Glaser vs. Dettweiler und die Welt-Google

Was passiert, wenn zwei Menschen, die sich über die Verwendung einer minder guten Metapher streiten, diesen Mailverkehr online stellen, kann man hier und hier nachlesen. Was man dort nicht nachlesen kann: Wann es eigentlich zu einer Selbstverständlichkeit wurde, verschickte Mails ans Licht der Web-Öffentlichkeit zu zerren. (via)

13 Kommentare

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  3. Ich weiß nicht, welches Problem dabei bestehen soll? Das ist wie mit den Paybackkarten: Klar sind die böse, aber niemand wird gezwungen eine zu verwenden. Wenn ich nicht möchte, dass Mails von mir im Netz landen, die mehr über mich sagen, als über den angeschriebenen, sollte ich solche Mails einfach nicht verfassen. Es scheint aber mehr und mehr in Mode zu kommen, dass man nicht mehr zu dem stehen möchte, was man tut. Zu Recht steht am Pranger, wer sich selbst dort hin stellt. Gemein ist, wenn man diffamiert wird, nicht wenn man über die eigenen Füße fällt …

  4. Na ja, das mit der Veröffentlichung von Mail-Wechseln ist ja so eine Sache. Generell halte ich es auch für nicht angebracht, so es sich um einen 1:1-Verkehr handelt. Nur: Wenn Journalisten im Spiel sind, sehe ich das anders. Wer mit Medienerfahrung hat und mit einem Journalisten kommuniziert, muss ihn darauf aufmerksam machen, was zur Veröffentlichung bestimmt ist und was nicht. Im Gegenzug dazu hat der Journalist die Verantwortung abzuwägen, was veröffentlichbar ist und was nicht.

  5. dvg

    @noamik: Die Kategorie „gemein“ benutze ich ja gar nicht. Ich frage mich lediglich, wie es dazu kommt, dass es scheinbar selbstverständlich ist, Mails, die ja meist eine private Kommunikation abbilden, als öffentlich zu verstehen.

    @Thomas Knüwer: In einer (Web-)Welt, in der theoretisch jeder Journalist sein kann (z.B. als Blogger), folgt daraus, dass man in den Fuß einer jeden Mail schreiben sollte: Dieser Inhalt ist nicht für die Veröffentlichung bestimmt.

  6. @dvg: Ich kann nun wirklich nicht feststellen, was an dieser Kommunikation privat war. Auch der Redaktionsanruf war alles andere als privat. Unter diesen Umständen kann ich bei der Kommunikation zwischen zwei vom Publizieren lebenden Menschen keinen Vertrauensbruch oder ähnliches feststellen, wenn einer diese dann online stellt. Ich würde es im Gegenteil eher erwarten, wenn es ein irgendwie geartetes öffentliches Interesse gibt und keiner der Beiden im Vorhinein dem widersprochen hat …

  7. dvg

    @noamik: Wenn Person A eine Mail an Person B schreibt, ist das in erster Linie mal privat. Deshalb gibt es ja Menschen, die sich zurecht dagegen wehren, dass Telekommunikationsdaten gespeichert und überwacht werden. Dort mit dem Begriff des „öffentlichen Interesses“ zu argumentieren, halte ich für sehr heikel

  8. Bitte, wenn ich aus geschäftlichem Interesse einem Konkurrenten einem Hinweis zu seinen Produkten schreibe, ist die Mail viel, aber nicht privat. Ebenso ist die Antwort doch eher geschäftlich.

    Unabhängig davon zeigt der Link darüber aber auch klar, was diesen Fall von privater Kommunikation unterscheidet. Glaser hat sich klar als Schreiberling geouted, es oblag also Dettweiler zu entscheiden, ob und wie er reagiert. Mit einer Veröffentlichung der Reaktion durch Glaser musste er klar rechnen und hat dies in Kauf genommen. Ich bin mir nicht mal sicher, ob Dettweiler der Veröffentlichung hätte widersprechen können. Zumindest den telefonischen Diffamierungsversuch öffentlich zu sehen hätte er wohl in jedem Fall erdulden müssen …

  9. dvg

    Mir geht es um die grundsätzliche Herangehensweise. Dabei ist nicht die Unterscheidung privat vs. geschäftlich entscheidend, sondern privat vs. öffentlich.

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