Jürgen Klopp über Optimismus

In dem Magazin Red Bulletin gibt es ein Interview mit Jürgen Klopp, das mein Interesse geweckt hat. Der Fußballtrainer spricht dort mit Tobias Moorstedt und Jakob Schrenk über Optimismus. Er definiert seine Sicht auf die Welt wie folgt:

Ich bin optimistisch bezüglicher der Dinge, die ich beeinflussen kann. Und mit allen anderen Ereignissen und Trends muss man leben und irgendwie zurechtkommen.

Interessant sind seine Einschätzungen zum Thema gar nicht so sehr weil er erfolgreich ist, sondern weil er mit Rückschlägen umzugehen gelernt hat. Als Trainer verlor Klopp dreimal das Champions-League-Finale (2013, 1018 und 2022). Trotzdem sagt er, dass die verpassten Aufstiege mit Mainz für ihn prägender waren. Er spricht von lebensverändernden Niederlagen:

Nach dem zweiten verpassten Aufstieg mit Mainz stand ich auf der Bühne und hab erzählt, dass der Fußballgott mit uns ein Experiment zu machen scheint: Ob man nicht nur einmal fällt und wieder aufsteht, sondern vielleicht sogar zwei- oder dreimal - und trotzdem stärker daraus hervorgeht. Und dann hab ich gesagt: Es gibt keinen besseren Club und keine bessere Stadt als Mainz für diesen Versuch. In diesem Moment haben die 25 Jungs, die 20.000 Leute vor der Bühne - alle - daran geglaubt. Und beim Trainingsstart waren 10.000 Leute da und haben uns Schwung gegeben für die Saison: 

Optimismus für sich allein ist schön. Aber wenn man ihn mit anderen Menschen teilt, entfaltet man eine richtig starke Wirkung.

Seine Haltung auf die Welt begründet er mit seinem Glauben und seiner Erziehung – und sein sozialer Optimismus drückt sich so aus:

Ich möchte optimistisch durchs Leben gehen - und einen Mehrwert darstellen für die Menschen, mit denen ich zu tun habe. Es ist nicht genug, wenn es nur mir gut geht.

Was sich daraus für eine Haltung in Bezug auf die Zukunft und das eigene Handeln ergibt? Klopp sagt:

Der Glaube an die Zukunft hilft dabei, sich vorzustellen, wie es im positiven Fall aussehen kann. Und das führt dazu, dass man daran arbeiten will, dass es auch so wird.

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