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Journalismus mit der Unterstützung von philanthropic supporters

Ich habe drei spannende Lesetipps – und eine Frage, die die drei Links verbindet. Auch wenn die Hinweise inhaltlich wenig miteinander verbindet:

Es geht zum ersten um einen Beitrag vom US-Medium Vox, das mir dieser Tage in die Timeline gespült wurde. Ein Listicle mit dem Titel 23 charts and maps that show the world is getting much, much better

Zum zweiten geht es um die Serie Touchstones des US-Magazins New Yorker, in der Kritiker*innen des Magazins Meilensteine der Musikgeschichte vorstellen, die auch ihr eigenes Leben prägten. Drei Beiträge – zu Janet Jackson, Missy Elliot und Nirvana – sind diese Woche veröffentlicht worden. Die Serie soll noch weitergehen.

Auch der dritte Beitrag ist eine Serie, die dieser Woche gestartet worden. Sie heißt Amazon Diaries und der Guardian lässt darin eine anonyme Quelle aus dem Inneren von Amazon berichten lässt.

Was die drei Beiträge verbindet, ist ein kleiner Hinweis, der sich sowohl bei Vox als auch beim New Yorker und beim Guardian neben der Autorenzeile findet: „Supported by“ bzw. „Made possible by“ steht da und dann folgt ein Name, der offenbar dafür gesorgt hat, dass dieser Beitrag erscheint.

Bei Vox ist es im Fall der Liste die Rockefeller Foundation, die laut Wikipedia „von John D. Rockefeller gegründet mit dem Zweck gegründet wurde, das „Wohl der Menschheit auf der ganzen Welt“ zu fördern.“ Die Touchstones-Serie im New Yorker ist „supported“ vom Juwelier Tiffany & Co. Das steht unter der Autorenzeile, allerdings ohne Verlinkung oder weitere Information. Anders beim Guardian: Die Amazon Diaries werden unterstützt worden von der Fordfoundation, deren Ziel es ist, Berichte über Ungleichheit in den USA zu fördern. So steht es auf einer Seite, die der Guardian ins Netz gestellt hat, um seine philantrophischen Unterstützer vorzustellen. Dort steht:

The Guardian, like many news organisations around the world, is working to find new ways to fund our journalism to ensure we can continue to produce quality, independent journalism in the public interest. Increasing philanthropic support for our independent journalism helps fund impactful Guardian reporting on important topics such as modern-day slavery, women’s rights, climate change, migration and inequality.

Darunter folgt eine Liste von Stiftungen, die den Guardian in dieser Arbeit unterstützen – auf zwei Wegen: Einerseits über die Nonprofit-Organisation theguardian.org, die von der Muttergesellschaft Scott Trust gegründet wurde „to support quality independent journalism about some of the most pressing issues of our time.“ Der zweite Weg um als Philanthropic supporter tätig zu werden, ist der „Guardian Civic Journalism Trust“, den die australische Ausgabe des Guardian mit der Centre for Advancing Journalism der Uni Melbourne im März 2018 gegründet hat. Abgeschlossen wird die Seite von dieser Erklärung:

The underlying premise of all philanthropic support for the Guardian is that it is for editorial priorities that have already been identified by Guardian editors. Throughout the process of securing philanthropic support, the Guardian’s philanthropy editors and other senior editors confer about its suitability and the editor-in-chief has the final say on whether a funding opportunity is approved.

Um diese Unabhängigkeit im Falle der Amazon Diaries sicher zu stellen, gibt es beim Guardian die Position des Special Series Editor: Alastair Gee soll persönlich dafür sorgen, dass der Satz stimmt, der auf der Erklärseite zur Serie steht: “ All content is editorially independent“.

Womit wir bei meiner im ersten Satz angekündigten Frage sind: Ist das glaubwürdig?

Denn womöglich sind diese drei Beispiele in Wahrheit nicht vergleichbar – weil sie für sehr unterschiedliche Enden des „supported by“-Journalismus stehen. Aber mindestens beim Guardian steckt eine hohe Offenheit und ein erstaunlicher Aufwand dahinter, zu beschreiben, was „supported by“ bedeutet. Wird der dahinter liegende Journalismus dadurch schlechter? Nehmen die Medien durch solche Projekte Schaden? Oder ist es nicht vielmehr so, dass diese Ansätze dafür sorgen, dass guter Journalismus in schwierigen Zeiten eine Zukunft hat?

Ich bin unsicher, deshalb würde mich deine Meinung interessieren!

