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Wohlstand ohne Wachstum?

Unendliches Wachstum ist in einer endlichen Welt nicht möglich. Diese schlichte Einsicht, die Kindern weniger Schwierigkeiten macht als Ökonomen, wird gegenwärtig durch eine ganze Reihe von Endlichkeiten deutlich: der Energievorräte, der Umweltbelastbarkeit, der biologischen Ressourcen, der Traglast des Planeten. Endlichkeitskrisen sind von einem System, dessen Funktion vom Wachstum abhängt, nicht zu bewältigen – im Gegenteil sind sie Symptome, die das Scheitern der Voraussetzungen anzeigen, auf die das System gebaut ist.
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Die kollektive Vergesslichkeit, dass unsere Umwelten von uns selbst gemacht und die in ihnen geltenden Regeln von uns bestimmt werden, lässt den Status quo fatalerweise immer als den erscheinen, der den Referenzpunkt für jede Form von Veränderung abgibt. Deshalb wird Veränderung umstandslos mit Verzicht gleichgesetzt, wodurch in dem Augenblick, in dem man „Verzicht“ sagt, der Status quo als ein Optimum erscheint, an dem um Gottes willen nicht herumgeschraubt werden darf.
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Um zu einer Vorstellung darüber zu gelangen, was heute getan werden muss, ist ein ratloses Verweilen in der Gegenwart nicht ausreichend – da endet man eben beim Nachplappern der Wachstumsrhetorik und beim Fortschreiben von Strategien, die nicht zukunftsfähig sind. Um Veränderung als positiv definieren zu können, muss wieder die schon lange nicht mehr gestellte Frage aufgeworfen werden, wie wir eigentlich leben wollen, wie unsere Gesellschaft, sagen wir, im Jahr 2025 aussehen soll.

In der Deutschlandfunk-Reihe Wegmarken 2010 hat sich Harald Welzer gestern abend mit der Frage Wohlstand ohne Wachstum? befasst. Das Manuskript der Sendung ist online nachzulesen – und sehr zu empfehlen!

80 Jahre Habermas

Es ist ja immerhin nicht auszuschließen, dass die jungen Kanadier, Chinesen und Afrikaner in den Universitätsbibliotheken der Welt die Habermas-Bücher, über denen sie jetzt noch unglücklich brüten, endlich zuklappen und sagen: „Wir haben uns genug gequält, wir wollen wieder fröhlich sein. Draußen scheint die Sonne!“

Mit diesen Worten schließt Sibylle Tönnies ihren hörenswerten Beitrag Des Kaisers neue Kleider – keine Hommage zum 80sten Geburtstag von Jürgen Habermas im Deutschlandfunk.

Downloadschlachten im Deutschlandradio

Der Umstand, dass zur Zeit viele Menschen Dinge tun, die das Urheberrecht nicht erlaubt, ist darauf zurückzuführen, dass zwischen der gesellschaftlichen und technischen Entwicklung und der Rechtslage ein evidenter Widerspruch besteht. Für Teenager ist es völlig normal, sich aus dem Internet Musik runterzuladen und die da zu tauschen.

Im Deutschlandfunk hat der Urheberrechts-Experte und irights-Redakteur Till Kreutzer ein sehr interessantes Interview über die „Downloadschlachten der Zukunft“ gegeben. Es geht um eBooks und Urheberrecht in der digitalen Welt. Das Gespräch stammt aus der Sendung Kultur heute vom 10.1.. Die Fragen stellt Burkhard Müller-Ulrich, der im Herbst die Google-Buchsuche kommentierte.

Down durch Download

Die Musikindustrie wäre gut darin beraten, einfach ihre legalen Angebote besser zu machen als die Piraterie Angebote und die Piraterie Angebote eher dazu zu nutzen, um dem jugendlichen Fan, der immer klauen wird, den zu erwerben als späteren legalen Kunden.

MySpace-Chef Joel Berger in der Deutschlandfunk-Sendung Down durch Download über die Zukunft der Musikindustrie (via). Die Sendung vom 2. August fehlt leider in der „on demand“-Abteilung beim Deutschlandfunk. Warum eigentlich?