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Ein paar Ideen fürs neue Jahr!

Im Digitale Notizen-Newsletter sammeln wir gerade Ratschläge für 2016 – hier ein paar Tipps zur Inspiration!

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1. Daten trauen
Erst war ich geschockt, dann aber habe ich gemerkt, dass es gut ist, dass der Computer, der mir Woche für Woche in Spotify Musik empfiehlt, mich gut kennt. Discover Weekly ist ein tolles Format, das mir sehr gefällt. Ebenfalls eine Entdeckung, die auf Daten basiert: selfnation.de

2. Mehr Dendemann schauen!
Vor lauter (berechtigter) Begeisterung für Böhmer- ging der Dendemann in diesem Jahr fast ein wenig unter. Der musikalische Sidekick aus dem Neo Magazine Royal liefert Woche für Woche #TheRappening genannte Kurzkommentare, die für mich mindestens die TV-Entdeckung des Jahres sind. Dass ich sie nicht ein einziges Mal im klassischen Fernsehen angeschaut habe, sagt mehr über das klassische TV als über die gerappten Leitartikel des ehemaligen EinsZwo-Rappers. Denn das sind sie zum Teil tatsächlich: tagesaktuelle Kommentierungen, die im Digitalen leben. Unterhaltsam und teilbar.
Dass er dabei im letzten Beitrag des Jahres („Das Leben ist ein Remix“) die Mashup-Kultur feiert (wie auch in den tollen Logo-Remixen auf seiner Website), macht es besonders sympathisch.

3. Longreads lesen
Nicht nur aufgrund eigener Prägung: Ich glaube, dass die lange Strecke Zukunft hat. Lange Lesestücke (die vielleicht sogar länger sind als übliche Magazin-Texte und kürzer als klassische Bücher) finden im Digitalen zunehmend ihre Leser – und Seiten wie Reportagen.fm oder Liesmich bedienen dieses Interesse wunderbar. Besonders möchte ich hier für Longreads-Freunde Das Buch als Magazin empfehlen, das nicht nur eine tolle Idee sehr lesenswert in die Tat umsetzt, sondern auch immer wieder Lesefreude verbreitet.

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4. Kontext beachten
Im abgelaufenen Jahr habe ich die Vorteile von Nuzzle schätzen gelernt. Das Besondere dabei: der Aggregator nutzt das Kontext- und Netzwerkwissen um Inhalte zu empfehlen. Wer zum Beispiel auf meine Nuzzle-Seite geht, erhält Hinweise auf Basis meines Netzwerks. Nuzzle ist damit einer der Dienste, der die Idee der Verbindung im Web konsequent in die Tat umsetzt: Vom Werk zum Netzwerk heißt dabei eben auch die Kontexte zu beachten.
Da ich selber viele gute Hinweise durch Nuzzle erhalten habe, lautet eine weitere Idee für 2016: Nuzzle ausprobieren – aber auch Piqd ein Dienst, der aus Deutschland stammt und das ganze etwas redaktioneller angeht.

5. Medien Inside!
Das Verhältnis zwischen Medien und denjenigen, die früher mal als Publikum bezeichnet wurden, verändert sich gerade grundlegend. Nicht nur, dass wir die von Lawrence Lessig beschriebene Read-Write-Society in allen ihren (auch unschönen) Ausprägungen kennen lernen. 2015 bemerkten wir zudem: Es gibt Technik-Anbieter, die gerade sehr viel dafür tun, sich zwischen den Produzenten und Konsumenten klassischer Medieninhalte zu schieben: Apple News oder Facebooks Instant Article sind ein süßes Reichweitenversprechen, sie sind aber vor allem der Versuch, Kontextwissen zu produzieren und zu nutzen (das gilt übrigens nicht nur für Journalisten, sondern auch für Pizzabäcker).
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Ich glaube, eine zentrale Idee (nicht nur für 2016) könnte darin liegen, dass Medien sich darauf konzentrieren, einen direkten Kontakt zu ihren Kunden (gilt für Leser wie Anzeigenkunden) aufzubauen (Stichwort: Adblocker). Und dort, wo das nicht gelingt, sollten sich Medien von dem inspirieren lassen, was die Firma vormacht, in der Bob Gore 1957 auf die Idee kam, ein Polytetrafluorethylen-Band zur Isolierung von Drähten zu nutzen. Heute ist die Firma Gore-Tex u.a. dafür bekannt, Gewebe herzustellen, die wasserabweisend und atmungsaktiv sind. Diese Technologie wird aber keineswegs nur in eigenen Produkten eingesetzt, sondern auch in Kleidung von anderen Herstellern – allerdings mit einem klaren Hinweis auf den Absender. Auch der Chip- und Prozessorhersteller Intel setzt auf diese „Inside“-Kommunikation: Man kann Produkte der Firma in anderen Produkten kaufen. Medien werden das in ihrem Verhältnis zu den großen Netzwerken nicht eins zu eins nachahmen – sich aber in jedem Fall davon inspirieren lassen können.

6. Auf den Kalender schauen
Wenn 2015 das Jahr des Newsletters war, dann wird 2016 das Jahr der Push-Notification, sagt Melody Kramer – und ich glaube, das könnte stimmen. Deshalb sollte man auf Kalender achten. Denn meiner Meinung nach gibt es bereits tolle Push-Notifications: digitale Kalender. Für das Projekt Langstrecke aber auch für meine eigenen Veröffentlichungen möchte ich deshalb 2016 einen öffentlichen Kalender führen. Den öffentlichen DVG-Kalender können Sie hier im iCal-Format (Link kopieren) und hier im HTML-Format (Link kopieren) abonnieren.

ebook_Diese Liste stammt aus dem Digitale Notizen-Newsletter (für den Sie sich hier kostenfrei eintragen können). Leser*innen des Newsletters (die übrigens ein kostenloses eBook bekommen haben) teilen für die nächste Folge Tipps und Ratschläge untereinander. Wenn Sie auch teilnehmen wollen: hier geht es zur Umfrage.