Alle Artikel mit dem Schlagwort “vfl

Messi

Messi simply does things — little things and big things — that other players here cannot do. He gets a ball in traffic, is surrounded by two or three defenders, and he somehow keeps the ball close even as they jostle him and kick at the ball. He takes long and hard passes up around his eyes and somehow makes the ball drop softly to his feet, like Keanu Reeves making the bullets fall in “The Matrix.” He cuts in and out of traffic — Barry Sanders only with a soccer ball moving with him — sprints through openings that seem only theoretical, races around and between defenders who really are running even if it only looks like they are standing still. He really does seem to make the ball disappear and reappear, like it’s a Vegas act.

Joe Posnanski (Senior Writer of Sports Illustrated) beschreibt in seinem Blog den Genius of Messi. Sehr lesenswert!

(via kottke)

Das umgekehrte Wembley-Tor

„Fußball ist eine Metapher für das Leben. Falls diesbezüglich noch Zweifel bestanden, räumte Deutschland diese endgültig aus, das nach 44 Jahren Rache nahm. Den Deutschen fehlte es nie an Hartnäckigkeit. Der Fußball gab ihnen zurück, was er ihnen an jenem 30. Juni 1966 wegnahm. Es war ein Wink des Schicksals, eine kinoreife Revanche, wie in einem dieser Filme mit Happy End.“

Die spanische elpais kommentiert das gestrige WM-Achtelfinale Deutschland-England. Da ich selber kein Spanisch spreche, vertraue ich auf die Übersetzung von Christian Schwöbel beim indirekter freistoss

Wir sind VfL

Der VfL hat sich vor einiger Zeit ein Leitbild gegeben. Über dessen Inhalte mag man streiten, aber zumindest war es der richtige Versuch, die eigene Identität im Wettbewerb mit anderen Vereinen zu stärken. Ein Leitbild ist aber immer nur so stark, wie es die handelnden Personen überzeugend mit “Leben” zu füllen vermögen. Das ist beim VfL nicht mehr der Fall. „Unbeugsam“ war in der vergangenen Saison niemand. Es reicht nicht aus, Identität und Tradition nur zu behaupten oder plakativ auf Werbebanner und Trikots zu drucken. Man muss sie auch leben. Das Kernprodukt des VfL Bochum ist Fußball. Das Image hart zu arbeiten, selbstbewusst zu sein und ehrlich miteinander umzugehen entsteht zuerst auf dem Platz und nicht in Werbekampagnen oder auf Pressekonferenzen.

Gestern ist die Initiative Wir sind VfL veröffentlicht worden. Heute stellt der Verein den neuen Trainer vor: Es ist Friedhelm Funkel.

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Go to Bernabéu

Am Samstag spielt der FC Bayern im Estadio Santiago Bernabéu im Finale der Champions League – mit dabei auf der Position Rockstar der Bayern-Spieler Andreas Görlitz. Seine Band Room77 hat zum großen Finalspiel einen Song geschrieben, der auf YouTube mit den Toren der Champions-League-Endrunde kombiniert wurde:

Zwar sind die Treffer von Ivica Olić um einiges beeindruckender als die Reime der Band. Die sind aber auch nicht zu unterschätzen:

2010 unser Heldenjahr
wir Bayern machen Träume wahr
Come and go go go
to Bernabéu

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Immer wieder aufstehen

Es ist letztlich wie in der Kindererziehung, wenn du den Blagen aus einer aus ihrer Sicht ausweglosen Situation heraushelfen willst: Wollen sie in der Ecke sitzen und heulen oder sollten sie versuchen, das Beste daraus zu machen? Mach es mit Musik: Spiel ihnen Herne 3 vor: Immer wieder aufstehen, immer wieder sagen, es geht doch!

Frank Goosen fordert nach dem Katastrophen-Wochenende des VfL Bochum: „Gebt uns unseren Verein zurück“ und verweist auf den Song Immer wieder aufstehn`:

Seine Forderung:

Wer weiß: Hätte man den Mut, konsequent eine Image-Nische zu besetzen, weg von Billig-Discountern auf dem Trikot, hin zu der kämpferischen, vielleicht etwas dreckigen, aber immer hautnahen, leidenschaftlichen Alternative zu den Großclubs ein paar Kilometern westlich und östlich von uns – vielleicht würde sich das unterm Strich auch finanziell bezahlt machen. Mancher Verein möchte etwas besonderes sein, der VfL will nur sein wie (fast) alle anderen.

