Dieser Text ist Teil der August-Folge meines monatlichen Newsletters „Digitale Notizen“, der immer zum Ende eines Monats erscheint. Hier kannst du ihn kostenlos abonnieren. Die aktuelle Folge ist ein Experiment: ich habe den Text diktiert und mit Hilfe von KI in Form gebracht.
Das ist die erste Folge meiner Rubrik „Diktierte Notizen“. Denn hier geht es nicht nur um digitale Notizen, sondern darum, dass ich diese einspreche. Ich probiere etwas Neues aus: mithilfe von K.I. meine Texte zu diktieren.
Die digitalen diktierten Notizen für den August handeln von Bühnen. Sie handeln davon, dass ich in diesem Monat in den Deutschlandfunk-Nachrichten darüber informiert wurde, dass Danger Dan einen neuen Song gemacht hat. Und dass ich in diesem Monat gesehen habe, wie Donald Trump sich auf die Bühne der spanischen Fußballweltmeister gedrängelt hat.
Beides hat nichts miteinander zu tun – und irgendwie dann doch. Denn bei beiden geht es um Sichtbarkeit, und bei beiden geht es darum, wie wir diese Sichtbarkeit, die organisatorisch, strukturell und systemisch ist, persönlich interpretieren können.
„Mehr Aufmerksamkeit für Aufmerksamkeit“ – so habe ich es im Sommer 2025 auf der re:publica-Bühne genannt. Ich glaube, dass in Aufmerksamkeit nicht nur ein politischer Hebel steckt, sondern am Ende auch unsere Möglichkeit, selbstwirksam zu werden.
Selbstwirksamkeit ist das wichtigste Mittel gegen die erlernte Hilflosigkeit, die aus Überforderung entsteht. Selbstwirksam zu sein heißt, ein Instrument zu haben, das eigene Verbesserung und eigenen Fortschritt messbar macht. Die Art und Weise, wie wir unsere Aufmerksamkeit verteilen, ist ein solches Instrument. Die Art und Weise, wie wir unsere Aufmerksamkeit verschenken, ist eine politische Entscheidung.
Wir haben in diesem Monat erlebt, was passiert, wenn eine Organisation – in diesem Fall das ZDF – entscheidet, eine Bühne nicht zu öffnen. Es ist der interessanteste und beste Aufmerksamkeitsanker, den man überhaupt werfen kann. Das war der Grund, warum der Deutschlandfunk vermeldete, dass Danger Dan einen neuen Song gemacht hat.
Und wir haben in diesem Monat gesehen, was passiert, wenn eine Organisation erlaubt, dass jemand auf eine Bühne darf. Donald Trump durfte auf die Bühne der spanischen Fußballweltmeister – nach dem Finale gegen Argentinien in New York.
Trump stand dort vermeintlich unübersehbar – und doch kann man in der Nachberichterstattung nach dem WM-Finale erkennen, wie wir unsere Aufmerksamkeit auch einsetzen können. Auf den offiziellen Fotos, die der spanische Fußballverband veröffentlichte, war Trump nämlich nicht zu sehen. Sie wählten einen Bildausschnitt, der nur die spanischen Weltmeister zeigte und nicht den aufs Bild gedrängten US-Präsidenten.
Vielleicht ist die Frage gar nicht so entscheidend, was auf den Bühnen passiert. Vielleicht ist mindestens so entscheidend, wie wir den Bildausschnitt wählen, mit dem wir auf die Bühne blicken. Diese Erkenntnis ist für mich am Ende dieses Monats geblieben: Bühnen gewinnen ihren Wert nicht nur durch das, was auf der Bühne passiert, sondern mindestens so stark durch das, was aus dem Publikum heraus betrachtet wird.
Dieser Text ist Teil meines monatlichen Newsletters „Digitale Notizen“, der immer zum Ende eines Monats erscheint. Hier kannst du ihn kostenlos abonnieren.
