Open Data

Netz, Politik | 9. März 2010

If people put data on web, government data, scientific data, community data, whatever it is, they will be used by other people to do wonderful things.

Tim Berners-Lee spricht über Daten und das Internet:

via via

Remix-Referenzkultur!

Film, Politik, Pop | 1. März 2010

Da in den vergangenen Tagen häufiger das Wort auf die Begriffe Plagiat und Remix kam und da es da offenbar noch immer Unklarheiten gibt: Hier zwei interessante Blog-Verweise zum Thema. Zum einen erklärt der Kollege Andrian Kreye als Der Feuilletonist anhand des Falls des Reporters Ryszard Kapuscinski:

Nun haben Plagiats- und Fälschungsdebatten zwei Kerne. Der eine ist der faktische Kern. Plagiat und Verfälschung sind nichts anderes als Plagiat und Verfälschung, die sich durch kein Argument von der künstlerischen oder literarischen Freiheit schönreden lassen.

Zum anderen beweist die Band Hold Your Horses! im sehr schönen Clip zu “70 Millions” einmal mehr, wie schön das Spiel der Referenzkultur sein kann:

70 Million by Hold Your Horses ! from L'Ogre on Vimeo.

via Spreeblick, wo in die Kommentaren schon daran gearbeitet wird, die Bezüge offen zu legen.

Journalismus im Gebüsch

Politik, Print | 1. März 2010

Diese Geschichte ist eine Schande: Für sie, für ihren Verlag (dessen Untätigkeit noch dazu beiträgt) und für unsere gesamte Branche. Wir sind Journalisten, keine Spanner, die im Gebüsch liegen um herauszufinden, ob und mit wem Parteivorsitzende ein Sexualleben haben. Ich bin ein freier Journalist und ich fühle mich von Frau Riekel und ihren Methoden beleidigt. Der Ruf unseres Berufsstandes gehört ohnehin zum niedersten. Frau Riekel trifft die Verachtung offensichtlich zu recht, aber ich leide mit darunter, wegen ihr. Eigentlich erwarte ich von ihr auch eine Entschuldigung.

Michalis Pantelouris widmet sich unter dem Titel Das Riekelsche Gesetz dem Fall Bunte/CMK.

Anonymität in Netzdebatten

Netz, Politik | 1. März 2010

Es ist mittlerweile anerkannt, dass der Anbieter über ein sog. virtuelles Hausrecht verfügt und damit auch Nutzer ausschließen, ihnen also ein virtuelle Hausverbot erteilen kann, solange er das nicht willkürlich macht. Wie effektiv er dieses “Hausverbot” dann technisch umsetzen kann, ist allerdings eine andere Frage.

Unter dem Titel Auch Trolle haben Namen. Und IPs gibt es ein lesenswertes Interview mit dem unter Internet-Law bloggenden Rechtsanwalt Thomas Stadler. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob und wie man Nutzer aus der Anonymität des Netzes holen kann.

This Song Smells Like Mashup

Film, Netz, Politik | 26. Februar 2010

The Kleptones verbindet Nirvanas “Smells Like Teen Spirit” und Blurs “Song 2″ auch optisch zu einem tollen Mashup:

via

Will Smith Medley

Film, Politik, Pop | 25. Februar 2010

Noch ein Beweis für die Schönheit der Kopie: Die Band Pearl and the Beard covert Will Smith

via

Fotografisches Plagiat?

Politik, Pop | 24. Februar 2010

Während gerade am Beispiel des Wortes die Frage nach Plagiat, Remix und Kopie geführt wird, weist der Fotograf Olaf Bathke in seinem Blog auf die Frage hin: Kann man Bild-Motive kopieren?

Es geht um das Werk des Fotografen David Burdeny (im Februar übrigens in Freiburg zu sehen), dessen Serie “Sacred & Secular” erstaunliche Ähnlichkeiten zu der Serie “Horizonts” Sze Tsung Leong aufweist:

http://www.pdnpulse.com/2010/02/copycat-or-not-photographer-challenged-over-lookalike-work-.html

Mehr zu dem Thema bei PDNPulse und in der New York Times

Die Plagiatsplagiat-Diskussion

Buch, Netz, Politik, Pop | 24. Februar 2010

Gestern habe ich in der FAZ einen Text gelesen, von dem die dortige Redaktion behauptete, er stamme von Durs Grünbein – dieser Eindruck wird auch weiterhin auf der Website erweckt. Dort findet sich kein Hinweis auf das, was man heute in der FAZ lesen kann:

Der Text stammt zu neunundneunzig Prozent von Gottfried Benn.

Das sagt Durs Grünbein im Interview mit der Zeitung. Und erklärt die Intention dieses “Tests” mit Benns Original-Text so:

Mir ging es nicht um Frau Hegemann. Mir ging es um den Irrsinn einer kriterienlosen Literaturdebatte.

