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Lob des Kontext: Das Remix-Museum

dejavu

Das Sprechen über die Kopie erreicht eine neues Dimension: am Sonntag wird in Berlin das Remix-Museum eröffnet, in dem es auch eine Abteilung für Internet-Meme gibt. Die Eröffnung wird von den österreichischen Synchro-Kopierern von maschek und einem Podium begleitet. Zeitgleich erscheint bei iRights ein ebook, das sich mit den Fragen des Remix und der Kopie befasst. Zu „Generation Remix“ habe ich einen Text über Phänomeme beigetragen. Darin geht es um den Zauber der Kopie (als Grundlage für die Popkultur der Gegenwart in Form der Internet-Meme) und um die Art und Weise wie Jimmy Kimmel und Jan Böhmermann damit modernes Fernsehen hacken machen.

Zeitlich wie inhaltlich passend stellt der Zündfunk-Generator in seiner aktuellen Folge „Ist die Originalität der Kunst am Ende?“ die Thesen von Prof. Wolfgang Ullrich vor, der u.a. im Sommer 2012 die Ausstellung Déjà-vu? Die Kunst der Wiederholung in Karlsruhe kuratiert und auch mich dazu eingeladen hatte. Der Ausstellungs-Katalog ist ein bildstarkes Lob auf die Reproduktion, die Kopie und natürlich den Remix.

Wer sich dafür interessiert, sollte zudem Ullrichs Buch „Raffinierte Kunst“ (Amazon-Partnerlink) lesen, das mich beim Verfassen meines eigenen Lobs auf die Kopie sehr inspiriert hat – und auch Grundlage für das Interview war, das wir in „Eine neue Version ist verfügbar“ führten. Darin prägt Ullrich den Begriff des Netzwerkstolz, den er dem Werkstolz entgegenstellt. Mit diesem Blick auf das Werk öffnet er – meiner Einschätzung nach – den Weg zur nächsten Dimension des Sprechens über Kunst. In einer Welt, in der Inhalte identisch dupliziert werden können, geht es immer mehr um Kontext.

Mehr zum Remix-Museum bei Georg Fischer, auf Netzpolitik und am Sonntag in der Böll-Stiftung in Berlin (bzw. hier im Stream)