ich meistens etwas Relevantes, das ich noch nicht wusste.

Die ZDF-Satiresendung Die Anstalt am 31. März machte sich zum Beispiel die Mühe, Informationen, die durchaus auch in anderen Medien verfügbar sind, auf eine Art aufzubereiten, die so greif- und teilbar ist, dass sie Emotionen weckt und nutzt. Darüber kann man streiten, dass dieses Mittel dem Journalismus aber nicht fremd ist, kann man in jeder mittelguten Reportagen nachlesen.

Schon auf den Medientagen 2013 sagte Richard Gutjahr: “Das härteste politische Nachrichtenformat im Fernsehen ist derzeit die heute-show im ZDF”, und er schob nach: “Und das macht mir Angst.” Angstvoll muss man das meiner Meinung nach nur dann betrachten, wenn andere davon nicht lernen. Und die Gefahr sehe ich vor lauter nickender Journalisten im Fall von John Oliver nicht.

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No Nottime: Über das angenommene Ende der Mailingliste “nettime”

Am 1. April verschickten Felix Stalder und Ted Byfield eine erstaunliche Mitteilung an die Maillingliste “nettime”, sie kündigten (nach fast 20 Jahren) deren Ende an. Ein Aprilscherz mit erstaunlichen Folgen. Eine kleine Debatte über den Wert der unbedingt empfehlenswerten Liste wurde ausgelöst – auf der Liste. Und ich schickte Felix Stalder (mit dem ich persönlich bekannt bin) ein paar Fragen. Per Mail und zu der Mailingliste.

Ein Aprilscherz auf einer doch eigentlich sehr seriösen Mailingliste. Wer kommt auf so eine Idee? Und vor allem warum?

Vielleicht zuerst etwas Hintergrund. Nettime ist eine Mailingliste mit knapp 4500 TeilnehmerInnen, die sich mit Themen an der Schnittstelle Internet, Politik und Kultur beschäftigt. Es gibt sie nun schon seit 20 Jahren und sie hat einen Ruf erarbeitet, seriös, schwierig und anspruchsvoll zu sein. Das kann abschreckend wirken, im Guten wie im Schlechten.

Das wollten wir — Ted Byfield und ich, die beiden Moderatoren — etwas aufbrechen und auch eine der ungeschriebenen Regeln der Liste verletzen, nämlich dass auf der Liste nicht über die Liste gesprochen wird. Wir haben uns deshalb zu einem “Aprilscherz” entschlossen, in dem wir alle bestehende Kritik an der Liste zusammengefasst und überzeichnet haben, um die Ankündigung glaubhaft erscheinen zu lassen, das Projekt zu beenden.

nettime

Was wollt Ihr erreichen?/Was soll sich ändern?

Wir wollten damit nicht einfach die Mitglieder in den April senden, sondern eine offene Frage stellen: Was wäre wenn? Uns war wichtig, dass wir keine Antwort vorgeben, sondern einen Moment der kollektiven Selbstrefexion auslösen.

Wir wissen nicht, was sich ändern soll. Vielleicht gar nichts, vielleicht motiviert diese Aktion andere, selbst aktiv zu werden, in dem sie Dinge in den gemeinsamen kommunikativen Raum tragen, von denen sie bisher dachten, dass sie dort nicht hin passen. Im Minimum wollten wir erreichen, dass sich alle bewusst werden, wie fragil ein solcher gemeinsamer Austausch, jenseits aller institutionellen Verankerungen und Verwertungsstrategien ist, und wie sehr er davon abhängt, dass sehr viele Leute etwas beitragen.

Dieses Bewusstsein einer kollektiven Leistung, die von allen erbracht wird, und eben nicht an professionelle Dienstleister delegiert wird, wurde wieder ins Bewusstsein gerufen. Das hat besser funktioniert als wir uns das hätten vorstellen können.


Warum eigentlich eine Mailingliste? Nie drüber nachgedacht, daraus eine Facebook-Gruppe oder was Vergleichbares zu machen?

Diese Ideen gab (und gibt) es immer wieder. Aber es wurde nie etwas daraus.

