Die Peter Neururers des deutschen Journalismus

Kennen Sie Peter Neururer? Als Fan des VfL Bochum bin ich dem Fußballtrainer zu Dank verpflichtet. Er hat die Mannschaft des besten Vereins der Welt wiederholt trainiert und in sehr misslicher Lage vor dem Abstieg in die Bedeutungslosigkeit der dritten Liga gerettet.


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Wer weniger enge Bindung zum VfL hat, kennt Peter Neururer* vielleicht in seiner Funktion als so genannter Experte: Obgleich er sich immer wieder selber als Trainer bei Vereinen ins Gespräch bringt, ist er sich nicht zu schade, im Fernsehen zu erläutern, was andere Trainer falsch machen. Das kann man für selbstbezogen und extrem unsympathisch halten, klar ist aber: Da, wo wirklich relevanter Fußball stattfindet, spielt Peter Neururer keine Rolle (mehr). Denn wer seine Kompetenz einzig darauf aufbaut, anderen zu erklären, was sie falsch machen, ist schlicht vor allem eins: nicht gut genug.

Mir kam Peter Neururer in den Sinn als ich las, wie toll Thomas Knüwer damals die deutsche Wired erfunden gemacht macht – und wie schlecht sie heute ist, weil sie nicht mehr in seiner Timeline auftaucht**. Das schrieb er Anfang des Monats und ich dachte mir: Merkt er eigentlich nicht, dass der Text sehr viel mehr über ihn als über die deutsche Wired aussagt? Ich ärgerte mich ein wenig über den stillosen Versuch, sich auf dem Rücken der aktuellen Kolleginnen und Kollegen zu profilieren und klickte den Text weg. Als dann aber vor ein paar Tagen auch noch Christian Jakubetz sich einen Neururer-Schnautzer anklebte auf gleiche Weise nachlegte, keimte in mir der Wunsch, vorsichtig daran zu erinnern, dass man mit dem Auftreten von Peter Neururer einfach nicht in der Champions-League spielt: Lasst das doch bitte bleiben, liebe Kollegen!

* Lucas Vogelsang hat 2012 mal eine schöne #langstrecke über Peter Neururer geschrieben: „Mit Peter Neururer im Porsche Panamera warten“

** Dem Angebot, das sich meiner Einschätzung nach breiter und digitaler aufzustellen versucht, mangelnde Relevanz zu unterstellen und dabei den täglichen, sehr guten Newsletter nicht mal zu erwähnen, ist zudem auch inhaltlich nicht besonders weitsichtig.

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