Alle Artikel in der Kategorie “kinder

Kindliches Malvergnügen

Die Stockwerks-Kollegen vom SZ-Magazin haben mich heute zum „Web-Meinungsführer“ gemacht, was mich natürlich sehr freut (Vielen Dank!), aber auch unter enormen Druck setzt. Denn als „sehenswert“ wird in der Liste die zuletzt vernachlässigte Blog-Rubrik Kinder gelobt. Was also tun? Ich bedanke mich mit einem kleinen Film, den ich in die genannte Kategorie einsortieren kann, denn er strahlt in jedem Fall kindliche Malfreude aus:


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P.S.: Die gesamte SZ-Magazin-Liste gibt es übrigens hier

Helikopter-Mütter über Brooklyn

Während Williamsburg so etwas wie eine Hipster-Monokultur ausbrütet, gedeiht in der Nähe des Prospect Park ein anderer Menschenschlag: die sogenannte «Helicopter-Mom» – und jene, die über sie schreiben. «Helicopter-Mom» wird jener militant ökologische Frauentypus genannt, der von den biologisch abbaubaren Windeln bis zum Blickkontakt der Sprösslinge alles unter Kontrolle hat. Amy Sohn hat diese Frauen in ihrem Roman «Prospect Park West» in ein satirisches Licht gerückt – samt jenen Institutionen, in denen die Helikopter-Mütter die Tage verbringen. Von der Tea-Lounge – wegen ihrer Toleranz gegenüber dem öffentlichen Stillen auch «Teat-Lounge» (Nippel-Lounge) genannt – bis zur alternativen Food-Coop, wo naturbelassene Nahrungsmittel im Austausch gegen einen monatlichen Schichtdienst günstig zu kaufen sind, ist hier jenes fortpflanzungsfreudige Milieu karikiert, in dem man die prototypischen Anwohner von Park Slope erkennt.

In der NZZ widmet sich Andrea Köhler unter dem Titel Auf der falschen Seite des Flusses dem ewigen New Yorker Stadtduell Manhatten vs. Brooklyn. Wichtig dabei: die Helikopter-Mütter darf man nicht mit dem Helikopter-Journalismus oder dem symbolischen Vater verwechseln. (via)

NYT über Frauen in Deutschland

Ten years into the 21st century, most schools in Germany still end at lunchtime, a tradition that dates back nearly 250 years. That has powerfully sustained the housewife/mother image of German lore and was long credited with producing well-bred, well-read burghers. Modern Germany may be run by a woman — Chancellor Angela Merkel, routinely called the world’s most powerful female politician — but it seems no coincidence that she is childless.

Unter dem Titel The Female Factor – In Germany, a Tradition Falls, and Women Rise widmet sich die New York Times der Rolle der Mutter in Deutschland – sehr lesenswert nicht nur für Menschen, die unlängst das Zeit-Stück über den symbolischen Vater gelesen haben.

Die symbolischen Väter

Die symbolischen Väter sind tolerant und einfühlsam, sie denken mit und packen an, sie können kochen und wissen, wo das Waschmittel steht. Und das unterscheidet die meisten von ihnen von den meisten ihrer Väter. Alles gut, alles schön.

Aber reicht das? Oder anders gefragt: Wann werden die symbolischen Väter zu realen Vätern? Wann wird für sie der Entschluss, eine Familie zu gründen, auch einen realen Verzicht, Einschnitte und Kompromisse nach sich ziehen?

Jana Hensel widmet sich unter dem Titel Vater Morgana im aktuellen Zeit-Magazin den Problemen, die sich hinter all den beständig gelobten Elternzeit-Vätern auftun, wenn diese an den Arbeitsplatz zurückkehren und so tun, als sei alles wieder wie vorher. Sehr angenehm nach all den durchaus selbstgefälligen Wickel-Vätern mal eine andere, die weibliche, Perspektive auf dieses Thema zu lesen.

Hensel nennt diese Männer „symbolische Väter“ und breitet – um das Phänomen zu beschreiben – dem Leser ihre private Lebenssituation als Vollzeit arbeitende Mutter aus (laut Website ist sie: „freie Journalistin und Autorin in Berlin“). Ich bin unsicher, ob das tatsächlich nötig gewesen wäre. Denn die Lösung, dieser in der Tat komplizierten Situation ist ja – wie die Einführung des Elterngeldes gezeigt hat – nicht zuvorderst auf der privaten Ebene zu suchen. Damit sich einlösen kann, was Hensel anspricht, müssen dafür auch gesetzliche Rahmen geschaffen werden:

Wie aber wäre es, wenn auch er, sagen wir, an zwei Tagen der Woche die Kinder von der Kita abholte, wenn er mit den Älteren Schularbeiten machte? Wenn er nicht nur ein Einzelfall wäre, der die Regel bestätigt? Der reale Vater würde beginnen, die Familienarbeit nicht länger auf die Schultern der Frau abzuladen, er würde eine wirkliche und auch messbare Verantwortung übernehmen. Und er müsste seine Partnerin nicht länger mit symbolischen Gesten bei Laune halten.

Damit das gelingen kann, muss es Arbeitsmodelle geben, die Teilzeit nicht als Notlösung darstellen. Wie überfällig das ist, konnte man im Oktober in der ARD-Sendung Panorama sehen, in der die „Instyle“-Chefin Annette Weber über die Teilzeit-Modelle in ihrer Redaktion sprach. Sie sagte:

Das ist ja kein betreutes Wohnen, eine Redaktion. Das ist natürlich ein Unternehmen, was wirtschaftlich arbeiten muss und dem sind natürlich Grenzen gesetzt. Es ist natürlich so: in wirtschaftlich florierenden Zeiten kann man es sich eher mal erlauben, Mitarbeiter, in Anführungszeichen mitzuschleppen.

So etwas ist in Anführungszeichen ärgerlich – und sicher Anlass für eine Berichterstattung, die über die persönliche Befindlichkeit und Lebenssituation hinaus geht.

Wo die wilden Kerle wohnen: Bei etsy!

http://www.etsy.com/view_listing.php?listing_id=36466814&ref=sr_gallery_6&&ga_search_query=Where+The+WIld+Things+are&ga_search_type=handmade&ga_page=&includes[]=tags

Nächste Woche kommen sie auch in Deutschland ins Kino: Auf Etsy sind sie schon. Es gibt Figuren von den Wilden Kerlen, Kopfbedeckungen, Schlüsselanhänger und (mehr oder minder lustige) Kleidung.

Das Besondere daran: Nichts davon ist offiziell, nichts davon trägt den Titel Merchandise. Alles ist selber gemacht und markenrechtlich vermutlich verboten. Doch all diese (Raub-)Kopien sind voller Fan-Freude für den Film und seine Charaktere – und ein toller Beweis für die Schönheit der Kopie!