Shruggie des Monats: Das Mitgliedschaftsmodell des Guardian

Der Shruggie des Monats ist eine von meinem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ inspirierte Rubrik meines monatlichen Newsletters (den man hier kostenlos bestellen kann). Darin beschreibe ich Personen, Ideen und Begebenheiten, die mir besonders passend zur Hauptfigur aus dem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ erscheinen – dem ¯\_(ツ)_/¯.

Umsonstkultur. Wann immer über Geschäftsmodelle im digitalen Raum gesprochen wird, taucht das Wort auf: Die Umsonstkultur des Internet wird dann stets als Problem beschrieben. Sie sei Geburtsfehler und auf jeden Fall schuld an den aktuellen Herausforderungen, die das Internet uns bringt. Mir ist aufgefallen, dass ich schon 2009 hier im Blog über den Mythos vom Geburtsfehler geschrieben habe. Und schon damals wollte ich dem Wort Umsonstkultur nicht glauben.

Dieser Tage habe ich ein Zitat gelesen, das vor dem Hintergrund der Umsonstkultur eine besondere Kraft entwickelt: „Die Annahme, nur weil der Guardian seine Inhalte kostenfrei in Netz stellt, könne man die Leserschaft nicht von dem Wert überzeugen, für den sie auch bereits sind zu bezahlen, hat sich als falsch erwiesen.“
Das Zitat stammt von Anna Bateson, sie ist beim Guardian für das zuständig ist, was Menschen, die das Wort Umsonstkultur mögen, Paid Content nennen würden. Beim Guardian wäre der passende Job-Titel eigentlich „Chief Supporter Officer“ gewesen, erzählt sie in diesem Interview. Da das aber merkwürdig klingt, wählte man den Titel „Chief Customer Officer“ als die Stelle 2017 für sie geschaffen wurde. Bateson war vorher bei Google beschäftigt – als „Director of Global Consumer Marketing“ bei der Videoplattform YouTube.

Und als sie zum Guardian wechselte, schaute sie sich an, wie Wohltätigkeitsorganisationen und politische Bewegungen organisiert sind. Denn für Bateson geht es nicht in erster Linie darum, Inhalte eines Medienhauses zu verkaufen. Sie bittet vielmehr um Unterstützung für eine globale Bewegung. So beschreibt sie ihren Job, der sich auf die Kunst des Bittens stützt, die Amanda Palmer schon 2013 beschrieben hat (wobei Art of Asking natürlich besser und vielschichtiger klingt). In jedem Fall liegt genau in diesem Unterschied zwischen Abo und Mitgliedschaft ein Grund dafür, warum Menschen (wie z.B. auch ich) den Guardian finanziell unterstützen – und zwar nicht obwohl er seine Inhalte frei ins Netz stellt, sondern gerade weil er das tut.

Das klingt zunächst unlogisch, begründet sich aber auf der Besonderheit des Digitalen und ist aus beiden Gründen die perfekte Situation für den Shruggie des Monats ¯\_(ツ)_/¯

Inhalte können im Netz identisch dupliziert werden, sie zu teilen ist eine Grundidee des Web (Man kann nicht nicht kopieren). Der Guardian hat darauf reagiert und einen Weg eingeschlagen, auf dessen Straßenschild im Englischen Donation steht. Es einzig mit Spende zu übersetzen, würde aber zu kurz greifen. Es geht vielmehr um eine Mitgliedschaft, die sich auf mehr begründet als auf den Zugang zum Inhalt. Es geht um Teilhabe und um die persönliche Antwort auf die Frage: Auf welcher Seite stehst du?

Vermutlich lässt sich darin am besten der Unterschied zwischen einem Abo- und einem Mitgliedschaftsmodell fassen. Dazu twitterte diese Woche Rob Wjinberg, Gründer der niederländischen Plattform The Correspondent, einige spannende Gedanken:

Let’s be clear on what we see as the core difference between subscription and membership. Subscribers pay money to get a product (i.e. access to a site). Members join your (journalistic) cause. How do you get people to “join a journalistic cause”? Well, a good start is: hire journalists who are deeply engaged with and care about their subject of expertise. And then: allow them to *express* their deeply felt convictions in all kinds of ways. (…) we ask our correspondents to write *a mission statement*. That’s right. We have them write down why they are so passionate about their subject matter, how they hope to inspire you to care too, and what they hope to find out once they start their research.

