Die wichtigste Währung in der Aufmerksamkeits-Ökonomie ist der Kontakt zum Publikum. Aus der Antwort auf die Frage, welche Daten du von deinen Kund:innen hast, ist ein riesiges Geschäftsmodell geworden. Social-Media-Plattformen bauen einzig darauf auf: sie monetarisieren den Zugang zu Nutzer:innen, die du vorher als Follower gewonnen hast.
Nachhaltig erfolgreiche Geschäftsmodelle müssen sich aus dieser Abhängigkeit lösen und eigene Kunden-Kontakte aufbauen. Eine immer populärere Möglichkeit besteht darin, Mailadressen in einem Newsletter zu sammeln. Diese Kontakte sind direkt ansprechbar und können dezentrale und ohne weitere Kosten genutzt werden.
Völlig unterschätzt ist die Möglichkeit, Termin-Eintragungen in (persönlichen) Kalendern als Distributionsform zu denken.
Das Prinzip ist dabei vergleichbar mit dem (Newsletter-)Versand von Emails. Der Sender bietet seinem Publikum dabei die Möglichkeit, einen Kalender zu abonnieren, der fortan Termin-Eintragungen in den Kalendern der Nutzer:innen vornehmen kann. Eine beispielhafte Nutzung für diese Distributionsform kann man im Spieltags-Kalender der ARD-Sportschau sehen, bei dem Nutzer:innen die Spiele ihres Lieblingsvereins abonnieren können – und so bei termingenauer Ansetzung der nächsten Bundesliga-Begegnungen die korrekte Eintragung im Kalender erhalten – und nach dem Spiel sogar das Ergebnis.
Technisch basiert diese Form des „Kalender-Marketings“ auf einem Angebot des deutschen Startups Calovo, das Premium- und Free-Modelle anbietet; u.a. wird hier auch ein Ticket-Vorverkauf für den Bundesligisten VfB Stuttgart realisiert. Weniger komfortable, aber ebenso nutzbar ist ein klassischer, kostenfreier Google-Kalender, den Nutzer:innen abonnieren können.
Es ist also denkbar, das Kalender-Abo zu nutzen und dem Publikum Termineintragungen zu übermitteln, die über eine Verlinkung zu bestimmten Inhalten führen oder Shop-Angebote für einen bestimmten Zeitraum ermöglichen.
Um eine nachhaltige Kundenbindung aufzubauen, bietet es sich also an, Kalender-Marketing auszuprobieren – und auf diese Weise das eigene Publikum an einem sehr persönlichen Ort zu erreichen: im eigenen Kalender. (Foto oben: unsplash)
Wie dies auch mit Inhalten gut funktionieren kann, zeigt das Projekt „PoetiCal„, das eine kollaborative Textsammlung ist, die über den Kalender distribuiert wird.
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