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Die Partei hat immer recht

Auf dem Kölner Heumarkt hält die LINKE ihre Wahlkampfabschluss-Veranstaltung ab. Droben auf der Bühne steht Parteiprominenz: Gregor Gysi und Oskar Lafontaine, dazu die beiden NRW-Spitzenkandidaten Bärbel Beuermann und Wolfgang Zimmermann. Unten im Publikum steht er: Günther Jansen, 50, Aktionskünstler und Aktivist des Satire-Projekts »Die Partei«, die ein Ableger des »endgültigen Satiremagazins« namens »Titanic« ist. Mit Jansen sind drei »Partei«-Freunde vor Ort. Sie verteilen Flugblätter bei der Konkurrenz. Jansen schwenkt eine selbst gebastelte DDR-Fahne, »immer dann«, so sagt er dem ND, »wenn das Publikum applaudiert«.

Das Neue Deutschland berichtet über Aktionskunst von Die PARTEI-Mitglied Günter Jansen (und verzichtet dabei, was bei dieser Zeitung besonders unpassend ist, völlig auf links). Es geht dabei um die aus dem Lied der Partei bekannte Zeile: „Die Partei, die Partei, die hat immer recht“, eine DDR-Fahne und Mitarbeiter der ARD-Sendung Report Mainz.

Man kann die zugehörige Geschichte nachlesen oder in der ARD Mediathek anschauen (Skript des Beitrags auf reportmainz.de): Der Mann, der die Fahne schwenkt und singt, ist offenbar gar kein Mitglied der NRW-Linken.

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Rüttgers stark wählen

Die CDU, das Label die Erfinder des Songs Wir sind wir hat ein neues Lied draußen. Es heißt NRW in guten Händen und handelt von einigen in Hymnen-Form gegossenen Floskeln:

Erstaunlich an dem Clip finde ich vor allem die „Bürger“, die in das Video eingeschnitten wurden (Stichwort: aktiver Rezipient). Einerseits jene, die einen O-Ton schenken (Mein Favorit, die sinnfreie Begeisterung: „Ich freue mich, dass es jetzt endlich losgeht“). Andererseits diejenigen, die offenbar im Auftrag der CDU Schilder mit der Aufschrift „Rüttgers stark wählen“ in die Luft halten. Denn mit diesen Schildern werfen sie doch die Frage auf, ob es nicht ausreicht, Jürgen Rüttgers ganz normal zu wählen. Muss man es besonders stark tun, weil die Stimme sonst nicht zählt? Oder ist umgekehrt das Wörtchen stark gar kein Adverb, sondern ein Adjektiv und will uns sagen: Der Mann, der aktuell Ministerpräsident im bevölkerungsreichsten Bundesland ist, ist selber gar nicht stark, sondern muss erst stark gewählt werden?

Wenn das so wäre, wäre man mit der Kampagne erstaunlich ehrlich. Oder jemand hat einfach vergessen, vor der Freigabe der Schilder mal stark nachzudenken …

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