Ein journalistisches Mission Statement!? Wer hat so etwas? Wer hat (für sich oder andere) aufgeschrieben, warum sie sich für dieses oder jenes Thema begeistern? Wie sie die Leserschaft inspirieren und dafür gewinnen wollen, sich auch für das Thema zu interessieren? Und was sie hoffen herauszufinden, wenn sie sich diesem Thema widmen? Die Antworten bilden den Kern dessen, was Wjinberg „your journalistic cause“ nennt. Beim Guardian haben wir auf ganz großer Bühne gesehen, was dies im Fall Snowden bedeuten kann, De Correspondent beweist, dass es auch auf kleinerer Bühne funktionieren kann.

Ich habe hier im Blog immer wieder auf diese andere Perspektive auf das Thema Leserfinanzierung hingewiesen. Als ich dann aber diese Woche den Text las, aus dem das obige Zitat von Anne Bateson stammt, hatte ich das Gefühl: Das ist keine theoretische Spinnerei, sondern handfeste Geschäftsgrundlage für die weltweite Medienmarke The Guardian.

¯\_(ツ)_/¯

Der Shruggie des Monats ist eine Rubrik aus meinem Newsletter (den man hier kostenlos bestellen kann). Der Shruggie ist die Hauptfigur aus meinem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“, in dem ich zehn Gründe für einen gelassenen Umgang mit dem Neuen versammle – er hatte auch einen Podcast namens „Was würde der Shruggie tun?“

Make Journalismus Great Again

Der Journalismus ist kaputt. Dieser Eindruck entsteht jedenfalls, wenn man die Kampagnen von Wikitribune und Republik anschaut, die beide dieser Tage gestartet sind.

Zwei respektable und empfehlenswerte Initiativen – keine Frage. Der Shruggie in mir schulterzuckt jedoch bei der Behauptung, die beide Kampagnen nutzen, um Aufmerksamkeit (und damit Geld) für ihre Projekte zu sammeln. Der Journalismus ist kaputt – ist eine zumindest diskutable Übertreibung. Ich glaube, es ist nicht falsch schulterzuckend zu bemerken: Wer eine Sache schlechter darstellt als sie womöglich ist, um damit seine eigene Lösung zu präsentieren, verfährt nach einem durchaus bekannten Muster: Make Journalismus Great Again.

In Deutschland wurde dieses Muster bereits beim Start der ebenfalls hoch empfehlenswerten Krautreporter diskutiert. Der Onlinejournalismus sei, hieß es damals, kaputt. Es folgte das Versprechen, die Krautreporter würden ihn reparieren. Bei allem Respekt vor dem Werk der Krautreporter: Republik und Wikitribune sind offenbar nicht einverstanden mit dem Reparaturversuch.

Man kann übrigens auch für die Unterstützung herausragenden Journalismus‘ werben, ohne das Kaputt-Narrativ zu bedienen. Der Guardian macht es hier vor

Journalismus im Zeitalter des ‚open web‘

Digital bedeutet nicht, eine Geschichte ins Netz zu stellen. Es geht um einen grundlegend neuen Entwurf unseres Verhältnisses zum Publikum und unserer Rolle in der Gesellschaft.

Beim Guardian ist eine neue Chefredakteurin bestellt worden: Katharina Viner wird künftig des Geschicke der britischen Tageszeitung führen, die schon lange ein digitales Medienhaus ist.

Der Freitag (der Syndication-Partner des Guardian ist) hat aus diesem Grund eine Rede von Viner aus dem Jahr 2013 übersetzt und dieser Tage ins Netz gestellt, die einen Blick auf den digitalen Wandel wirft, den ich beachtenswert finde: Der Aufstieg des Lesers ist eine Analyse der Veränderungen, die den Beruf des Journalisten treffen werden. Der Text ist bereits anderthalb Jahre alt, was ihn allerdings noch beeindruckender macht.

Die Offenheit hat für Journalisten viele Vorteile. Voraussetzung ist aber, dass man ein Teil des Ökosystems Internet ist und nicht bloß versucht, sich daraufzusetzen. Dass man sich also der Architektur, der Psychologie, den Gepflogenheiten des Netzes anpasst, anstatt ihm die Struktur einer Zeitung überzustülpen. (…) Wir haben das Privileg, in dieser Ära des Umbruchs zu leben, das Privileg, einen neuen Journalismus für ein neues Zeitalter mitentwickeln zu können. Lasst uns also ein Teil des Ökosystems Internet werden. Lasst uns bewährte journalistische Verfahren mit neuen Wegen kombinieren, um Geschichten zu finden und zu erzählen. Lasst uns offen sein, und lasst uns die Leute, die früher Publikum genannt wurden, in den Mittelpunkt unserer Arbeit stellen. Lasst uns Elite und Straße verbinden.

