Mashup als democratic discourse

Allgemein, Netz, Politik | 29. Juli 2010

Brett Gaylor, der Filmmacher von RIP: A remix Manifesto hat im April vor dem kanadischen Parlament über die Veränderungen des Urheberrechts gesprochen:

I believe that this creative reuse, re-expression, and re-contextualization of culture using digital technology to be an important skill for today’s generations of Canadians. It is an expression of a media-literate citizenry that has grown up with a medium that is not top-down, consumer-centric, or one-way, like television or radio. It is a two-way, participatory, interactive medium. Websites like Wikipedia and YouTube, and creative audiovisual works that combine or “mash up” the media landscape, are examples of the kind of democratic discourse we ought to celebrate in today’s youth. But our laws criminalize and prevent it. Whether or not you agree with my position on copyright reform, I think all parties should know that there is an economic argument for reform in copyright, and in particular, in fair dealing.

via

Wikileaks

Netz, Print | 29. Juli 2010

In dieser Woche haben alle über WikiLeaks gesprochen. Hier steht die Story Behind the Publication of WikiLeaks’s Afghanistan Logs, die sich liest wie eine Agenten-Geschichte und auf eine interessante Art Werbung für den Beruf des Journalisten macht. Es geht um Geheimtreffen, um Informaten, die auf Sofas übernachten und eilige Bahnreisen:

Whatever Assange had, and whomever its source, Davies knew that WikiLeaks would publish again—and hoped to convince him to let The Guardian look at any future release before WikiLeaks splashed it on its own site.

After e-mails to Assange’s listed accounts netted nothing, Davies contacted a half dozen people close to him, hoping to reach and woo Assange. One of them came back with a tip that a skittish Assange planned to honor a commitment to speak before the European parliament on Tuesday, June 21, despite the cries of “manhunt” surrounding him. Davies asked The Guardian’s Brussels reporter to corner Assange and tell him that he was on his way.

“While I was on the train going under the Channel, I had tried to work out what I would say to him,” remembers Davies. “It wasn’t going to work if I said ‘I’m a greedy reporter, I’d like to take all your information and put it in my newspaper.’”

Für sueddeutsche.de hat der Kollege Johannes Kuhn die Frage beantwortet Wer ist Wikileaks?

Der Economist hat Julian Assange auf eine Tasse Tee getroffen.

Der Feuilletonist Andrian Kreye verweist auf diesen Einschätzung von Jon Stewart:


The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
Best Leak Ever
www.thedailyshow.com
Daily Show Full Episodes Political Humor Tea Party

Toy-Story-Inception-Mashup

Film, Pop | 29. Juli 2010

Was passiert wenn Christopher Nolans Inception auf den dritten Teil der Toy Story trifft? Ein schönes Mashup :



via

Wer soll das bezahlen?

Netz, Print | 29. Juli 2010

kress.de dokumentiert unter dem Titel Dem Journalismus geht es an den Kragen eine Rede, die der Medienwissenschaftler und Kollege Stephan Weichert am 17. Juli in der Akademie für politische Bildung in Tutzing gehalten hat. Stephan (den ich persönlich kenne und sehr schätze) beklagt darin – auch mit Verweis auf diese Umfrage, an der auch ich teilgenommen habe – ein Paradoxon, das er in Bezug auf den Zustand der Branche, festgestellt hat:

Dass die Befragten – egal, ob Onliner, Fernseh- oder Printleute – sich in der Regel absolut einig sind, dass im Internet ein enormes Potenzial für den Journalismus stecke – aber um eine Antwort, wie sich dieses Potenzial tatsächlich umsetzen lasse, sind die meisten Journalisten eher verlegen.

