Wie ich in Italien ins Internet kam

Ein Fahrzeug mit einem Kamera-Turm auf dem Dach.

Genau so ein Auto fährt an mir vorbei. Zum zweiten Mal schon. Es ist ein Google-Street-View-Car, auf der „Wie wir arbeiten“-Seite von Google sind die Autos zu sehen (und übrigens auch Tekker genannte Fußgänger mit Kamera-Rucksack, die Fußwege abfilmen).

Ein solches Auto fährt da jedenfalls gerade durch Trento im Norden Italiens. Ich bin im Urlaub hier und sehe wie sich das Fahrzeug erneut nähert (in der Nähe des Bahnhofs ist ein Kreisverkehr). Am Fußgängerüberweg habe ich Blickkontakt mit dem Fahrer. Ich lächle ihn an – und winke.

Das Lächeln gilt ihm, das Winken den Kameras.

Er lächelt zurück. Die Kameras nehmen mich auf und verpixeln mein Gesicht bevor das Bild auf Google Street View hochgeladen wird.

Allerdings ohne mein Winken.
Genau diese Sequenz ist nicht zu sehen.

Wer die Straßenecke sehen möchte, muss auf Bilder älteren Datums zurückgreifen. Der winkende Tourist aus Deutschland ist nicht zu sehen.

Vermutlich möchte Google vermeiden, dass die virtuelle Stadtrundfahrt von winkenden Passanten begleitet wird.

Könnte einen falschen Eindruck vermitteln.

Auf der Website zum Bebilderungs-Projekt kann man jedenfalls nachschauen, wann das Auto-/Trekker-Team wo unterwegs ist. In Bayern sind sie in den ersten zehn Monaten 2026 hier unterwegs:

Und wer sich aktiv beteiligen möchte, kann auch selbst Bilder hochladen. Das ist aber sicher bei weitem nicht so schön, wie der (halb-)zufällige Fund der eigenen Person im Internet.