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Neue journalistische Leitung beim Guardian

Beim Guardian wird gerade die Position des Chefredakteurs neu besetzt. Alan Rusbridger (dem ich seit kurzem mit großer Begeisterung auf Instagram folge) wechselte im Dezember in die Rolle „Chair of the Scott Trust“ – und macht den Platz des Chefredakteurs frei.

Auf der Seite gonuj.org/public/ballot/candidates stellen sich die vier Kandidatinnen/Kandidat für seine Nachfolge vor. Und völlig unabhängig davon, wer am Ende die journalistische Leitung beim Guardian übernehmen wird, sollte man die vier Bewerbungstexte lesen – denn sie sagen sehr viel über den Stand und den Wandel des (digitalen) Journalismus im Jahr 2015.

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Ich habe ein paar Stellen markiert, die ich bemerkenswert finde. In allen vier Texten findet sich der Hinweis auf den technischen Wandel des Berufs, auf die notwendige Zusammenarbeit zwischen Verlag und Redaktion, zwischen Journalisten und Codern sowie auf eine neue Konferenz- und Arbeitsstruktur. Erstaunlich ebenfalls: Alle vier Texte handeln ebenso stark von der Arbeit eines Chefredakteurs wie von der Arbeit eines Redaktions-Managers.

Emily Bell schreibt:

The Guardian needs to be at the cutting edge of journalistic innovation, and to that means there has to be a closer link between editorial and product development. Our success in the future will be determined in part by how well we understand web technologies and integrate them into our reporting. We need to make smart decisions about which tools and platforms to develop, and make recruitment of the world’s best editorial technologists a priority.

Janinen Gibson:

My vision for the future of GNM is rooted in our history, my experience as a reporter and editor and the conversations I’ve had with hundreds of colleagues and peers around the world. It’s based on three core beliefs:

… Our role is more than ever to challenge the powerful on behalf of the powerless; we are best when brave.
…. Our commitment to deep reporting in service of this role will make us distinctive and sustainable in perpetuity.
… Our principle of openness should guide our decision making as well as our journalism.

Everyone – moderators to developers – should feel able to contribute to what we make, how we think, how we run ourselves, and more. We’ve always been a journalists’ paper. Expanding what makes a journalist is part of our future.

Katharine Viner:

Journalism and technology have merged. To produce and deliver journalism that is relevant today, we need a close relationship between editorial, product and engineers, developing stories together, working out what to do about mobile, loyalty, data; plus a super-charged approach to helping readers find our journalism.
(…)
New techniques mean readers can share expertise, help us find stories and make decisions. We host big communities and engaging conversations, whether below the line, with our professional audiences such as teachers, or between Guardian members at live events — we should build on these relationships and invite readers into our journalism at an early stage.


Wolfgang Blau
:

Print journalism as a genre will not disappear and we will need print expertise for many years to come. Especially our three weekly newspapers – the Saturday Guardian, The Observer and also The Guardian Weekly – absolutely can and should have a long and very successful future. The road ahead for our Monday to Friday newspaper is less clear, though. (…) When the Guardian was founded in 1821, it was a weekly newspaper for the first 15 years, then it added a Wednesday edition and only 34 years after its founding became a daily newspaper. (…)
The Guardian needs more editorial management and structure, not for the sake of efficiency, but to nurture creativity. (…) It is essential that we integrate our developers, data scientists and strategists into our newsrooms and have a mutually respectful and collaborative relationship with the CEO and our colleagues in the commercial teams.


Alle Hintergründe zum Ablauf der Wahl des neuen Chefredakteurs beim Guardian

Die Suche nach dem Unkopierbaren

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In der aktuellen Ausgabe des New York Times Magazine gibt es ein Interview mit Guaridan-Chefredakteur Alan Rusbridger*, das ich sehr erhellend finde in Bezug auf die Frage, worin sich der Finanzierungsansatz des Guardian von den Paywalls z.B. der New York Times unterscheidet.

Am Ende des Interviews wird Rusbridger auf das Cafe angesprochen, das der Guardian in London eröffnet hat.

The Guardian has a coffee shop in London. Why? We are thinking about a membership program where you pay for live access to the events that we can produce, rather than access to the journalism. We’re moving from just putting words on the paper to being the convener of conversations and discussions and ideas.

So, like a salon? Yes. The more digital the world becomes, the more appetite people have for real things.