Vielleicht hat er damit Recht. Während ich darüber nachdenke – und seine Rede weiterlese – stelle ich jedoch fest, woran das liegen könnte. Im weiteren Verlauf benennt er nämlich vier Kernprobleme der Branche und verwendet dabei eine Begrifflichkeit, die zeigt, dass auch ein hochqualifizierter und von mir sehr geschätzter Medienwissenschaftler bei der tatsächlichen Antwort auf die Frage nach der praktischen Umsetzung der Potenziale des Web verlegen bleibt. Denn auch Stephan spricht von der “Umsonst-Kultur im Netz” sowie vom “Gratis-Wahn” und zitiert unreflektiert Mathias Döpfners Rede vom Web-Kommunismus, aus der er folgert, …

… dass Verlagsriesen wie die Axel Springer AG, Gruner+Jahr oder die WAZ-Gruppe es für absurd halten, ihre Inhalte einfach an die Nutzer herzuschenken – schließlich ist aufwändiger Journalismus mit immensen Kosten verbunden.

Das klingt gut und bringt in einer Rede sicher aus zustimmendes Kopfnicken. Für mich folgt darauf jedoch die Anschlussfrage: Wenn das so ist, warum gibt es denn dann die Nachrichten der “Verlagsriesen” noch ohne Bezahlung im Netz? Weil sie plötzlich Web-Kommunisten geworden sind, die dem Gratis-Wahn erliegen und sich ohne Not fürs Verschenken entscheiden?

Wie in der Auseinandersetzung über vermeintlichen Diebstahl krankt auch die Debatte über Bezahlmodelle im Netz an einem begrifflichen Problem, das es allein sprachlich so schwer macht, neue Modelle zu finden. Denn: Es gibt keine Umsonst-Kultur im Netz. Die Beispiele der New York Times im Web und die von USA-Today auf dem iPad zeigen: Im Netz werden Umsätze mit Aufmerksamkeit gemacht, bei denen nicht im klassischen Sinne bezahlt wird. Solche Modelle (siehe zum Beispiel den Markt der Telefonbücher) sind keineswegs neu, im Netz sind sie jedoch äußerst populär, weil hier der enorme finanzielle Aufwand für den Vertrieb extrem gesenkt werden kann. Was nun passiert, wenn man in diesem digitalen Raum die Modelle des analogen anwendet, zeigt das Beispiel der britischen Times: die Aufmerksamkeit sinkt sehr viel schneller als Bezahlumsätze generiert werden.

So merkwürdig das klingen mag: Ich glaube wir brauchen noch einige Debatten (und vielleicht sogar Podiumsdiskussionen) Zeit, um dieser Herausforderung allein sprachlich Herr zu werden. Als das Radio eingeführt wurde, dauerte es auch eine Weile bis man mit der unverschämten neuen Möglichkeit Musik und Informationen ungezügelt zu verbreiten zurecht kam und dafür Modelle entwickelte. Es ist jedoch so, dass alle Debatten und Diskussionen so lange ergebnislos bleiben werden, wie sie mit einem eingeschränkten Blick die spezifischen Rahmendaten des digitalen Raums ausblenden.

Dass sogar gute Leute wie Stephan Weichert in diese Falle tappen, zeigt, dass wir hier nicht bloß über eine sprachliche Kleinigkeit sprechen, sondern über einen grundlegenden Wandel, den man nicht gestalten wird, wenn man in die Rede vom Verschenken einstimmt.

Zum Weiterlesen zum Thema noch ein Tipp: Marcel Weiss hat auf neunetz.com ein paar sehr interessante Texte zu der Frage der vermeintlichen Kostenlos-Kultur verfasst.

Relaunch-Vokabeln

Netz | 27. Juli 2010

Gerade noch drüber gesprochen, schon macht sich das deutsche Web hübsch: Frankfurter Rundschau und Focus haben ihre Webauftritte überarbeitet (siehe dazu auch onlinejournalismus.de) und stellen ihre neuen Seite jetzt den Lesern vor*

1. Die wichtigsten Nachrichten des Tages präsentieren wir in einer bildstarken Themen-Schau gleich oben auf der Startseite.

2. Fotos werden jetzt großformatig in Szene gesetzt.

3. … neugestalteten Site, die vor allem durch ein aufgeräumtes Design frisch und hochwertig wirkt, gibt es viele technische Verbesserungen…

4. … dabei Platz geschaffen für mehr Kommentare, mehr Bilder, mehr Topstorys …

5. Die Navigation haben wir an den Kopf unserer Seiten platziert, schlanker und übersichtlicher gestaltet. Fahren Sie mit der Maus über die Navigation und verschaffen Sie sich einen Überblick über unsere zahlreichen Rubriken und Themenspezials.

