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Der wirkliche Graben

An unterschiedlicher Stelle war hier die Rede vom digitalen Graben – mit einiger Verspätung bin ich bei slow-media.net auf eine interessante Unterscheidung gestoßen, die quasi zufällig auch Bezug nimmt auf das in dieser Woche verlinkte Interview mit Wolf Schneider. Bei Slow Media heißt es:

Bei genauerer Betrachtung verläuft die Grenzlinie tatsächlich innerhalb der Internetnutzer, und zwar zwischen denjenigen, die das Internet rein rezipierend wie einen Fernseher oder wie ein Telefonbuch benutzen (bzw. denjenigen, es sinnvoll finden, wenn Nutzer es dabei belassen) – und jenen, die das Internet auch zur Produktion nutzen und dort selbst Spuren hinterlassen. Das würde bedeuten, dass nicht das Internet selbst die eigentliche Provokation ist, sondern das durch das Internet ermöglichte Zusammenkommen von Rezeption und Produktion. Etwas in das Internet reinzuschreiben und auch noch zu glauben, das würde andere interessieren (“Wer will denn so was wissen?!”), das ist demzufolge der eigentliche Skandal, eine Anmaßung.

Wolf Schneider hatte im Tagesspiegel gesagt:

Drei Viertel dessen, was dort produziert wird, ist trauriges Geschwätz. Geschwätz, weil es wenig Substanz hat, und traurig, weil die meisten doch wohl gelesen werden wollen! Ich habe Mitleid mit denen, die sich mitteilen wollen und so gar keine Ahnung davon haben, wie man das macht.

Für eine freie Web-Welt

But I’m betting that things are going to get ugly. We’re heading into a war for control of the web. And in the end, it’s more than that, it’s a war against the web as an interoperable platform. Instead, we’re facing the prospect of Facebook as the platform, Apple as the platform, Google as the platform, Amazon as the platform, where big companies slug it out until one is king of the hill. And it’s time for developers to take a stand. If you don’t want a repeat of the PC era, place your bets now on open systems. Don’t wait till it’s too late.

Tim O’Reilly befasst sich in dem spannenden Text The War For the Web mit der digitalen Zukunft. Im Subtext beantwortet er dabei übirgens die Frage, warum wir den digitalen Graben, der durch unsere Gesellschaft geht, bald möglichst überwinden sollten. Er lenkt von der wirklich wichtigen Frage ab: Wie wollen wir die digitale Zukunft gestalten? Wenn wir diese Frage nicht beantworten, tun das andere – und nicht zwingend in unserem Sinne. Wir sollten den Graben schließen und alle gesellschaftliche Kräfte an dieser Debatte beteiligen. Oder um es mit Geert Lovinks Worten zu sagen: Schluss mit dem Kulturpessimismus!

(via)