Alle Artikel mit dem Schlagwort “fussball

Europäischer Fußball

Eine schöne Aktion gibt es aus Spanien zu berichten (dem Land zu diesem Song hier). Dort wurde Joseba Etxeberria mit einem als Partido Imposible bezeichneten unmöglichen Spiel verabschiedet: 200 Kinder gegen treten gegen ihn und Athletic Bilbao an. Sieht toll aus!



Doch Europas Fußball ist nicht nur vom anstehenden Champions-League-Finale und der baldigen WM geprägt – auch der Eurovison Songcontest hat seinen Weg zu den Fußball-Fans gefunden. Dank Puma. Dort hat man sich zu einer ungewöhnlichen Form der Fußball-Werbung entschieden und lädt europäische Fußballfans zum Hardchorus Song Contest. Das klingt dann so:

Wobei ich sagen muss: am besten gefallen mir die Italiener.

via

Go to Bernabéu

Am Samstag spielt der FC Bayern im Estadio Santiago Bernabéu im Finale der Champions League – mit dabei auf der Position Rockstar der Bayern-Spieler Andreas Görlitz. Seine Band Room77 hat zum großen Finalspiel einen Song geschrieben, der auf YouTube mit den Toren der Champions-League-Endrunde kombiniert wurde:

Zwar sind die Treffer von Ivica Olić um einiges beeindruckender als die Reime der Band. Die sind aber auch nicht zu unterschätzen:

2010 unser Heldenjahr
wir Bayern machen Träume wahr
Come and go go go
to Bernabéu

via

Der Mythos vom Straßenfußball

Die Panke ist einer von 30 Bolzplätzen hier im Viertel, einer von Hunderten in ganz Berlin. Diese Käfige sind Orte, um die sich Mythen ranken wie Unkraut um ihr Gitter. Maradona, der bei der Weltmeisterschaft in Mexiko in einem Lauf über das ganze Feld fünf englische Gegenspieler und am Ende den Torwart austanzte, hatte auf so einem Platz gespielt, in einem armen Vorort von Buenos Aires. Zidane ist groß geworden auf so einem Platz, zwischen grauen Plattenbauten in Marseille. Sie alle, Maradona und Zidane, Ribéry und Rooney, Genies und Wahnsinnige, haben in der Enge dieser Käfige gelernt zu fliegen. Hier entwickelten sie ihren Instinkt, einen ungezähmten, unberechenbaren Fußball, der die Verteidiger in den Vereinen überforderte und sie selbst zu Millionären machte.

Unter dem Titel Der Nabel ihrer Welt besucht Die Zeit den Bolzplatz im Berliner Bezirk Wedding, in dem die Boateng-Brüder das Fußballspielen gelernt haben. Kevin-Prince, der bei der WM im Kader von Ghana steht, hat heute übrigens deshalb Deutschlandweit Berühmtheit erlangt, weil er am Wochenende im Finale des britischen Pokals Michael Ballack so foulte, dass dieser Gipsverband und ruhig stellenden Spezialschuh tragen muss – und nicht das Trikot der Nationalmannschaft. Davon steht nichts in dem lesenswerten Text, aber von Gummistiefeln an den Füßen des siebenjährigen Kevin kann man lesen und von Problemen mit dem DFB:

Mit dem, was Boateng im Käfig an der Panke groß gemacht hatte, eckte er an in der hierarchischen Welt des DFB, die jemanden wie den Stürmer Kevin Kurányi für das Verlassen des Stadions während eines Länderspiels lebenslang ausschließt. Es ist eine Welt, deren Helden sein sollen wie der Teammanager Oliver Bierhoff, glatt geschliffen und geföhnt. Mit Anfang 20 sollen sie Playstation spielen, mit Mitte 20 ein Fernstudium absolvieren und mit Ende 20 an ihrem Golfhandicap arbeiten. Es ist eine Welt, in der es – anders als auf dem Bolzplatz – nicht reicht, einfach nur gut zu sein.

Das Thema Ballack findet in dem Text dann doch statt – in den Kommentaren unten drunter.

Immer wieder aufstehen

Es ist letztlich wie in der Kindererziehung, wenn du den Blagen aus einer aus ihrer Sicht ausweglosen Situation heraushelfen willst: Wollen sie in der Ecke sitzen und heulen oder sollten sie versuchen, das Beste daraus zu machen? Mach es mit Musik: Spiel ihnen Herne 3 vor: Immer wieder aufstehen, immer wieder sagen, es geht doch!

