Dazu lernen 2026

Wir werden immer schlauer. Jedenfalls wenn wir offen bleiben und neue Perspektiven zu lassen. Das möchte ich 2026 nicht nur versuchen, sondern hier auch dokumentieren – indem ich Dinge, Ideen und Begriffe notiere, die ich dazu lerne (auf der jetzt.muenchen-Seite der SZ gab es übrigens mal eine Verstanden-Liste, an die ich bei dieser Gelegenheit erinnern möchte):

The AI-Fatigue-Paradox

Wir werden durch KI schneller und effizienter, dabei vergessen wir die wichtigste Regel: Wann wir aufhören sollten!

Male Gaze

Begriff für die häufig dominante männliche Perspektive auf die Welt.

Gutelaunefurzbären

Begriff aus dem Podcast „Baywatchberlin“ um die Rolle der Kaulitz-Zwillinge bei Wetten dass…? zu beschreiben.

Tina

Akronym für die Aussage „There Is No Alternative“. Cory Doctorow zitiert in seinem sehr guten Text über die Zukunft von KI als Ausdruck von Thatcherismus.

Sanewashing

„Die Verharmlosung der als radikal empfundenen Aspekte einer Person oder Idee, um sie für ein breiteres Publikum akzeptabler zu machen“, nennt man Sanewashing. Johannes Franzen hat schon im Herbst 2024 bei Übermedien darüber geschrieben. Durch Trumps Auftritt in Davos wurde mir der Begriff in die Timeline gespült.

Weitermachen

Heribert Prantl schreibt in seinem Newsletter von einem Ratschlag, den Herbert Wehner an Hans-Jochen Vogel weitergab. Eine Kopie dieses Zettels hing jahrelang in Prantls Büro: „Weiterarbeiten und nicht verzweifeln!“

Vielfalt

Die Vision der Stadtbibliothek München beginnt mit den Worten: „Die Vielfalt der Menschen in München ist uns Auftrag und Motivation.“

Vierter Ort

Es gibt eine Theorie, die besagt, dass der Trend zu „Analog Wellness“ einen vierten Ort (nach Arbeit, Zuhause und dritten Orten wie Kaffeehäusern) hervorbringt: der Fourth Space zeichnet sich demnach dadurch aus, dass sich dort Menschen treffen, um nicht online zu sein.

Migration ist wirtschaftlich gut

Der Migrationsmonitor vom ifo-Institut kommt zu dem Ergebnis: „Migration sorgt hierzulande für Innovation und Wirtschaftswachstum.”

Horvarth

Der Autor Ödon von Horvarth starb 1938 im Pariser Exil durch einen herabstürzenden Ast auf der Champs-Elysee. Diesen historischen Fakt habe ich in dem sehr guten Theaterstück „Glaube Liebe Roboter“ im Volkstheater München gelernt. Das Stück ist eine Adaption von Horvaths „Glaube Liebe Hoffnung“.

Stempelkarte

Ich habe jetzt eine Prüf-Demo-Stempelkarte. Diese Demos finden monatlich statt – und setzen sich dafür ein, dass der Bundestag „die Prüfung eines Verbots der AfD beim zuständigen Bundesverfassungsgericht“ beantragt. „Weder der Politik noch der Öffentlichkeit steht es zu, über ein Parteiverbot zu entscheiden. Das ist laut Grundgesetz die Aufgabe des Bundesverfassungsgerichts. Das Verfassungsgericht muss mit der Prüfung beauftragt werden.“ Nächster Termin in München: 14.2. auf dem Geschwister-Scholl-Platz vor der Uni. 

Mansplaining…

ist echt ein Problem

Neugier…

ist das Gegenmittel zu Angst.“ Sagt Steve Magness in dieser Liste mit 25 Dinge zu Peak Performance.

Voxel

Ist ein dreidimensionales Pixel. In der „Digital by Nature“-Ausstellung in der Kunsthalle München in einem Kunstwerk von Miguel Chevalier gesehen und nachgelese: analog zu Pixel aus dem Englischen volume und el von element[1]) bezeichnet in der Computergrafik einen Gitterpunkt („Bild“punkt, Datenelement) in einem dreidimensionalen Gitter. Dies entspricht einem Pixel in einem 2D-Bild, einer Rastergrafik.

Solastaglie

… beschreibt laut Wikipedia „das belastende Gefühl des Verlustes, das entsteht, wenn jemand die Veränderung oder Zerstörung der eigenen Heimat bzw. des eigenen Lebensraums direkt miterlebt“. Gelernt im üüberblick-Newsletter von Ann-Kathrin Büüsker: „Wer Natur liebt oder schätzt, fühlt Verlust, fühlt vielleicht sogar Trauer. Solastalgie, so nennen Fachleute die Trauer über den Verlust von Natur und Heimat. Der Klimawandel und dysfunktionale Politik können einen Haufen negativer Gefühle erzeugen.

Hatsuhinode

Der erste Sonnenaufgang des Jahres wird in Japan als Hatsuhinode bezeichnet. Es ist ein Brauch, das neue Jahr nicht wie bei Silvesterfeiern in der Nacht, sondern in der Morgendämmerung des neuen Tages zu begrüßen. Dazu passt der Aberglaube des Hatsuyume, der den ersten Traum des neuen Jahres bezeichnet. Wikipedia: „Da die Menschen nach dem japanischen Neujahrsfest am ersten Januar erst wieder zum normalen Alltag finden, ist es der Traum in der Nacht zum zweiten Januar. Der Traum soll vorhersagen, welche Erwartungen der Träumende an das neue Jahr stellen kann.“


Ich schreibe einen monatlichen Newsletter, der mir beim Denken hilft – und dabei, das, was ich gelernt habe, zu verarbeiten.