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Helikopter-Mütter über Brooklyn

Während Williamsburg so etwas wie eine Hipster-Monokultur ausbrütet, gedeiht in der Nähe des Prospect Park ein anderer Menschenschlag: die sogenannte «Helicopter-Mom» – und jene, die über sie schreiben. «Helicopter-Mom» wird jener militant ökologische Frauentypus genannt, der von den biologisch abbaubaren Windeln bis zum Blickkontakt der Sprösslinge alles unter Kontrolle hat. Amy Sohn hat diese Frauen in ihrem Roman «Prospect Park West» in ein satirisches Licht gerückt – samt jenen Institutionen, in denen die Helikopter-Mütter die Tage verbringen. Von der Tea-Lounge – wegen ihrer Toleranz gegenüber dem öffentlichen Stillen auch «Teat-Lounge» (Nippel-Lounge) genannt – bis zur alternativen Food-Coop, wo naturbelassene Nahrungsmittel im Austausch gegen einen monatlichen Schichtdienst günstig zu kaufen sind, ist hier jenes fortpflanzungsfreudige Milieu karikiert, in dem man die prototypischen Anwohner von Park Slope erkennt.

In der NZZ widmet sich Andrea Köhler unter dem Titel Auf der falschen Seite des Flusses dem ewigen New Yorker Stadtduell Manhatten vs. Brooklyn. Wichtig dabei: die Helikopter-Mütter darf man nicht mit dem Helikopter-Journalismus oder dem symbolischen Vater verwechseln. (via)

Väter-Vorbilder: supportive leadership

Deshalb stehen kleine Jungs auf Bagger und Eisenbahnen?
Früher waren es Panzer, heute sind es Feuerwehrautos, Monster und Dinos.

Sollten Eltern dem entgegenwirken, indem sie Söhnen Puppen schenken?
Das bringt nichts. Jungs brauchen weder Puppen noch Panzer, sondern stabile Bindungen und Aufgaben, an denen sie wachsen können. Und wir müssen sie vor ungünstigen Rahmenbedingungen schützen.

(…)

Und wie, bitte schön, geht das?
Zunächst müsste man sich mit sich selbst beschäftigen. Sich etwa die wunderbare Frage stellen: Warum bin ich eigentlich so geworden, wie ich bin? Welche Erfahrungen haben mich zu diesem Menschen gemacht? Dann würde man schnell darauf kommen, dass man als Erwachsener die Erfahrungsräume der nächsten Generation günstiger beeinflussen könnte, als das in der eigenen Entwicklung der Fall war. (…)

Was braucht ein kleiner Junge?
Das Wichtigste wären ein richtig guter Vater und noch ein paar andere Männer im Verwandten- und Freundeskreis, die selbst gern Männer sind, die mit diesem Jungen was unternehmen und ihn so mögen, wie er ist. Liebe heißt ja nicht, dass man den ganzen Tag schmust. Man muss den Kindern eine Chance geben, ihre Potentiale zu entfalten.

Bringen die sogenannten neuen Väter, die jetzt scharenweise in Elternzeit gehen, die Wende für die männliche Hirnentwicklung?
Ich finde es großartig, wenn es mittlerweile Väter gibt, die wirklich Verantwortung übernehmen für die Bindung und Führung ihrer Kinder im Sinne von supportive leadership. Aber das sind noch immer sehr, sehr wenige. Probleme haben wir bei den vielen Jungs, die ohne gute männliche Vorbilder heranwachsen.

Die FAS spricht mit Hirnforscher Gerald Hüther über Vorbilder für Jungs. (via)

Wirtschaftsminister und Wickeltisch

Hier in der Fraktion können alle ihre Kinder mitbringen. Es gibt einen Wickeltisch, der nützt auch mir.

In der Süddeutschen Zeitung gibt es ein Gespräch mit dem neuen niedersächsischen Wirtschaftsminister Philipp Rösler, der gerade Vater von Zwillingen geworden ist, und auf die Frage nach Vätermonaten so ausweichend antwortet, dass nicht nur ein Schelm nun denkt, Rösler nutze den Wickeltisch für eigene Belange.

Die Kleidung der Neuen Väter

Bis Ende des Jahres, davon geht das Familienministerium aus, wird die Quote der Väter, die Elternzeit beantragen, bei knapp 20 Prozent liegen. Das klingt vielversprechend. Immerhin lag die Quote vor Einführung des Elterngelds noch bei 3,3 Prozent. In einer Studie des Deutschen Jugendinstituts aus diesem Herbst allerdings geben 94,9 Prozent der Männer an, sie hielten es zwar für wichtig, sich Zeit für das Kind zu nehmen. Nur dürfe dieses Engagement nicht zu Lasten des Berufs gehen. Wie passt das denn zusammen? Verändert sich hier gerade etwas? Oder ist das alles nur ein Witz?

Die meisten der engagierten Väter, so hat es den Anschein, sind entweder Feuilletonisten oder Sachbuchautoren. Denn viel ist in den vergangenen Monaten geschrieben worden über die sogenannten neuen Väter.

Der Kultur-Spiegel hat sich in seiner letzten Ausgabe lesenswert über die so genannten „Neuen Väter“ geäußert, die sich scheinbar vor allem dadurch auszeichnen, dass sie über ihre Vaterschaft schreiben. Jetzt habe ich im Vater-Blog noch ein zweites Kriterium dieser Spezies entdeckt: Sie tragen offenbar diese T-Shirts: