Wenn Leser mit Journalisten reden

Siobhain Butterworth ist readers editor beim Guardian.
Dass man dort – Stichwort Stylebook – sehr viel transparenter mit Fragen von richtig und falsch umgeht, war hier schon mal Thema. Deshalb gibt es dort unter anderem überhaupt Leute wie Frau Butterworth. Die hat in ihrer aktuellen Kolumne jetzt die Frage aufgeworfen, wie Journalisten und ihre Leser im Netz miteinander umgehen sollen. In Open door stellt sie fest:

The web transformed the landscape for journalists; along with advertising revenues, journalism migrated online and writers can find themselves leading a double life appearing both in print and in the blogosphere where, if content is still king, community is next in line for the throne.

Anschließend versucht sie – aufbauend auf dieser Feststellung – eine Analyse des manchmal etwas komplizierten Verhältnisses:

You can see why journalists might be reluctant to join online conversations. Imagine that you arrive at the office one morning, you take your coat off and you’re just sitting down when a crowd of masked strangers bursts in, gathers around your desk and spends the rest of the day making derisory comments about the way you do your job. Work, for journalists whose newspaper columns are posted online, can sometimes feel a bit like that.

In den Kommentaren zu dem Text wird später darauf hingewiesen, dass die Metaphorik, seine Leser also Kunden als „masked strangers“ zu bezeichnen, nicht geglückt sei. Um allerdings zu verstehen, wie es sich für manche Autoren anfühlen muss, ist dieses Bild womöglich gar nicht falsch. Denn – zu diesem Fazit kommt Butterworth nach einer Umfrage in der Guardian-Redaktion – das Feld ist sehr neu:

The participation of journalists in discussion threads is a relatively new mode of communicating with readers and, as yet, there is no established etiquette.

Zu einem ähnlichen Schuss sind wir hier auch schon mal gekommen. (via andydickinson.net)

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