Facebook-Französisch
Netz | 2. September 2010
Die beste Web-Reportage
Netz, Print | 1. September 2010
Reporter im Netz erzählen auf neue Weise, sie kombinieren Text, Fotos und Sound zu Reportagen, die so nur im Web funktionieren. Wir wollen diese Experimente fördern und viele Reporter ermuntern, sich dieser neuen Art des Erzählens zuzuwenden.
Mit diesen Worten beschreibt das Reporter Forum den Preis in der Kategorie “beste Webreportage”, die auch in diesem Jahr wieder ausgeschrieben ist. Im vergangenen Jahr bewarb sich der Kollege Matthias Eberl und gewann völlig zurecht mit seiner Reportage über die (mittlerweile geschlossene) Münchner X-Cess-Bar den Preis.
Jetzt suchen die Reporter die beste Webreportage des Jahres 2010. Auf ihrer Website stellen sie besonders gelungene Texte vor – in der Kategorie “Webreportage” fehlt es bisher noch an Beispielen. Wer das ändern möchte, kann seine Vorschläge formlos per Mail an reporterpreis@reporter-forum.de schicken.
Zur Inspiration hier (ohne längeres Nachdenken) ein paar spontane Vorschläge:
>>> Zunächst – um nicht immer nur über die erzählenden Bild- und Videoformate zu sprechen – die beiden Varianten einer Live-Reportage bzw. einer sehr transparenten Reportage von Michalis Pantelouris und Johannes Boie.

>>> Der Besuch beim Eisverkäufer von Julian Schmidli bei Zeit-Online.

>>> Motor aus, Film ab: jetzt.de-Reportage von Mercedes und Juri.

>>> Die Reportage “Die letzten Stunden der Loverparade” von der Kollegin Wlada Kolosowa und Charlotte Potts.
Sowie die Multimediareportagen von 2470media und jene von der WM und vom Wintermärchen2010 .
Was hab ich vergessen? Sag es den Kollegen vom Reporter Forum!
Transparenz: Digital Lab
Netz, Print | 31. August 2010