Rusbridger unterfüttert damit die Ansätze, die Andrew Miller Ende des Jahres beschrieb und die ich mir wünschte als im Rahmen der Snowden-Geschichte herauskam, dass und wie der Guardian unter Druck gesetzt wurde. Die Zeitung als Ort der Freiheit ist keine Rampe mehr, sondern eine Raum. Sie ist eher ein Cafe als ein Aushang. Im vergangenen August schrieb ich

dass das Modell eines Leserclubs mehr ist als der Versuch eines Bezahlmodells: Auf der Seite des Guardians zu stehen, ist spätestens durch die neusten Überwachungsmeldungen eine Entscheidung für die Pressefreiheit. Die Zeitung wird dadurch zu einem sozialen Raum – vergleichbar mit den klassischen Institutionen der Identitätsbildung: Kirchen, Parteien, Vereine sind die vergemeinschaftliche Antwort auf die Frage: Auf welcher Seite stehst du?

Ich bin optimistisch, dass der Guardian die Wette gewinnen kann, die er eingegangen ist. Die Wette darauf, eine weltweite liberale Marke zu werden, aber auch die Wette darauf, Bezahlmodelle für hochwertigen Journalismus im digitalen Raum zu finden. Wir werden uns alle die Augen reiben, aber vermutlich haben die weniger mit Inhalten zu tun als wir alle bisher glauben.

Was mich an der Idee von Salon-Öffentlichkeit und Teilhabe statt Inhalte-Verkauf fasziniert, steht auch hier!

*via David Bauer

Redesign: Guardian und New York Times

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Gerade als ich die Meldung lesen wollte, dass die New York Times in der kommenden Woche eine umgestaltete Version ihrer Webseite veröffentlichen will, lud man mich dort ein, das neue Design anzuschauen. Ab 8. Januar wird das flexbile Layout (passt sich „responsive“ dem Kontext an, in dem es angeschaut wird) für jeden Nutzer sichtbar sein. In der zugehörigen Pressemitteilung der New York Times loben Chefredakteurin und die zuständige Produktchefin die effizientere Navigation (wurde auf der Homepage verschoben), schnellere Ladezeiten und vor allem mehr Platz für Bild, Video und interaktive Geschichten.

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Aber nicht nur die Homepage wurde verändert auch das Artikel-Layout ist nun responsive. Das sieht dann so aus (zum Vergrößeren bitte draufklicken)

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Das ganze ist aus unterschiedlichen Gründen interessant. Unter anderem weil mit dem gestalterischen Umbau bei der New York Times auch „native Advertising“ eingeführt werden soll – also Inhalte, die werblicher Art sind aber eine redaktionelle Anmutung haben. Ende Dezember hatte Artur Sulzberger Jr. das in einem internen Rundschreiben angekündigt.

Dieser Plan hatte zu einer kontroversen Debatte führt, die auch der Guardian begleitete – mit einem Artikel, den man hier auch in alten wie neuem Layout sehen kann. Denn auch die zweite große Zeitung im Web arbeitet gerade an einem responsive Design. In einer Alpha-Frühphase kann man diese neuen Entwürfe sehen (zum Vergrößeren ebenfalls draufklicken)

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Was der Guardian plant

Im britischen Independent gibt es ein interessantes Stück über Andrew Miller, Verlagschef beim Guardian

He is against the idea of a hard digital paywall (such as that used by The Times) and considers a “freemium” soft paywall (as used by The Daily Telegraph) to be “the worst loyalty scheme in the world” because regular users are charged.

His own preference is a “membership”, with users signed up to have “deeper engagement” with the paper. Mr Miller also wants members to be “participating in little events” which are Guardian-branded.

The paper already uses King’s Place, its HQ in London’s Kings Cross, to support various cultural events. Earlier this year it opened a tech-based London café called #guardiancoffee, which attracted some scorn but Mr Miller says it will live beyond its six-month trial, “probably for several years”.

This week the paper also opened the Guardian Green Room in the Rough Trade record store in New York to showcase its commitment to music. Mr Miller is very keen and more coffee shops may follow. “Physical manifestation of The Guardian is something we are actively exploring,” he says.

via

Die Hard

In der aktuellen Ausgabe des Spiegel gibt es ein Interview mit Guardian-Chef Allan Rusbridger über Snowden und die Überwachung. Vielleicht hat er das schon mal gesagt, mir war aber neu, was er auf die Abschluss-Frage ob es schwer sei nicht paranoid zu werden, antwortet:

Mein Facebook-Profil wurde geändert, ich weiß nicht, von wem. Aber es gibt eine Abteilung im GCHQ, die solche Dinge kann. Da stand plötzlich, dass ich „Stirb langsam“ gut finde.