Über Fußball

In den vergangenen Tagen ging es hier (und vor allem in meinem Twitter-Account) erstaunlich häufig um Fußball. Der Hintegrund ist das für den VfL Bochum dramatische Saisonfinale, das in einem Abstiegsendspiel am Samstag gegen Hannover (und dann hoffentlich mit dem Klassenerhalt) endet. Warum ich mich für den VfL Bochum interessiere? Weil es der beste Verein ist, der in Deutschland Fußball spielt! Nein, Bochum ist nicht das deutsche Barcelona, ich behaupte nicht, dass man an der Castropper Straße den besten Fußball spielt. Ich behaupte, dass der VfL der beste Verein ist. Warum das so ist? Christoph Biermann hat dies vor acht Jahr so wunderbar auf den Punkt gebracht, dass seine damalige taz-Kolumne zu einer Art Gebotstafel für VfL-Fans wurde. Er schrieb:

Die Welt des VfL Bochum ist ewiger Abstiegskampf, Fahrstuhlfahrten zwischen den Ligen, Schmerz, Trauer – und immer wieder Hoffnung. Ein zähes „Ihr da oben, wir hier unten” ordnet die Welt seit Anbeginn.

Doch:

Sieger waren mir aber immer schon langweiliger als jene, die interessant zu scheitern wissen. Deshalb fand ich es auch besonders cool, Anhänger des VfL Bochum zu sein, weil es im Grunde haltlos uncool ist.

Jetzt gibt es wenig, was sich so konsequent den Kategorien von cool und uncool entzieht wie das Fansein beim VfL Bochum. Und dennoch steckt in diesem Satz viel Wahrheit über Fußball. Ähnliche Ansichten finden sich übrigens auch in dem tollen (und leider nicht mehr lieferbaren) Buch Eine Saison mit Verona, für das Tim Parks eine Spielzeit lang mit Hellas Verona durch die italienische Serie A gereist ist.

Warum ich das alles schreibe? Weil ich glaube, dass irgendein zeitreicher Berliner Autor, Schriftsteller oder Literat (bzw. noch besser: Autorin, Schriftstellerin oder Literatin) genau das tun sollte: In der kommenden Saison mit Hertha BSC durch die zweite deutsche Liga reisen. Zwar wird es darin kein Kapitel über Bochum geben, aber das Buch wird sich sicher super verkaufen zum Wiederaufstieg der Hertha – im Jahr 201_ (bitte selber einsetzen). Denn das mit dem interessant scheitern ist ja wahr, aber nicht an diesem Wochenende!

Update: Das habe ich jetzt von meinem Hochmut, Berliner Fans Ratschläge für die zweite Liga zu geben. Bochum steigt sang- und klanglos mit der Hertha ab.

Klopp über den Pott

Einiges mag Legende sein, aber ich glaube, hier hatten die Spieler immer schon die Ärmel hochgekrempelt, selbst die im kurzärmeligen Trikot. Man hat sich bereits vor 50 Jahren die Schienbeine wundgeklopft. Das liegt wohl tatsächlich an der Region. Hier leben 60, 70 Prozent Arbeiter, und die erwarten, dass ihre Fußballmannschaft kämpft. Insofern passe ich wohl wirklich gut hierher. Mir gefällt auch, dass einige Dinge immer so bleiben.
(…)
Jeder, der Fußball mag, spürt, dass es in dieser Region brutal pulsiert. Auf der Strecke von Dortmund nach Düsseldorf hat man das Gefühl, an zwölf Bundesligastädten vorbeizufahren. In Sachen Fußball sind die Leute hier ein bisschen durch den Wind. Vorhin stand ich in Dortmund im Stau, da wurde ich durch Hupen und andere Zeichen insgesamt zehnmal gebeten, das Fenster herunterzulassen, damit man mich fotografieren konnte. Das ist mir woanders noch nie passiert.

Jürgen Klopp spricht mit dem Spiegel (oder mit Spiegel online? Hier ist es jedenfalls nachzulesen) über Fußball im Ruhrgebiet. Darin sagt er auch:

Aggressivität ist für mich die Bereitschaft, sich selbst weh zu tun, nicht dem Gegner.