Wie die Behauptung, Transparenz sei immer wichtiger, den Journalismus beeinflußt, zeigen die Kollegen der kanadischen The Globe and Mail mit ihrem Blog Digital Lab
Hornby not Dickens
Film, Pop, kinder | 31. August 2010
Ben Folds und Nick Hornby veröffentlichen demnächst ein Album. Bis es soweit ist, machen sie mit Pomplamoose Musik. Der Song heißt Things you think und Hornby erzählt darin von der kreativen Schaffenskraft von Charles Dickens, die deshalb soviel höher ist weil er (Hornby) heute erstmal die Kinder zur Schule bringen musste:
That’s why I’m not Dickens: Kids
Wenn Dummheit erblich ist …
Politik | 30. August 2010
Die Thesen, die Thilo Sarrazin in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab” und in einer Fülle von Interviews seit vergangener Woche ausbreitet, sind derart haarsträubend dämlich, dass sich eine sachliche Auseinandersetzung schier verbietet. Man könnte sich also ironisch auf die Feststellung zurückziehen, dass Sarrazin, sollte Dummheit tatsächlich vererbbar sein, wenigstens kein Vorwurf zu machen ist.
Robert Misik tut dies im Fall Fall Sarazin nicht, sondern erläutert lesenswert, was das Problem mit dessen Thesen und der Aufmerksamkeit ist, die ihm zuteil wird.
Herrn Sarrazins Thesen sind verwirrt, hochnäsig, verletzend, gespickt mit verächtlichen Formulierungen und Ausdruck bizarrer Respektlosigkeit der Eliten gegenüber den „Losern”. Der Mann ist auf eine Weise eingebildet, die eigentlich schallendes Gelächter provozieren müsste. Alleine der Vorwurf an die Unterprivilegierten, sie würden faul von Staatsknete leben und überhaupt keinen Antrieb haben, sich im Wirbelwind des freien Wirtschaftslebens zu behaupten, ist zum Schreien komisch aus dem Mund eines Mannes, der sein gesamtes Leben lang in der staatlichen und staatsnahen Wirtschaft verbrachte und seine gesamte berufliche Karriere – von Ministerium bis Bahn bis Finanzsenatorenamt bis zur Bundesbank – dem Segeln auf einem Parteiticket verdankt.
Der Nachrichtensammler
Mac, Netz, Print | 30. August 2010
Wie an anderer Stelle bereits erwähnt: ich glaube, die größte Veränderung, die das Internet für etablierte Publikationsformen bringt, ist der Dialog. Leser werden zu Nutzern, sie beteiligen sich als aktive Rezipienten am Kommunikationsprozess.
Ich glaube, dass diese Veränderung bedeutsamer ist als all die technischen Prozesse, die wir im Netz erleben. Denn der aktive Rezipient kommuniziert nicht nur in Kommentaren, er nutzt die Medieninhalte vor allem weiter, verlinkt und verschickt sie. Facebook und Twitter basieren auf diesem Verhalten und werden so zu Nachrichtenquellen. Die Behauptung, dass eine Nachricht, wenn sie denn wichtig ist, mich schon erreichen wird, basiert darauf, dass meine Freunde zu Sendern werden, die Links und Informationen (mit mir) teilen.
Dadurch verwischt die klare Trennung zwischen harten und weichen Nachrichten, private und öffentliche Meldungen werden auf gleicher Ebene wahrgenommen und die Zusammenstellung von News wird individualisiert. In dem lesenswerten Beitrag How News Consumption is Shifting to the Personalized Social News Stream bei mashable werden weitere Folgen dieser Entwicklung dargelegt. Darin wird unter anderem eine Mitarbeiter des amerikanischen National Public Radio zitiert, der in einer Umfrage folgendes Ergebnis zu Tage gefördert hat.
“It’s not that people have lost interest in the news, it’s that they have shifted platforms”
Eine Plattform, die sich zum Finden, Sammeln und Aufbereiten von Nachrichten eignet ist das ausreichnd bejubelte Flipboard, das leider auf dem iPhone nicht funktioniert, weshalb ich die Jubelarien nur aus zweiter Hand weiter geben kann. Nicht nur auf dem iPhone, sondern auch mit einer Android-App kommt Pulse daher, das für 1,59 Euro auch auf dem iPhone funktioniert. Und zwar so:
Wie Präsentationen spannend werden
Netz | 28. August 2010
Jesse Desjardings fordert: No more boring Powerpoint und zeigt dann selber, wie man eine spannende Präsentation baut und hält:
Gute Magazincover
Print | 27. August 2010
Wie sehen eigentlich gute Magazin-Cover aus? Vielleicht so, sagt die American Society of Magazine Editors und nominiert diese Titelseiten für das “Best Cover” das Jahres 2010:
Im September wird dann auf Amazon darüber abgestimmt, welche Cover tatsächlich gewinnen.
Digital Surplus
Netz, Print | 27. August 2010
Unter dem Titel Filesharing, Flattr und Bezahlschranken: Die Auflösung historischer Unfälle liefert Marcel Weiss nicht nur eine lesenswerte Besprechung des Buchs Cognitive Surplus von Clay Shirky …
… sondern vor allem einen interessanten Beitrag zur Frage rund um vermeintliche Kostenlos-Kultur, um Diebstahl und Filesharing und um die Zukunft des Publizierens im Netz. Er führt aus, wie die Demokratisierung der Publikationsmittel zu einer Veränderung unseres Bildes von Preis und Wert des Publizierens führen:
Wer vor dem Internet Inhalte veröffentlichen wollte – also vervielfältigen und verbreiten -, sah sich enormen Kosten gegenüber. Diese Kosten haben das Publizieren teuer gemacht, folglich musste man sich vorher genau überlegen, was überhaupt publizierenswert ist.
Heute ist dieser Vorgang aber “mit Grenzkosten von Null” verbunden, d.h. das Publizieren ans sich ist
nur aus Versehen teuer und damit als wertvoll betrachtet
Marcel führt daraufhin sehr lesenswert aus, warum Bezahlschranken im Netz weniger gut funktionieren als Dienste wie flattr und überträgt den genannten “historischen Unfall” auf das Phänomen Filesharing. Das alleine ist schon spannend, mich interessiert daran aber aus journalistischer Perspektive folgende inhaltliche Frage: Kann man dem – nur zufällig wertvollen – Publizieren wieder einen eigenen (inhaltlichen) Wert verleihen? Gibt es ein Unterscheidungsmerkmal zwischen dem Publizieren von Profis und jenem von Amateuren, das man inhaltlich herleiten kann?
Diese Frage zu stellen finde ich sehr viel spannender als die ewige Debatte über die strategische Fehlentscheidung des Netzes. Der Neunetz-Beitrag ist dazu vielleicht ein erster Schritt.



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