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München ist zu perfekt

Eigentlich ist München so perfekt, so makellos, dass es fast schon wieder langweilig ist. Manchmal sucht man ja nach einem Schwachpunkt, nach etwas weniger Perfektem, aber hier funktioniert einfach alles.

Luca Toni spricht im Zeit-Magazin über München, seine Vorstellungen von Deutschland und über das Italien-Bild hierzulande. Sehr lesenswert

Der Moncao Toni

In München wurde Toni zum Phänomen. Die Stadt schien auf ihn gewartet zu haben. Nicht nur der Tore wegen. Sondern weil Toni endlich wieder das Spielerische am Fußball verkörpert, die Freude, die Lust, nicht die sauertöpfische „Leistung-abrufen“-Krampferei, die Angestelltenmentalität, die Kosten-Nutzen-Rechnung.

Er hat sich ja durchaus selbst gequält, das war aber gestern. Heute werden Tore gemacht, es wird ein bisschen am Ohr gedreht, und danach geht es ab ins Schumann‚Äôs oder in die Disco P1, da wird dann gefeiert, und – jawohl auch! – getrunken und gelebt. „Toni passt geradezu ideal zu München“, glaubt der Schriftsteller Albert Ostermaier, selbst Bayern-Fan. „Der hat dieses Lächeln, diese Ironie, der ist nicht so verkniffen. Man kann eben mittags auch sein Bier trinken und trotzdem weiterarbeiten und seinen Job gut machen, der Ehrgeiz ist nicht so dick aufgetragen, und die Stadt funktioniert trotzdem. So ist München. Und so ist Toni.“

Vielleicht ist Toni auch, wie München gern sein möchte. Lässig, unbekümmert, erfolgreich. Und dann natürlich die nördlichste Stadt Italiens und so weiter.

Birgit Schönau schreibt unter der Überschrift Monaco Toni ein wunderbares Porträt des Bayern-Stürmers Luca Toni in der SZ von gestern. Unbedingt lesen – auch weil man erfährt, was Tonis Ohrdreher auf italienisch heißt.

Der großartige oide Depp

Der Münchner Drehbuchautor Alexander Adolph hat (unter der Regie von Michael Gutmann) ein großartiges Porträt seiner Heimatstadt geschrieben. Die heutige aktuelle Folge des Münchner Tatorts trägt den Titel Der oide Depp und besticht nicht nur durch eine interessante Geschichte (mit gut gemachten Rückblenden). Der oide Depp ist vor allem wegen der wunderbaren Dialoge und der von Jörg Hube gegebenen Figur des Robert „Roy“ Esslingers absolut sehenswert.

Relaunch bei der Abendzeitung

Die Abendzeitung ist neu: Wie angekündigt wirkt das traditionsreiche Münchner Boulevardblatt tatsächlich frischer, aufgeräumter und moderner. Ob das reicht?

Interessant daran ist 1. dass die Website den Relaunch offenbar verschweigt und dass 2. Charles Schumann ab sofort eine Kolumne schreibt, in deren ersten Folge eher über die Unsitte der After-Work-Parties schreibt. Diese jedoch sind Aufmacher-Thema des ersten ebenfalls neuen täglichen München-Magazins, das im AZ-Tabloid-Format beiliegt. Treffender könnte man den Spagat kaum beschreiben, den die Abendzeitung zwischen Coolness und lokaler Erdverbundenheit zu vollbringen hat.