Zum einen ist es sehr schwierig, eine bestehende soziale Gemeinschaft auf eine neue Plattform zu stellen. Das Soziale und das Technische sind sehr tief ineinander verwoben, was Veränderungen schwierig macht, besonders von etwas, dass bereits 20 Jahre Geschichte akkumuliert hat. Das ist ja in Kontext des Internets schon fast ein Ewigkeit.

Zum anderen sind die Ideen, die der Architektur vieler sozialer Netzwerke zugrunde liegen, hochproblematisch. Diese bauen etwa auf einem extremen Individualismus und auf Konkurrenz um Aufmerksamkeit auf. Jeder sieht etwas anderes, niemand weiss, was andere wirklich sehen, und überall sind Rankings.

Eine Mailingliste schafft dagegen einen kollektiven Raum. Alle sehen das gleiche, alle haben die gleiche Reichweite, es gibt keine objektiven Rankings. Das schafft etwas gemeinsames, das über das “Ich und meine wechselnden Freunde” hinausgeht. Wir machen keinerlei statistische Analyse. Das erschwert, dass interne Hierarchien entstehen und dass Leute versuchen, künstliche Kennzahlen zu optimieren.

Das heißt nicht, dass alles gut und friedlich ist, aber die Probleme die entstehen, sind die viel interessanteren als jene des kompetitiven Narzismus.

Dazu kommt, dass wir nicht von einem Provider abhängig werden wollen, über den wir keinen Einfluss haben. Wir wollen die Infrastuktur, die wir nutzen so weit wie möglich kontrollieren. Dabei verlassen uns lieber auf gegenseitige Hilfe als auf Gratisdienste, die mit persönlichen Daten zu bezahlen sind.

Unter dem Schlagwort “Dark Social” erleben Newsletter gerade eine Art Revival. Trifft das auch auf nettime zu?

Ich denke schon. Wir — die Gesellschaft als Ganzes — sind immer noch daran, herauszufinden, wie das Verhältnis zwischen Systemarchitekturen und sozialen Dynamiken in der digitalen Gesellschaft genau beschaffen ist. Während es recht einfach ist zu sehen, wofür eine Plattform gut ist, ist es oft sehr schwierig zu sehen, wofür sie nicht gut ist. Weil, wie bewertet man Dinge, die nicht passieren? Das ist sehr subtil. Mit Facebook und andern sozialen Massenmedien sind wir über die erste Phase — die Begeisterung darüber was sie alles gut können – — hinaus. Nun beginnen wir langsam zu realisieren, wofür sie nicht geeignet sind. Das führt dazu, dass vielleicht auch ältere Technologien wieder neu beurteilt werden.

Zum Abschluss bitte träumen: Wie geht es weiter mit nettime?

Mein bescheidenster Traum wäre es, wenn die Diversität der Beitragenden der Liste steigen würde, sowohl was die geographische Verteilung als auch die inhaltlichen Schwerpunkte betrifft. Der ambitionierte Traum wäre es, dass die Erfahrung von nettime technologisches Design inspiriert, das mehr Wert auf Kollektivität und weniger auf reine Konnektivität legt. Wie das aussehen soll, kann ich aber auch nicht sagen. Mir geht in letzter Zeit ein Satz von Hannah Ahrendt nicht mehr aus dem Kopf: “Power arises, only where people act together, not where people grow stronger as individuals.”


Im Herbst erscheint von Felix Stadler “Kultur der Digitalität” bei Suhrkamp. Auf die Nettime-Liste kann man sich hier eintragen.

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Inhalt, der lebt – über Buzzfeed, Facebook und klassische Medien

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Die Rede, die Jonah Peretti auf der SXSW gehalten hat, sollte man sich anschauen. Selten wurde der Gegensatz zur Perspektive klassischer Kreativer auf auf digitale Distribution von Inhalten so deutlich wie hier.

