Super Vorschlag von Bob Blume: Bundesaltenspiele

„Bundesjugendspiele sollen wieder härter werden“, titelt die Bild.

Das haben die deutschen Bildungsminister:innen beschlossen. In der folgenden Presseberichterstattung wird die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und Bayerische Kultusministerin, Anna Stolz (Freie Wähler) mit den Worten zitiert:

„Vorher wurden die Kinder in Zonen gemessen, jetzt werden wieder Zeiten gemessen. Das wird von meiner Seite vor dem Hintergrund einer positiven Leistungskultur und auch Persönlichkeitsentwicklung ausdrücklich unterstützt.“

Der Bildungspublizist Bob Blume hat darauf reagiert und einen super Vorschlag gemacht:
Die Bundesaltenspiele. Er schreibt:

So viel Wettkampf wie gerade für Kinder gefordert wird – nur für alle. Jeder tritt an, egal wie unsportlich, vor dem ganzen Dorf, macht Übungen, bei denen er sich maximal unwohl fühlt und bekommt danach eine Urkunde, die das Scheitern schriftlich festhält. Zum Aufhängen.

Wer jetzt zusammenzuckt, hat den Sinn der Bundesjugendspiele exakt verstanden.

Und wer den Vorschlag ablehnt, ist verweichlicht – und damit ein gutes Beispiel für seine ganze Generation.

Ich unterstütze diesen Vorschlag sehr – legt er doch offen, wie wir stets über die junge Generation sprechen. In einer Haltung, die Astrid Lindgren 1939 so beschrieben hat (zitiert nach):

Nein, es ist nicht leicht, ein Kind zu sein! Es ist schwer, ungeheuer schwer. Was bedeutet es denn – ein Kind zu sein. Es bedeutet, dass man ins Bett gehen, aufstehen, sich anziehen, essen, Zähne und Nase putzen muss, wenn es den Großen passt, nicht wenn man es selbst möchte. (. ..) Ich habe mich oft gefragt, was passieren würde, wenn man anfinge, die Großen in dieser Art zu behandeln. Große Leute haben einen unangenehmen Hang, mit Vergleichen zu kommen. Sie sprechen gern von ihrer eigenen Kindheit. Soweit ich verstanden habe, hat es in der ganzen Menschheitsgeschichte keine solche Ansammlung von begabten und wohlerzogenen Rangen gegeben wie in der Zeit, als meine Eltern aufwuchsen. (…) Kurz – ihre Kindheit war eine einzige, lange Sonntagsschulgeschichte.

Der Perspektiv-Wechsel, den Bob mit seinem Vorschlag anregt, zeigt uns, dass wir dringend eine andere Art der Generationen-Debatte brauchen. Egal ob es um Leistungsbereitschaft oder Medienkompetenz geht (warum eigentlich nicht alle deutschen zu ihrer digitalen Verteidigungsbereitschaft befragten?) – es ist noch kein ausreichendes politische Konzept, Kinder und Jugendliche zu drangsalieren.

Deshalb habe ich die Domain bundesaltenspiele.de registriert und auf diese Seite hier geleitet. Ich bin aber jederzeit bereit, die die URL den Bundesjugendspielen zu übergeben, damit sie diese weiternutzen können (falls du jemanden aus dem Kuratorium oder Ausschuss kennst, gerne weiterleiten)

Hier Bücher von Bob Blume lesen – hier mein Buch zum Thema Social-Media-Verbot vorbestellen