Ob dieser Test geglückt ist, sollen Menschen beurteilten, die sich für die Literaturdebatte interessieren. Zum Beispiel Uwe Wittstock, der laut Perlentaucher in der Welt “einen empörten Kommentar über Durs Grünbeins Hegemann-Verteidigung” verfasst hat. Die von Google und Perlentaucher verlinkte Fundstelle auf Welt-Online ist allerdings leer …

Mich beschäftigt an diesem Test eine ganz andere Frage, nämlich die, ob man als Zeitung seine Leser so verschaukeln darf. Es ist die naheliegendste Redaktions-Reaktion auf den so genannten Fall Hegemann, selber ein Plagiat zu testen. Ich glaube aber – eben weil es so naheliegend ist – dass man dem nicht nachkommen darf, weil man seine Leser damit in die Irre führt. Der Käufer der gestrigen FAZ glaubt doch, was er da gestern gelesen hat, dass es sich nämlich um “Eine Wortmeldung von Durs Grünbein” handelt. Er ist in diesem Glauben nicht nur getrogen worden, ihm wird tags drauf auch noch mitgeteilt, dass er auf diese Irreführung aus eigenem Verschulden reingefallen ist. Grünbein sagt

Der gebildete Leser wird natürlich sofort den „Sound der Väter“ herausgehört haben.

und verrät damit alle anderen indirekt, dass sie eben das nicht sind: gebildet.

Ich kann mit dieser Einschätzung leben, finde allerdings bemerkenswert, wie die FAZ so nebenbei eine weitere Annahme in Frage stellt, die bisher für die Debatte über die Zukunft von Zeitungen zentral war: Eine Zeitung, sagte man bisher, ist ein abgeschlossenes Produkt. Eine Einheit, die anders als der ständige Nachrichtenstrom des Netzes, für sich alleine funktioniert. Wer eine Zeitung kauft, kauft damit Informationen, die für sich gelten (jedenfalls zum Zeitpunkt der Drucklegung). Mit dieser Plagitatsplagiat-Debatte stellt die FAZ das in Frage. Sie sagt: Diese Zeitung versteht man nur, wenn man auch die nächste Ausgabe liest. Sie wird damit selber zum Nachrichten-Strom, der seinen wichtigsten Vorteil gegenüber dem Netz, kampflos herschenkt.

P.S.: Zu dieser Einschätzung komme ich übrigens nicht, weil ich heute in der Süddeutschen Zeitung selber einen Text zum Fall Hegemann und zum Umgang mit Mashups veröffentlicht habe (S. 14 in der gedruckten Ausgabe).

Nachtrag, 16.30 Uhr: Durch Zufall bin ich gerade auf die Leser-Reaktionen auf faz.net auf Grünbeins-Test gestoßen. Diese sind erstaunlich: Zum Benn-Text vom Montag schreibt beispielsweise Frank Miksch:

Der alte Nerd-Laden FAZ-Feuilleton machte durch den Dichter Durs „mach mir den Gottfried (Benn)“ Grünbein mit seinem ironisch getupften doppelten Rittberger die ultimative Bruchlandung.

Und Ute Gerhardt fragt

Für wie blöd halten Sie uns eigentlich, Herr Grünbein?

Noch eindeutiger sind allerdings die Leser-Meinungen unter dem heutigen Interview. Dort fragt emile cioran

Finden Sie, Herr Grünbein, finden Sie, wehrte FAZ-Redaktion, dieses Spielchen witzig, originell, geistreich? Was wollen Sie wem damit sagen? Wollen Sie uns zeigen, wie schlau und belesen Herr Grünbein ist – und Sie auch?

Benjamin Küchenhoff ergänzt

Ich war schon verwundert, denn dieser Text war nicht annähernd so klug wie das, was Durs Grünbein sonst schreibt. Jetzt bin ich beruhigt zu erfahren, dass er gar nicht von ihm stammt. Besonders gewitzt finde ich seine Idee im Übrigen nicht.

Und der Leser Wilhelm Friedrich antwortet auf die die FAZ-Frage “Warum haben Sie geklaut, Herr Grünbein?” mit diesen Worten

Das fragen Sie allen Ernstes, liebe FAZ? Ich weiß die Antwort: Weil er auch was vom großen Axelotl-Kuchen abhaben und auch mal wieder in die Zeitung will.

Abmahnen als Geschäftsmodell

Netz, Politik | 23. Februar 2010

„Die Musikverlage und Kanzleien haben Verstöße gegen das Urheberrecht im Internet als neues Geschäftsmodell entdeckt und überziehen die Betroffenen mit horrenden Schadensersatzforderungen und Anwaltskosten.”

Die Lübecker Nachrichten zitieren Boris Wita (Verbraucherschützer aus Kiel) der über Abmahnungen als Geschäftsmodell spricht. (via)

ADAC fürs Internet

DVG, Netz, Politik | 21. Februar 2010

Es ist an der Zeit, dass sich die Netznutzer die deutschen Automobil-Clubs zum Vorbild nehmen und schon sehr bald einen ADAC fürs Internet gründen: den Allgemeinen Daten-Autobahn-Club.

Für die morgige Ausgabe der SZ habe ich aufgeschrieben, warum ich glaube, dass das Internet eine Nutzer-Lobby braucht. Den Text mit dem Titel Reformstau auf der Datenautobahn kann man hier nachlesen – oder eben morgen gedruckt auf Papier in der SZ.


Digitale Notizen werden festgehalten mit Hilfe von WordPress und dem GenkiTheme von ericulous