Seine Antwort ist ein Schulterzucken. Jonah Peretti steht auf der Bühne der South By South West-Konferenz in Austin und beantwortet quasi nebenbei die wichtigste Frage der Kulturindustrie der vergangenen Jahre – mit einem Schulterzucken. Seit die digitale Kopie Inhalte von ihrem Datenträger befreit hat, stehen Plattenbosse, Verlagsmangerinnen, Musiker, Filmemacherinnen, Journalisten und Kreative vor dem Problem, dass ihr mühevoll produzierter Inhalte an Wert verliert. Einerseits weil viel mehr Menschen als bisher tun können, was sie tun: kreative Inhalte veröffentlichen. Andererseits weil diese Inhalte unter digitalen Klimabedingungen förmlich schmelzen – sie werden flüssig werden, können gleichzeitig hier und da sein. Denn die digitale Kopie dupliziert Inhalte – kostenlos und ohne Qualitätseinbuße. Wie kann man unter diesen Bedingungen mit der Produktion von Inhalten Geld verdienen? Wie kann man ihn kontrollieren? Und wie kann man Inhalt steuern und durch diese Steuerung Geschäftsmodelle (wie früher) begründen?

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Jonah Peretti, der Chef von Buzzfeed, antwortet darauf mit einem Schulterzucken. Es ist aber keine resignierte Reaktion auf die Veränderung, es ist eher eine kopfschüttelnde Antwort, die sagt: Die Frage ist falsch gestellt. “Uns ist egal, wo unser Inhalt lebt”, erklärt Peretti auf der Bühne in Austin. Wichtiger als die Kontrolle darüber, wo Menschen mit Buzzfeed-Inhalten in Kontakt kommen, ist ihm die Tatsache dass sie mit seinen Inhalten in Kontakt kommen. In einer Welt, in der jeder veröffentlichen kann, änder sich die Marktbedingungen: Nicht mehr viel Aufmerksamkeit wird auf wenig Inhalt verteilt, sondern viel Inhalte kämpft um begrenzte Aufmerksamkeit. Peretti zählt deshalb Kontakte – wie ein Marketingtreibender. Und wer so zählt, kommt schnell darauf, dass die Idee, Verweise in Netzwerke zu posten, damit Menschen auf die eigene Seite kommen, wo eigene Werbung ausgespielt wird, eine Verschwendung an Kontakten ist. (Ist der Link tot? fragt Online-Marketing-Rockstars) Es gibt viel mehr Menschen, die Links z.B. auf Facebook sehen als Menschen, die auch drauf klicken. Für Peretti eine Verschwendung an Kontaktmöglichkeiten. Und aus dieser Haltung blickt er auf Inhalte, die Buzzfeed erstellt werden. Sie sind ihm wichtig – als Mittel zum Zweck: um Kontakte, Daten und Erlöse zu generieren. Aber für die Frage, welche Kontrolle man über die eigenen Inhalte ausübt, hat er nur ein Schulterzucken übrig. Denn wo sie leben ist ihm egal – hauptsache, sie leben.

Und um Inhalte am Leben zu halten, wählt Peretti einen beachtenswerten Weg: Er schaut nicht mehr aufs einzelne Werk, er betrachtet ausschließlich das Netzwerk. Und deshalb zählt für ihn auch nicht mehr nur der monetäre Umsatz, den man durch die Vermarktung oder den Verkauf von Werken machen kann. Er will Netzwerk-Effekte erkennen, diagnostizieren und vorhersagen. In diesem mit dem Begriff “Daten” unzulänglich beschriebenen Bereich liegt das Geschäftsmodell von Buzzfeed. Die Seite verschenkt ihre Inhalte (die sie nebenbei bemerkt, z.T. auch gar nicht selber erstellt, sondern kopiert), um im Gegenzug Daten zu sammeln: Das so gewonnene Wissen lässt sich wiederum sehr viel leichter zu Geld machen – indem Buzzfeed es Anzeigenkunden zugänglich macht. Der Reiz an den Schlagworten “Sponsored Content” oder “Native Ads” liegt nämlich viel weniger darin, dass redaktionelle und werbliche Inhalte gemischt würden. Es geht vielmehr darum, dieses Wissen um die Art und Weise, wie man Kontakte generiert, Anzeigenkunden zugänglich zu machen.

