Audience as a Service: die Zukunft von Events

Warum gehen Sie auf Präsenz-Veranstaltungen? Konzerte, Lesungen, Kongresse stehen nach der Corona-Pandemie vor einem großen Umbruch. Live-Musik-Experte Fabian Schuetze schreibt: „In Deutschland werden gerade reihenweise kleinere und mittlere Events gecancelt, und für tausende weitere wird jetzt oder früher oder später darüber nachgedacht, die wirtschaftlich einzig richtige Entscheidung zu treffen.“ Aber nicht nur Konzerte und Live-Musik sind von diesem Trend betroffen.

Carl Behmer, Jim Sengl und ich haben uns deshalb die Frage gestellt: Was müssen Live-Events bieten, um attraktiver zu werden? Unser Antwort-Versuch lautet: Das Publikum muss eine wichtigere Rolle spielen!

Gemeinsam haben wir ein Live-Konzept entwickelt, das auf einer neuen Form der Publikums-Interaktion basiert. Zuschauerinnen und Zuschauer können durch ihre Teilnahme direkten Einfluss auf das Geschehen auf der Bühne nehmen. Wir nennen das Konzept „Audience as a Service“ und werden es demnächst auf einer Bühne in München anbieten (im Digitale-Notizen-Newsletter gibt es sobald es soweit ist alle Daten und Infos).

Audience as a Service – so geht’s:

  1. Die Bühne wird zum Spielraum: Vortragende, Künstlerinnen und Musiker bieten dem Publikum direkten Einfluss auf das, was auf der Bühne passiert. Sie geben einen Teil ihrer Autorität ab und lassen sich von Publikumsreaktionen beeinflussen.
  2. Es geht um Aufmerksamkeit: So dreht das Konzept „Audience as a Service“ die Machtverhältnisse um. Es geht nicht mehr zuerst um den Inhalt, der auf der Bühne gezeigt wird, es geht zuerst um die Aufmerksamkeit, die das Publikum schenkt.
  3. Ohne Aufmerksamkeit kein Vortrag: Das Publikum kann das Licht und den Ton auf der Bühne abdrehen – durch Live-Voting. Die Ergebnisse der Echtzeit-Abstimmung wirken sich direkt auf das Geschehen aus. Wer weniger als 50 Prozent Zustimmung erhält, bekommt immer weniger Ton und immer weniger Licht auf der Bühne. Bis schließlich die Bühne stumm und dunkel wird.
  4. Unterhalte mich! Das Konzept „Audience as a Service“ gibt dem Publikum die Möglichkeit, Zustimmung und Ablehnung direkt zu äußern – und den Vortragenden so direktes Feedback und Learnings zu ermöglichen. Der Service besteht also in der direkten Reaktion.
  5. Nutze deine Zeit: Nach einer Staging-Phase von 60 Sekunden, in denen die Idee des nun folgenden Vortrags erläutert wird, beginnt die Phase der Interaktion.

Wir testen dieses Format demnächst in München! Termine und Details gibt es zuerst im Digitale-Notizen-Newsletter

(Fotos: Unsplash oben & unten)