Frank Goosen fordert nach dem Katastrophen-Wochenende des VfL Bochum: „Gebt uns unseren Verein zurück“ und verweist auf den Song Immer wieder aufstehn`:

Seine Forderung:

Wer weiß: Hätte man den Mut, konsequent eine Image-Nische zu besetzen, weg von Billig-Discountern auf dem Trikot, hin zu der kämpferischen, vielleicht etwas dreckigen, aber immer hautnahen, leidenschaftlichen Alternative zu den Großclubs ein paar Kilometern westlich und östlich von uns – vielleicht würde sich das unterm Strich auch finanziell bezahlt machen. Mancher Verein möchte etwas besonderes sein, der VfL will nur sein wie (fast) alle anderen.

Über Fußball

In den vergangenen Tagen ging es hier (und vor allem in meinem Twitter-Account) erstaunlich häufig um Fußball. Der Hintegrund ist das für den VfL Bochum dramatische Saisonfinale, das in einem Abstiegsendspiel am Samstag gegen Hannover (und dann hoffentlich mit dem Klassenerhalt) endet. Warum ich mich für den VfL Bochum interessiere? Weil es der beste Verein ist, der in Deutschland Fußball spielt! Nein, Bochum ist nicht das deutsche Barcelona, ich behaupte nicht, dass man an der Castropper Straße den besten Fußball spielt. Ich behaupte, dass der VfL der beste Verein ist. Warum das so ist? Christoph Biermann hat dies vor acht Jahr so wunderbar auf den Punkt gebracht, dass seine damalige taz-Kolumne zu einer Art Gebotstafel für VfL-Fans wurde. Er schrieb:

Die Welt des VfL Bochum ist ewiger Abstiegskampf, Fahrstuhlfahrten zwischen den Ligen, Schmerz, Trauer – und immer wieder Hoffnung. Ein zähes „Ihr da oben, wir hier unten” ordnet die Welt seit Anbeginn.

Doch:

Sieger waren mir aber immer schon langweiliger als jene, die interessant zu scheitern wissen. Deshalb fand ich es auch besonders cool, Anhänger des VfL Bochum zu sein, weil es im Grunde haltlos uncool ist.

Jetzt gibt es wenig, was sich so konsequent den Kategorien von cool und uncool entzieht wie das Fansein beim VfL Bochum. Und dennoch steckt in diesem Satz viel Wahrheit über Fußball. Ähnliche Ansichten finden sich übrigens auch in dem tollen (und leider nicht mehr lieferbaren) Buch Eine Saison mit Verona, für das Tim Parks eine Spielzeit lang mit Hellas Verona durch die italienische Serie A gereist ist.

Warum ich das alles schreibe? Weil ich glaube, dass irgendein zeitreicher Berliner Autor, Schriftsteller oder Literat (bzw. noch besser: Autorin, Schriftstellerin oder Literatin) genau das tun sollte: In der kommenden Saison mit Hertha BSC durch die zweite deutsche Liga reisen. Zwar wird es darin kein Kapitel über Bochum geben, aber das Buch wird sich sicher super verkaufen zum Wiederaufstieg der Hertha – im Jahr 201_ (bitte selber einsetzen). Denn das mit dem interessant scheitern ist ja wahr, aber nicht an diesem Wochenende!

Update: Das habe ich jetzt von meinem Hochmut, Berliner Fans Ratschläge für die zweite Liga zu geben. Bochum steigt sang- und klanglos mit der Hertha ab.

Interview klicken

Weil die, die sich outen, plattgemacht werden. Von ihren Mitspielern und von den Leuten im Stadion. Diese Hetz-Jagd sollte man ihnen ersparen.

Mit diesen Worten begründet Rudi Assauer im Express warum, Homosexualität im Fußball „nicht funktioniert“ – und vollbringt somit den unfassbaren rhetorischen Trick, eine Hetz-Jagd vermeintlich anzuprangern, die er selber mit solchen Aussagen anführt.

Eigentlich sollte man sich derartige „Interviews“ ersparen (auch von Redaktionsseite), aber aus einem formalen Grund muss man sich dennoch anschauen, wie man beim Express „die Möglichkeiten des neuen Mediums Internet“ nutzt und aus den zehn Fragen an Herrn Assauer eine Klickstrecke baut, für die mir tatsächlich die Worte fehlen: Pro Frage ein Klick …

http://www.express.de/sport/fussball/schwule-sollen-sich-anderen-job-suchen/-/3186/1208102/-/index.html

via facebook

Zerreißt euch, sonst tun wir es!