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Ein wichtiger Faktor für diesen Ansatz, ist ein Bereich, den Peretti “distributed media” nennt. Inhalte also, die geteilt und verbreitet werden sollen (er illustriert das am Beispiel eines Obama-Interviews, das in Videoschnipsel, animierte Gifs, Internet-Witze und und und zerlegt wurde). Die Ausführungen in diesem Feld können als ideologische Begleitung dessen gelesen werden, was die New York Times in diesen Tagen meldet: Facebook plant in Kooperation mit Medien, selber zum Nachrichtenanbieter zu werden

Facebook has said publicly that it wants to make the experience of consuming content online more seamless. News articles on Facebook are currently linked to the publisher’s own website, and open in a web browser, typically taking about eight seconds to load. Facebook thinks that this is too much time, especially on a mobile device, and that when it comes to catching the roving eyeballs of readers, milliseconds matter.

Mathias Müller von Blumencron, Digital-Chef der FAZ, erläuert, warum er diese Entwicklung für verhängnisvoll für Verlage hält: Auf Facebook gibt es weder Unabhängigkeit noch ein Geschäftsmodell schreibt er – und nimmt damit genau die gegenteilige Position zu dem ein, was Peretti auf der SXSW gesagt hat. Die Facebook-Distribution ist Kern seines Geschäftsmodells – so erklärt Peretti. Denn nur über Dienste wie Facebook könne er Daten sammeln. In klassischen Medien – terrestrisch verbreitet oder gedruckt – fehlt ihm dieser Rückkanal, in ihnen lebt sein Inhalt nicht. Müller von Blumencron hingegen schreibt: “irgendwo muss am Ende auch Umsatz anfallen, sonst kann keine Qualität entstehen. Den Hauptumsatz machen Verlage immer noch mit ihren gedruckten Produkten. Digitale Werbeerlöse auf den Websites kommen dazu, rasch wächst der digitale Verkauf. Alle Modelle gehen davon aus, dass der Leser zu einem medialen Heimatort gelenkt wird, der ihm Glaubwürdigkeit verspricht, Verlässlichkeit, Orientierung. Deshalb sind Werbekunden bereit, in diesem Umfeld Anzeigen zu plazieren. Und ein Teil der Leser ist bereit, die Dienste kostenpflichtig zu abonnieren.

Wohl selten konnte man zwei gegenteilige Perspektiven auf digitale Distribution von Inhalten so klar voneinander abgrenzen wie in diesem Fall. Doch der Kontrast kann nur der erste Schritt sein, erkennt man wenn man Joshua Bentons unbedingt lesenswerte Analyse zum Thema verfolgt, in der er der Frage nachgeht, ob Inhalteproduzenten dem Lockruf von Facebook folgen sollen. Sie bildete sozusagen die journalistische Ergänzung zu Perettis Perspektive, die man sich in diesem Clip (ab ca 4:58 Std) anschauen – und ich persönlich finde, man sollte das tun:


Dieser Eintrag ist Teil der März-Ausgabe des “Digitale Notizen”-Newsletters – hier kann man ihn abonnieren! mit diesen Codes:

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UPDATE: Im Kompressor bei Deutschlandradio Kultur bin ich zum Thema befragt worden.

UPDATE 2: Der Kollege Richard Gutjahr bietet eine Abschrift von Perettis Vortrag

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Freiheit ist immer die Freiheit des Andersschmeckenden

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25.000 Menschen haben in diesen Minuten eine Petition gegen eine Kolumne in der Bild-Zeitung unterschrieben. In der change.org-Aktion “Absetzung der Kolumne Post von Wagner” wird Bild-Chef Kai Diekmann aufgefordert, den Chefkolumnisten des Springer-Verlags nicht mehr schreiben zu lassen. In der Begründung heißt es mit Blick auf Wagners Kolumne nach dem Flugzeugabsturz am 24. März:

Diese Form der Berichterstattung hat nichts mehr mit Journalismus, sondern nur noch mit Zynismus zu tun. (…) Seine Zeilen sind pietätlos und dumm und haben mit seriösem Journalismus nichts mehr zu tun.

Es ist zweieinhalb Monate her als nach dem Terroranschlag von Paris eine kleine Debatte über den Wert der Pressefreiheit geführt wurde. Hier im Blog zitierte ich damals Rosa Luxemburg, die den Ausspruch prägte: “Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden”.

