Transparenter Freitag

Für den Kiosk ist diese Zeitung zu klein. Wir verlieren Geld am Kiosk. Jede Woche. Auch der alte Freitag hat dort schon Geld verloren. Bis zu dem Punkt, wo ihm das Geld ausging. Der alte Freitag verlor auch beständig an Abonnenten. Wir können das beklagen. Aber wir können es nicht ignorieren.

Dieses Zitat stammt aus einem Brief von Freitag-Herausgeber Jakob Augstein an Raul Zelik. Zelik hatte gemeinsam mit anderen einen Brief an Augstein geschrieben, in dem sie sich gegen die Kündigung des Feuilleton-Redakteurs Ingo Arend aussprechen. Augstein hat darauf sehr offen geantwortet – und das hat Ingo Stützle in seinem Freitag-Blog (unter merkwürdiger Überschrift) öffentlich gemacht.

Ich kann die Details dieser Personalie nicht beurteilen, finde aber doch bemerkenswert, mit welcher Offenheit, darüber gesprochen wird. Wenn Transparenz tatsächlich die neue Objektivität ist, ist diese Kommunikationsform vermutlich ziemlich richtig. Darüberhinaus lässt sich daran ablesen, was es bedeutet, wenn Journalisten tatsächlich Marken und Leser zu aktiven Rezipienten werden: Dann muss ein Verlag seine Personal-Entscheidungen plötzlich öffentlich rechtfertigen.

Der Betroffene selber schreibt jedenfalls in der Debatte unter dem Freitag-Text:

ich habe diese veröffentlichung nicht autorisiert und möchte mich angesichts eines schwebenden verfahrens dazu nicht äußern. auf jeden fall bin ich unglücklich über die entwicklung.

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  1. Pingback: Wenn sich eine eigentlich ganz gute Idee blamiert | Ingo Stützle

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