Jimothy, Eastern Rosellas, BR-Rentner, Käsiger Michael, Netflix-Doku, Fußball-Memes, falscher Handstand (Netzkultur Juli 2026)

Im nächsten Monat erscheint mein Buch “Social Media verbieten? Verboten”, in dem es auch einen Netzkultur-Schwerpunkt gibt. Zum Start des Buches möchte ich die Netzkulturcharts etwas umstellen.

Ab sofort gibt es zehn Dinge Netzkultur, die mir im jeweils vergangenen Monat aufgefallen sind. Denn Netzkultur ist ein wichtiger Bestandteil gegenwärtiger Popkultur.


Jimothy

Jetzt hat er sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag: Jimothy ist ein Star. Der Waschbär mit dem kurzen Rücken begeistert das Netz seit Kiana Hall aus Seattle ihn Mitte Juli filmte – und zur Grundlage eines viralen Hypes machte. Google hat ihm sogar einen eigene kleine Comic geschenkt – zu sehen, wenn du Jimothy googlest.

Eastern Rosellas

Miles Phillips ist sieben Jahre alt. Er stammt aus Australien, wo Kinder und Jugendliche Social Media nicht nutzen dürfen. Miles ist dort aber ein Star in sozialen Medien, seit er gemeinsam mit seinem Vater ein Lied über seine Lieblingsvögel gesungen hat. Die Eastern Rosellas sind farbige Sittiche, die die Aufmerksamkeit von Miles auf sich zogen: „Sie waren wirklich freundlich, weil sie einfach immer wieder gegen das Fenster klopften“, zitiert der Guardian den Jungen. „Als ich die Tür schloss, klopften sie weiter gegen das Fenster, als wollten sie sagen: ‚Ich will noch mehr Samen.‘ Dann haben Papa und ich angefangen, daran zu arbeiten, und daraus ist ein Lied entstanden.“ Daraus entstand eine Begeisterung, die auch seine Musik transportiert. Melanie Gollin spricht in diesem Reel darüber, was wir davon über Musik lernen können.

Der BR-Rentner

Rolf Hintze war in der Sendung „Jetzt Red I“ vom Bayerischen Rundfunk zu Gast. Dort richtete er eine Fragen an einen jungen Mann (was der bereit sei für Deutschland zu leisen?) – und reagiert so beispielhaft empört auf die negative Antwort, dass das Netz Rolf Hintze zum Boomer-Meme machte.

Käsiger Michael

Der Mitbewohner ist etwas merkwürdig. Er heißt Michael. Und öffnet seine Tür nicht – aber wenn er sie öffnet, wird er sein blaues Wunder erleben: denn auf der Türklinke liegt ein Ei. Der Käsige Michael ist ein Tiktok-Trend, der alle Kriterien eines Memes erfüllt: Distinktion! Manche verstehen ihn, andere schütteln den Kopf (die Republica hat dazu passend den Ausschnitt aus dem Gespräch mit Stefan Niggemeier online gestellt).

Emoji-Day

In diesem Monat war World Emoji Day – ich durfte dazu ein paar Sätze im Deutschlandfunk-Interview sagen.

Falscher Handstand

Es gibt ganz viele und ganz tolle Beweisvideos: Viel mehr Menschen können Handstand machen als man so denkt – hier z.B. freshprinceofberlin.

Social Media Verbot?

Zu den Plänen der französischen Regierung wurde ich in diesem Monat im Deutschlandfunk interviewt. Ich habe dort beschrieben, warum wir Social-Media als Kulturform sehen sollten.

Fußball-Meme

Die Fußball-WM hat jede Menge Memes geliefert. Eine besondere Rolle nimmt dabei Lamine Yamals kleiner Bruder Keyne ein. Der dreijährige Halbbruder war auch nach dem gewonnenen WM-Finale auf dem Rasen – im Trikot mit der Nummer 19 seines großen Bruders. Auch Kilian Mbappe lieferte zahlreiche Memes – z.B. als Koch, der nichts kocht. Und Erling Haaland hat sogar ein langes Reaction-Video auf all die Memes gemacht, die den norwegischen Angreifer thematisieren.

Final-Torschütze Ferran hat übrigens einen eigenen wunderbaren Tiktok-Sound.

Streaming: Netflix-Doku & Serien

Stell dir vor, du setzt dich auf einen Stuhl, rückst dein Ansteckmikro gerade und suchst die richtige Kamera, in die du gleich die Fragen beantworten wirst – die dann zu einer Netflix-Doku über dich bzw. dein Unternehmen werden. Genau das spielen gerade sehr viele Accounts im Netz durch. Das passt gut zu dem Plan: „Instagram will Cliffhanger!“ So lässt sich überschreiben, was die Plattform in diesen Tagen mit dem Angebot „Serien“ gestartet hat. Wenn der Plan aufgeht, wird man nämlich in Zukunft nicht nur kurze Clips dort sehen, sondern auch Episoden von Serien.

Empire-State-Building

«When the power of love beats the love of power, the world knows peace» stand am Anfang des Monats auf der Spitze des Empire State Buildings in New York. Zwei russische Extremkletterer hatten den Turm erklommen und eine Fahne mit dem Spruch gehisst – und damit dem Netz eine Vorlage für jede Menge Adaptionen geliefert.


Mehr Netzkultur in  meinen monatlichen Newsletter und in den Büchern Meme – Muster digitaler Kommunikation sowie „Social Media verbieten? Verboten“