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Vorbilder fortbilden!

Die Bundeskanzlerin hat auf der Cebit über die digitale Zukunft gesprochen – und dabei quasi nebenbei die Kulturhoheit der Länder übersprungen und sich in die Gestaltung der Lehrpläne eingemischt. Angela Merkel ist der Meinung, die Fähigkeit zu programmieren zähle zu den Grundfähigkeiten, die in der Schule unterricht werden solle. In ihren Worten klingt das so:

Menschen mitzunehmen, das wird in vielerlei Hinsicht eine Aufgabe sein. Ich sage Ihnen ganz offen: Das wird die Politik nicht allein können, sondern das müssen wir mit Ihnen, den Anbietern digitaler Technologien, gemeinsam tun. Das wird heißen: neue Formen der Bildung, zum Beispiel in der Schule – Digitalisierung der Schulen, Zugriff auf Clouds, Ausstattung mit Computern und die Vermittlung der Fähigkeit zu programmieren als eine Grundfähigkeit neben Lesen, Schreiben, Rechnen. Ich sage allerdings immer dazu: Lesen, Schreiben, Rechnen bleiben notwendige Grundfähigkeiten; das Programmieren kommt aber noch dazu. Nicht dass irgendetwas anderes wegfällt; das können wir den jungen Leuten nicht versprechen.

Das klingt toll. Wenn es aber stimmt, dann müssen wir den alten Leuten etwas versprechen: Sie müssen das auch lernen! Und das scheint mir viel spannender als die Frage nach dem Lehrplan. Wie erlangen Menschen außerhalb der Schule jene Fähigkeit, die in Schulen als Grundfähigkeiten angesehen werden?

Diese Debatte erscheint mir viel spannender als die Diskussion über Schulen. Denn: „Erziehung ist Vorbild und Liebe – und sonst nichts“ (Fröbel). Soll heißen: wir lernen (auch den Umgang mit Smartphones und Programmieren) über Vorbilder – also über Erwachsene, die zeigen wie sie es machen.

Machen wir uns auf die Suche nach genau diesen Vorbildern! Und wenn wir sie kaum finden, dann machen wir uns auf den Weg, sie fortzubilden!

Mehr zum Thema Kulturpragmatismus in den Digitalen Notizen.