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„Vielleicht ein bisschen üben vorher“ – Bandauftritt im Stream

Was ist online möglich, wenn der direkte Austausch nicht mehr klappt? Mit dieser Frage befasst sich eine kleine Serie, die ich im Rahmen der Corona-Ausnahmesituation gestartet und mit zehn Lehren beschrieben habe. Folge 13: Bandauftritt im Stream (Foto: unsplash)


Wikipedia nennt ihn „Autor, Musiker, Puppenspieler“, in Bayern weiß man aber: Richard Oehmann ist ein Held für eine ganze Generation Kinder (und in Wahrheit auch für deren Eltern). Gemeinsam mit Josef Parzevall hat er Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater erfunden. Das ist große Unterhaltung für Kinder, die Kinder aber nicht für dumm verkauft. Gleiches gilt für seine Band Cafe Unterzucker, die am Samstag in der Pasinger Fabrik ein Live-Stream-Konzert spielt. Beginn 15 Uhr!

Du machst jetzt etwas, das du vorher im direkten Austausch mit Menschen gemacht hast, über eine digitale Verbindung. Hast Du Dich schon dran gewöhnt? Bzw. Was irritiert Dich immer noch?
Ich mach das morgen zum zweiten Mal, Singen nur für eine Kamera, wobei man nicht weiß, wie viele Leute das überhaupt interessiert. Weil wir das als Combo machen, macht es dennoch Spaß. Es ist nur sehr seltsam, Lieder für Kinder zu spielen, die man nicht sieht. Beim zweiten Mal haben wir ein paar Kinder im Theaterraum verteilt sitzen. Eines reicht eigentlich schon, dann weiß man wie man es macht. Ohne jedes Gegenüber geht es mit den Kollegen zusammen schon irgendwie, alleine fänd ich es seltsam. Da muss man schon sehr ergriffen oder begeistert von sich selber sein, um das groß genug rüberzubringen.

Was war die größte Hürde, die Du überwinden musstest?
Nur Technisches, das macht aber wer anderes, insofern eben das Vorstellen des Publikums.

Gibt es etwas, das jetzt besser ist als vorher?
Nein. Immerhin können wir vielleicht einzelne Lieder als Videos posten.

Im direkten Austausch gibt es stets irgendeine Form von Rückmeldung, eine Stimmung im Raum. Wie löst du das Problem, dass das online nur sehr viel schwieriger wahrzunehmen ist?
Ich krieg hinterher Mails, Smsereien, usw. das bestätigt, dass man es nicht im Nirwana gemacht hat. Unmittelbar hat man halt keine Reaktion bei Online-Live-Auftritten.

Welchen Ratschlag würdest du jemandem geben, die/der jetzt auch ins Online-Streaming einsteigt?
Für Musiker und Schauspieler: Vielleicht ein bisschen üben vorher. So eine Aufnahme hält sich ja womöglich eine Weile.

Zum Abschluss: Kannst du noch kurz erklären, wie (also mit welcher Soft-/Hardware) du jetzt online gehst?
Stell mir doch nicht so schwere Fragen.

Dieser Beitrag ist Teil einer kleinen Serie hier im Blog, die sich mit Streaming und Video-Konferenzen befasst. Dazu sind erschienen:
> Interview mit Jasmin Schreiber von Streamkultur
> Shruggie des Monats: Der Live-Stream
> Zehn Lehren aus der Coronakrise für Videokonferenzen und Live-Streams
> Performance-Künstler Marcus John Henry Brown über die Herausforderung, Menschen im Stream zu halten
> Social-Media-Experte Michael Praetorius über Workshops im Stream
> Pfarrerin Miriam Hechler über Gottesdienst im Stream
> Museums-Experte Maximilian Westphal über Führungen im geschlossenen Museum
> DJ Ivo Schweikhardt übers Auflegen im Stream
> Autor Pierre Jarawan über Workshops zum Kreativen Schreiben im Stream
> Musikerin Maria über Musikunterricht im Stream
> Denny Leo Kinder über Friseure im Stream
> Wolfgang Tischer über Lesungen im Stream
> Die Therapeuten Imke Herrmann und Lars Auszra über Therapie im Stream
> Lehrer Philippe Wampfler über Unterricht im Stream
> Autor Tom Hillenbrand über Krimis auf Twitch
> VHS-Chef Christof Schulz über Volkshochschule im Stream
> Zukunftsforscher Gerd Leonhard über die Zukunft von Live-Events und Live-Streams

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