Alle Artikel mit dem Schlagwort “soziale nachrichten

Trove: Pandora for News

Trove harnesses smart, flexible technology that learns from the choices you make. Some have called it “Pandora for news,” and the serendipity in its suggestions, pulled from around 10,000 sources, makes Trove a powerful tool for information discovery.

Mit diesen Worten stellt Don Graham den Lesern der Washington Post in seinem Welcome Letter den Nachrichten-Aggregator Trove vor, der heute – passend dazu – gestartet wurde. Dazu gibt es dieses Video, das das Prinzip des neuen Angebot erklären soll:

Die Zukunft!

Nehmen wir die Mensch-Maschine Sascha Lobo. Der schreibt in seiner Provokations-Kolumne auf spiegel.de über die Zukunft und über das Lösen von Problemen (die er allerdings nicht benennt, weshalb man nicht beurteilen kann, ob er recht hat). Dabei verweist er auf das schon etwas ältere, aber fraglos tolle Video dieser zweijährigen iPad-Versteherin

Es dient ihm als Einstieg in einen Seitenaspekt der andauernden (eher grundsätzlichen) Debatte um die Zukunft und die Digitalisierung. Dazu liefert AllThingsD ebenfalls heute einen Hinweis auf das angekündigte Aggregations-Angebot News.me, das vielen (bis auf Meedia) als Zukunft der Nachricht im Netz gilt.

Ob News.me das wirklich ist, kann ich nicht beurteilen. Ich würde aber eine Einschätzung versuchen, in dem ich es mit einer weiteren Meldung dieser Woche zusammenbringe, die Richard Gutjahr aufgebracht hat (und die wir auf jetzt.de fortgeführt haben): Es geht um die Twitter-Aktivitäten beim ZDF. Die basieren auf einer Undercover-Aktion von Marco Bereth und Michael Umlandt, die sich unautorisiert zwei ZDF-Accounts aufbauten und anschließend auf den Mainzer Lerchenberg einbestellt wurden:

Doch zur Überraschung der beiden jungen Männer verläuft das Gespräch anders als erwartet. Anstatt ihnen die Twitter-Konten abzunehmen, oder gar mit einer Klage zu kommen, bietet man den beiden etwas anderes an: einen Arbeitsvertrag.

Dafür hat das ZDF – zurecht wie ich finde – viel Lob bekommen in den vergangenen Tagen, seit Richard dies publik machte. Und es ist in der Tat ein kluger Schachzug der ZDF-Verantwortlichen. Gleichzeitig steckt in der Einschätzung der zuständigen Redakteurin ein kleiner Schönheitsfehler, der uns zurück zum obigen iPad-Video führt. Tina Kutscher wird mit folgenden Worten zitiert:

“So professionell wie die Zwei twittern, könnten wir das gar nicht.”

Abgesehen davon, dass in dem Begriff „professionell“ ein schöner Seitenaspekt der ebenfalls andauernden Debatte über Amateure im Journalismus angesprochen wird (warum sollten eigentlich Amateure professioneller kommunzieren als ZDF-Redakteure!?), steckt in dem Satz der Hinweis darauf, dass das, was von Vielen als Zukunft der Medien debattiert wird, offenbar deren Gegenwart ist. Wenn im ZDF niemand in der Lage ist so professionell zu twittern wie die beiden in der Tat sehr guten Marco und Michael könnte ich empörte GEZ-Zahler durchaus verstehen, die jetzt ihr Geld zurück wollen. Anders formuliert: Es geht bei Angeboten wie News.me vielleicht gar nicht darum, ein in ferner Zukunft liegendes Problem zu lösen, sondern die sehr gegenwärtige Herausforderung zu bewältigen, die Informationsflut an Facebook-Einträgen und Tweets zu sortieren.

Ob News.me dies gelingt, kann ich nicht beurteilen (ich kann es ja noch nicht nutzen), ich kann aber sagen, dass dieses Problem eines ist, das diejenigen, die heute Twitter und Facebook als Nachrichtenkanäle nutzen („wenn eine Nachricht wichtig ist, wird sie mich finden“), lösen möchten. Vermutlich wird jemand in naher Zukunft ein Angebot liefern, über das die Medienverantwortlichen dann sagen: „So professionell wie die könnten wir das gar nicht lösen.“

Wirklich?

2011: Social Media als Aufgabe, nicht als Titel

Bei Mashable gibt es 10 Predictions for the News Media in 2011. Die reichen von Tablet-Publikationen bis zum Verhältnis zu Leaks. Besonders spannend finde ich die Prognose aber, weil gleich in mehreren Punkten Dinge angesprochen werden, die häufig als sozial bezeichnet werden.

Dabei geht es einerseits um den Punkt „Social vs. Search“, der die eingeleitete Veränderung von der Such- zur Hinweiskultur beschreibt. Ich teile die Einschätzung, dass sich dies im kommenden Jahr weiter verstärken wird: Menschen finden Informationen zunehmend auf Basis von Hinweisen, die ihnen Freunde in Netzwerken geben. Welche Folgen ein solcher News Stream für die Art hat wie Nachrichten erstellt und verbreitet werden, können wir noch gar nicht richtig absehen; eine äußerst lesenswerte Annährung daran steht in dem schon mehrfach erwähnten Text von Danah Boyd zum Nachrichtenstrom

Der zweite wichtige Punkt ist die Abschaffung des Begriffs „social media“. Vor kurzem war bekannt geworden, dass die New York Times ihre Social-Media-Redakteurin abgeschafft hatte und den Dialog zur Aufgabe für alle Mitarbeiter gemacht hat. Schon im September hatte Vadim Lavrusik unter dem Titel The Future of Social Media in Journalism bei Mashable geschrieben:

all media as we know it today will become social, and feature a social component to one extent or another. After all, much of the web experience, particularly in the way we consume content, is becoming social and personalized. (…) he future journalist will be more embedded with the community than ever, and news outlets will build their newsrooms to focus on utilizing the community and enabling its members to be enrolled as correspondents. (…) Journalists will no longer focus exclusively on gathering information and producing a story. Now they’re managing and amplifying the conversations the community is having; conversations that will happen with or without them.