Mein Beitrag zum Journalismus-Buch

Es gibt Neuigkeiten zum Buchprojekt, das Christian Jakubetz vor ein paar Wochen angestoßen hat: Neben neuen Autoren (die sich übrigens – leider ohne mich – demnächst in Berlin treffen) und neuen Ideen, gibt es bereits erste thematische Exposes. Christian hat damit begonnen, diese online zur Diskussion zu stellen. Was ich sehr gut finde. Dass er mein Expose mit mir erschreckend schmeichelnden Worten veröffentlicht, wäre hingegen nicht nötig gewesen:

Kurz nachdem er im Frühjahr als „Director of Global News“ bei der britischen BBC benannt wurde, schreibt Peter Horrocks seinen Journalisten eine Mail, in der er ihnen den grundlegenden Wandel benennt, den das so genannte soziale Web für den Beruf des Journalisten bedeutet: „Die Nutzung von Twitter und Facebook“, schreibt Horrocks, „ist nicht mehr ihrem eigenen Ermessen überlassen, sondern Bestandteil ihrer Arbeit. Es tut mir leid, aber ich muss das so sagen: Sie erledigen Ihren Job nicht anständig, wenn Sie sich damit nicht befassen.“

In meinem Kapitel möchte ich aufzeigen, dass Peter Horrocks Recht hat und dass die Rede von den so genannten sozialen Medien mehr ist als nur ein weiterer Trend des noch jungen Mediums Internet. Es geht um die ganz konkreten Folgen für die Arbeit als Journalist und Medienschaffender. Peter Horrocks beschreibt dies so: „Sie sollten die Auswirkungen dessen beobachten, wie unsere Inhalte weitergenutzt werden.“

Was heißt das konkret? Ich zeige Arbeitsbeispiele, so genannte Best Cases und Fälle, in denen der Dialog gründlich misslungen ist. Dialog heißt in diesem Kontext aber auch Weitererzählen, Sharen und Verbreiten. Deshalb wird es in meinem Kapitel auch um die Frage gehen, wie das Verteilen der eigenen Informationen und Texte über Twitter, Facebook und vergleichbare Kanäle unsere Vorstellung vom Helikopter-Journalismus (Tichy) verändert.

Wer meine Einträge in diesem Blog liest, wird von dem Expose nicht überrascht sein. Es folgt den Ansätzen, die ich in diesem Wintersemester auch in einem Seminar an der LMU in München bespreche. Es geht mir darum, das Internet als Kommunikationsinstrument zu verstehen, das den Dialog in den Mittelpunkt rückt. Es geht um das soziale Wissen, den aktiven Rezipienten und die Leserschaft als Community. Vieles davon habe ich in meinen Krisen-Thesen zusammengefasst, einiges verdient eine Aktualisierung und manches vielleicht auch Widerspruch. Deshalb weise ich hier auf Christians Blogeintrag hin und auf das Kommentarfeld unter diesem Eintrag: Wer Hinweise, Krititik oder Widerspruch hat, ist eingeladen, mein Expose zu kommentieren!

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