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Claudius Seidl als ZDF-Intendant

Dem ZDF passiert gerade das beste, was dieses moderne Internet möglich machen kann: Es wird von einer anrollenden Sympathiewelle erfasst. Auslöser ist der Text Ich bin aber dieser Gegenkandidat von Claudius Seidl aus der FAZ. Darin schreibt er über die Wahl des ZDF-Intendanten und er schreibt über die Verwunderung, dass Programmdirektor Thomas Bellut offenbar ohne Gegenkandidat ins Rennen um die Nachfolge von Markus Schächter geht. Jetzt muss man nicht zehn Semester lang Politikwissenschaft studiert haben um festzustellen, dass eine Wahl ohne Gegenkandidat … aber lassen wir das, denn es gibt ja einen Gegenkandidaten: Claudius Seidl!

Ich bin aber dieser Gegenkandidat und möchte diese Zeilen nutzen, um ein paar Worte zu meiner Qualifikation und meinem Programm zu sagen: Ich habe früher fast täglich ferngesehen, gerne auch mal das ZDF; heute schaue ich gar nicht mehr fern, und beides, glaube ich, macht mich zum idealen Repräsentanten des Publikums. Ich habe, fast, immer die Gebühren gezahlt – und wenn man, anders als aus der Kirche, der Staatsbürgerschaft, ja selbst der Mafia, aus der Gebührenpflicht schon nicht austreten kann: dann möchte ich Verantwortung übernehmen und mitgestalten.

1173 Menschen (Stand Montag nachmittag) gefällt das. Sie geben Seidl ihre Facebook-Stimme bei der Wahl.

Alles hat ein Ende

Hier gibt es offenkundig ein Bedürfnis eines Teils der Mediennutzer nach Endlichkeit und Überschaubarkeit – im Gegensatz zum unendlichen, unüberschaubaren Internet. Es ist eine Sehnsucht nach dem Gefühl, eine Zeitschrift komplett „durchgeblättert“ zu haben, oder die Illusion, informiert zu sein, wenn man die ganze 20-Uhr-“Tagesschau“ gesehen hat.

In dem Was willst du mit dem iPad, sprich! betitelten Texte der gestrigen FAS über die iPad-Pläne von Zeitungsverlagen schreibt Stefan Niggemeier die oben genannte Sehnsucht vor allem der älteren Generation zu. Ich glaube jedoch, dass in dieser Endlichkeit sehr viel mehr steckt – auch unabhängig vom iPad.

Väter-Vorbilder: supportive leadership

Deshalb stehen kleine Jungs auf Bagger und Eisenbahnen?
Früher waren es Panzer, heute sind es Feuerwehrautos, Monster und Dinos.

Sollten Eltern dem entgegenwirken, indem sie Söhnen Puppen schenken?
Das bringt nichts. Jungs brauchen weder Puppen noch Panzer, sondern stabile Bindungen und Aufgaben, an denen sie wachsen können. Und wir müssen sie vor ungünstigen Rahmenbedingungen schützen.

(…)

Und wie, bitte schön, geht das?
Zunächst müsste man sich mit sich selbst beschäftigen. Sich etwa die wunderbare Frage stellen: Warum bin ich eigentlich so geworden, wie ich bin? Welche Erfahrungen haben mich zu diesem Menschen gemacht? Dann würde man schnell darauf kommen, dass man als Erwachsener die Erfahrungsräume der nächsten Generation günstiger beeinflussen könnte, als das in der eigenen Entwicklung der Fall war. (…)

Was braucht ein kleiner Junge?
Das Wichtigste wären ein richtig guter Vater und noch ein paar andere Männer im Verwandten- und Freundeskreis, die selbst gern Männer sind, die mit diesem Jungen was unternehmen und ihn so mögen, wie er ist. Liebe heißt ja nicht, dass man den ganzen Tag schmust. Man muss den Kindern eine Chance geben, ihre Potentiale zu entfalten.

Bringen die sogenannten neuen Väter, die jetzt scharenweise in Elternzeit gehen, die Wende für die männliche Hirnentwicklung?
Ich finde es großartig, wenn es mittlerweile Väter gibt, die wirklich Verantwortung übernehmen für die Bindung und Führung ihrer Kinder im Sinne von supportive leadership. Aber das sind noch immer sehr, sehr wenige. Probleme haben wir bei den vielen Jungs, die ohne gute männliche Vorbilder heranwachsen.

Die FAS spricht mit Hirnforscher Gerald Hüther über Vorbilder für Jungs. (via)

Die Strategie der FAZ

Wir verkaufen der Werbewirtschaft Leser, die sich für Nachrichten interessieren, während die Suchmaschinen und die Themenportale Nutzer vermarkten, die sich für die Werbebotschaft oder zumindest das relevante Themenumfeld interessieren. Damit erreichen sie eine deutlich höhere Wertschöpfung pro Nutzer.

Bei persoenlich.com gibt es ein interessantees Interview mit dem Chef der FAZ Tobias Trevisan. Darin erklärt er unter anderem, dass Zeitungen beispielsweise vom Empfehlungssystem von Amazon lernen können. Er sagt:

Mit seinem Klickverhalten kommuniziert uns der Leser, für was er sich interessiert. Es ist nun unsere Aufgabe, ihm unter Millionen von Artikeln diejenigen anzubieten, die ihn aufgrund seines Nutzungsverhaltens interessieren dürften. Das bedeutet, dass wir die Site individualisieren, sie den persönlichen Bedürfnissen jeden Einzelnen anpassen müssen.