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Seit September 2025 hat die Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ gearbeitet. Diese Woche hat sie ihre Ergebnisse vorgestellt – die weit über die Frage hinausgehen, ob es ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche geben soll. Aber vor allem auf diese Frage reduziert wird – u.a. auch deshalb weil Karin Prien sehr dafür ist.

Im Rahmen der Pressekonferenz machte sie „kein Geheimnis“ daraus, dass sie die Idee eines Verbots mag. Damit ist sie nicht allein. Der Economist beschreibt, wie populär die Idee weltweit ist – und wie falsch. Das ist interessant, denn auch die Expertenkommission ist nicht nur für ein Verbot. Deshalb hier meine vier Anmerkungen zum Bericht der Kommission,
1. Es geht um mehr als um Social Media
Die öffentliche Debatte wird dominiert von der Frage: Sollen Kinder und Jugendliche staatlich augesperrt werden? Und ab wann? Deshalb lohnt es sich zunächst mal festzuhalten: Die Kommission eröffnet eine deutlich weitere Perspektive auf das Thema. Die 56 Punkte, die die Kommission als Empfehlung formuliert haben, umfassen einen viel weiteren Teil dessen, was Teilhabe, Befähigung und Schutz im digitalen Raum ausmachen. Auf diese drei Säulen stützen sich die Expertinnen nämlich (so steht es übrigens auch in der Kinderrechtskonvention der UN).
2. Es gibt Alternativen zum Social-Media-Verbot
Auch wenn Karin Prien den öffentliche Fokus auf das Verbot gelenkt hat: die Kommission schlägt auch einen alternativen Weg vor: die so genannten „dienst- und funktionsspezifische Beschränkungen nach Risikobewertung des jeweiligen Angebots“. Weniger bürokratisch formuliert heißt das: Neben der Sperre für Kinder und Jugendliche kann es auch Angebote geben, die je nach Alter unterschiedliche Funktionsumfänge habe (bestimmte Features soll es dann erst ab 18 Jahren geben können).
3. Ein Social-Media-Verbot hat Folgen – negative
Nur einen Tag nach den Empfehlungen der Kommission wurde eine Studie aus Australien öffentlich, die die Folgen des dortigen Social-Media-Verbots für Kinder und Jugendliche untersucht. Darin heisst es: „Wir haben keine hinreichenden Belege dafür gefunden, dass das Gesetz bereits nennenswerte Auswirkungen auf die Nutzung sozialer Medien bei Jugendlichen unter 16 Jahren hatte.“ Worauf die Alterkontrollen aber auf jeden Fall Auswirkungen haben werden, sind die Grundrechte – wie Aiden Walker es hier formuliert hat und wie der Ethikrat in seiner Warnung sagt:
4. Egal, wie du zu Social-Media stehst: bitte haltet den Staat da raus
Deshalb ist meine wichtigste Anmerkung zum Thema Social-Media-Verbot: Lasst uns Regeln für einen gesunden Umgang finden – ohne staatliche Kontrolle. Der Staat sollte sich aus guten Gründen soweit wie möglich aus Medien heraushalten.

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