Vor dem Hintergrund der öffentlichen Reaktionen auf die Meldung aus den französischen Alpen muss man Luxemburgs Satz vermutlich anders formulieren: “Freiheit ist immer die Freiheit des Andersschmeckenden.” Denn ob man Wagners Worte für pietätlos oder seriösen Journalismus hält, ist natürlich genau das: eine Geschmacksfrage. Wenn 25.000 Menschen wegen dieser Geschmacksfrage von seinem Chefredakteur fordern, dass er nicht mehr schreiben soll, empfinde ich das als Angriff auf die Pressefreiheit. Eine Welt, in der Geschmack über das Recht entscheidet, “seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten”, ist eine schlechtere Welt – das sollte man alljenen sagen, die nun aus vermutlich guten Motiven diese Petition unterzeichnen und auf Facebook und Twitter darum werben, es ihnen gleichzutun.

Im Januar schrieb ich, “dass es bei Pressefreiheit eben nicht darum geht, den moralisch richtigen, den angemessenen oder stilvollen Meinungen Raum zu geben. Pressefreiheit heißt vor allem: Meinungen auszuhalten – und im Wettstreit der Ideen zu bekämpfen – die man für moralisch falsch, unangemessen und stillos hält. Das ist so viel schwieriger als es klingt.” Und Franz-Josef Wagner fordert genau diese Fähigkeit heraus!

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Journalismus im Zeitalter des ‘open web’

Digital bedeutet nicht, eine Geschichte ins Netz zu stellen. Es geht um einen grundlegend neuen Entwurf unseres Verhältnisses zum Publikum und unserer Rolle in der Gesellschaft.

Beim Guardian ist eine neue Chefredakteurin bestellt worden: Katharina Viner wird künftig des Geschicke der britischen Tageszeitung führen, die schon lange ein digitales Medienhaus ist.

Der Freitag (der Syndication-Partner des Guardian ist) hat aus diesem Grund eine Rede von Viner aus dem Jahr 2013 übersetzt und dieser Tage ins Netz gestellt, die einen Blick auf den digitalen Wandel wirft, den ich beachtenswert finde: Der Aufstieg des Lesers ist eine Analyse der Veränderungen, die den Beruf des Journalisten treffen werden. Der Text ist bereits anderthalb Jahre alt, was ihn allerdings noch beeindruckender macht.

Die Offenheit hat für Journalisten viele Vorteile. Voraussetzung ist aber, dass man ein Teil des Ökosystems Internet ist und nicht bloß versucht, sich daraufzusetzen. Dass man sich also der Architektur, der Psychologie, den Gepflogenheiten des Netzes anpasst, anstatt ihm die Struktur einer Zeitung überzustülpen. (…) Wir haben das Privileg, in dieser Ära des Umbruchs zu leben, das Privileg, einen neuen Journalismus für ein neues Zeitalter mitentwickeln zu können. Lasst uns also ein Teil des Ökosystems Internet werden. Lasst uns bewährte journalistische Verfahren mit neuen Wegen kombinieren, um Geschichten zu finden und zu erzählen. Lasst uns offen sein, und lasst uns die Leute, die früher Publikum genannt wurden, in den Mittelpunkt unserer Arbeit stellen. Lasst uns Elite und Straße verbinden.

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Neue journalistische Leitung beim Guardian

Beim Guardian wird gerade die Position des Chefredakteurs neu besetzt. Alan Rusbridger (dem ich seit kurzem mit großer Begeisterung auf Instagram folge) wechselte im Dezember in die Rolle “Chair of the Scott Trust” – und macht den Platz des Chefredakteurs frei.

Auf der Seite gonuj.org/public/ballot/candidates stellen sich die vier Kandidatinnen/Kandidat für seine Nachfolge vor. Und völlig unabhängig davon, wer am Ende die journalistische Leitung beim Guardian übernehmen wird, sollte man die vier Bewerbungstexte lesen – denn sie sagen sehr viel über den Stand und den Wandel des (digitalen) Journalismus im Jahr 2015.

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Ich habe ein paar Stellen markiert, die ich bemerkenswert finde. In allen vier Texten findet sich der Hinweis auf den technischen Wandel des Berufs, auf die notwendige Zusammenarbeit zwischen Verlag und Redaktion, zwischen Journalisten und Codern sowie auf eine neue Konferenz- und Arbeitsstruktur. Erstaunlich ebenfalls: Alle vier Texte handeln ebenso stark von der Arbeit eines Chefredakteurs wie von der Arbeit eines Redaktions-Managers.