6. Wir hoffen sehr, dass wir mit unserem neuen Design Ihre Leidenschaft für exzellenten Journalismus noch besser wecken können.

Aufgrund der Relaunch-Erfahrungen beim Guardian, Zeit Online oder dem Stern wünsche ich den Kollegen gute Nerven und vor allem gutes Gelingen.

*
snɔoɟ ˙6 ‘ɹɟ ˙5 ‘ɹɟ ˙4 ’snɔoɟ ˙3 ’snɔoɟ ˙2 ‘ɹɟ ˙1 :ʇǝʇnɐl ƃunsöl ǝƃıʇɥɔıɹ ǝıp

The Notorius XX

Netz, Politik, Pop | 27. Juli 2010

Schön: Bei Consequence of Sound wird ein The xx & Notorious B.I.G. mashup vorgestellt, das mir Spaß macht: The notorius xx


the notorious xx by wait what

Fünf Phasen des Relaunch

Netz | 26. Juli 2010

When news organisations redesign their websites, the responses sometimes look like the five stages of mourning.

Mit Blick auf den Relaunch der BBC-News verweist Josh Halliday im Guardian auf die Fünf Phasen des Sterbens (nach Elisabeth Kübler-Ross), die er auch bei der Nutzer-Reaktion auf ein sich veränderndes Webangebot ausgemacht hat: Nichtwahrhabenwollen, Zorn, Verhandeln, Depression und schließlich Akzeptanz.

Im BBC-Blog The Editors erläutert Steve Hermann in mittlerweile fünf Beiträgen (mit zahllosen Kommentaren) die Veränderungen auf der Website. Dabei schlägt ihm zu großen Teilen Ablehnung entgegen. Obwohl ich aus meiner entfernten Perspektive sagen würde: Die BBC hat viel richtig gemacht in der Kommunikation der Veränderungen. Es gab eine transparente Ankündigung, eine Bildergalerie, eine FAQ-Seite und vieles mehr. Trotzdem kocht die Debatte sehr hoch …

Well its great to know you have ignored our comments and requests,i am off to a better site, the BBC is going backwards, shame as it was a good place to visit, bye bye

Ein lehrreiches Beispiel für alle, die vor der großen Herausforderung stehen, ein existierendes Angebot zu verändern. Denn die, die eine Veränderung befürworten, melden sich nur selten – wie hier unter dem ersten Posting – zu Wort. Und wenn nicht so lautstark wie die Kritiker:

It’s about time the BBC moved forward with it’s website.

Tab Candy

Netz | 26. Juli 2010

Wie bereits erwähnt, ist die Vorstellung einer Netzpause gerade sehr angesagt. Einer der Gründe, die für mich für ein solche Pause sprechen, ist die Unübersichtlichkeit meiner geöffneten Browser-Tabs. Zum Glück weist der netzmelder unter dem Titel Die Zukunft des Tab-Surfens auf eine Lösung hin: Tab Candy hilft dabei, Übersicht zurück zu gewinnen:


Das Tolle daran: Man kann Tabs sortieren, in Gruppen verbinden, an Kollegen weiterleiten und später lesen.

So wird Wordpress sozial

Netz, Wordpress | 26. Juli 2010

Wie macht man ein Blog sozialer? Im Eintrag 6 ways to turn your Wordpress blog into a web socialite gibt es gute Vorschläge mitsamt Links:

1. Enhance user commenting
2. Share the comments
3. Allow users to subscribe to post comments
4. Social bookmarking plugins
5. Facebook and Twitter widgets
6. Specialised social sharing options

via

Aus New York wird Newport

Film, Netz, Pop | 23. Juli 2010

Das passiert, wenn Waliser Jay-Z kopieren: Dann wird aus New York Newport.


Digitale Notizen sehen am besten auf dem Firefox aus. Sie werden festgehalten mit Hilfe von WordPress und dem GenkiTheme von ericulous