#fairerteilen (Digitale März-Notizen)

Dieser Text ist Teil der März-Folge meines monatlichen Newsletters „Digitale Notizen“, den man hier kostenlos abonnieren kann!

Das Netz kann ein besserer Ort werden, wenn wir selber aktiv werden. Deshalb haben Manuel Kostrzynski, Heiko Bielinski und ich im vergangenen Jahr #gegendiepanik ins Leben gerufen – und deshalb wollen wir nicht nur in Ausnahmesituationen achtsamer werden. Das ist die Idee von #fairerteilen. Unter dem Hashtag und der zugehörigen Website fairer-teilen.de wollen wir daran erinnert, wer aktiv werden kann gegen Gerüchte und Halbwahrheiten im Netz: Du und ich! Legen wir los!

Wir lieben Social-Media. Wir schätzen den Austausch mit Freunden und der ganzen Welt. Wir lachen über Hashtag-Humor und Internet-Quatsch.

Deshalb wissen wir, dass Social-Media auch missbraucht werden kann. Das ist Mist. Wenn Panik, Falschmeldungen oder Hass verbreitet werden, kannst du selber etwas dagegen tun – indem du dich fairer verhältst und dich bemühst, Inhalte fairer zu teilen. Deshalb haben wir sieben Regeln zum #fairerteilen aufgeschrieben, mit denen du helfen kannst, Hass, Falschmeldungen und Panik zu verhindern.

1. Von mir sollen keine Gerüchte, Halbwahrheiten und Falschmeldungen ausgehen! Ich weiß, dass es Seiten gibt, die mit Absicht falsche Informationen verbreiten wollen. Darauf falle ich nicht rein und damit werde ich meine Freunde nicht verwirren.

2. Wenn ich einen Link poste oder andere Inhalte veröffentliche, halten meine Freund*innen das für verlässlich. Das ist eine große Verantwortung. Ich bemühe mich, dem gerecht zu werden. Deshalb poste ich nur solche Links, die ich überprüft habe.

3. Um Links zu überprüfen, nutze ich Wikipedia (Gibt es das Medium überhaupt?) und die Rückwärtsbildersuche von Suchmaschinen – z.B. bei google.com/images oder TinyEye. So kann ich sehen, ob die Bilder nicht vielleicht aus einem anderen Kontext stammen und bewusst verfälscht wurden.

4. Wenn ein Beitrag mich sehr wütend oder sehr traurig macht, überlege ich, ob er vielleicht mit Absicht so geschrieben wurde, weil den Autoren diese Gefühle wichtiger sind als die Fakten. Deshalb überprüfe ich in einer Suchmaschine, ob und wie andere Seiten über das Thema berichten.

5.
Egal wie emotional ist bin: Ich bleibe fair und menschlich. Wer einem anderen Menschen den Tod wünscht, mit Vergewaltigung oder anderen Angriffe droht, verlässt den Boden des Grundgesetzes. Derartige Wortmeldungen wird es von mir nie geben, wenn ich sie lese, werde ich sie beim Seitenbetreiber und/oder der Polizei melden.

6. Selbst wenn man unterschiedlicher Meinung ist, bleibt die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Maßstab, an den sich Debatten halten müssen. Gerade wer behauptet, stolz auf dieses Land zu sein, sollte sich daran erinnern: Das Grundgesetz garantiert freie Meinungsäußerung, es ruft uns aber auch dazu auf, fair und menschlich bleiben.

7. Egal wie unübersichtlich eine Situation sein mag, ich werde nicht dazu beitragen, Verwirrung zu streuen. Denn das ist das zentrale Ziel derjenigen, die auf Gerüchte und falsche Meldungen setzen: Sie wollen eine Stimmung schaffen, in der sie ihre einfachen Antworten verbreiten können. Darauf falle ich nicht herein. Ich bleibe skeptisch und trage durch mein eigenes Verhalten dazu bei, Social-Media-Gelassenheit zu verbreiten.

Bitte die Seite und die Idee #fairerteilenfairer-teilen.de


Dieser Text stammt aus dem monatlichen Newsletter Digitale Notizen, in dem man mir beim Denken zusehen kann.

In diesem Newsletter sind z.B. erschienen: „Streiten lernen – für ein besseres Internet“ (Januar 2017), „Digitaler Heimat- und Brauchtumsverein“ (Oktober 2016), „Ein Dutzend Ideen für die Journalistenausbildung“ (September 2016) „Kulturpragmatismus“ (Juni 2016), „Denke kleiner“ (Februar 2016 ) „Social-Media-Gelassenheit“ (Januar 2016).