Emily Bell schreibt:

The Guardian needs to be at the cutting edge of journalistic innovation, and to that means there has to be a closer link between editorial and product development. Our success in the future will be determined in part by how well we understand web technologies and integrate them into our reporting. We need to make smart decisions about which tools and platforms to develop, and make recruitment of the world’s best editorial technologists a priority.

Janinen Gibson:

My vision for the future of GNM is rooted in our history, my experience as a reporter and editor and the conversations I’ve had with hundreds of colleagues and peers around the world. It’s based on three core beliefs:

… Our role is more than ever to challenge the powerful on behalf of the powerless; we are best when brave.
…. Our commitment to deep reporting in service of this role will make us distinctive and sustainable in perpetuity.
… Our principle of openness should guide our decision making as well as our journalism.

Everyone – moderators to developers – should feel able to contribute to what we make, how we think, how we run ourselves, and more. We’ve always been a journalists’ paper. Expanding what makes a journalist is part of our future.

Katharine Viner:

Journalism and technology have merged. To produce and deliver journalism that is relevant today, we need a close relationship between editorial, product and engineers, developing stories together, working out what to do about mobile, loyalty, data; plus a super-charged approach to helping readers find our journalism.
(…)
New techniques mean readers can share expertise, help us find stories and make decisions. We host big communities and engaging conversations, whether below the line, with our professional audiences such as teachers, or between Guardian members at live events — we should build on these relationships and invite readers into our journalism at an early stage.


Wolfgang Blau
:

Print journalism as a genre will not disappear and we will need print expertise for many years to come. Especially our three weekly newspapers – the Saturday Guardian, The Observer and also The Guardian Weekly – absolutely can and should have a long and very successful future. The road ahead for our Monday to Friday newspaper is less clear, though. (…) When the Guardian was founded in 1821, it was a weekly newspaper for the first 15 years, then it added a Wednesday edition and only 34 years after its founding became a daily newspaper. (…)
The Guardian needs more editorial management and structure, not for the sake of efficiency, but to nurture creativity. (…) It is essential that we integrate our developers, data scientists and strategists into our newsrooms and have a mutually respectful and collaborative relationship with the CEO and our colleagues in the commercial teams.


Alle Hintergründe zum Ablauf der Wahl des neuen Chefredakteurs beim Guardian

YouTube, Gema und das neue Blur-Video

Der Kollege Simon Hurtz hat am Wochenende lesenswert beschrieben, wie Facebook (und z.T. Twitter) im Videomarkt den Platzhirschen YouTube angreifen wollen. “Facebook sägt an YouTubes Thron” bestätigt eine These, die spätestens seit der IcebucketChallenge offensichtlich ist: Facebook will Videos abspielen.

Am Beispiel des aktuellen Blur-Videos kann man sehen, wie der ungelöste YouTube-Gema-Streit in Deutschland zum Verbündeten von Facebook wird – nämlich so:

Bei YouTube:

Blur_YOUTUBE

Bei Facebook:

#odd15: Daten sind das Betriebssystem der Gesellschaft

Der kommende Samstag wird welweit als Open-Data-Day begangen. In München gibt es einen Hackathon in den Räumen der Landeshauptstadt München (Marsstraße 22, Raum 601)

HIER KANN MAN SICH KOSTENLOS ANMELDEN

Ziel des Open-Data-Days ist es, “die Bekanntheit von Open Data zu steigern, weitere Daten zu öffnen und zu zeigen, welches Potenzial in offenen Daten steckt.”

Ich bin eingeladen, den Hackathon mit einem kurzen Impuls zu eröffnen. Um zu zeigen, wie weitreichend die Idee von Open Data ist (und dass diese keineswegs nur mit Programmierkenntnissen oder eckigen Klammern zusammenhängt), habe ich mich entschlossen, die Grundideen meines Vortrags hier offenzulegen — und um Kommentare zu bitten.

“Daten sind das Betriebssystem der Gesellschaft”