Die Medien dienen als Verstärker für die Meinungen der Anhängerschaft, und das Internet ist zu einer Plattform geworden, auf der übelste Hasstiraden meist anonym abgesetzt werden und gefährliche Stimmungen entstehen. In verschiedenen Foren können sich die Anhänger schnell organisieren, Demonstrationen planen, sich als Gruppe konzentrieren. Das Deutsche Sportfernsehen, das die Interaktion mit dem Fan einst kultiviert hat, verzichtet mittlerweile in seiner Fußball-Talkrunde „Doppelpass“ auf Meinungsbeiträge aus dem Internet, weil nur noch die wenigsten inhaltlich geprägt seien und Denkanstöße gäben, wie es dort heißt. Vor allem für die Vereine aber ist der meist beleidigende oder hasserfüllte Diskussionsstil in den eigenen Internetforen zu einem Problem geworden. Immer wieder müssen diese Online-Portale, die den Klubs eigentlich zur Kundenkommunikation dienen sollen, abgestellt und „bereinigt“ werden.

Der Text Kritische Masse aus der gestrigen Ausgabe der FAZ steht leider online nicht zum Nachlesen. Das ist schade, denn er schlägt eine sehr spannende Brücke von der offenbar wachsenden Macht der Fans im Fußball zu dem, was ich hier schon häufiger als das Phänomen des aktiven Rezipienten beschrieben habe. Dabei geht es um die Frage, wie Medien damit umgehen, dass Leser/Hörer/Zuschauer mittlerweile einen aktiven Rückkanal haben. Eine Frage, die – wenn man dem FAZ-Text glaubt – auch die Fußball-Branche betrifft.

Nicht besonders ruhmreich, aber doch beispielgebend ist dabei der Fall des VfL Bochum, der sich vor dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt in der vergangenen Saison der Fan-Forderung Zerreißt Euch, sonst tun wir es! ausgesetzt sah – und sich (nach erfolgreichem Klassenerhalt) auch aufgrund von Fan-Protesten von Trainer Koller trennte.

Die Beispiele zeigen: Dass das Internet Fans und Lesern eine Stimme gibt, ist eine Herausforderung, vor dem nicht nur der Journalismus steht.

Fußball und Urheberrecht

Ben vom Scudetto-Blog zitiert aus der DSF-Sendung Doppelpass, in der wiederum Bilder von der Jahreshauptversammlung des FC Bayern gezeigt werden. Darauf zu sehen: Karl-Heinz Rummenigge, der ein Gedicht vorträgt:


Diese Reime stammen aber offenbar nicht vom ehemaligen Stürmer Rummenigge, sie sind (in etwas abgewandelter Form) auch hier nachzulesen. Aber vielleicht wurde das Gedicht vom FC Bayern auch völlig korrekt erworben – immerhin scheint die Verfasserin auch individuelle Gedichtberatung anzubieten.

via

Bochum und Koller

Für Außenstehende ist schwer zu verstehen, warum Koller, der den VfL Bochum in die Bundesliga führte und drei Jahre dort hielt, derartigen Hass des Publikums auf sich gezogen hat. Schon früher wurde in Krisen lautstark seine Ablösung gefordert, weil er vielen Zuschauern nicht emotional und hemdsärmelig genug war. Besonnene Fachleute auf der Trainerbank kommen bei den Fans im Ruhrgebiet nicht an, außer sie sind, wie Ottmar Hitzfeld es in Dortmund war, unablässig erfolgreich. Lieber hat man Grantler wie Huub Stevens, volksnahe Schwadroneure wie Peter Neururer oder knallharte Machtmenschen wie Felix Magath. Dass Koller durch seine Politik der ruhigen Hand etliche Krisen erfolgreich überstand, legte man bizarrer Weise sogar gegen ihn aus.

Christoph Biermann beschreibt bei Spiegel-Online Wie die Bochumer Fans ihren Trainer erledigten und kommt zu dem Schluß:

Jedes Jahr in der Bundesliga zu spielen, wäre für Bochum unter diesen Bedingungen ein Triumph, und dass der VfL mehr Erstliga-Spielzeiten als Hertha BSC, Hannover 96, Wolfsburg oder der 1. FC Nürnberg hat, ist ein Wunder.

Ich kann nicht beurteilen, ob das stimmt. Ich kann aber nachvollziehen, dass man sich als Fan mit diesem sehr besonnenen Urteil nicht zufrieden gibt …