Der aktive Rezipient im Kino

Feuilletonist Andrian Kreye weist auf den Trailer zu Paranormal Activity (Besprechung von Tobias Kniebe) hin, den ich aus einem Grund besonders spannend finde: Er setzt das Konzept des aktiven Rezipienten auf zwei Ebenen um: Zum einen sieht man in den 1:45 Minuten des Trailers fast häufiger das Publikum als den Film. Zum anderen wird genau dieses Publikum zum Abschluß des Trailers aufgefordert, den Film ins Kino der Heimatstadt zu ordern:

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Was daran besonders ist? Dass uns die (Selbst-)Reflektionskultur der Medien gelehrt hat, den Wert eines Kunstprodukts (des Films) quasi über Bande aus den Reaktionen darauf abzuleiten. Dazu gehört die Geschichte von Steven Spielberg (die in der Besprechung nachzulesen ist), „der den Film zu Hause nicht zu Ende schauen konnte und dann gleich sein eigenes Schlafzimmer für verflucht erklärte“ genauso wie die eingeschnittenen Publikums-Reaktionen im Trailer. Das soll dafür sorgen, das Interesse an dem Kunstprodukt zu wecken, schon klar. In anderen Kontexten kann es aber auch zu verdrehten Reaktionsmustern führen: Wer schon mal die Entwicklung von User-Kommentaren unter Texten beobachtet hat, weiß was ich meine. Wenn die Kommentare unter den Texten in einem Tonfall beginnen, setzt dieser sich erstaunlich konsistent fort – in positiver wie negativer Form.

Interessante Überlegung, User-Kommentare in dieser Form zur Werbung für journalistische Texte einzusetzen …

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