Was beschäftigt Menschen im Hochformat im Juni 2026? Die Netzkulturcharts suchen eine Antwort in den Memes und Trends, die mir in diesem Monat augefallen sind.
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Platz 1: Du bist gut genug
Memes sind wie Ohrwürmer. Ich habe diese Metapher gewählt, um ihre Funktionsweise zu beschreiben. Die Band Blumengarten hat der Netzkultur in diesem Monat genau einen solchen Ohrwurm geschenkt: „Du bist gut genug“ wird überall auf TikTok und Instagram gesungen – auch von Menschen, die gar kein deutsch sprechen und in dem Song vielleicht eher „Scooby Dooe Canoe“ oder „Dooby Scoot Cannoe“ hören.
Ist der Song, der am 22.5. veröffentlicht wurde, tatsächlich der „viralste Song des Jahres„? In jedem Fall hat der Gesang von Rayan es nicht nur an die Spitze der deutschen Musikcharts geschafft. Es gibt auch einen eigenen Eintrag bei knowyourmeme. Der wichtigste Grund für den Erfolg: die klebrige Ohrwurmfähigkeit der Zeile. Sie lädt so sehr zum Mitmachen und Nachsingen ein – dass der Sound von sehr sehr vielen Menschen nachgenutzt wurde.
Platz 2: Die Bremen-Vier-Eltern
Es war hier schon häufiger vom Generationen-Humor als Treiber für Netzkultur-Erfolg die Rede (Lebensalter ist eine nahezu automatisch Identitäts-Zuordnung, was Generationen-Forscher:innen seit Jahren wissen und für die Vermarktung ihrer Studien nutzen). Die BremenVier-Eltern setzen genau auf dieser Rampe auf – und spielen in unregelmäßigen Abständen toxische Elternvideos nach, die sie dann an ihre Kinder verschicken.
Das ist anstrengend, aber genau deshalb auch sehr lustig.
Auch habe nicht genau verstanden, warum die Videos auf dem Kanal von Bremen-Vier laufen und ich habe leider auch nicht rausgefunden, wer die beiden „Eltern“ sind, deshalb nenne ich sie hier bis auf weitere „Bremen Vier“-Eltern und freue mich an ihren Videos.
Platz 3: By the way
Bilder zu zeigen und dabei mit dem Kürzel btw beiläufig Hintergrund-Informationen zu posten, ist Kern des By-the-way-Trends. Den der sehr gute Account jugendmedienverstehen von Luna hier erklärt: „Das kleine By the way zeigt die harte Realität hinter dem Bild. Das kann ehrlich, berührend und manchmal ziemlich unangenehmen sen. Der Trend ist eine Reaktion auf jahrelange Hochglanz-Inszenierung.“
Der Text schafft eine interessante Ebene zu den Bildinhalten, die zu sehen sind.
Platz 4: Fußballer auf Tiktok
Zum Start der Fußball-WM haben unzählige ehemalige Fußball-Profis ihre Begeisterung für TikTok entdeckt – hier eine sehr schöne Persiflage.
Das Thema ist aber natürlich viel größer, denn im Zug der WM ist die Netzkultur natürlich voll von zahlreichen Anspielungen auf Menschen und Sätze aus Fußball-Übertragungen („Red Card“). Besonders gefällt mir Hirochika Nakakuki, der als japanischer WM-Fan weltweite Aufmerksamkeit erlangte, weil er seine Begeisterung so schön in die Kamera spielte: I Am Excited.
In Japan ist er offenbar besonders berühmt.
Platz 5: Alarmanlagen-Tanz

Kann man zum Sound einer Auto-Alarmanlage tanzen? Dieses sechsjährige Mädchen kann nicht nur, sie hat kann es so gut, dass sie eine kleine virale Welle ausgelöst hat. Menschen nutzen den Sound und tanzen ihre Bewegungen nach.
Besondere Erwähnung
Der ausgestreckt Finger von Sophie Cunningham, die in WNBA damit ein Instant-Meme erzeugte
Das Format „Julian Unstopable“, in dem Julian Stopa Geschichten hinter viralen Phänomen erzählte – hier z.B. mit Cover-Sänger Philip und Esther Graf.
Schreckliche KI-Songs zur WM,
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